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Dieses Thema hat 409 Antworten
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Ray Offline



Beiträge: 1.842

09.07.2019 22:39
#376 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Es ist eigentlich immer wieder das Gleiche mit der "Stecknadel", wenn man sie alle paar Jahre wieder in den Player legt. Bis zur Hälfte des Films fragt man sich, warum man den Streifen als mittelmäßig in Erinnerung hat und meint, dieses Mal könne er womöglich "zünden". Nach der zweiten Hälfte weiß man dann wieder, woher die Einstufung als "medioker" kam.

Das Hauptproblem des Films ist auf der ersten Seite des Threads schon angerissen worden. Wenn ich die Intention habe, einen seriösen, einfühlsamen Thriller mit einem gewissen Anspruch und sensibler Thematik (Vergewaltigung, Abtreibung) zu drehen - und diesen Eindruck erweckt der Film über weite Strecken - dann stoße ich das Publikum schlichtweg vor den Kopf, wenn ich zwischendrin in den "Schulmädchen-Report-Modus" schalte, das Kameraobjektiv auf ein halbes Dutzend weiblicher Genitalien richte und anschließend noch einen Lehrer zeige, der sich nach Betrachtung der Mädchen den Sabber vom Mund wischen muss. Filme wie der "Gorilla" oder der "Bucklige" mit ähnlichen, wenn auch der damaligen Zeit entsprechend noch nicht ganz so schweren Verfehlungen können sich da noch insoweit exkulpieren, als sie gerade nicht den Eindruck eines seriösen Films erweckten, sondern für jeden ersichtlich leicht verdauliche, klamottige Krimi-Unterhaltung offerieren wollten. Auch bei der traumatisierten Solange trägt Dallamano ebenso dick auf wie bei dem "eskalierenden" Täter am Ende. Hier wäre weniger mehr gewesen und hätte dem grundsätzlich ruhig verlaufenden Film, der dennoch nie langweilig erscheint, wesentlich besser zu Gesicht gestanden. So hinterlässt die "Stecknadel" stets einen faden Beigeschmack, der den Gesamteindruck wesentlich trübt.

Ansonsten ist zu konstatieren, dass die Akteure um Hauptdarsteller Testi, Joachim Fuchsberger (hoffentlich kommt seine Frisur nicht so schnell wieder in Mode), Karin Baal und die sympathische Cristina Galbó einen guten Job machen. Die Musik von Ennio Morricone ist exzellent, das Verhältnis zwischen Innen- und Außenaufnahmen stimmt, die englische Metropole wurde gut eingefangen. Mittendrin "verstört" Dallamano den Zuschauer des an sich völlig humorlosen Streifens allerdings mit einer seltsam anmutenden Gag-Einlage (struwwelpeteriger Vermieter mit Priester-Trauma).

Um auf die Ausgangsfrage zu antworten: das Update ist Dallamano und Co weniger gut gelungen. Der Übergang ist einfach zu drastisch, "schwere" Kost passt allgemein eher nicht zu Wallace, wenn sie dann noch derart unsensibel serviert wird, wiegt es doppelt schwer. Die "Themsetote" war da schon der bessere Ansatz, die Wallace-Filme in die 1970er-Jahre zu transportieren. Warum man angesichts des beachtlichen Erfolgs der "Themsetoten" und des mindestens ebenso beachtlichen Misserfolgs von "Gesicht" sich dazu entschloss, die Reihe mit einer weiteren deutsch-italienischen Co-Produktion fortzuführen, bleibt schleierhaft. Gialli hätte es auch ohne deutsche Beteiligung gegeben, umgekehrt wurde das "typisch deutsche" Wallace-Konzept zugunsten zweier Gialli komplett geopfert, was man rückblickend sehr bedauern muss. Für die "Stecknadel" gibt es insgesamt nicht mehr als 3 von 5 Punkten.

Lord Peter Offline




Beiträge: 606

09.07.2019 22:46
#377 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #34
Sind die internationalen Schnittfassungen eigentlich im Zuge der Koch-Blu-rays mit den deutschen Tonspuren versehen worden, sodass auch Synchro-Freunde endlich in den entsprechenden Genuss kommen können?


