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Dieses Thema hat 43 Antworten
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 Filmbewertungen
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Markus Offline



Beiträge: 626

27.02.2014 19:15
#31 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

"Teppich des Grauens" kommt am 18. Juli 2014 in HD-Neuabtastung auf DVD und BluRay!

Gruß
Markus

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

04.08.2014 22:38
#32 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Durchschnittskrimi ohne großartige Besonderheiten, aber mit sehenswerten 4 Schauspielern Fuchsberger, Dor, Peters und Carl Lange, die alle routiniert spielen. Dass ich den Film immerhin das zweite Mal heute gesehen habe, beweist, dass er mir aus der ersten Sichtung nicht ganz schlecht in Erinnerung geblieben ist.
Für eine Epigone noch 3 von 5 Punkten.
Trotzdem werde ich mir den Film frühestens in 15 Jahren das nächste Mal anschauen.

patrick Offline




Beiträge: 2.936

04.08.2014 22:43
#33 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Zitat von Peter Ross im Beitrag #32

Trotzdem werde ich mir den Film frühestens in 15 Jahren das nächste Mal anschauen.


So geht´s mir bei vielen Epigonen. Drum hab ich die Dinger oft so schlecht in Erinnerung.

schwarzseher Offline



Beiträge: 396

25.01.2015 13:48
#34 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Da ich meine Filme immer mal wieder durchsehe und dann schaue ob bestimmte Eindrücke geblieben sind habe ich mir auch den Teppich nochmal angesehen.Mein erster Eindruck ist ( leider ) geblieben.Auch die teils gute Besetzung rettet da nicht viel.W. Peters ist das einzige wirklich positive für mich.Fuchsberger und Dor total verheizt,schon fast eine Parodie ihrer sonstigen Wallace Darstellungen." Oh schatz gehe bitte nicht ist doch viel zu gefährlich - doch ich muss dem Bösen einhalt gebieten .... "(jetzt nicht ganz wörtlich aber fast )Auch die Rolle des farbigen Kollegen/Mitarbeiter ,also viel schlechter gings ja fast nicht .Mit rollenden weit aufgerissenen Augen durch die Szenen laufend erinnert mehr an Stummfilmtage ( die kleinen Strolche usw )da hätte etwas mehr Ernsthaftigkeit/Normalität ? der Rolle wohl sehr gutgetan.
Mein Fazit : Krampfhafter versuch Wallace Versatzstücke unter anderem Namen gewinnbringend zusammenzustückeln.

Ray Offline



Beiträge: 1.061

22.07.2016 21:54
#35 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Der Teppich des Grauens (BRD/ESP/I 1962)

Regie: Harald Reinl

Darsteller: Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Eleonora Rossi Drago, Werner Peters, Carl Lange, Pierre Bersari, Marco Guglielmi u.a.



Auf der Suche nach weiteren geeigneten Krimistoffen fern von Edgar Wallace wurde die Constantin bei den Werken des Deutschen Alois Weinert, der unter dem Namen Louis Weinert-Wilton Kriminalromane im Stile von Wallace veröffentlicht hatte, fündig. Indem man sich die Rechte des deutschen Krimiautors, der 1945 auf tragische Weise in einem Konzentrationslager in Prag verstarb, sicherte, sorgte man auch gleichzeitig dafür, dass sich kein Konkurrent die Rechte sichern und eine weitere Konkurrenzreihe zu Wallace aufbauen konnte. Mit "Der Teppich des Grauens" nahm im Jahre 1962 die Reihe ihren Anfang. Bei diesem Film handelt es sich um eine deutsch-spanisch-italienische Co-Produktion, dementsprechend international fiel auch die Besetzung vor und hinter der Kamera aus. Dennoch wurden die wichtigsten Positionen mit Deutschen besetzt, so fand sich auf dem Regiestuhl etwa kein geringerer als Harald Reinl, der mit "Der Frosch mit der Maske" im Jahre 1959 die „Gruselkrimiwelle“ angestoßen hatte.

