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Dieses Thema hat 138 Antworten
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 Filmbewertungen
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tilomagnet Offline



Beiträge: 583

08.05.2014 20:25
#91 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Positiv ist hier eindeutig, dass der Film für heutiges Empfinden herrlich politisch unkorrekt ist. Auch Blackys ruppigere Gangart gefällt mir gut. Außer dem gewohnt hochklassigen Ensemble ist noch die experimentelle Musik von Sala auf der Habenseite....aber leider ist der Streifen in summo doch wie meisten Gottlieb Krimis (außer den BEWs) so spannend wie eine Führung durchs eigene Wohnzimmer: Keine nennenswerten Höhepunkte, lahme Inszenierung und fehlender who-dunnit machen die GELBE SCHLANGE daher heute nur noch für eingefleischte Genre-Fans interessant. 2/5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 3.237

09.05.2014 11:11
#92 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Die Schilderung von Fritz Tillmann ist spannender als der Film. Einer der schwächsten SW-Wallace. Hab ihn nur einmal vor ewigen Zeiten gesehen und niemehr das Bedürfnis gehabt, dieses Erlebnis zu wiederholen.

Fazit: Der Streifen ist als Wallace stark unterdurchschnittlich.

1,5 von 5 Punkten.

Andy79 Offline



Beiträge: 55

23.06.2014 22:48
#93 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Neulich wieder mal angesehen und mal wieder unentschlossen, was ich von diesem Film nun letztendlich halten soll. Der Film lebt mehr von den Schauspielern und den Dialogen und weniger von der Geschichte oder der Spannung.
Das Hin-und-Her-Geklaue der Schlange ist nämlich nicht so sonderlich aufregend. Hätte man die nicht einfach sofort kaputt machen können?
Wie gesagt, die Schauspieler reißen den Film raus. Pinkas Braun ist einer meiner Lieblingsbösewichte. Und der dreht hier ja besonders auf.
Und die eigentümliche Musik von Oskar Sala hat auch was.

Von mir bekommt der Film 3,5 Punkte, was aber nicht gereicht hat, um auf meine Liste der "besseren Hälfte" zu kommen. Dafür fehlt wirklich noch die Würze, die Spannung, die Überraschung (Dass der Vater doch noch lebt, hat mich auch nicht vom Hocker gehauen.).

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

21.07.2014 00:11
#94 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

"Der Fluch der gelben Schlange" belegt im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014 Platz 33 von 36. Der Film erhielt 56,41 % der möglichen Punkte. Das entspricht einer durchschnittlichen Filmwertung von 2,82 von 5 Punkten.

1. 3,4 Punkte p.P. = Platz 27 (+6) in der Kategorie Ermittler
2. 3,0 Punkte p.P. = Platz 33 (~0) in der Kategorie Verbrecher und Verbrechen
3. 2,9 Punkte p.P. = Platz 32 (+1) in der Kategorie Regie und Inszenierung
4. 2,6 Punkte p.P. = Platz 33 (~0) in der Kategorie Drehbuch und Logik
5. 3,1 Punkte p.P. = Platz 33 (~0) in der Kategorie Atmosphäre
6. 2,5 Punkte p.P. = Platz 35 (–2) in der Kategorie Musik
7. 2,5 Punkte p.P. = Platz 33 (~0) in der Kategorie Prätitelsequenz und Vorspann
8. 2,8 Punkte p.P. = Platz 31 (+2) in der Kategorie Wallace-Faktor
9. 2,7 Punkte p.P. = Platz 33 (~0) in der Kategorie freie Wertung

In der Vorrunde (Kampf um die Top-10) wurde "Der Fluch der gelben Schlange" auf Platz 30 gewählt.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

16.10.2015 22:20
#95 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Obwohl der Film von mir nach wie vor nur 2 Punkte erhält, fand ich diesmal doch wesentlich besser, als ich ihn in Erinnerung hatte.
Besonders Blacky, der mir beim ersten Mal gar nicht gefiel, hat mich diesmal sehr überzeugt und liefert sogar einen seiner besten Auftritte ab.
Auch Eddi Arent hat eine sehr ausgefeilte Rolle bekommen, die mir ebenfalls erst beim erneuten Ansehen positiv aufgefallen ist. Zwar übertreibt er manchen Stellen ohne Frage ein bisschen, aber dafür glänzt er auch mit einigen herrlichen Szenen.