Ja, und beide Filme gewinnen dadurch enorm. Bei STECKNADEL hat man sogar den abgeschnittenen Satz von Elizabeth am Anfang mittels der späteren Rückblende geflickt.

DanielL Offline




Beiträge: 4.138

10.07.2019 00:25
#378 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Ein bisschen erschrocken bin ich schon darüber, dass man sich als ignorant und gebissener Hund einordnen lassen soll, nur weil man diesen Film nicht als gut in der Wallace-Reihe aufgehoben ansehen will. Ich kann es gut akzeptieren, wenn man den Film als Thriller mag. Und auch, wenn man dem Film nichts anfangen kann. Was ich wirklich schwierig finde ist, diesen Film irgendwie als sinnvollen Wallace-Film herbei zu argumentieren. Warum ist denn der Film - wie auch die Fürsprecher hier argumentieren - in der internationalen Version besser? Weil es natürlich absolut irre ist, dass in diesem Film plötzlich blutrote Schüsse auf der Leinwand erscheinen und Freddy Vohrers "Hallo, hier spricht Edgar Wallace" erklingt. Das passt überhaupt nicht. Vermutlich bin ich sogar der größte Befürworter des Films, wenn ich sage: Lasst diesem Film seinen eigene Identität! Die Identität, die die Filmschaffenden hatten, als sie ihn herstellten. Was hat es ein eigenständiger Thriller verdient, dass er plötzlich als Edgar Wallace Film vermarktet wird? Aber so ist es nun einmal gekommen. Mag Horst Wendlandt auch eingebrieft haben, doch bitte noch eine Stecknadel als Erkennungszeichen zu nutzen, es kann mir doch keiner weiß machen, dass die beiden italienischen Autoren auch überhaupt nur einen Gedanken an die bestehende Rialto Reihe verschwendet haben. Viel mehr gab es ein paar in Deutschland verantwortliche, die dem Film im Nachgang mit Mühe, Not und größter Willkür den Edgar-Wallace-Stempel aufgedrückt haben. Deshalb finde ich auch das Wort Etikettenschwindel immer noch sehr passend ( "gewisses Etikettenschwindel-Potential" ist die Untertreibung des Jahrhunderts).

Dann die ewige Leier, dass ja auch andere Edgar-Wallace-Filme nicht romangetreu wären. Natürlich stimmt das. Aber die ganze Diskussion um werkstreue trifft den Nagel überhaupt nicht auf den Kopf. Es geht meiner Ansicht nach überhaupt nicht in erster Linie um werkstreue. Die Edgar-Wallace-Filmreihe hat rund 30 Filme lang bestimmte wiedererkennbare Merkmale als Marke aufgebaut. Und ja, im übrigen Merkmale, die man auch in Romanen von Wallace findet. Nun kann man modernisieren, interpretieren, neue Zutaten mit alten mischen. Dann kommt etwas raus wie Neues vom Hexer. Oder Mönch. Oder oder oder... Die italienischen Filme haben sich aber überhaupt nicht zur Aufgabe gemacht irgendetwas zu modernisieren, zu interpretieren, neu zu mischen usw. Das größte Problem ist also nicht, sich nicht an die Romanvorlage zu halten, oder gar alle Konventionen bewusst über Board zu werfen. Der Film kann einfach kein guter Wallace-Film sein, weil er es schlicht gar nicht versucht hat. Im Übrigen kann man ihn auch sonst schlecht mit den deutschen Verfilmungen vergleichen. Dafür ist er viel zu brutal, viel zu sexualisiert, viel zu dramatisch. Da ändert es auch nichts, dass Wallace einen Roman hatte, wo auch eine Stecknadel vorkommt oder Testi und Baal einmal am Themsenufer langspazieren.

Der beste Beweis ist für diese hanebüchene Willkür ist "Das Messer" alias "Das Geheimnis der Schwarzen Rose" alias "Blutspur im Park", der ja nach bestem Wissen zwischenzeitlich für eine "Edgar-Wallace-Vermarktung" vorgesehen war. Gottseidank hat man es gelassen. Am Film hat sich praktisch dadurch nichts geändert. Nur einen unpassenden Vorspann hat er sich gespart. Und einen unpassenden Trailer.

