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Dieses Thema hat 198 Antworten
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Wallacefreund Offline




Beiträge: 235

06.01.2015 13:32
#121 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

@Josh

Jedem seine Meinung

Bis auf die von mir schon genannten Farbwallace können die anderen Farbwallace mich nicht mehr gut unterhalten.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.475

06.01.2015 13:51
#122 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet im Beitrag #119

Wirf einen Blick auf Karl May, da ist das alles noch viel deutlicher zu sehen, was ich geschrieben habe. Siehst du einen qualitativen Unterschied zwischen SILBERSEE & APANATSCHI? Hast du eine Vorstellung, woran das liegt? Bei Wallace lässt sich eine ganz ähnliche Entwicklung ausmachen.



Bei Karl May magst du Recht haben, aber das ist ein anderes Paar Schuhe. Dort war Reinl natürlich der prägende Regisseur. Letztendlich lässt sich das auch schwer vergleichen; bei den Winnetou-Filmen hatte man sehr viel weniger Variationsmöglichkeiten als bei Wallace - und natürlich auch weniger Möglichkeiten sich dem Zeitgeist anzupassen. Die zunehmende Härte und die Italo-Western-Anleihen passten natürlich überhaupt nicht zu Karl May, dementsprechend schnell fand das ganze dann auch ein Ende.

Zitat von tilomagnet im Beitrag #119

Die deutschen Farbwallace sind großenteils eine Zitatesammlung aus s/w Klassikern mit dünner, platter Story und einer guten Portion Zeitgeist (bunt, knallig, biedere Sexzutaten).



Ich kann nicht erkennen, inwiefern die Farbfilme großartig bei den SW-Klassikern abkupfern - den Sonderfall "Gorilla" einmal außen vor gelassen. Ja, es gibt eine Irrenanstalt in der "blauen Hand" (wie in der "Gräfin"), ja, schon wieder tritt ein Peitschenmönch auf, ja, das Motiv der Mörderin im "Glasauge" und "Phantom von Soho" ähnelt sich. Aber sonst? Wo zitieren denn "Buckliger""Hund" "Banne" und "Themsetote" in auffälliger Weise SW-Vorbilder - abgesehen von den "natürlichen Zutaten"?

tilomagnet Offline



Beiträge: 560

06.01.2015 14:22
#123 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat
Zitat von tilomagnet im Beitrag #119

Wirf einen Blick auf Karl May, da ist das alles noch viel deutlicher zu sehen, was ich geschrieben habe. Siehst du einen qualitativen Unterschied zwischen SILBERSEE & APANATSCHI? Hast du eine Vorstellung, woran das liegt? Bei Wallace lässt sich eine ganz ähnliche Entwicklung ausmachen.



Bei Karl May magst du Recht haben, aber das ist ein anderes Paar Schuhe. Dort war Reinl natürlich der prägende Regisseur. Letztendlich lässt sich das auch schwer vergleichen; bei den Winnetou-Filmen hatte man sehr viel weniger Variationsmöglichkeiten als bei Wallace - und natürlich auch weniger Möglichkeiten sich dem Zeitgeist anzupassen. Die zunehmende Härte und die Italo-Western-Anleihen passten natürlich überhaupt nicht zu Karl May, dementsprechend schnell fand das ganze dann auch ein Ende.



Warum sollten die beiden Serien nicht vergleichbar sein? Anfangs hielt man sich hier wie dort eng an die Vorlage....der Erfolg war riesig, in einer zweiten Phase nahm man sich zunehmend mehr Freiheiten: Die Romane blieben die Basis, aber die Geschichten wurden aufgepeppt, routinierter, manchmal mehr manchmal weniger erweitert und gekürzt. Trotzdem gelang es gut, den Geist und Kern der Vorlage zu transportieren. Dann eben die angesprochene personelle Zäsur. Jetzt war man völlig von der Rolle und versuchte hilflos, die bewährten Gesichter und Geschichten zu erhalten und trotzdem modern zu sein. Ging leider hier wie dort in die Hose.