Leider fand ich die Handlung nach wie vor einfallslos und höhenpunktsarm. Chinesen klettern durch die Gegend, stehlen die Schlange, die Schlang wird zurückerobert, Schlange wird wieder gestohlen, usw. Eine ziemlich fade Angelegenheit...

In den restlichen Punkten stimme ich mit meinem alten Review überein.

Ray Offline



Beiträge: 1.860

06.09.2016 21:34
#96 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Der Fluch der gelben Schlange (BRD 1963)

Regie: F. J. Gottlieb

Darsteller: Joachim Fuchsberger, Brigitte Grothum, Eddi Arent, Pinkas Braun, Werner Peters, Charles Regnier, Fritz Tillmann, Doris Kirchner, Claus Holm u.a.



"Der Fluch der gelben Schlange" ist der einzige unter den Wallace-Schwarzweiß-Filmen, bei denen der Daumen der Mainstreamkritiker von TV Spielfilm nach unten zeigt. Und das sicher nicht ganz zu Unrecht. Ähnlich wie "Der Rächer" ist der Film nicht sonderlich gut gealtert und fällt durch politische Unkorrektheiten auf, die - wiederum wie beim "Rächer" - aber gar nicht bemüht werden müssen, um dazu zu kommen, dass der Film zu den schwächsten der Reihe zählt.

Was den Film so sehr abwertet, ist seine schwache Story, die bisweilen geradezu bizarre Auswüchse annimmt und das in Sachen Dramaturgie äußerst missratene Drehbuch. Man bekommt hier eine krude Fernost-Abenteuer-Geschichte präsentiert, welche sich aber weitgehend in London abspielt. Insofern liegt der Vergleich zu den "Dr. Fu Man Chu"-Filmen nahe. Inhaltlich wird reichlich Trash geboten, aber - und das ist der Knackpunkt - kein besonders liebenswerter. Dafür nimmt der Film sich in entscheidenen Momenten viel zu ernst. Gerade die übertriebenen Ritualszenen lassen den Charme vermissen, welchen die ersten "Fu Man Chu"-Filme - bei allem Unfug - heute noch ausstrahlen.

Dass der Film auf einen Whodunit verzichtet, macht sich umso stärker (negativ) bemerkbar, als er sonst keine Spannungsperspektive liefert. Nachdem Fuchsberger in London angekommen ist, merkt er doch recht schnell, dass sein Bruder hinter allem steckt. Doch bis zum Ende des Films sind es von da an noch rund 70 Minuten. Der Zuschauer fragt sich zwangsläufig, wann den nun der entscheidende Impuls, etwa in Form einer überraschenden Wendung, kommen möge. Vergeblich. Was sich anschließt, ist eine Reihe weitgehend unzusammenhängender Scharmützel (mal wird bei Eddi Arent eingebrochen, mal bricht Fuchsberger bei Bruder Braun ein, Fuchsbergers zukünftige Braut will natürlich auch noch entführt werden...).

Der Film wird letztlich durch seinen insgesamt erstklassigen Cast und die handwerklich gute Inszenierung Gottliebs vor dem Bankrott gerettet. Wenn Werner Peters verzweifelt vor dem unsagbar coolen Regnier seine finanziellen Nöte offenbart, lenkt dies zeitweise von dem uninteressanten Plot ab. Denn solche Szenen will der Wallace-Fan sehen. Ebenfalls ganz nett ist die Vorstellung Fuchsbergers bei seiner künftigen Braut - unrasiert und mit draufgängerischem Charme. Leider kippt er gleich bei der nächsten Begegnung um und will auf einmal unsterblich verliebt sein. Grothum knüpft an ihre schwache Vorstellung aus dem "Gasthaus" an. Besser gefällt Doris Kirchner, die abermals kalt wie ein Gefrierschrank agiert. Pinkas Braun müht sich wacker, aus der undankbaren Rolle etwas herauszuholen. In den Szenen, in denen er mal nicht von Allmachtsfantasien fabulieren muss, zeigt er seine ganze Klasse. Trotzdem sein schwächster Wallace-Auftritt. Claus Holm als Scotland Yard-Ermittler, der erst im letzten Drittel die Szenerie betritt (Wo gibt es bei Wallace denn so was?) und Fritz Tillmann vermögen keine Akzente zu setzen. Eddi Arent sieht man in einer seiner angenehmeren und mit der Handlung besser harmonierenden Rollen.