Auch bei der Besetzung ging man offensichtlich kein Risiko ein, wollte man die Weinert-Wilton-Reihe doch wie gesagt als eigene Wallace-Konkurrenz im Hause Constantin etablieren. Passend dazu warb man mit dem Slogan: „Wer Edgar Wallace liebt, wird auch von Weinert-Wilton begeistert sein“. Für die beiden Hauptrollen verpflichtete man das Krimitraumpaar Joachim Fuchsberger/Karin Dor. Während Fuchsberger eine solide Vorstellung ablieferte, litt das Spiel Karin Dors an der Tatsache, dass sie sich nicht selbst synchronisiert hatte, so dass ihrer Performance stets eine gewisse Fremdheit umgab. Dies zeigte aber auch einmal mehr, wie sehr sie von ihrer markanten, einzigartigen Stimme lebte, die stets etwas Stilvolles und Damenhaftes an sich hatte. Die unglückliche Synchronisation Dors war allerdings nicht die einzige. Auch Fuchsbergers Diener Bob, gespielt Pierre Bersari, wurde in einer geradezu herabwürdigen Weise synchronisiert, was einen leicht üblen Beigeschmack hinterließ. Im Übrigen war dessen Rolle – wohl als Sidekick á la Eddi Arent angelegt, in seiner Umsetzung aber wirkungslos, ja sogar schädlich – völlig überflüssig. Werner Peters und Carl Lange waren ebenfalls bekannte Gesichter aus der damaligen Zeit, wobei insbesondere Werner Peters eine sehr gute, vielleicht sogar die beste Leistung im ganzen Ensemble ablieferte und den nach Macht strebenden Crayton wie eh und je zu einem ausdrucksvollen Part erstarken ließ. Von den anderen Beteiligten hinterließ im Besonderen Eleonora Rossi Drago einen bleibenden Eindruck. Bereits optisch – Frisur – eine interessante Entdeckung, wusste sie auch im Übrigen durch ihr ausdrucksvolles Spiel zu überzeugen und stahl so „Miss Krimi“ Karin Dor etwas die Show. Schließlich sei noch Marco Guglielmi lobend erwähnt, der der Figur des schmierigen, "karrieregeilen" Inspektors einiges an Profil gab.

Der Film beginnt mit einer starken Eröffnungssequenz, die das interessante Mordwerkzeug durch gelungenen Spannungsaufbau und tolle subjektive Kamera stimmungsvoll einfängt und den absichtlich mysteriös anmutenden Titel sogleich erklärt. Dieses hohe Niveau kann der Film dann leider nicht halten, auch wenn auf diese Mordszenen noch zwei in dieser Form folgen. An Action wird nicht gespart, diese ist auch in gewohnter Reinl-Manier routiniert inszeniert. Darüber hinaus gibt es einen schon fast klassischen „Whodunit“ samt sagenumworbenen „Chefs“, dennoch entfaltet der Film aufgrund der blassen Story, die bis zum Schluss etwas schleierhaft bleibt, wenig Spannung. Trotz dieses und der anderen negativen Aspekte (Synchronisation Karin Dors, Rolle des Dieners Bob) bietet der Film für Fans des Genres grundsolide Kost, so dass dieser auf seine Weise stets gut unterhält. Gerade die erste gemeinsame Szene zwischen Dor und Fuchsberger (Bushaltestelle, Weg nach Hause) bietet besten Wallace-Charme und der – selbst für einen Film dieser Zeit – völlig verfrühte Antrag Fuchsbergers lässt den „informierten“ Zuschauer schmunzeln. Auch die Außenaufnahmen, die in Spanien entstanden, bieten nette Abwechslung, hatte man diese in einem derartigen Krimi doch noch nicht gesehen. Dass Spanien im Grundsatz ebenso wenig als England-Double taugt wie Deutschland, dürfte dennoch klar sein, stört den gemeinen Fan aber kaum. Erwähnenswert erscheint noch der stimmungsvolle Showdown in den Tunnelanlagen, der auch für Kenner von Filmen dieser Art wieder etwas „Neues“ bietet. Alles in allem ein solider Auftakt der Weinert-Wilton-Reihe, dem jedoch bessere Beiträge nachfolgen sollten.


