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Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 5.637 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
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Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

15.10.2011 21:04
#31 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Er gehört zu den markantesten Schurken, den liebenswürdigsten Versicherungsvertretern und den unauffälligsten Ermittlern der Sixties-Krimiwelle und spielte in so vielen der Modeproduktionen mit wie kaum ein anderer Darsteller: der wunderbare Werner Peters, Idealbesetzung auch für Mitläufer wider Willen oder Verdächtige, die erst durch ihre Ermordung von jedem Misstrauen entlastet werden.
Die Liste der wichtigsten Kriminalproduktionen, an denen er beteiligt war, liest sich wie eine Zusammenfassung der German Wallace Wave:

• Die Tür mit den 7 Schlössern
• Der Fluch der gelben Schlange
• Der schwarze Abt
• Die Gruft mit dem Rätselschloss
• Die Tote aus der Themse

• Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
• Im Stahlnetz des Dr. Mabuse
• Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse
• Der Teppich des Grauens
• Die weiße Spinne
• Scotland Yard jagt Dr. Mabuse
• Das Geheimnis der schwarzen Witwe
• Das Phantom von Soho
• Das 7. Opfer
• Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe

• Spion für Deutschland
• Das Herz von St. Pauli
• Der Greifer
• Grabenplatz 17
• Liebe kann wie Gift sein
• Die feuerrote Baronesse
• Kriegsgericht
• Endstation rote Laterne
• Unter Ausschluss der Öffentlichkeit
• Es muss nicht immer Kaviar sein
• Nur tote Zeugen schweigen
• Das Kriminalmuseum: Der Ring
• Dem Täter auf der Spur: Das Fenster zum Garten
• Dem Täter auf der Spur: Frau gesucht
• Perrak

Darüber hinaus konnte er schon früh in markanten Produktionen der deutschen Geschichte wie „Der 20. Juli“, „Der Untertan“, „Nachts, wenn der Teufel kam“ oder „Rosen für den Staatsanwalt“ beeindruckende Leistungen abrufen, die ihm etwa den Nationalpreis der DDR oder das Filmband in Gold einbrachten.
Einen Schauspieler von der Wichtigkeit und Vielschichtigkeit Peters’, der aus seiner großen Schaffenszeit durch einen frühen und überraschenden Tod hinausgerissen wird, sollte das Publikum in bester Erinnerung behalten. Meine Favoritenrollen spielte er als Fleischer William Baxter in „Die Tote aus der Themse“ und als Clown Bobo in „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“.
Der geborene Sachse, der Schauspielunterricht bei Lina Carstens nahm, verstarb in Wiesbaden während der Premierentour zu seinem letzten Edgar-Wallace-Film, wurde jedoch in Berlin beigesetzt. Er teilt sich die Grabstätte im hinteren, weniger mondänen Teil des Friedhofs mit seiner Mutter Ida Peters. In Anbetracht seiner Verdienste wirkt das Grab ausgesprochen einfach und schlicht: Außer einer Heckeneinfassung ist keine Bepflanzung vorhanden, lediglich eine größere Topfpflanze auf der rechten Seite des Grabes. Die Anlage macht allerdings einen gepflegten Eindruck, die Erde ist akkurat geharkt und es ist davon auszugehen, dass sich seine Frau oder sein Sohn um sein Angedenken kümmern.
Percy Lister und ich haben als Gruß gedeckt orangefarbene Astern ausgesucht, die sehr schön mit dem bräunlich-goldenen Herbstlaub der nahen Eiche harmonieren. Eigentlich wollte Percy Lister unbedingt Dahlien haben (Zitat: „Dahlien sind üppiger in der Form und hätten gut zu Peters gepasst“), jedoch waren partout keine zu bekommen. Dafür gab es keinen Mangel an Haselnüssen auf Peters’ Grab, doch wir alle wissen: „Gott gibt die Nüsse, aber er bricht sie nicht auf.“

