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Dieses Thema hat 96 Antworten
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 Filmbewertungen
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Ray Offline



Beiträge: 1.098

09.11.2016 21:37
#91 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Der Teufel kam aus Akasava (BRD/ESP 1971)

Regie: Jess Franco

Darsteller: Soledad Miranda, Fred Williams, Horst Tappert, Walter Rilla, Siegfried Schürenberg, Ewa Strömberg, Blandine Ebinger, Paul Müller, Howard Vernon, Jess Franco, Ángel Menéndez u.a.



Wie schon oben geschrieben wurde, fällt eine Bewertung von "Der Teufel kam aus Akasava" allgemein, im Wallace-Kontext aber ganz besonders, schwer. Seine Intention, Muse Soledad Miranda "ins rechte Bild" zu rücken, hat Jess Franco ohne Zweifel erfüllt. Der Erwartungshaltung des geneigten Wallace-Fans wird er damit freilich nur in seltenen Fällen gerecht werden.

Der Film fällt gewissermaßen in mehrere Teile. Nach dem gewöhnungsbedürftigen Beginn ist es vor allem das zweite Drittel, welches - mit Abstrichen - vorzüglich unterhält. Diesen Umstand hat "Akasava" Soledad Miranda zu verdanken. Es ist kaum zu leugnen, dass von ihrem Auftritt eine gewisse Magie ausgeht. Mir persönlich drängt sich hier der Vergleich zu R´n´B-Sängerin Aaliyah auf, die kurz nach ihrem Filmdebüt "Romeo must die" ebenfalls auf tragische Weise viel zu früh verstarb und im genannten Film einen ähnlich bemerkenswerten Auftritt zeigt. Obwohl keinesfalls aufdringlich, reißt sie das Geschehen durch ihre natürliche und überlegene Ausstrahlung spielerisch an sich, so dass selbst Szenen, die bei anderen Damen penetrant gewirkt hätten - etwa die in der Art eines Musikvideo-Clips arrangierten Tanzauftritte - überraschend unaufdringlich daherkommen. Selbst die vielen Nacktszenen sind von einer natürlichen Beiläufigkeit, die in starkem Kontrast zur plakativen Fleischbeschau steht, die einem im "Gorilla von Soho" aufgetischt wurde. In solchen Momenten ist man beinahe geneigt, das ganze Drumherum zu vergessen.

Sobald man dann aber auf die "inhaltliche" Ebene zurückkehrt oder Miranda mal länger nicht auftaucht, treten die Missstände überdeutlich zutage. Die Verpflichtung liebgewonnener Wallace-Akteure wie Siegfried Schürenberg oder Walter Rilla erweist sich leider als Bumerang. Es tut schon weh, wenn man die beiden Herren beim Kaffeekränzchen sitzen sieht, um das Potential der beiden weiß und dann dabei zuschauen muss, wie sie vom Drehbuch völlig im Regen stehen gelassen werden. Schauspielerführung gehört offenbar nicht zu Francos Stärken oder er setzt sie jedenfalls nur sehr dosiert ein. Ewa Strömberg bleibt gegen Soledad Miranda im wahrsten Sinne des Wortes "blass". Man kann daher verstehen, warum ihr von Seiten der Rialto nur Kleinstrollen zugestanden wurden. Fred Williams spielt ausgesprochen schmierig, was jedoch in gewisser Weise zum Unterhaltungswert des Films beiträgt. Die "Performances" von Ángel Menéndez (Professor Forrester) und Jess Franco himself (herrlich die flachen und überflüssigen Kommentare bei Mirandas erster Vorstellung) spotten jeder Umschreibung. Auch das, was eine anerkannte Akteurin wie Blandine Ebinger abliefert, lässt einen fassungslos zurück. Kein Timing, völlig überzogene Mimik. Ganz schwach.

Die Story wirkt wie eine Mischung aus Wallace-Afrika-Roman und Agentenfilm, die Spannungskurve ist dabei nicht wirklich gelungen. So richtig kümmern tut es den Zuschauer bei diesem Film aber ohnehin nicht, wer hier der große Missetäter ist, ist es doch die fade Geschichte, die hier so ziemlich am wenigsten interessiert.

Noch größer als auf inhaltlicher und darstellerischer Seite fallen die Unzulänglichkeiten von der technischen Warte aus. Ob die viel zitierten unnötigen Zooms, die Wackelkamera oder Szenen wie jene Verhörsszene, in der der Inspektor irgendwo im Hintergrund vor sich hin redet und dabei abwechselnd Tappert und Strömberg mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck eingeblendet werden. Handwerklich stellt "Akasava" eindeutig einen Ausreißer nach unten dar. Manche Unstimmigkeiten könnte man vielleicht mit dem Tode Mirandas erklären, nur wurde gerade dieser Umstand oberflächlich betrachtet ganz ordentlich kaschiert, sieht man einmal von der ziemlich sinnfreien Schlussszene ab.