Auch wenn man vom Traumpaar des deutschen Kriminalfilms und Spezialist Harald Reinl grundsätzlich mehr erwarten darf und die Figur und insbesondere die Synchronisation des Dieners Bob aus heutiger Sicht höchst fragwürdig sind, bietet der Film insgesamt noch gute Genre-Unterhaltung. Wackelige 4 von 5 Punkten.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.923

24.08.2017 21:16
#36 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Gerade eben mal wieder angeschaut und ich hätte die Wertung im Epigonen-Grandprix nicht so früh machen sollen. Mir hat der Film tatsächlich besser gefallen als bei meiner ersten Sichtung. Pech für den Teppich. Da sind ihm jetzt wohl noch ein paar Punkte verloren gegangen.

Eigentlich habe ich nur drei Kritikpunkte.

1. Der Anfang ist zwar gut gespielt und inszeniert, aber insofern etwas zäh, dass einfach ein deutscher Schauspieler fehlt, zu dem man eine Beziehung aufbauen kann. Man "fremdelt" gewissenermaßen ein wenig. Das ist bei der Witwe in der Tat besser gelöst worden.

2. Karin Dor halte ich in ihrer Rolle für fehlbesetzt. Nicht nur, dass Eleonora Rossi-Drago sie in jeder ihrer gemeinsamen Szenen überstrahlt (auch hier hat in der Witwe Kirchner-Dor besser funktioniert), ich habe mir in der Rolle auch die ganze Zeit Brigitte Grothum vorgestellt. Der Charakter Ann Learner ist für mich in ihrer unschuldigen Naivität viel näher an einer Leila Smith oder Joan Bray als an dem Typus, den Miss Krimi gemeinhin verkörpert hat. Sie hätte auch viel besser zur damenhaften Rossi-Drago kontrastiert als die ebenfalls damenhafte Dor.

3. So logisch der Plot auch ist, so macht der Drahtzieher doch einen Fehler, den ich absolut nicht nachvollziehen kann. Ich hätte das Päckchen an Harry Raffold direkt überprüft, wenn ich es schon einmal in den Händen gehalten hätte! Dumm nur, dass ohne diesen Fehler das ganze Finale nicht funktioniert hätte.

Ansonsten merkt man, dass man hier einen etwas anderen Weg gehen wollte als bei Wallace. Sowohl beim Plot um buchstäblich die letzten Tage einer internationalen Verbrecherbande als auch beim Humor, der bis auf ein, zwei Slapstick-Momenten eigentlich eher zwischen den Zeilen stattfindet. Auch Pierre Bersaris Figur ist sinnvoller in die Handlung eingebunden als es manches Mal Arent oder Howland waren. Als Charakter, der Raffold den Rücken freihält und ihm ein zweites Paar Augen zur Verfügung stellt, wenn dieser nicht überall sein kann, finde ich ihn sehr glaubhaft und auch handlungstechnisch nützlich eingebaut.

patrick Offline




Beiträge: 2.936

25.08.2017 10:56
#37 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #36

2. Karin Dor halte ich in ihrer Rolle für fehlbesetzt. Nicht nur, dass Eleonora Rossi-Drago sie in jeder ihrer gemeinsamen Szenen überstrahlt...


Dem kann ich beipflichten. Auch auf mich hatte Rossi-Drago trotz ihrer komischen Frisur in diesem Film wesentlich mehr Strahlkraft.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.923

25.08.2017 20:32
#38 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #36
3. So logisch der Plot auch ist, so macht der Drahtzieher doch einen Fehler, den ich absolut nicht nachvollziehen kann. Ich hätte das Päckchen an Harry Raffold direkt überprüft, wenn ich es schon einmal in den Händen gehalten hätte! Dumm nur, dass ohne diesen Fehler das ganze Finale nicht funktioniert hätte.


Ich habe mir mal ein alternatives Ende überlegt, das diesen "Fehler" umschifft. Allerdings bedeutet das einen Wechsel des Drahtziehers. Ansonsten braucht man eigentlich nicht viel ändern. Wie gehabt strömen alle Protagonisten zur Autowerkstatt. Dann allerdings ...

1. Mabel Hughes erschießt Tonio und droht Ann Learner dasselbe Schicksal an. Wenn die Polizei auftaucht, soll es so aussehen als hätten die Gangster sie getötet und für die gestörte Mabel wäre der Weg zu Harry Raffold frei.