Zitat
Zitat von tilomagnet im Beitrag #119

Die deutschen Farbwallace sind großenteils eine Zitatesammlung aus s/w Klassikern mit dünner, platter Story und einer guten Portion Zeitgeist (bunt, knallig, biedere Sexzutaten).



Ich kann nicht erkennen, inwiefern die Farbfilme großartig bei den SW-Klassikern abkupfern - den Sonderfall "Gorilla" einmal außen vor gelassen. Ja, es gibt eine Irrenanstalt in der "blauen Hand" (wie in der "Gräfin"), ja, schon wieder tritt ein Peitschenmönch auf, ja, das Motiv der Mörderin im "Glasauge" und "Phantom von Soho" ähnelt sich. Aber sonst? Wo zitieren denn "Buckliger""Hund" "Banne" und "Themsetote" in auffälliger Weise SW-Vorbilder - abgesehen von den "natürlichen Zutaten"?



HAND - TÜR & GRÄFIN (Szenen 1:1 kopiert)
HUND - ZINKER (Szenen 1:1 kopiert)
BANNE - BANDE DES SCHRECKENS (Grundmotiv der Story, Tod der Drahzieherin am Ende...)

Havi17 Offline




Beiträge: 3.329

06.01.2015 15:26
#124 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #116

Bei der "Toten aus der Themse" kann ich nichts von diesen, für mich das Salz in der Wallace-Suppe" ausmachenden Stilelemente, mehr vorfinden und muss einem meiner obigen Vorredner damit Unrecht geben. Er wirkt auf mich, wie irgendein knallbunter Fernsehkrimi und hat in Puncto Krimispannung und atmosphärischer Dichte eigentlich nichts, was andere nicht schon besser gemacht haben. Für mich daher ein völlig belangloser Film, dem die Würze komplett fehlt.

Was die beiden Giallos betrifft gebe ich zu, dass diese atmosphärisch besser gemacht sind als die "Tote", aber mit Wallace einfach gar nichts mehr gemein haben und daher bei der Erstsichtung meine Erwartungshaltung extrem enttäuschten. Das hat mich wohl auch langfristig etwas traumatisiert. Mir gefällt der Etikettenschwindel nämlich ganz und gar nicht.
Vielleicht habe ich mich da etwas unpassend ausgedrückt. Sicher finden sich in "Die Tote aus der Themse" keine Stilelemente wie Nebel oder düstere Kamerafahrten. Das wäre in den 70ern auch zu krass angekommen. Vielmehr wirkt für mich die Tote ganz anders als die Filme aus der 70er-Epoche, ernsthafter, WhoDoneIt und eben die Darstellerriege. Quasi ein Wallace-Retro-Abschluß mit 70er Krimi-Elementen.

Gruss
Havi17

patrick Offline




Beiträge: 3.213

06.01.2015 16:15
#125 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #117
Zitat von Jan im Beitrag #115
Zitat von tilomagnet im Beitrag #114

Das eigentliche Ende der Wallace - Reihe in kreativer und qualitativer Hinsicht ist untrennbar mit dem Ausscheiden von GFH und Harald Reinl verbunden. Hummel hatte immer den Wallace Romanbezug im Blick und hohe Ansprüche an die Umsetzung.


Mmh, interessanter Ansatz, den ich auch aus irgendeinem Buch so oder so ähnlich kenne - welches war das noch gleich...



Interessant zweifelsohne, aber dennoch höchst diskussionswürdig. Reinl hat sehr gute Wallace-Filme gedreht, in den fünf Jahren zwischen "Bande" und "uMönch" aber nur zwei Stück - und "Fälscher" und "Zimmer" sind eher untypische Vertreter ihrer Gattung.