Abgesehen von dieser Wallace-Diskussion kann ich dem Film einige Aspekte abgewinnen. Die explizite Gewaltdarstellung und der bereits häufiger genannte Hang zum Voyeurismus, der sich mit dem schweren Thema auf eine irgendwie doch recht unangenehme Weise vermischt, gefällt mir weniger. Fabio Testi, der hier ja de facto Hauptdarsteller ist (auch wenn die deutsche Fassung anderes behauptet) wird mit seiner Rolle sehr unsympathisch eingeführt („Du mit deinen albernen Hemmungen“ wenn die Schülerin sich nicht befummeln lassen will). Die anderen Darsteller gehen alle in Ordnung, fallen aber auch größtenteils nicht positiv auf. Das Thema Abtreibung und die EInstellung der jungen Leute zu Sex war brandaktuell und Zeitgeistthema. First-Mover ist die Stecknadel aber nicht. Findet sich auch schon 1968 im Rolf-Olsen-Krimi DER ARZT VON ST. PAULI wieder.

Gruß,
Daniel

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

10.07.2019 01:10
#379 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Die gute alte Vermarktungsfrage. Wer meinte noch, dass wir uns im Kreis drehen? Wir stimmen doch insofern ein, als wir beide das Offensichtliche sehen (dass die Italiener einen feuchten Kehricht auf die deutsche Marke Wallace gaben und lieber "ihr Ding durchzogen"). Der einzige Unterschied ist, ob man Wendlandts Marketing-Entscheidung zu diesem Film (und konsequenterweise auch zu den Vorgängern ab, sagen wir: Joachims Phase 3 der Wallace-Reihe) nun als deplatziert, hyperbolisch sogar als "absolut irre" oder als reine Makulatur ansieht. Die Antwort auf diese Frage hängt eben von einem mehr oder weniger engstirnigen (oder verwenden wir gern weiter die populären Worte ignoranten oder ewig gestrigen) Anspruchsdenken à la "Wallace hat" und "Wallace muss" ab. Diese ganze Etiketten-Diskussion wirkt auf mich so hysterisch wie oberflächlich, schließlich bewerte ich einen Film nicht anhand seines Vorspanns oder des Trailers, sondern anhand des Gesamteindrucks, der sich aus Inszenierung, Drehbuch, Spannung, Darstellern, Kameraarbeit, Musik, Ausstattung, Drehorten u.ä. ergibt. Mir ist es in Anbetracht dieser anderen, relevanteren Kategorien sowas von schnurzegal, ob Wendlandt da den Namen Wallace in den Vorspann der handwerklich minderwertigen und daher sowieso von mir gemiedenen deutschen Version geschmuggelt hat oder nicht.

Den interessantesten Punkt hat @Ray aufgeworfen, nämlich dass es im Nachgang absolut unverständlich wirkt, warum Wendlandt nach dem Erfolg der "Themsetoten" überhaupt wieder auf die italienische Schiene einbog - wohlwissend nach seiner Erfahrung mit dem "Gesicht" sowie Brauners Argentos, dass dabei keine Muster-Wallaces im Hausmacherstil herauskommen würden. Herstellungskosten können hier der einzige Grund gewesen sein. Das zeigt uns in aller Deutlichkeit, dass die Wallace-Reihe Anfang der 70er gerade nicht mehr der Rialto liebstes Kind und die Bereitschaft, in sie zu investieren, völlig abgeebbt war. Sie hatte sich zeitgeistig überlebt und trudelte halt auf Sparflamme noch ein bisschen aus. Unter diesen alles andere als optimalen Umständen waren die beiden Abschlussfilme das Beste, was der Reihe passieren konnte. Nicht umsonst sind sie heute international sogar renommierter als "Augen", "Gasthaus", "Hexer" und Co.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.509

10.07.2019 08:51
#380 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #39
Mir ist es in Anbetracht dieser anderen, relevanteren Kategorien sowas von schnurzegal, ob Wendlandt da den Namen Wallace in den Vorspann der handwerklich minderwertigen und daher sowieso von mir gemiedenen deutschen Version geschmuggelt hat oder nicht.


