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Dieses Thema hat 34 Antworten
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 Filmbewertungen
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StefanK Offline



Beiträge: 899

14.05.2009 22:42
#16 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Zitat von kaeuflin
Genial sind vor allen Digen die gemeinsammen Szenen von Frank und Kinski - allein deswegen lohnt es sich den Film anzusehen !


Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist dies auch der einzige gemeinsame Film der beiden.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.05.2009 22:56
#17 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Zitat von StefanK
Zitat von kaeuflin
Genial sind vor allen Digen die gemeinsammen Szenen von Frank und Kinski - allein deswegen lohnt es sich den Film anzusehen !


Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist dies auch der einzige gemeinsame Film der beiden.

In dem Film "Marquis de Sade: Justine" von Jess Franco haben beide ebenfalls mitgespielt. Werde mal prüfen ob sie auch gemeinsame Auftritte haben.

Joachim.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

16.05.2009 12:51
#18 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Ich habe mir jetzt MARQUIS DE SADE: JUSTINE angesehen. Sie spielen zwar beide im Film mit - haben aber keinen gemeinsamen Auftritt.

Joachim.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

16.05.2009 13:16
#19 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp
Ich habe mir jetzt MARQUIS DE SADE: JUSTINE angesehen. Sie spielen zwar beide im Film mit - haben aber keinen gemeinsamen Auftritt.

Joachim.


Ist ja auch klar - Da Kinski MARQUIS DE SADE und in dem Fall den "Erzähler" spielt und Frank im Handlungstei auftritt können die beiden gar keine gemeinsammen Szenen haben ...

An sich ist der Film - gereade für Franco - recht kompetent und trotzdem unterhaltsam nur beim Ende ziehe ich die kanadische Version vor das Happy End will nicht so recht passen ...

Peter

Don't think twice, it's all right ...

Bob Dylan

Grabert Offline



Beiträge: 253

04.06.2011 11:57
#20 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Von den Weinert-Wilton Filmen ist das "Geheimnis der schwarzen Nelke" aus meiner Sicht sicher nicht der beste, aber insgesamt habe ich schon schlechtere Filme gesehen. Man merkt dem Film das geringe Budget sehr an, Rudolf Zehetbgruber inszeniert auch weitgehend ohne dramatische Effekte. Die Story ist o.k., Horst Frank (warum wurde er synchronisiert?; kennt jemand den Grund?; ich emfand das sehr störend), Klaus Kinski und Dietnmar Schönherr geben dem Film Gesicht und zeigen sich in gewohnter Qualität. Paul Dahlke agiert in einer ungewohnt zwielichtigen Rolle. Brad Harris (übrigens synchronisiert von Heinz Engelmann) und Olga Schoberova stehen dahinter klar zurück. Man kann nur hoffen, dass bald eine Kollektion der Weinert-Wilton Filme auf DVD erscheint.

Joe Walker Offline




Beiträge: 738

04.06.2011 13:16
#21 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Zitat von Grabert
Horst Frank (warum wurde er synchronisiert?; kennt jemand den Grund?; ich emfand das sehr störend)

Ich tippe mal auf Zweitmangel seitens Frank. Der hat schließlich für die produzierende Rapid (und auch für andere Firmen) derart viel gefilmt in der Zeit, dass es sein Terminkalender warscheinlich nicht zuließ, sich für Synchroaufgaben in München einzufinden. Der Sprecher, der für ihn übernahm, ist übrigens Helmo Kindermann, der für Frank auch bei "Die Diamantenhölle am Mekong" aus dem gleichen Jahr einsprang.

Gruß
Joe Walker

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

10.06.2011 06:23
#22 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Zitat von Grabert
Horst Frank (warum wurde er synchronisiert?; kennt jemand den Grund?; ich emfand das sehr störend


Könnte mit den im Anschluß in Prag stattgefundenen Dreharbeiten zu "Die Goldsucher von Arkansas" zu tun haben. Der Film war auch der Grund warum Paul Martin die Regie von "Das Verrätertor" absagen musste.