Generell finde ich es grundfalsch den Farbfilmen einen Mangel an Kreativität und (handwerklicher) Qualität zu unterstellen. Im Einzelfall mag das natürlich zutreffen (billige Kulissen im "Bucklijen", "Gorilla" als Remake der "toten Augen"), aber generell bin ich da sehr bei Greaves, der das spezielle Flair dieser Filme lobt, speziell jenes der Vohrer-Sextralogie 67/68. "Schattenspiel"-Krimis gibt es hunderte, aber diese bunte, temporeiche, partiell trashige Geisterbahnfahrt ist einmalig in der Filmgeschichte.

Was nun "Die Tote aus der Themse" betrifft, so hat dieser Film seinen ganz eigenen Stil, der schwer zu fassen ist und von meinen Vorrednern auch schon unterschiedlich eingeordnet wurde. Der Verzicht auf Studio-Aufnahmen fällt ins Auge, was der Produktion in gewisser Weise die typische Künstlichkeit nimmt, die den Märchenkrimi-Charme der deutschen Wallace-Filme in der Regel ausgemacht hat. Fernsehoptik, wie Patrick es tut, kann man der "Themsetoten" aber auch nicht unterstellen; Fernsehkrimis sahen Anno '71 nicht so aus, wie dieser Film. Die Kameraarbeit von Wallace-Routinier Löb ist überaus professionell und hochwertig; es gibt diverse komplizierte Einstellungen (etwa, wenn das Geschehen durchs Zielfernrohr des Mörders beobachtet wird), die allesamt wunderbar aufgelöst werden.



Und was ist mit dem "Frosch"? Du hast meinen Lieblings-Wallace vergessen. Was sind denn das für Sachen?

Die zahlreichen Parallelen in den Farb-Vohrers zu den älteren Wallace, welche auch mir auffallen, wurden bereits erwähnt. Den Buckligen empfinde ich nach dem Gorilla auch als Vohrers schwächsten Farb-Wallace. Kurz nach dem uMönch wirkte der wie eine Ohrfeige. Wie auch schon ein Vorredner erwähnte, sehe ich "Banne", "Peitschenheini", "Hund" und vor Allem "blaue Hand" als durchaus unterhaltsam an. Ich würde sie mir sonst nicht immer wieder mal reinziehen. Trotzdem sind diese Filme nicht mehr so sorgfältig und weitaus weniger ernsthaft inszeniert als z.B. der Frosch und andere Filme aus der Anfangsphase. Man erkennt einfach, dass sich reine Routine breitmacht und das Ganze immer mehr Richtung Lächerlichkeit geht (z.B. das Skelett beim Hund).

Das die "Tote" auf Studioaufnahmen verzichtet macht ihn vielleicht realer, aber nicht besser. Die märchenhafte Künstlichkeit und das "Phantasie-London" waren doch gerade die Stärke des Wallace-Genres, was vom Publikum auch goutiert wurde.
An Löbs Kameraführung selbst nehme ich auch keinen Anstoß. Was mich wenig beeindruckt sind die hier aus heutiger Sicht ausgelutscht wirkenden Farben, die mir einfach keine Atmosphäre geben. Das erinnert mich durchaus an einen Fernsehkrimi. Irgendjemand hat in einem älteren Beitrag dieses Threads angesprochen, dass der Film "zu deutsch" wirkt. Das ist mir hängengeblieben, weil ich das auch genau so empfinde. Vielleicht sahen die damaligen Fernsehkrimis 1971 noch nicht so aus, aber die Tatorts von 1975, 76 oder wann auch immer haben einen ähnlichen Flair und das ist mir für Wallace zu wenig. Da haben mir die volleren Farben der Vohrer-Beiträge besser gefallen. Ich glaube man nennt das Bunt-Filme. Aber wie gesagt, kein Vergleich zu SW. Wirklich gute "Schattenspiel"-Krimis gibt es nicht soooo viele. Spontan fallen mir neben Wallace Basil Rathbones Holmes-Filme und einige Hammer-Thriller ein. Und natürlich viele Gruselfilme. SW ist aber nicht automatisch atmosphärisch. Da muss man schon was können.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.339

06.01.2015 16:34
#126 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #125
Zitat von Marmstorfer im Beitrag #117


Interessant zweifelsohne, aber dennoch höchst diskussionswürdig. Reinl hat sehr gute Wallace-Filme gedreht, in den fünf Jahren zwischen "Bande" und "uMönch" aber nur zwei Stück - und "Fälscher" und "Zimmer" sind eher untypische Vertreter ihrer Gattung.