2. Dieser stellt gerade zusammen mit der Polizei Oberst Gregory, der sich tatsächlich als Haupttäter entpuppt. Er flieht durch eine Geheimtür. Bevor sich diese hinter ihm schließen kann, gelingt es Raffold noch, hindurch zu hechten. Dann hört man Ann Learner schreien. Nun muss sich Raffold entscheiden: Der Oberst oder Ann.

3. Tonio war nur angeschossen, es entbrennt ein Zweikampf zwischen ihm und Mabel, den sie nicht überlebt. Als Raffold dazu kommt, flieht er verletzt. Raffold kümmert sich um die schockierte Ann.

4. Ab hier dann wieder wie gehabt. Der Hauptschurke flüchtet mit dem Auto und überrollt dabei Tonio. Nur, dass es sich diesmal um Oberst Gregory handelt.

Lord Peter Offline




Beiträge: 476

26.08.2017 10:03
#39 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Da ich zum Geburtstag die 4er-BD-Box bekam, konnte ich mir endlich mal alle Weinert-Wiltons ansehen.

Aller Anfang ist schwer, aber dieser erste Eintrag der Reihe verwundert - wie konnte aus einem so wirren und langweiligen Film eine immerhin vierteilige Reihe werden? Nach einer zugegebenermaßen stimmungsvollen Teasersequenz versackt das ganze in der Belanglosigkeit, größtenteils dargeboten von hierzulande unbekannten (und nicht wirklich interessanten) Darstellern. Fuchsberger leistet Dienst nach Vorschrift, sein farbiger Diener weckt ungute Erinnerungen an den Charakter "Birmingham Brown" aus der Charlie Chan-Reihe, und Dor ist einfach nur fehlbesetzt, da hätte Grothum in der Tat besser funktioniert. Möglich, daß Reinl das selbst gemerkt hat und sie deshalb von Ursula Herwig (bis zu ihrem frühen Tod Stammgast in fast allen Brunnemann/Brandt-Synchros und die Kleopatra im zweiten Asterix-Film) nachsynchronisieren ließ. Leider paßt die Stimme zwar zur Rolle, aber nicht zu Dor...

Ich kann einem Film vieles verzeihen, aber nicht, daß er mich langweilt. Und das hat der "Teppich" leider im Übermaß.

1,5 von 5 Punkten.

Giacco Offline



Beiträge: 1.619

26.08.2017 18:26
#40 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Zitat von Lord Peter im Beitrag #39


Aller Anfang ist schwer, aber dieser erste Eintrag der Reihe verwundert - wie konnte aus einem so wirren und langweiligen Film eine immerhin vierteilige Reihe werden?

Weil "Der Teppich des Grauens" - wie immer man ihn heute auch bewerten mag - ein großer geschäftlicher Erfolg war (Film-Echo Erstnote: 2,2) und in dieser Hinsicht mit einigen Wallace-Filmen durchaus gleichziehen konnte.
Von den 4 Weinert-Wilton-Verfilmungen halte ich persönlich den "Teppich" für die schwächste (wobei die "Chinesische Nelke ", die auch ihre Mängel hat, bei mir vor allem wegen der Darsteller punkten kann) und schließe mich Deiner Benotung an.
Mit 1,5 habe ich auch bei meiner persönlichen Bewertung im aktuellen Epigonen-Grand-Prix abgestimmt.

patrick Offline




Beiträge: 2.936

27.08.2017 14:50
#41 RE: Bewertet: L. Weinert-Wilton - "Der Teppich des Grauens" (1) Zitat · antworten

Der "Teppich" gehört für mich zu den Epigonen, die man einmal schauen und dann getrost abhaken kann. In jeder Hinsicht Mittelmaß. Von Reinl bin ich eigentlich viel besseres gewohnt.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

12.09.2017 06:11
#42 RE: Bewertet: "Der Teppich des Grauens" (1962, LWW 1) Zitat · antworten

„Der Teppich des Grauens“ belegt im Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 Platz 30 von 48. Der Film erhielt von den Teilnehmern im Durchschnitt eine Bewertung von 3,52 von 5 Punkten.