Joachim.
*Filme und Bücherwerden niemals alt!*

Georg Offline




Beiträge: 2.907

01.11.2011 12:29
#23 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Das Geheimnis der chinesischen Nelke
Französischer Titel: F.B.I. contre l'oeillet chinois (FBI gegen die chinesische Nelke)
Italienischer Titel: Il segreto del garofano cinese (Das Geheimnis der chin. Nelke)
BRD/ Italien/ Frankreich 1964

Für mich ist Das Geheimnis der chinesischen Nelke die schwächste der vier Weinert-Wilton-Produktionen. Der Film startet zwar recht gut, doch schon nach wenigen Minuten wird klar, dass er mit dem Niveau der anderen drei Produktionen nicht mithalten kann. Das verwundert, war doch Wolf C. Hartwig der Produzent, der zur selben Zeit die recht unterhaltsamen und spannenden Exotikkrimis produzierte und auch hier seinen Freund Horst Frank obligatorisch besetzte. Mag es an der Regie von Rudolf Zehetgruber liegen? Wer weiß.
Die Synchronisation ist zudem extrem schwach, dass Horst Frank synchronisiert wurde stört mich ebenso wie Grabert, zumal ich mich frage, warum. Paul Dahlke spricht nämlich immer hörbar Originalton, während seine Partner synchronisiert wurden. Das ist klar an der Szene zwischen dem Inspektor und ihm erkenntlich. Man hört förmlich, wie zwischen O-Ton und Synchronton hin- und hergeschalten wird. In einer Szene zwischen Schönherr und ihm gibt es nur O-Ton, alle anderen Szenen wurden synchronisiert.
Dass der Film in Prag gedreht wurde, erkennt man auch sofort, die Häuser passen sehr gut in das kommunistische Tschechien aber nicht nach England. Am Tor der Villa des Professors sieht man sogar noch die (roten) Hausnummern-Schilder mit tschechischer Beschriftung. Schwach finde ich auch, dass der Täter schon nach ca. 65 Minuten entlarvt wird, der Film aber noch 20 Minuten läuft.
Nun zu den positiven Aspekten: was hervorzuheben ist, sind sicherlich die lässig-flotten Dialoge, die immer wieder an den Tag treten und die ganz witzig klingen. Auch die Verfolgungsjagd am Ende ist in Ordnung. Man erkennt förmlich, dass man hier auf "Groß" tun und den Film in die Eurospy-Liga hiefen wollte. Das war ja ein altbekannter Trick Wolf C. Hartwigs, dessen "normale" Exotikkrimis im Ausland (meist waren Italien und Frankreich die Coproduktionspartner) als Eurospy-Filme (schon im Titel) verkauft wurden. So auch die französische Version, die übersetzt "FBI gegen die chinesische Nelke" bedeutet.
Horst Frank mal im positiven Part zu erleben ist übrigens ein wunderbarer Einfall, Paul Dahlke gibt den undurchsichtigen Part auch sehr gut.
Insgesamt reicht für mich die Geschichte für einen 90 Minuten-Film nicht ganz aus, so viel Theater um einen lächerlichen Mikrofilm. Wie beim letzten Mal sehen habe ich nach ca. 20 Minuten damit begonnen, andere Dinge nebenbei zu tun. Das mache ich bei einem packenden Film normalerweise nicht ...
Erwähnenswert ist, dass hier die beiden deutschen Paradefieslinge Horst Frank und Klaus Kinski mal gemeinsam vor der Kamera stehen und sich der Film deshalb sicher mal zu sehen lohnt. Dass es nach dieser Produktion allerdings keine weitere Louis-Weinert-Wilton-Verfilmung mehr gab, wundert mich auch nicht.

Regie und Buch: Rudolf Zehetgruber nach dem Roman "Die chinesische Nelke" von Louis Weinert-Wilton, Musik: Miloš Vacek, Kamera: Jan Stallich, Produzent: Wolf C. Hartwig
Mit Dietmar Schönherr, Brad Harris, Paul Dahlke, Klaus Kinski, Horst Frank u.v.a.