Generell finde ich es grundfalsch den Farbfilmen einen Mangel an Kreativität und (handwerklicher) Qualität zu unterstellen. Im Einzelfall mag das natürlich zutreffen (billige Kulissen im "Bucklijen", "Gorilla" als Remake der "toten Augen"), aber generell bin ich da sehr bei Greaves, der das spezielle Flair dieser Filme lobt, speziell jenes der Vohrer-Sextralogie 67/68. "Schattenspiel"-Krimis gibt es hunderte, aber diese bunte, temporeiche, partiell trashige Geisterbahnfahrt ist einmalig in der Filmgeschichte.



Und was ist mit dem "Frosch"? Du hast meinen Lieblings-Wallace vergessen. Was sind denn das für Sachen?

Die zahlreichen Parallelen in den Farb-Vohrers zu den älteren Wallace, welche auch mir auffallen, wurden bereits erwähnt. Den Buckligen empfinde ich nach dem Gorilla auch als Vohrers schwächsten Farb-Wallace. Kurz nach dem uMönch wirkte der wie eine Ohrfeige.



Nein, das ist nicht richtig. Der Frosch blieb hier ganz bewußt unerwähnt, da es um die Zeitspanne nach der Bande, also die Jahre ab 1961 bis zum 65er Mönch, ging. Und darum, dass Harald Reinl in ebendiesem Zeitraum im Grunde bereits nicht mehr die entscheidenden Impulse setzte und auch nicht, wie teilweise propagiert, essentiell wichtig für die Reihe war.
Diese und auch die übrigen Aussagen von Marmstorfer unterschreibe ich übrigens auch.
Letzten Endes ist ja alles Geschmackssache: ich fühle mich beispielsweise von dem Buckligen besser unterhalten als vom uMönch, das ist alles relativ.
Allerdings: die "Plagiatsvorwürfe" gegen die Farbfilme kann ich jetzt wirklich beim besten Willen nicht nachvollziehen, mit der Ausnahme vom Gorilla und meinetwegen noch von der Hand (wobei die mich zumindest immer noch besser unterhält als die Gräfin).

patrick Offline




Beiträge: 3.213

06.01.2015 16:57
#127 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #126


Nein, das ist nicht richtig. Der Frosch blieb hier ganz bewußt unerwähnt, da es um die Zeitspanne nach der Bande, also die Jahre ab 1961 bis zum 65er Mönch, ging. Und darum, dass Harald Reinl in ebendiesem Zeitraum im Grunde bereits nicht mehr die entscheidenden Impulse setzte und auch nicht, wie teilweise propagiert, essentiell wichtig für die Reihe war.
Diese und auch die übrigen Aussagen von Marmstorfer unterschreibe ich übrigens auch.
Letzten Endes ist ja alles Geschmackssache: ich fühle mich beispielsweise von dem Buckligen besser unterhalten als vom uMönch, das ist alles relativ.
Allerdings: die "Plagiatsvorwürfe" gegen die Farbfilme kann ich jetzt wirklich beim besten Willen nicht nachvollziehen, mit der Ausnahme vom Gorilla und meinetwegen noch von der Hand (wobei die mich zumindest immer noch besser unterhält als die Gräfin).