Die Musik von Oskar Sala ist ungewöhnlich, aber nicht uninteressant. Dennoch war sie in "Der Würger von Schloss Blackmoor" stimmiger.


Statt eines Whodunits offeriert "Der Fluch der gelben Schlange" eine krude Welteroberungsfabel ohne wirkliche Höhepunkte. Rettungsanker sind die gute Besetzung sowie die solide Inszenierung. Der Film bietet in besten Momenten gepflegte Langeweile - mehr nicht. 2,5 von 5 Punkten.

greaves Offline




Beiträge: 582

07.09.2016 20:08
#97 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Also ich sehe den Fluch gerne. Vorallem Eddi Arent in seiner Rolle UND PINKAS BRAUN finde ich in manchen Szenen unheimlich, mysteriös und kühl.Eben so wie man sich pinkas braun vorstellt in einem Wallace.
In diesem Film sieht man viele Aussenaufnahmen die auf dem ccc filmgelände gedreht wurden....(klar der Film ist ja vom Besitzer )...was mir persönlich gut gefällt.
Hat noch jemand neuere Infos in Sachen ccc filmgelände ??
@Gubanov ,ich und noch ein Wallace Fan ,waren ja im Frühling dieses Jahres dort..
Über den Standort des ehemaligen Studio Nr 7 bin ich immer noch am rätseln.ich hatte letztens mal mit Frau Alice Brauner e-Mail Kontakt und nachgefragt.wie es aussieht weis sie es auch nicht.sie wollte einen Mitarbeiter fragen wenn er wieder aus den Ferien zurück ist.Bis jetzt habe ich leider nichts mehr gehört..
Vielleicht weis jetzt von euch jemand etwas genaueres über diese Studiohalle 7 in der auch viele Innenaufnahmen gedreht wurden in Sachen Wallace,die scheinbar einem Brand zum Opfer gefallen ist. ??

greaves Offline




Beiträge: 582

26.10.2016 20:36
#98 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

das mit den Studios hat sich erledigt.
Meine Frage was ich nicht verstehe ist. : nach DIESEM Film wurde ja von Wendlandt der Riegel geschoben und alle bekannten Schauspieler der Wallace Filme unter Vertrag genommen.Wie Fuchsberger,Drache,Arent /(Braun?)usw. WISO aber ,spielte dann z.b Drache im Dreieck mit der ja nicht s mit den Rialto Filmen zu tun hat ???

Count Villain Offline




Beiträge: 4.533

26.10.2016 22:07
#99 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #98
das mit den Studios hat sich erledigt.
Meine Frage was ich nicht verstehe ist. : nach DIESEM Film wurde ja von Wendlandt der Riegel geschoben und alle bekannten Schauspieler der Wallace Filme unter Vertrag genommen.Wie Fuchsberger,Drache,Arent /(Braun?)usw. WISO aber ,spielte dann z.b Drache im Dreieck mit der ja nicht s mit den Rialto Filmen zu tun hat ???


Irgendwie gibt es beim Dreieck eine engere Verbindung zur "Originalserie", immerhin konnte bei dem Film auch "Hallo, hier spricht Edgar Wallace" benutzt werden. Die genauen Zusammenhänge weiß ich jetzt aus dem Stegreif allerdings nicht.

Jan Offline




Beiträge: 1.720

26.10.2016 22:27
#100 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #98

das mit den Studios hat sich erledigt.


Weil Du das nicht mehr wissen möchtest oder weil Du mittlerweile weißt, wo die Halle 7 stand?

Zitat von greaves im Beitrag #98

Meine Frage was ich nicht verstehe ist. : nach DIESEM Film wurde ja von Wendlandt der Riegel geschoben und alle bekannten Schauspieler der Wallace Filme unter Vertrag genommen.Wie Fuchsberger,Drache,Arent /(Braun?)usw. WISO aber ,spielte dann z.b Drache im Dreieck mit der ja nicht s mit den Rialto Filmen zu tun hat ???

Dazu sollte sich in Joachims Buch was finden lassen? Das Dreieck ist doch hierzulande von der Constantin verliehen worden. Das mag eine Rolle gespielt haben hinsichtlich Darsteller und "Hallo"-Marke.