Prisma Offline




Beiträge: 7.529

01.11.2011 12:37
#24 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Ich hoffe ja immer noch, dass der mal auf DVD herauskommt. Deiner Beschreibung nach wird das wohl in absehbarer Zeit nicht der Fall sein.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

15.12.2013 21:40
#25 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Das Geheimnis der chinesischen Nelke ist leider ein recht schwacher Film geworden.
Ich wurde den Eindruck nicht los, dass die Macher unschlüssig waren, wie sie den Film nun eigentlich aufziehen wollen. Es ist nichts halbes und nichts ganzes dabei rausgekommen. Aber der Reihe nach.
Ein absoluter Pluspunkt dieses Machwerks ist auf jeden Fall das Aufeinandertreffen Horst Franks und Klaus Kinskis. Die beiden haben die besten Dialoge und liefern sich auch darstellerisch ein feines Duell auf Augenhöhe. Es macht großen Spaß den Beiden zuzusehen und das macht ein Highlight des Filmes aus
Leider kann ich den anderen Darstellern so gut wie nichts abgewinnen. Alles recht blass, besonders nochmal im Kontrast zur Klasse von Frank und Kinski.
Brad kommt eher lächerlich daher, aber auch hier spiegelt sich die Unsicherheit des Filmes, ob er sich nun Richtung Trash ausrichten oder beim klassischen Krimi bleiben soll. Nichts ist wirklich bis zum Ende hin gedacht und da es auch sonst einige Längen gibt, tut es dem Unterhaltungswert doch Abbruch.
Genauso wie die Schauspieler, wirkt auch der Humor sehr hölzern, krampfhaft und unausgereift. Keine Pointe will so richtig sitzen und so hat man wenig zu lachen in den rund 90 Minuten.
Spannung wird unnötigerweise sofort im Keim erstickt und daher plätschert alles so vor sich hin. Hätte man, anstatt auf wahllose Prügelszenen zu setzen, lieber die Handlung weiter ausgefeilt, wäre das Resultat möglicherweise besser. Filminterne Rätsel werden zu früh aufgedeckt und vergönnen damit dem Spannungsbogen keinen rechten Anstieg.
Da hilft auch die Musik nicht weiter, die eigentlich noch ganz in Ordnung ist, nur manchmal einfach an die falschen Stellen gesetzt wurde. Über mehr als Mittelmaß reicht der Score allerdings auch nicht hinaus.

Auch sonst wirkt vieles abgedroschen, so sah ich die meisten Schauplätze als fantasielos und unkreativ an. Den Drehorten fehlten einfach die kleinen Details und somit wirkt leider auch die Optik eher lieblos und unansprechend.
Wirklich in Fahrt gerät die Geschichte am Ende nochmal und hier wird auch deutlich, was für ein lustiger Film hätte entstehen können, hätte man sich klar für eine Richtlinie entschieden. So ist das ganze Feuerwerk am Ende zwar durchaus unterhaltsam und spaßig, aber es fügt sich in keinster Weise ins Gesamtbild ein. Der Film wirkt einfach nicht rund und das wird nur noch mehr von der unübersichtlichen Geschichte selbst unterstrichen.

Abgesehen also von dem kongenialen Duo Frank-Kinski lohnt sich der Film in meinen Augen unter keinem Gesichtspunkt. Wer ihn verpasst hat, braucht sich dessen nicht aufzuregen. Aufgrund der beiden Herren also noch

2 von 5 Punkten.

Prisma Offline




Beiträge: 7.529

23.12.2013 19:51
#26 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten



DAS GEHEIMNIS DER CHINESISCHEN NELKE (1964)

mit Brad Harris, Dominique Boschero, Dietmar Schönherr, Klaus Kinski, Olly Schoberová, Paul Dahlke, Pierre Richard und Horst Frank
eine Produktion der Rapid Film | Imp.Ex.Ci. | Metheus Film | Les Films Jacques Leitienne | im Verleih der Constantin
nach dem Roman "Die chinesische Nelke" von Louis Weinert-Wilton
ein Film von Rudolf Zehetgruber