zugrundeliegende Wertungen: 17 von 17 (14x „gut bekannt“, 3x „länger her“)
Top-10-Tipps: 2 von 8 (höchster Tipp: 2x Platz 9)
Auswahlrunde: vorqualifiziert (Louis-Weinert-Wilton-Film)


mit 3,85 Pkt. Platz 29 in der Kategorie Schauspieler (+ 1)
mit 3,45 Pkt. Platz 28 in der Kategorie Inszenierung / Spannung (+ 2)
mit 3,18 Pkt. Platz 33 in der Kategorie Drehbuch / Logik (– 3)
mit 3,39 Pkt. Platz 36 in der Kategorie Ausstattung / Wertigkeit (– 6)
mit 2,97 Pkt. Platz 46 in der Kategorie Musik (– 16)
mit 4,50 Pkt. Platz 10 in der Kategorie Epigonenfaktor (+ 20)
mit 3,31 Pkt. Platz 30 in der Kategorie freie Wertung (~ 0)

Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017: Ergebnisse (#171) (12)

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

19.11.2017 14:10
#43 RE: Bewertet: "Der Teppich des Grauens" (1962, LWW 1) Zitat · antworten

In Erinnerung an Karin Dor:



Louis Weinert-Wilton: Der Teppich des Grauens
(Terror en la noche / Il terrore di notte)



Kriminalfilm, BRD / ES / IT 1962. Regie: Harald Reinl. Drehbuch: Felix Lützkendorf, Helmut Harun, Eugenio Martín, Giuseppe Mangione (Romanvorlage, 1929: Louis Weinert-Wilton). Mit: Joachim Fuchsberger (Harry Raffold), Karin Dor (Ann Learner), Eleonora Rossi-Drago (Mabel Hughes), Julio Infiesta (Inspektor Burns), Marco Guglielmi (Inspektor Webster), Werner Peters (Crayton), Carl Lange (Oberst Gregory), Antonio Casas (Dr. Shipley), Gabriel Llopart (Flesh), José María Caffarel (Vane) u.a. Uraufführung: 31. Juli 1962. Eine Produktion von International Germania Film Bonn, Epoca Films Madrid und Domiziana Internazionale Cinematografica Rom im Constantin-Filmverleih München.

Zitat von Der Teppich des Grauens
Der Anführer einer Londoner Verbrecherorganisation, die sich auf den Diebstahl von Juwelen spezialisiert hat, gerät in Bedrängnis, als mehrere Mitglieder seine Identität in Erfahrung bringen. Sie werden kurzerhand mithilfe eines exotischen Giftgases zum Schweigen gebracht. Zur gleichen Zeit ist auch der Geheimagent Harry Raffold den Ganoven auf der Spur. Im Umfeld der hübschen Ann Learner, deren Onkel von der Bande getötet wurde, sowie in einer geheimnisvollen Pension gelingt es ihm, das Geheimnis der skrupellosen Gruppierung zu lüften ...


Als deutschsprachiger Edgar-Wallace-Ableger genoss Louis Weinert-Wilton – nicht zuletzt durch die Veröffentlichung seiner Bücher im wallace-nahen Goldmann-Verlag – anhaltende Popularität: Seine Romane, die in den späten 1920er und in den 1930er Jahren erschienen, wurden bis in die 1980er Jahre immer wieder als Taschenbücher aufgelegt und waren in den 1960ern schnell zur Hand, als es darum ging, weiteren Profit aus der grassierenden Edgar-Wallace-Begeisterung zu schlagen. Im Gegensatz zum kompletten Konkurrenzprodukt „Bryan-Edgar-Wallace-Serie“ der CCC genossen Rialtos Wallace-Zugpferde und die Louis-Weinert-Wilton-Nachahmer eine friedlichere Koexistenz unter dem gemeinsamen Dach des Constantin-Filmverleihs, was sich nicht zuletzt in stärkeren Schauspielerüberschneidungen ausdrückt – für LWW standen schließlich im Laufe der vier Filme die vier wohl nachhaltigsten Wallace-Stars Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Eddi Arent und Klaus Kinski vor der Kamera.