Gruß
Jan

Lord Low Offline




Beiträge: 709

26.10.2016 23:45
#101 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #100

Dazu sollte sich in Joachims Buch was finden lassen? Das Dreieck ist doch hierzulande von der Constantin verliehen worden. Das mag eine Rolle gespielt haben hinsichtlich Darsteller und "Hallo"-Marke.

Gruß
Jan


Ja. Das "Hallo!..." gibt es nur in der deutschen Fassung.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

26.10.2016 23:59
#102 RE: Bewertet: "Der Fluch der gelben Schlange" (1962/3, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Joachim erwähnt auch extra die Einbindung des Hallo-Spruchs, aber nicht die rechtlichen Hintergründe. Es ist stark anzunehmen, dass dies und die Verpflichtung von Drache, Kinski und Arent in einem Non-Rialto-Wallace durch den Constantin-Filmverleih möglich gemacht wurde. Das trifft ja auch auf Draches Auftritt in "Sanders und das Schiff des Todes" und Kinskis in "Die Pagode zum fünften Schrecken" zu. Ein kleiner Anhaltspunkt könnte auch der Hinweis sein, dass Towers mit Barthel befreundet gewesen sein soll.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

02.02.2019 09:45
#103 Wallace der Woche (13): Der Fluch der gelben Schlange (1962/63) Zitat · Antworten



Edgar Wallace: Der Fluch der gelben Schlange

Wer hat Angst vor der gelben Gefahr? „Der Fluch der gelben Schlange“ und sein plakativer China-Grusel entfalten auf heutige Zuschauer eine eher fragwürdige Wirkung. Franz Josef Gottliebs erster Wallace-Krimi ist dementsprechend meist eher an den unteren Enden der Wallace-Ranglisten zu finden – obwohl sich Artur Brauner für seine erste Konkurrenzproduktion zur Rialto-Reihe in puncto Darstellerprominenz nicht lumpen ließ.

Vielleicht sorgt eine neue Sichtung des Films ja aber auch für die eine oder andere Überraschung ... oder lastet auf diesem Anlauf des findigen Berliner Produzenten tatsächlich ein böser Fluch?

Links:

Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 33 von 36 (56,41 %)

PS: Ein Roman-Besprechungsthread fehlt noch.

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 101

03.02.2019 00:01
#104 RE: Wallace der Woche (13): Der Fluch der gelben Schlange (1962/63) Zitat · Antworten

Viel Gutes gibt es von meiner Seite nicht zu berichten:
- Eddi Arent spielt hier seine vielleicht beste Rolle in einem Wallace-Film, gewohnt verschroben, aber nicht so nervig - sondern pointierter. Außerdem wird ihm mehr Raum zur Entfaltung gelassen.
- Die Konstellation der ungleichen Schwestern, von denen die eine herrlich schnippisch ist und dann am Ende doch auftaut, ist eine gute Idee.

Ansonsten:
- ich bewundere Oskar Sala für seine Pionierarbeit im Bereich der elektronischen Musik, aber das Gefiepe hier ist eher unpassend. Zu einem anderen Film hätte die experimentell angehauchte Musik besser gepasst, als zu einem doch recht altbackenen Krimi.
- Franz Josef Gottlieb hat m.E. bei seinen Wallace-Filmen nie richtig den Groove gefunden. Beim Betrachten seiner anderen Werke könnte man auch böse sein und sagen, dass er einfach kein besonders guter Regisseur war...
- die Chinesen wirken alle wie Knallchargen und irgendwie fügt sich die ganze China-Story in London nicht richtig zusammen.
- Auch die Theatralik, die Fing-Su in seinem ollen Lagerhaus vor den Gefolgsleuten zeigt, wirkt eher albern denn gefährlich.
- En passant erfahren wir, dass Joe Bray offenbar plötzlich verstorben ist - am Ende taucht er dann aus dem Nichts auf. Das alles ist plump und vorhersehbar.
- Fuchsberger übertreibt am Anfang gehörig mit seiner gespielten Rauhbeinigkeit und den Sprüchen. Da gehört schon mehr dazu als sich nicht zu rasieren.
- Der ganze Film dümpelt vor sich hin, bis es dann zum wenig überraschenden Ende kommt.