Peter Offline




Beiträge: 2.867

04.12.2012 10:14
#32 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Da schon das meiste Gute über den wunderbaren Werner Peters geschrieben wurde, hier nur noch eine kleine Ergänzung:
Neulich kam mir als ARD-Straßenfeger (46) die inzwischen vierte oder fünfte Version von Agatha Christie´s "Zehn kleine Negerlein" unter, aus Polit-Correctness-Gründen umbenannt in "Und dann gab´s keines mehr" - im Vorspann steht allerdings noch der Original-Titel. Eine Qualitäts-Arbeit von Hans Quest (1969).
Obwohl das Stück also in allen möglichen Varianten zur Genüge bekannt ist, besticht diese Version dennoch durch intensives Schauspiel, erzeugt neue Spannung und ist sehr sehenswert. Der Grund dafür ist vor allem eine der eher seltenen wirklich tagenden Rollen von Werner Peters als "William Blore", der seinen Inkognito- bzw. Ex-Polizei-Detektiv ein wenig angelegt hat wie seinen "Mistelzweig" in "Die tausend Augen des Dr. Mabuse". Nur hatte Peters hier Gelegenheit, die Rolle etwas intensiver auszuleuchten und vielschichtiger anzulegen, wo er früher eher zwischen charakterlichen Extremen changierte. Ein dialogstarkes Kammerspiel, nur zu empfehlen....

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

04.12.2012 10:59
#33 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Da habe ich aber ganz andere Erinnerungen: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie (2). Peters sah ich in der Produktion eher als "einzigen Lichtblick" an. Die "zehn kleinen Negerlein" sind einfach nur dann wirklich echt, wenn's am Ende wirklich keines mehr gibt. Und da kommt nur eine einzige Verfilmung in Frage.

Elford Offline




Beiträge: 1.023

04.12.2012 11:41
#34 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #33
Die "zehn kleinen Negerlein" sind einfach nur dann wirklich echt, wenn's am Ende wirklich keines mehr gibt. Und da kommt nur eine einzige Verfilmung in Frage.


Welche ist das denn? Ich kenne nur die mit jeweils 2 Überlebenden.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

04.12.2012 11:48
#35 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Die sowjetische von 1987: "Desyat negrityat". Ein wahres Glanzstück unter den Christie-Verfilmungen.

Peter Offline




Beiträge: 2.867

04.12.2012 12:43
#36 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Hallo Gubanov,
Deine alternative Meinung sei Dir unbenommen, denn es gibt ja immer gute Gründe, Vergleiche heranzuziehen (hier sind´s besonders viele). Allerdings reden an dieser Stelle nicht nur von Oberflächenbetrachtung in Kommerzfilmen, sondern von tieferem Rollenverständnis eines Werner Peters (und anderen, selbst Boysen) in einer - zugegeben - unaufwändigen aber im guten Sinne theaterhaften Verfilmung eines Theaterstücks (was spricht denn eigentlich gegen eine solche Variante?).
Natürlich hat auch alles den Hintergrund, dass Christie keine große Literatur ist. Klingt banal, ändert aber die Anforderungen an (Theater-)Darsteller, die auch aus anspruchsvolleren Rollen bekannt sind (in den 60ern öfter - ja, theaterhaft - im TV als im Spielfilm) und in solchen Fällen eben zeigen, was sie aus Chargen machen können (sorry, aber hier werden eben vorzugsweise Krimis mit wenig Zwischentönen besprochen und verglichen). Übrigens legte z.B. auch ein renommierter Oliver Reed die Lombard-Rolle nicht wirklich origineller an. Selbst Fröbe den Blore nicht. Okay, die von Dir erwähnte Sowjet-Rakete kenn´ ich nicht.
Wie auch immer: Theatermann Hans Quest inszenierte eben auch in einer zügig und mit geringen Mitteln entstandenen Fernseharbeit auf höherem Niveau als es viele andere der hier besprochenen (Spiel-/TV-Film-)Regisseure taten - Ausnahmen natürlich bekannt.
Schlechte Kritiken an den falschen Stellen gab und gibt es ja, seit es Medien gibt, leider trotzdem zuhauf, denn, wenn wir ehrlich sind, versteht eben nicht jeder alles, was er sich anschaut, in vollem Umfang; dass aber der ansonsten hervorragende Fricke als Toter nochmal blinzelt, was Percy bemängelte, dürfte das Unwichtigste am Film sein. Gleich nach Boysens Sonnenbrille. Dagegen wird einfach von vielen nicht erkannt, wie die Darsteller eigentlich arbeiten, nur Figuren gesehen und möglicherweise dramaturgische Freiheiten (z.B. am Ende) bewertet; okay, kann man machen, wird der Sache aber nicht gerecht. Ohne besonders darauf hinweisen zu wollen, was in den Weiten dieses Forums alles mit 3 oder 4 von 5 Punkten - und höher - bewertet wird, jo mei, sei also auch meine Meinung unbenommen....

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

04.12.2012 12:47
#37 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Mach's mal nicht komplizierter, als es ist: Die 69er-Version ist eine lahme Gurke, und daran ändern Peters und Boysen nicht das Geringste.