»Eine Frau. Gibt es etwas Schöneres?«


Nur wenige Menschen in London kennen Professor Bexter, noch weniger wissen von seiner sensationellen Erfindung, einer revolutionären Treibstoff-Formel. Aus Gründen der Geheimhaltung werden die Unterlagen bis auf einen Mikrofilm mit der Formel vernichtet. Um diesen Streifen, dessen Existenz für die Erdölindustrie den Ruin bedeutet und dessen Besitz politischen Gewalten entscheidenden Machtzuwachs verspricht, streiten sich nun drei Interessengruppen: ein Ölkonzern, ein Agentenring, der seine Zentrale vermutlich in dem Nachtclub "Chinesische Nelke" hat, und eine dritte Gruppe, die sich als Scotland-Yard und Interpol erweist... Kein Wunder, dass der Professor zu seinem persönlichen Schutz einen Privatdetektiv eingestellt hat. Doch keiner kann ihm die Formel abjagen, weil er sie zu raffiniert versteckt hat. In einem Autorennen auf Leben und Tod kommt es zum Showdown... [Zitat: "Das Geheimnis der chinesischen Nelke", erschienen bei filmjuwelen]

Rudolf Zehetgrubers Beitrag zur Weinert-Wilton-Reihe habe ich mit großer Spannung erwartet, da es der einzige war, den ich noch nicht gesehen hatte. Mit einer Besetzung der halben Miete sollte für meine Ansprüche auch nicht so viel schief gehen können, doch leider kommt es komplett anders. Selbst wenn man die Vergleiche zu den starken Vorgängern der vierteiligen Serie einmal beiseite lässt, bekommt man es lediglich mit einem unausgereiften Kriminal-Agenten-Mischmasch zu tun, der zwar immer wieder krampfhaft um das konstruieren vager Spannung bemüht ist, dabei im Endeffekt aber auf ganzer Linie versagt. Zunächst hört sich der Plot recht interessant an, vorausgesetzt man war auch achtsam. Aber es stellt sich schnell heraus, dass eigentlich wenig geschieht. Und genau das ist der springende Punkt. Man muss sich Aufmerksamkeit abverlangen, da die unwirsche Inszenierung den Film immer wieder unterwandert, und es in hohem Maße an Dynamik fehlt. Nach der Hälfte des Films übernimmt schließlich die Langeweile das Regiment, und es fühlt sich beinahe so an, als habe man ein Schlafmittel intus. Es ist ungewöhnlich genug dass dabei auch alle möglichen negativen Faktoren zusammen kommen. Die musikalische Untermalung von Miloš Vacek ist und bleibt uninteressant, obwohl man dem Titel entsprechend versuchte, eine fernöstliche Note mitzugeben. Die Charaktere wirken meistens zu eintönig um mitreißend zu sein, von Seiten der Interessengemeinschaften fehlt es angesichts der revolutionären Erfindung einfach an Vehemenz, was zur Folge hat, dass dem kompletten Fall die Brisanz abhanden kommt. Da helfen auch ein paar pyrotechnische Spielereien, Schlägereien oder Morde nicht viel weiter.

Was alles verschenkt und verschwendet wurde, spiegelt sich leider auch ausgiebig in der hochkarätigen Besetzung wieder. Anfangen möchte ich daher mit Dominique Boschero als Mary Lou, Chefin der halbseidenen Bar "Chinesische Nelke", und Mitstreiterin bei einer der Interessengemeinschaften um den Mikrofilm. Über die Ausstrahlung der Französin müssen nicht viele Worte verloren werden, denn sie demonstriert auch hier ihre beinahe magische Anziehungskraft, wenn auch etwas untertourig. Wenn man die Weinert-Wilton-Filme und deren Frauenrollen vergleicht, so hatte an es bis dato immer mit starken Leistungen und ausgefeilten Charakteren zu tun. Ob Eleonora Rossi Drago oder Doris Kirchner, die Kreation des Geheimnisvollen, Unnahbaren oder Gefährlichen kann man als auffällig nachhaltig bezeichnen, und das wohlgemerkt in einer von Karin Dor dominierten Filmreihe. Was Boschero anbelangt, so wurde ihre nicht unwichtige Rolle leider geradezu verschenkt. Von ihr geht kaum Vehemenz aus, sie hätte unerbittlicher wirken müssen um glaubhaft zu erscheinen, und insgesamt verkommt sie lediglich zum innocent bystander und schaut beinahe ehrfürchtig dabei zu, wie die Herren die Sache richtig anpacken. Für mich ist der komplette Film wegen dieser Fahrlässigkeit zusammengestürzt wie ein Kartenhaus, so dass auch irgendwelche gut gemeinten Twists gegen Ende hin nichts mehr retten können. Überhaupt hatte gerade Zehetgruber viel zu häufig Schwierigkeiten mit dem Einsatz seiner Darstellerinnen, und man bekommt irgendwie den Eindruck, dass er nicht richtig wusste, wo er sie im Szenario abstellen sollte. Ein weiterer gravierender Fall in dieser Beziehung und diesem Film stellt Olly Schoberová dar, die schrecklich uninteressant zurückbleibt. Angeblich als ost-europäisches Pendant zu Brigitte Bardot gehandelt, windet sie sich lasziv-laienhaft durch die ohnehin schwache Geschichte.