Es wäre vor diesem Hintergrund ein Leichtes gewesen, vier Filme zu produzieren, die den Originalen ähneln wie ein Ei dem anderen. Dieser Weg wurde mit Ausnahme des zweiten LWW-Krimis „Die weiße Spinne“ allerdings nicht eingeschlagen – Koproduktionen mit internationalen Partnern bzw. an ungewohnten Schauplätzen im Ausland geben den Produktionen jeweils ein sehr eigenständiges Gesicht. Das trifft insbesondere auch auf „Der Teppich des Grauens“ zu, der das Publikum einerseits mit einer Tagline „Wer Wallace mag, wird Louis Weinert-Wilton lieben“ lockt, andererseits aber auf spanische Exotik-Atmosphäre setzt: Was dort als London-Aufnahmen verkauft wird, darf jedenfalls getrost als noch abstruser gelten als die deutschen Außendrehs der Rialto. Das Endprodukt, für das die International Germania Film Bonn in Koproduktion mit spanischen und italienischen Partnern verantwortlich zeichnete, erweckt deshalb eine ganz eigentümliche Atmosphäre zum Leben, die stellenweise sehr reizvoll ist (gerade der Auftaktmord oder jene Szenen auf dem Anwesen von Ann Learners todgeweihtem Onkel stellen sich als kleine Kabinettstückchen heraus), stellenweise aber auch gewisser Billig-Attribute nicht entbehrt.

Dass der „Krimipapst“ Harald Reinl für die Inszenierung verantwortlich zeichnet, schimmert also immer wieder durch – elaborate Kampfszenen sorgen ebenso für den typischen Reinl-Look wie ein imponierendes Finale in einer überdimensionierten Tunnelanlage –, führt aber keineswegs zu einem so durchgängig hochwertigen Resultat wie in einigen seiner anderen Filmwerke. Das liegt sicher nicht zuletzt am Drehbuch, für das keine erprobten Genregrößen verpflichtet wurden. Ein Egon Eis hätte fraglos ein weniger holpriges Skript zuwege gebracht als ein Felix Lützkendorf. Dafür kann sich Reinl auf eine im Weitesten gelungene Besetzung stützen: Joachim Fuchsberger und Karin Dor geben eine mustergültige Vorstellung eines Liebespaars ab, dessen Leistung nur von Karin Dors ungewohnter Synchronstimme (Ursula Herwig) geschmälert wird. Wer den Film allerdings häufiger sieht, wird sich an die Vertonung gewöhnen – mich jedenfalls störte sie im nunmehr vierten Sichtungsdurchgang nicht mehr wirklich. Carl Lange verkörpert ebenso wie Fuchsberger eine zweischneidige Rolle, die ihm sehr gut steht. Weniger beeindrucken kann Werner Peters, der über einen unauffälligen Handlangerposten nicht hinauskommt und in seiner Sterbeszene etwas zu arg „auf den Putz haut“. Der Einsatz italienischer und spanischer Darsteller ist dagegen eine weitgehende Bereicherung für den Film. Besonders Gabriel Llopart ist vom Typus her perfekt auf die schmierige Handlangerrolle abgestimmt, die er verkörpert. Auch das Inspektorenduo kann sich profilieren; nur hätte es den Szenen in der ohnehin eher stimmungsarmen Pension Victoria gut getan, wenn eine bekannte deutschsprachige Schauspielerin wie Elisabeth Flickenschildt oder Margot Trooger die Rolle der eher aufdringlich wirkenden Eleonora Rossi-Drago übernommen hätte.

„Der Teppich des Grauens“ hält von Anfang bis Ende ein überzeugendes Täterrätsel aufrecht. Dass sich der Anführer der Verbrecherbande nicht mit verzerrter Stimme, sondern nur in Schriftform über einen Bildschirm meldet, ist ein atmosphärischer Touch, der ganz gewieften Zuschauern bereits einen Fingerzeig auf die Identität des Chefs weist. Wer weniger scharfsinnig kombiniert und sich einfach nur unterhalten lassen will, wird den comic relief des Films in Harry Raffolds Assistenten Bob finden, der zeitgemäßen, politisch unkorrekten Humor liefert, diesen aber wohl dosiert und damit zu den besseren Komikerfiguren der Epigonen-Welle zu zählen ist. Pitt Besari verleiht dem Film eine internationale Note, weil er wie eine jener sympathischen Schwarzen-Karikaturen wirkt, die man aus amerikanischen Filmen der 1940er Jahre als Hausdiener, Zugschaffner oder Kindermädchen kennt. Gegenüber dem von Weinert-Wilton beschriebenen „Riesen von einem Neger [...] mit seinen glühenden Augen“ gar keine so schlechte Abwandlung.