Zur streckenweise angenehmen Atmosphäre trägt endlich der kultige Score bei, den Franco gleich mehrfach bei seinen Filmen einsetzte.

Alles in allem ein ausgesprochen streitbares Vergnügen. Unter Wallace-Gesichtspunkten inakzeptabel, weiß "Akasava" im Übrigen zumindest streckenweise ordentlich zu unterhalten.


Vor allem dank der bemerkenswerten Darbietung Soledad Mirandas in Teilen atmosphärischer, auf der anderen Seite aber mit nicht übersehbaren Unzulänglichkeiten inhaltlicher, technischer und schauspielerischer Natur ausgestatteter Film Jess Francos. In Abwandlung zum Lexikon des Internationalen Films könnte man wie folgt zusammenfassen: Spannungsarmer Krimi nach Motiven von Edgar Wallace, der sich durch sexuelle Aktionen seiner Heldin erfolgreich interessant zu machen versucht. 2 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.954

10.11.2016 07:46
#92 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Du bist hier ja noch richtig großzügig mit Punkten. Als einzig positive Assets sehe ich hier das Aussehen der Hauptdarstellerin und die Musik. Aber das allein macht keinen Film. Müsste ich eine Liste der 10 schlechtesten Filme erstellen, die ich jemals gesehan habe, hätte dieser hier einen Fixplatz. Da stimmt mir einfach rein gar nichts. Man hat es neben den von dir aufgezählten vielen, vielen Schwächen nicht einmal verstanden, die für das damalige Agenten-Genre so typischen exotischen Schauplätze interessant und schön einzubringen. Ein Schundfilm aus der untersten Schublade, für den man auf eine unterirdische Punkteskala greifen müsste. Ein "echter Franco".

Giacco Offline



Beiträge: 1.640

10.11.2016 13:16
#93 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Filme wie "Akasava" und "Gesicht im Dunkeln" haben die Marke "Wallace" damals ramponiert.

schwarzseher Offline



Beiträge: 397

10.11.2016 17:52
#94 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #93
Filme wie "Akasava" und "Gesicht im Dunkeln" haben die Marke "Wallace" damals ramponiert.

Dieser Film ist einfach Schrott.Auch die "Hauptdarstellerin " rettet da nix.Ihr Aussehen...ok ,aber die "Darbietungen " .....nein danke.Ein weiterer Film der "Spätwerke" wo man "Wallace " sich besser erspart hätte.

Ray Offline



Beiträge: 1.098

10.11.2016 18:57
#95 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Ich kann gut nachvollziehen, dass der Film ganz überwiegend "verteufelt" wird. Wir sind uns wohl einig, dass "Akasava" handwerklich mit Abstand der schwächste Wallace-Film zwischen 1959 und 1972 ist. Für die Darsteller gilt das wohl auch, bei der Story kann man m.E. noch streiten, ob "Fluch" nicht noch uninteressanter ist. Wer ansonsten auch keinen "Charme" erblicken kann, kommt nicht umhin, den Film noch schlechter zu bewerten als ich. Andererseits halte ich es aber auch für vertretbar, mit @Percy Lister ihm sogar eine bessere Wertung zu geben.

Georg Offline




Beiträge: 2.973

29.08.2018 20:02
#96 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Nach langer Zeit habe ich mir diesen Film mal wieder angesehen. Wenn man Logik und Edgar-Wallace-Ansprüche außen vorlässt, dann ist der Film doch unterhaltsam. Mit Entsetzen stellte ich fest, dass auf der Universum-DVD wieder mal nur der englische Vorspann zu finden ist. Es gab aber natürlich auch einen deutschen! Diesen habe ich bei Youtube hochgeladen - darin wird im Gegensatz zu den engl. Credits auch Edgar Wallace genannt.

https://www.youtube.com/watch?v=QdP8oG9L-mQ&t=13s

Daniel86 Offline



Beiträge: 665

02.10.2018 11:07
#97 RE: Bewertet: "Der Teufel kam aus Akasava" (1970, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Leider wurde das Video schon wieder gelöscht. Schade dass der Vorspann nicht wenigstens als Extra auf die DVD gepackt wurde. Passiert leider viel zu selten, obwohl es doch kaum Aufwand sein sollte.

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