Erfreulicheres bietet da die restliche Besetzung, auch wenn man hier Aussetzer finden kann. Brad Harris kommt eigentlich recht gut an, da er wie gewohnt durch Agilität glänzt und der Chose ein wenig internationales Flair verleiht. Klaus Kinski punktet in eleganter, ja beinahe dandyhafter Silhouette, und er ist es, der letztlich den einzig sichtbaren Aggressor darstellt, folglich einer der wenigen ist, von dem eine gewisse Bedrohung ausgeht. Über den Einsatz von Horst Frank kann man sich in "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" ganz besonders freuen, denn er wirkt nachhaltig und überzeugend, was man von seinem Kollegen Dietmar Schönherr leider nicht behaupten kann. Beinahe möchte ich nach seinen diversen Rollen im Epigonen-Dunstkreis schon sagen, dass er es stets schaffte, ein und dieselbe Rolle zu spielen, was natürlich als Vorwurf in Richtung Ausstrahlung und Überzeugungsarbeit geht. Eine schwache Performance, was man fast auch schon von Paul Dahlke sagen muss, der rollentechnisch, genau wie Dominique Boschero, verschenkt wirkt. Zu loben ist die immer wieder aufblitzende Situationskomik, die der Geschichte einige Farbtupfer zu verleihen weiß, wenn man schon angestrengt nach Spannung suchen muss. Einige London-Aufnahmen aus dem Archiv lockern das hölzerne Gesamtbild tatsächlich etwas auf, und was die Ausstattung angeht, so scheint es, man habe entweder alles nur schnell zusammengebastelt, oder eilig vom Trödel zusammengeschoben. Auch die Rückprojektionen, die hier Verwendung fanden, konnte man zur Entstehungszeit bereits besser lösen. Nach allen Ärgernissen kommt der Zuschauer dann wenigstens noch in den Genuss einen temporeichen Finals. "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" kann man als Paradebeispiel nehmen, beziehungsweise als Expertise ansehen, warum Rudolf Zehetgruber seinen Ruf weg hat, und warum dieser ihm immer wieder gerne voraus eilt. Ein überaus enttäuschender Abschluss der sonst so hochinteressanten Louis-Weinert-Wilton-Reihe!

Giacco Offline



Beiträge: 1.579

25.12.2013 16:45
#27 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur die uninspirierte, teilweise auch etwas ungeschickte Regie. Dass mich der Film - trotz kleinerer Mängel - dennoch gut unterhalten hat, liegt an der interessanten Besetzung. Die gemeinsamen Szenen von Horst Frank und Klaus Kinski sind kaum zu übertreffen. Dazu Brad Harris und sein lockerer Umgangston sowie Dominique Boschero, die hier wieder mal sehr attraktiv anzusehen ist - allein diese Darsteller haben dafür gesorgt, dass ich Spass beim Zuschauen hatte. Die von Prisma erwähnten Rückprojektionen finde ich für 1964 noch durchaus annehmbar. Bei den späteren Jerry-Cotton-Filmen wirkten sie weitaus störender.
Innerhalb der LWW-Reihe halte ich "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" für gelungener als die "Witwe" oder den "Teppich", die mich beide eher gelangweilt haben.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.361