Leider trat Reinl recht selten in Erscheinung, denn mit Frosch, Bande, Fälscher und Mönch hat er wirklich tolle Wallace inszeniert. Auch sein BEW "Würger" gefällt mir sehr gut. Zimmer 13 mag ich weniger.
Die Blaue Hand ist mein einziger farbiger Top 10 und damit auch für mich besser als die Gräfin. Seltsamerweise hat er hier im Forum nur sehr wenig Freunde.

Die Plagiatsvorwürfe wurden bereits weiter oben von tilomagnet angesprochen und auch von mir in älteren Beiträgen.

Der Mönch mit der Peitsche hängt sich an den Erfolg vom uMönch an. Die blaue Hand hat viel von der Gräfin (ich hab`s in meinem Beitrag zur blauen Hand näher angesprochen). Der Hund von Blackwood Castle stützt sich weniger auf Wallace als auf Arthur Conan Doyle und ein bisschen auf Stevensons Schatzinsel (ist aber meine pesönliche Interpretation und für viele wahrscheinlich strittig). Die Zinker-Parallele seh ich jetzt nicht so deutlich, hat wohl was mit dem Schlangengift zu tun. Glasauge bedient sich beim BEW "Phantom von Soho" und "Banne" bei der "Bande".
Der Bucklige ist meinetwegen nirgends abgeschaut (außer ein bisschen Quasimodo). Er hätte ja eigentlich der dritte Hexer-Film werden sollen.

Jan Online




Beiträge: 1.544

06.01.2015 17:54
#128 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #117
Zitat von Jan im Beitrag #115
Zitat von tilomagnet im Beitrag #114

Das eigentliche Ende der Wallace - Reihe in kreativer und qualitativer Hinsicht ist untrennbar mit dem Ausscheiden von GFH und Harald Reinl verbunden. Hummel hatte immer den Wallace Romanbezug im Blick und hohe Ansprüche an die Umsetzung.


Mmh, interessanter Ansatz, den ich auch aus irgendeinem Buch so oder so ähnlich kenne - welches war das noch gleich...


Interessant zweifelsohne, aber dennoch höchst diskussionswürdig.


Mein Hinweis war auch eher ironischer Natur, da mir die Passagen um die (vermeintlichen) Wohltaten des Herrn Hummel doch einigermaßen wortgetreu aus Kramps Buch übernommen scheinen und ich dieser Darstellung kritisch gegenüber stehe. Jeder muss aber für sich selbst, evtl. auch nach Heranziehen weiterer Darstellungen hierzu, bewerten, was er davon glauben oder halten mag. Für mich ist Herr Hummel ein Drehbuchautor, der in den Credits einiger weniger Edgar-Wallace-Filme mit Pseudonym und in kleineren Lettern auftaucht. Das soll nicht abwertend klingen, nur objektiv betrachtet das darstellen, was ich so ohne Weiteres nachvollziehen kann.