So egal kann es allerdings nicht sein, dass in der deutschen Version "Wallace" draufsteht. Wenn es nicht draufstehen würde, würden wir den Film jetzt gar nicht erst besprechen. Da es aber draufsteht, muss es doch gerade im Rahmen einer chronologischen Sichtung möglich sein, den Film auch im Vergleich zu prägenden Merkmalen der Vorgänger und dem bisherigen Stil der Reihe zu betrachten (und den damit geschürten Erwartungen an "einen Wallace") ohne gleich mit einer Vielzahl an negativ konnotierten Adjektiven beschmissen zu werden, oder?

Immerhin sind wir beim "Wallace der Woche" und nicht beim "Film der Woche".

Wallacefreund Offline




Beiträge: 241

10.07.2019 09:43
#381 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Ich finde an jedem der letzten Beiträge (Count, Gubanov, Ray, DanielL) ist etwas dran.

@Count Villain

Du hast es für mich treffend auf den Punkt gebracht. Ich bewerte den Film als Edgar Wallace Film, da er auch offiziell zur Reihe gehört. Und wenn ich mir die Filme noch einmal so vor Augen führe, egal ob eng am Roman oder nicht, ist eben bei diesem Film nichts mehr vom Stil der Reihe oder von prägenden Merkmalen der Vorgänger übrig geblieben. Ich bin kein Giallo Fan, aber spreche der Stecknadel wie in meiner Bewertung bereits erwähnt eine gewisse Qualität nicht ab. Aber als Edgar Wallace Film für mich ein totaler Rohrkrepierer, weil nichts mehr von dem übrig ist, was die Reihe so erfolgreich und mich zum Wallace Fan hat werden lassen.
Leider wurde die Reihe mit dem Halbmond beendet, für mich kein würdiger Abschluss. Die Serie begann mit einem echten Highlight und wurde mit einem Film beendet, der mit der eigentlichen Edgar Wallace Reihe überhaupt nichts mehr zu tun hatte. Das finde ich schade, man hätte da mMn eher den Stecker ziehen müssen, da die Reihe schon längst über dem Zenit war. Da hätte ich persönlich lieber weniger Filme gehabt, dafür aber einen würdigen Abschied und nicht einen Abschluss mit Filmen, die der Wallace Reihe alles genommen haben was sie ausgemacht hat.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

10.07.2019 10:32
#382 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #40
Da es aber draufsteht, muss es doch gerade im Rahmen einer chronologischen Sichtung möglich sein, den Film auch im Vergleich zu prägenden Merkmalen der Vorgänger und dem bisherigen Stil der Reihe zu betrachten (und den damit geschürten Erwartungen an "einen Wallace") ohne gleich mit einer Vielzahl an negativ konnotierten Adjektiven beschmissen zu werden, oder?

In meinen Augen nein, denn "geschürte Erwartungen an einen Wallace" halte ich für einigermaßen naiv, wenn bei den Filmangaben "IT / BRD 1971/72" drinsteht. Da weiß man doch, was auf einen zukommt.

patrick Offline




Beiträge: 3.234

10.07.2019 10:57
#383 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #34
Getroffene Hunde bellen.



...auf beiden Seiten.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.509

10.07.2019 12:02
#384 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #42
In meinen Augen nein, denn "geschürte Erwartungen an einen Wallace" halte ich für einigermaßen naiv, wenn bei den Filmangaben "IT / BRD 1971/72" drinsteht. Da weiß man doch, was auf einen zukommt.


Das wissen wir heute, weil wir alle Filme kennen, diese wahrscheinlich über die Jahre hinweg auch bunt durcheinander kennengelernt haben und zudem wissen, was im italienischen Genrekino dieser Zeit generell angesagt war. Allerdings schrieb ich auch nichts von genereller Erwartung, sondern von Erwartung im Rahmen der chronologischen Sichtung.

Du darfst aber auch gerne die "naive" Klammer-Aussage ignorieren, das ändert nichts an dem Rest von meinem Satz.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.620

10.07.2019 18:28
#385 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #43
Zitat von Gubanov im Beitrag #34
Getroffene Hunde bellen.



...auf beiden Seiten.

??