Die erste Louis-Weinert-Wilton-Adaption ist ein stimmungsvoller Krimi in offensichtlichem Wallace-Fahrwasser, der aber über genug eigenständige Herangehensweisen verfügt, um kein so eklatantes Plagiat zu sein wie manche Bryan-Edgar-Wallace-Produktion. Mit einem stringenteren Drehbuch und einer besseren Antagonistin als Eleonora Rossi-Drago hätte hier ein ausgezeichneter Film entstehen können; so reicht es immerhin für einen vielversprechenden, abwechslungsreichen Serienauftakt. 4 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.936

19.11.2017 21:22
#44 RE: Bewertet: "Der Teppich des Grauens" (1962, LWW 1) Zitat · antworten

Louis Weinert-Wilton: Der Teppich des Grauens (1962)



Regie: Harald Reinl

Produktion: BRD, Spanien, Italien 1962

Mit: Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Eleonora Rossi Drago, Werner Peters, Carl Lange, Marco Guglielmi, Pierre Bersari, Lorenzo Robledo, Antonio Casas, Roberto Rey, Gabriel Llopart, José Maria Caffarel, Rafael Vaquero, Paola Pitagora, Fernando Sancho


Handlung:

Mehrere Männer fallen mysteriösen Giftmorden zum Opfer. Als Mordwerkzeug dienen auf Teppiche aufgelegte Kügelchen, die in Verbindung mit den Fasern eine chemische Reaktion auslösen und giftige Dämpfe erzeugen. Dahinter steckt eine vernetzte Verbrecherorganisation, auf dessen Spur sich der clevere Geheimagent Harry Raffold heftet...

Anmerkungen:

Dieser erste Louis-Weinert-Wilton-Film präsentiert die beiden Edgar-Wallace-Stars Joachim Fuchsberger und Karin Dor in ihren gewohnten Rollen. Als smarter und gewitzter, nicht auf den Mund gefallener, Ermittler und als bedrohte Schönheit finden die Beiden wie gehabt zusammen. Nicht besonders gelungen ist der farbige Pierre Bersari als Blacky's bubenhafter Sidekick Bob. Ihm fehlt es deutlich an Ausstrahlung und über seinen Humor kann man nur selten lachen. Eleonora Rossi Drago (1925-2007) schmückt als snobistische und sehr damenhafte Mabel Hughes eine etwas gewöhnungsbedürftige Haarpracht. Sie übt aber eine recht starke Präsenz aus. Nicht uninteressant ist Marco Guglielmis (1926-2005) Inspektor Webster. Nachdem er zu Beginn als arroganter und wenig einfühlsamer Kotzbrocken in Erscheinung tritt, schlägt er reumütig leisere Töne an, als er erkennt, dass er auf der falschen Fährte ist.

Der Film beginnt recht atmosphärisch und vielversprechend, kann aber keinen richtigen Spannungsbogen aufbauen, sodass es am Schluss eigentlich egal ist, wer als Täter entlarvt wird. Die Story ist zu wirr um echtes Interesse zu wecken. Dass gleich mehrere Charaktere nicht das sind, was sie vorgeben, wirkt recht plump bei Großmeister Wallace abgekupfert. Schauplätze und Action werden den damaligen Schwarzweiß-Krimis zwar ganz gut gerecht, doch fehlt es am gewissen Etwas, was wohl am ehesten dem Drehbuch angelastet werden kann. Obwohl der großartige Harald Reinl auf dem Regiestuhl Platz nahm ist der Streifen nicht mehr als einer von vielen Wallace-Epigonen, denen man deutlich ansieht, dass sie sich unterhalb der Liga der Stammreihe einordnen müssen. Nachdem man gerade von Reinl in praktisch allen Genres der 60er-Jahre, die er bedient hat, wirklich Herausragendes gewohnt ist, darf man den "Teppich" wohl als Ausrutscher betrachten.

Fazit:

Als einer von Reinls schwächsten Beiträgen ist dieser Streifen ein eher lauer Routine-Krimi, der sich nicht gerade mit nachhaltigem Ruhm bekleckert hat. Von dem vielversprechenden Team Fuchsberger-Dor-Reinl hätte man sich gewiss wesentlich mehr erwarten dürfen. 2,5 von 5.

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