Uninspiriert, langweilig und dazu holprig inszeniert.
2/5

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

03.02.2019 10:00
#105 RE: Wallace der Woche (13): Der Fluch der gelben Schlange (1962/63) Zitat · Antworten



Edgar Wallace: Der Fluch der gelben Schlange

Kriminalfilm, BRD 1962/63. Regie: Franz Josef Gottlieb. Drehbuch: Janne Furch, Franz Josef Gottlieb (Romanvorlage „The Yellow Snake“, 1926: Edgar Wallace). Mit: Joachim Fuchsberger (Clifford Lynn), Brigitte Grothum (Joan Bray), Pinkas Braun (Fing-Su), Werner Peters (Stephan Narth), Doris Kirchner (Mabel Narth), Charles Regnier (Major Spedwell), Claus Holm (Inspektor Frazer), Fritz Tillmann (Joe Bray), Eddi Arent (Eddie Samuel Carter), Zeev Berlinsky (Straßenkehrer) u.a. Uraufführung: 22. Februar 1963. Eine Produktion der CCC-Filmkunst Berlin im Constantin-Filmverleih München.

Zitat von Der Fluch der gelben Schlange
Der in Hongkong lebende Kunstsammler Joe Bray hat nicht nur zwei sehr unterschiedliche Söhne, sondern besitzt auch ein Kleinod von unschätzbarem Wert: eine vergoldete Schlange, die nach alter Weissagung ihrem Besitzer an einem Stichtag ermöglicht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Kurz vor dem fraglichen Datum brechen Unbekannte in Brays Pagode ein und stehlen die Schlange. Im Kampf um die wertvolle Plastik stehen fortan Brays Nachkömmlinge Fing-Su, der mithilfe einer Organisation gesichtsloser Chinesen versucht, die Kraft der Schlange für seine Allmachtspläne zu missbrauchen, und Clifford Lynn, der diesem Spuk einen Riegel vorzuschieben versucht. Lynn wird in London fündig, wo Fing-Su ein tödliches erpresserisches Spiel mit dem Geschäftsmann Stephan Narth spielt ...


„Mit dem Symbol der gelben Schlange wird die Macht auferstehen.“

Im Gegensatz zu Kurt Ulrich, der mit seiner Konkurrenz-Produktion zu den frühen Rialto-Filmen 1960 voll in die Kerbe klassischen britischen Krimigrusels schlug, muss man Artur Brauner zugutehalten, sein Anrecht auf eine einzelne Wallace-Verfilmung auf etwas speziellere, eigenständigere Weise ausgenutzt zu haben. Der von ihm erworbene Stoff „Die gelbe Schlange“ betonte eine von Wallace’ Marotten, mithilfe von Abziehbildern von Chinesen und ihrer Entschlossenheit sowie Skrupellosigkeit Spannung zu erzeugen, was so in der Mutterserie (abgesehen von Ling-Chus Foltermethoden in „Das Geheimnis der gelben Narzissen“) noch keine Repräsentation gefunden hatte. Anstatt jedoch einen wirksamen Gruselschocker im Stile späterer Fu-Man-Chu-Reißer zu filmen, kam mit „Der Fluch der gelben Schlange“ eine ziemlich unrunde Mischung aus vertrauten und ungewöhnlichen Elementen heraus, deren erfolglose Passung vor allem auf Drehbuchautor und Regisseur Franz Josef Gottlieb zurückgehen dürfte.

Schon zu Beginn des Films beging der unsensible Filmer den Kardinalfehler, den Einbruch in die Pagode, bei dem es sich um die stimmungsvollste Szene des Films hätte handeln können, im Eilverfahren abzuhandeln und mit bunten Titelcredits zu überdecken, sodass man vom sprichwörtlichen Öffnen der Büchse der Pandora, mit dem alles Unheil in Form der goldenen Schlange in die Welt herausgetragen wird, als Zuschauer kaum etwas mitbekommt. Auch später erweist sich Gottliebs Film als geschwätzig und wenig imposant – die Figur des maskierten Ordensbruders wird beispielsweise viel zu spät eingeführt und auch zu vorhersehbar aufgelöst, um einen nennenswerten Whodunit-Faktor zu erzeugen. Gleichsam kommt das zentrale Duell zwischen Clifford Lynn und Fing-Su trotz diverser gemeinsamer Szenen nie richtig in die Gänge, was nicht zuletzt daran liegt, dass das ständige Hin und Her der Schlange spätestens nach dem dritten Besitzerwechsel eher willkürlich und ermüdend wirkt. Die angeblichen Superkräfte, die das goldene Reptil seinem Besitzer verleihen soll, werden nie nachvollziehbar erklärt und können daher auch keine wirkliche Angst vor Fing-Su und seinen Mannen hervorrufen.