Gruss
Havi17

Baal1985 Offline



Beiträge: 71

11.07.2019 07:18
#386 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Heftig, wie sich hier die Diskussionen auch nach all den Jahren immer wieder überschlagen. Deswegen mache ich es kurz.

Handwerklich ist der Film gefühlt zehn Mal besser als die meisten Farb-Wallace. Die Geschichte ist stimmig (wenn auch zu voyeuristisch), an den Darstellern gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Die Musik zeigt, warum Morricone ein Meister seines Fachs ist. Wie man mit so einem einfachen Jazz-Besen-Motiv so viel Grusel erzeugen kann, finde ich einfach nur beeindruckend. Naja und gegen die Kameraführung wirken die meisten Wallace-Filme regelrecht dilletantisch. Die Ermordung von Elizbeth oder die Schlussszene mit Solange ist super gelungen.

HAT DER FILM NOCH IRGENDETWAS MIT DEN KLASSISCHEN STOFFEN VON EDGAR WALLACE ZU TUN???-NEIN! NEIN,NEIN,NEIN.

Der Vergleich mit den Sherlock-Filmen ist wirklich treffend. Die zeigen, dass man klassische Motive beibehalten, aber sie durchaus in die Moderne verlegen kann. Bei den Wallace-Filmen ist das leider nur ansatzweise gelungen.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.509

11.07.2019 08:26
#387 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Baal1985 im Beitrag #46
Der Vergleich mit den Sherlock-Filmen ist wirklich treffend. Die zeigen, dass man klassische Motive beibehalten, aber sie durchaus in die Moderne verlegen kann. Bei den Wallace-Filmen ist das leider nur ansatzweise gelungen.


Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass man es gar nicht erst versucht hat. Man hat zeitgeistige Einflüsse aufgegriffen, klar, aber ernsthafte Modernisierungen der Stoffe hätten wahrscheinlich anders ausgesehen.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

11.07.2019 11:07
#388 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Okay, ihr habt es jetzt geschafft, mich mit euren endlosen illusorischen Erwartungshaltungen mürbe zu machen. Ich sehe ein, dass es keinen Sinn hat, hier im Thread eine sachgemäße Beurteilung des Films unter handwerklichen Kriterien anzumahnen. Wird im Grandprix dann wohl ganz ähnlich laufen. Ich halte mich aus weiteren Selbstbeweihräucherungen der Gruppe "Es muss wie ein Wallace aussehen" raus und werde auch zum Halbmond über die Kritik hinaus keine weiterführenden Diskussionsbeiträge schreiben. Es lohnt sich nicht; die Barrieren in den Köpfen sind unüberwindbar.

DanielL Offline




Beiträge: 4.138

11.07.2019 13:36
#389 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Abschließend möchte ich vielleicht auch noch mal unterstreichen, was Count Villain schon ansprach. Wenn man sich daran stört, dass man bei der Filmdiskussion immer wieder der fehlende Bezug zur Wallace-Reihe herausgekehrt wird, darf man ihn nicht unter den Bedingungen "Wallace der Woche" besprechen. Die Diskussion wurde ja sogar mit der Ausgangsfrage eingeleitet: "Wie gut ist es Dallamano und Konsorten gelungen, den alten Wallace zu updaten?". Um die generelle Toleranz gegenüber andersartigen Filmen mache ich mir dabei garkeine Sorgen. Immerhin wählten die Mitglieder dieses Forums "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" auch bereits auf Platz 3 von 35 im Giallo-Grandprix. Dort wäre eine Kritik, die sich auf fehlende Wallace-Anmutung bezieht, beispielsweise auch fehl am Platze. Diese Berücksichtigung des Kontextes muss meiner Ansicht nach schon erlaubt sein, wenn man sich in einem entsprechenden Rahmen bewegt.

Gruß,
Daniel

Havi17 Offline




Beiträge: 3.620

11.07.2019 15:00
#390 RE: Wallace der Woche (35): Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1971/72) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #48
..eine sachgemäße Beurteilung des Films unter handwerklichen Kriterien
Das finde ich gut und sollte nicht nur bei der Stecknadel Anwendung finden, bin gespannt, Bravo!

Gruss
Havi17

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