Peter Offline




Beiträge: 2.867

04.12.2012 13:01
#38 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Okay, okay, dann bin ich eben ein lahmer Theatersack.
Aber lass Du Dich bloß nie beim Lob für ´ne andere faule Gurke erwischen.....

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

04.12.2012 13:29
#39 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Wir pflegen alle unsere Schrullen. Und ich habe mir sicher schon mehr als genügend geschmackliche Ausrutscher geleistet.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.318

06.12.2012 20:45
#40 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Zitat von Peter im Beitrag #38
Okay, okay, dann bin ich eben ein lahmer Theatersack.


Dann bin ich aber auch einer. Ich habe mir diese Fassung jetzt auch wieder angeschaut und muss sagen: Mir gefällt sie. Pluspunkt: Die alte Jungfer Emily Brent statt einer jungen Schauspielerin wie in anderen Versionen. Im übrigen wird "10 kleine Negerlein" auch in den Titelcredits als Kriminalstück und nicht als Kriminalfilm bezeichnet. Warum sollte es dann bitte nicht wie die Abfilmung eines Theaterstücks wirken? In dieser Hinsicht fand ich dann sogar die eingespielte Musik an manchen Stellen störend. Was mich ansonsten noch stört ist Peter Fricke. Aber das hängt wohl nicht unbedingt mit Fricke zusammen, Anthony Marston ist nicht nur in dieser Fassung ein eher nerviger Charakter. Und da es hier ja um Werner Peters geht: Ich finde er gehört mit zu den besten Blores. Aber auch das muss nicht unbedingt viel heißen. Blore ist ohnehin mein liebstes Negerlein.


Allerdings muss ich Gubanow zustimmen, dass im Sinne einer Buchverfilmung tatsächlich nichts an die russische Fassung herankommt. Aber da ja auch das Happy End der Theaterfassung von Christie selbst ist, empfinde ich beides als legitim.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

12.01.2014 18:06
#41 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Nachdem ich in letzter Zeit wieder häufiger ein paar 60er Jahre Krimis gesehen habe, ist mir, einmal mehr, der geniale Werner Peters aufgefallen.
Abgesehen von seinem häufigen Mitwirken in ebendieser Phase, ist er mir auch aus zwei Märchenfilmen der DDR bekannt.

Die Geschichte vom kleinen Muck und noch wesentlich eindrucksvoller als Dorfschulze im Teufel vom Mühlenberg. Ferner natürlich sein brillantes Auftreten im Untertan, der ihm wohl seine ansehnliche Karriere möglich machte.

Bei Peters fällt mir immer wieder auf, dass sein Spiel oftmals ungemein detailliert ist. Es gibt Darsteller, denen ich ins Gesicht sehe, während sie auf der Leinwand agieren. Bei Peters hingegen, fällt mein Blick oftmals auf die kleinen, perfekt beobachteten Gesten, die sich abseits seiner Augen abspielen.
Wie schon angesprochen brilliert er in Szenen dargestellter Nervosität - sei es durch unsichere Bewegungen mit seiner Zigarette, dem hastenden Rauchen an sich oder seine unruhig-hektischen Körperbewegungen.
Was ich sagen will ist, dass Peters ein extrem realistischer Darsteller war. Übertragen andere Künstler dieses Fachs, ihre Ausdruckskraft durch einen einzigen Blick, ahmt Hr. Peters die Wirklichkeit akribisch und treffsicher nach und wird genau aus diesem Grund so ernstgenommen.
Freilich ähneln sich die Rollen, die er in den 60er Jahre Krimis spielte, aber doch gelingt es ihm jedes Mal gewisse Facetten abzugewinnen und durch seine tolles Spiel, seinen Charakter immer interessant zu halten.
Weniger durch einen magischen Zauber, als durch glänzende Deckungsgleichheit, ruft Peters die Assoziationen mit seiner Rolle bei mir hervor und macht durch winzige Details darauf aufmerksam, was für ein Typ er ist.

Ein Meister seines Fachs, der auf ganz Art und Weise besticht, als ein Klaus Kinski beispielsweise.

TV-1967 Offline



Beiträge: 526

25.01.2014 02:24
#42 RE: Werner Peters - Meinungen zum Schauspieler ( 3 ) Zitat · Antworten

Es gibt da noch 3 sehr seltene Produktionen von Ihm. "Zwischenlandung in Düsseldorf" (kein Witz) und "Lotosblumen für Mrs. Quon".
Ja und "Die Hölle von Macao" aus dem Hause Brauner.

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