Immerhin sind mit Joachim Fuchsberger und Pinkas Braun für die entsprechenden Antagonistenrollen sehr fähige Darsteller engagiert worden, denen viel Bildfläche für die Zurschaustellung ihrer üblichen Rollentypen gewährt wird. Allein schon die Schauspielernamen manifestieren im 13. Film der German Wallace Wave, welcher der ungleichen Halbbrüder der uneingeschränkt gute und welcher der abgrundtief böse ist. Unterstützend wirken auf Fuchsberger und Braun vor allem Werner Peters und Doris Kirchner als unleidliches, geldgieriges Vater-Tochter-Gespann ein, dem man klugerweise facettenreiche Charaktere angedeihen ließ. Andere Akteure haben das Pech, sehr flache, nur peripher ins Geschehen eingreifende Figuren darstellen zu müssen. Vor allem bei Brigitte Grothum zeigt sich, dass sich selbst eine sehr begabte Darstellerin an einem klischeebehafteten Part die Zähne ausbeißen kann; Ähnliches gilt auch für Charles Regnier, Fritz Tillmann und Claus Holm, die das Wallace-Universum durch ihre gelegentliche Präsenz zwar prinzipiell bereichern, denen man aber mehr Screentime und im hier vorliegenden Fall vor allem substanziellere Rollen gewünscht hätte. Eindeutig zu aufdringlich agiert hingegen Eddi Arent, denn mit seiner Rolle als verschrobener Antiquitätensammler strapaziert er die Nerven der Zuschauer in einem bisher höchstens in der „Orchidee“ dagewesenen Ausmaß. Gerade zum Finale, wo er mit seiner Tollpatschigkeit immer wieder den ansatzweisen Spannungsaufbau in Fing-Sus Unterschlupf konterkariert, hätte man ihn unter keinen Umständen mitnehmen dürfen! Es wird bereits im ersten Gottlieb-Wallace-Krimi deutlich, dass dieser Regisseur kein Verständnis für den maßvollen Einsatz von Arent-Komik hatte – exakt die gleichen Kritikpunkte werden sich auch für „Der schwarze Abt“ und „Die Gruft mit dem Rätselschloss“ erneuern lassen. Überhaupt und unabhängig von einzelnen Darstellern stellt sich die Frage, warum die Rialto nach dieser eher schwachen Konkurrenzproduktion Gottlieb in den eigenen Stall und für zwei weitere Filme der Reihe übernahm. Eine überzeugende Visitenkarte ist „Der Fluch der gelben Schlange“ jedenfalls nicht.

Gottliebs Unfähigkeit, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, schlägt zugegeben manchmal immerhin in attraktive, detailverliebte Einzelszenen um. Aus der „Schlange“ werden dabei insbesondere der gruselige Ausflug ins Aquarium, die Todesszene von Doris Kirchner im Hochzeitskleid und das Opferritual von Stephan Narth im Gedächtnis bleiben – Momente, die den Film stellenweise, aber eben nicht durchgängig zu einem interessanten Experiment machen. Experimentell fällt auch die Musikuntermalung von Oskar Sala aus, doch gerade nach einigen zu viel oder zu wenig beherzten Fehlgriffen der Rialto-Standardkomponisten ist die lautmalerische Gestaltung des Soundtracks eine erfrischende Abwechslung. So gibt es unterm Strich vereinzelte Gründe, immer wieder einmal zur „Schlange“ zurückzukehren – einen Favoritenstatus wird dieser Film aber wohl bei keinem Wallace-Fan ernstlich einnehmen können.

Auch wenn gerade in Bezug auf Fing-Sus Obsession für die gelbe Schlange als Symbol der Macht einige Fragen offenbleiben, so ist es keineswegs die ungewöhnliche Handlung, die den „Fluch der gelben Schlange“ zu einem schwachen Vertreter der Gattung Wallace-Krimi macht. Vielmehr muss sich Franz Josef Gottlieb den Vorwurf gefallen lassen, einen dramaturgisch und inszenatorisch im Gesamtbild unzulänglichen Streifen zuwege gebracht zu haben, in dem auch eine gute Besetzung teilweise ohne gebührenden Effekt verheizt wird.

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