30.12.2013 22:18
#28 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

DAS GEHEIMNIS DER CHINESISCHEN NELKE hat ein großes Staraufgebot und ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Die etwas verwirrende Story wird mit interessanten Einfällen, putziger Action und einem schönen Showdown ausgeglichen.
Brad Harris ist nicht nur einer der Hauptdarsteller, sondern darf auch alle Stunts selbst ausführen, was mich stark an die etwas später entstandenen Kommissar X Filme erinnert hat.
Viele Szenen haben auch etwas von den Jerry Cotton Filmen, so dass der Streifen kein typischer deutscher Krimi ist, sondern eher ein Mix aus Edgar Wallace, Jerry Cotton und einem Hauch Kommissar X.
Wem diese drei Serien gefallen, der dürfte auch seine Freude an der CHINESISCHEN NELKE haben.


Die Bildqualität der neuen Filmjuwelen DVD ist durchgängig sehr gut.

Prisma Offline




Beiträge: 7.529

03.01.2014 16:42
#29 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #27
Innerhalb der LWW-Reihe halte ich "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" für gelungener als die "Witwe" oder den "Teppich", die mich beide eher gelangweilt haben.

So ging es mir eben leider bei "Das Geheimnis der chinesischen Nelke". Erstens, weil ich aufgrund der empfundenen starken Vorgänger wenigstens ähnlich Solides erwartet hatte, man hier von der Regie aber alleine gelassen wird, und zweitens, weil das Inszenieren von wichtigen Personen leider völlig misslungen ist. Dabei beziehe ich mich gleich auf die Auflösungen aller Weinert-Wilton-Filme, außer "Die weiße Spinne", aufgrund anderer Anlegung.

Damit meine ich natürlich nicht die Darsteller im Allgemeinen, sondern die Drahtzieher im Besonderen. Sei auch einmal die Vorhersehbarkeit in allen Filmen der Reihe dahingestellt... In "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" hat man eine so unglaublich starke Kreation der Witwe durch Doris Kirchner, davon mal abgesehen gibt es durch den Gegenpart Karin Dor bestenfalls noch einige Zweifel an ihrer Identität, Eleonora Rossi-Drago liefert in "Der Teppich des Grauens" da Gleichwertiges, weil sie genau so bestechend und geheimnisvoll wirkt. Die potentielle Kapazität Dominique Boschero ist doch gleichsam als roter Faden angelegt worden, aber da passiert leider herzlich wenig. Dass sie attraktiv anzusehen ist, war ja auch schließlich keine neue Erfindung in Zehetgrubers Film, reicht daher hier absolut nicht aus. Selbst wenn bei allen drei Damen abzusehen ist, welche Rolle sie schließlich spielen werden, gehört für mich eine dichte Inszenierung dazu, und das wurde bei Dominique Boschero versäumt, die fast zur Stichwortgeberin verkommt.

Ich bin ja sonst immer zufrieden in so einem Schauspielerfilm, aber Zehetgruber hat einen ärgerlichen Fauxpas begangen, indem er Personen zugunsten anderer (wie beispielsweise Horst Frank) ohne Weitsicht unterordnete. Mal ehrlich, die hätten auch ganz von alleine so überzeugend gewirkt! Was die angesprochenen Rückprojektionen angeht, so gebe ich dir Recht. Die fand ich auch bei Jerry Cotton schon immer ziemlich schäbig ;)

Giacco Offline



Beiträge: 1.579

03.01.2014 17:42
#30 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" (4) Zitat · antworten

Innerhalb der LWW-Reihe handelt es sich hierbei ja um die einzige Hartwig-Produktion. Sie ist eigentlich auch sehr Hartwig-typisch, z.B. ähnlich grob-gestrickt wie die meisten seiner Exotik-Krimis. Nur waren diese immerhin solide inszeniert, weil Regisseure wie Jürgen Roland, Helmut Ashley oder Wolfgang Becker am Werk waren. Es gab dann wohl auch keine weitere Zusammenarbeit zwischen Hartwig und Zehetgruber.
Trotz der angesprochenen Defizite hat mich die "chinesische Nelke" gut unterhalten, unabhängig davon, was man alles besser hätte machen können. Ich mag allerdings auch Hartwigs Exotik-Krimis, die hier im Forum ja kein besonderes Ansehen genießen.

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