Auch macht eine Trennung zwischen s/w und Farbe in meinen Augen nur bei allzu oberflächlicher Betrachtung einen Sinn. Die Filme sollten ja dem Zeitgeist entsprechen, weil sie möglichst viele Zuschauer haben sollten, und es ist meiner Meinung nach ziemlich eindeutig, dass dieser Zeitgeist zum Ende der 1950er Jahre ein anderer war als z.B. im Jahr 1968. Man hat daraufhin, unabhängig ob nun farbig oder nicht, die Stoffe immer mehr angepasst, und es ist nach meinem Dafürhalten nicht den Filmemachern anzulasten, dass der Zeitgeist der ausgehenden 1950er Jahre bisweilen näher an Wallace Originalromanen lag als inmitten von Studentenunruhen und Beatles-Hysterie knapp zehn Jahre später. Insofern verwundert es mich nicht, dass z.B. "Frosch" oder "Kreis", die den Nerv ihrer Zeit famos trafen, eher als "echte" Wallace-Filme bezeichnet werden als es evtl. im Falle des "Unheimlichen" oder noch extremer im Falle der italienischen Co-Produktionen anzutreffen ist. Aber auch diese Produktionen passen in ihre Zeit, nur liegt diese Zeit häufig eben weiter von einem Edgar-Wallace-Roman entfernt, als vergleichsweise kurze zehn Jahre vermuten ließen. Dabei ist es gerade das große Verdienst der Filme nach ~1963/1964 (zumindest einiger), sowohl dem veränderten Zeitgeist als auch dem ganz bestimmten "Wallace-Film-Flair" (ich nenne es mal so) zu entsprechen, das sich m.E. ab "Die toten Augen von London" nicht zuletzt durch Alfred Vohrer immer mehr entwickelt und das die Reihe für mich zu einer eigenständigen Marke gemacht hat. Und insofern kann auch ich nicht erkennen, wo der Weggang von Reinl oder gar Hummel hier nun ein besonderer Einschnitt in Bezug auf Qualität und erst recht nicht hinsichtlich der Kreativität gewesen wäre. Unbenommen Reinls hervorragendem "Frosch mit der Maske" halte ich seine Mitarbeit ansonsten für kaum relevanter als beispielsweise die von Jürgen Roland oder F.J. Gottlieb, selbst wenn er mit dem "unheimlichen Mönch" als letztes dann doch noch einen Paradevertreter mit eben diesem "Wallace-Film-Flair" geschaffen hat. Allerdings halte ich nicht für ausgeschlossen, dass ich den "unheimlichen Mönch" nur deswegen so mag, weil es der beste Alfred-Vohrer-Film ist, den Harald Reinl je gemacht hat. Ich hätte gerne noch einen späteren Wallace-Film von Reinl gesehen...

Gruß
Jan

tilomagnet Offline



Beiträge: 560

06.01.2015 17:59
#129 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #127



Der Mönch mit der Peitsche hängt sich an den Erfolg vom uMönch an. Die blaue Hand hat viel von der Gräfin (ich hab`s in meinem Beitrag zur blauen Hand näher angesprochen). Der Hund von Blackwood Castle stützt sich weniger auf Wallace als auf Arthur Conan Doyle und ein bisschen auf Stevensons Schatzinsel (ist aber meine pesönliche Interpretation und für viele wahrscheinlich strittig). Die Zinker-Parallele seh ich jetzt nicht so deutlich, hat wohl was mit dem Schlangengift zu tun. Glasauge bedient sich beim BEW "Phantom von Soho" und "Banne" bei der "Bande".


Im HUND gibt es mehrere 1:1 kopierte Szenen aus dem ZINKER....zB Grimsby bereitet die Giftzähne im Keller vor oder die ganze Sequenz mit Karin Baal im Schloss (Schlange im Bett, Stiefel hinterm Vorhang etc.)

HAND kopiert auch einiges aus der TÜR...zB Szene als die blaue Hand Dave in seinem Zimmer attackiert findet sich in TÜR wieder mit dem Angriff von Giacco auf Inspektor Martin in seiner Wohnung. Da gibt es sicher noch einige weitere Beispiele wenn man aufmerksam schaut. Der dickste Hammer ist natürlich die Einbruchssequenz im Irrenhaus, die ist - inklusive Whiskey - Glas - Tausch - 1:1 aus der GRÄFIN geklaut.

tilomagnet Offline



Beiträge: 560

06.01.2015 18:04
#130 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #128
Zitat von Marmstorfer im Beitrag #117
Zitat von Jan im Beitrag #115
Zitat von tilomagnet im Beitrag #114

Das eigentliche Ende der Wallace - Reihe in kreativer und qualitativer Hinsicht ist untrennbar mit dem Ausscheiden von GFH und Harald Reinl verbunden. Hummel hatte immer den Wallace Romanbezug im Blick und hohe Ansprüche an die Umsetzung.


Mmh, interessanter Ansatz, den ich auch aus irgendeinem Buch so oder so ähnlich kenne - welches war das noch gleich...


Interessant zweifelsohne, aber dennoch höchst diskussionswürdig.


Mein Hinweis war auch eher ironischer Natur, da mir die Passagen um die (vermeintlichen) Wohltaten des Herrn Hummel doch einigermaßen wortgetreu aus Kramps Buch übernommen scheinen und ich dieser Darstellung kritisch gegenüber stehe. Jeder muss aber für sich selbst, evtl. auch nach Heranziehen weiterer Darstellungen hierzu, bewerten, was er davon glauben oder halten mag.



Hallo,

für weitere Darstellungen rund um Contstantin/Rialto/GFH/Reinl/Wendlandt siehe u.a. Das Karl May Filmbuch von Petzel.

Jan Online




Beiträge: 1.544

06.01.2015 18:26
#131 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet im Beitrag #130
Zitat von Jan im Beitrag #128
Zitat von Marmstorfer im Beitrag #117
Zitat von Jan im Beitrag #115
Zitat von tilomagnet im Beitrag #114

Das eigentliche Ende der Wallace - Reihe in kreativer und qualitativer Hinsicht ist untrennbar mit dem Ausscheiden von GFH und Harald Reinl verbunden. Hummel hatte immer den Wallace Romanbezug im Blick und hohe Ansprüche an die Umsetzung.


Mmh, interessanter Ansatz, den ich auch aus irgendeinem Buch so oder so ähnlich kenne - welches war das noch gleich...


Interessant zweifelsohne, aber dennoch höchst diskussionswürdig.


Mein Hinweis war auch eher ironischer Natur, da mir die Passagen um die (vermeintlichen) Wohltaten des Herrn Hummel doch einigermaßen wortgetreu aus Kramps Buch übernommen scheinen und ich dieser Darstellung kritisch gegenüber stehe. Jeder muss aber für sich selbst, evtl. auch nach Heranziehen weiterer Darstellungen hierzu, bewerten, was er davon glauben oder halten mag.


für weitere Darstellungen rund um Contstantin/Rialto/GFH/Reinl/Wendlandt siehe u.a. Das Karl May Filmbuch von Petzel.


Hab's Buch jetzt gerade nicht bei mir, sondern zu Hause, erinnere jedoch, dass auch darin im Abschnitt zum "Schatz im Silbersee" keine Erwähnung dahingeht, dass der Herr Hummel nun der strategische Strippenzieher hinter allen Entscheidungen gewesen sei. Sein Verdienst aufgrund guter Kontakte hingegen wird gewürdigt und auch, dass er diese wohl dazu genutzt hat, die ersten Verträge mit den Rechteinhabern zum Abschluss zu bringen. Ansonsten wird aber meiner Erinnerung zufolge selbst die (Werbe)Geschichte um Wendlandts Sohn erzählt und die Frage, wo da nun die Initialzündung für die Serie lag, bewusst offen gelassen. Ist jedoch schon ne Weile her, dass ich da hinein gesehen habe.

Reinls Verdienste um May hingegen stehen für mich außer Frage. Dazu brauche ich nicht einmal ein Buch. In meinem Text oben ging es indes auch eher um die Edgar-Wallace-Serie.

Aber wir schweifen irgendwie vom Thema der "Themsetoten" ab...

Gruß
Jan

tilomagnet Offline



Beiträge: 560

06.01.2015 18:52
#132 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #131


Aber wir schweifen irgendwie vom Thema der "Themsetoten" ab...




Hängt vielleicht damit zusammen, dass diese Thematik bedeutend interessanter ist als der Film.

Jedenfalls Quintessenz bei Pretzel: GFH war der einzige May Kenner in der Chefetagen bei Constantin & Rialto - wie er auch der einzige Wallace Kenner war. Und der Vergleich der Filme vor und nach seinem Abschied zeigen das mMn so eindeutig, dass man den bekannten Darstellungen in diesem Punkt durchaus glauben kann.

patrick Offline




Beiträge: 3.213

06.01.2015 22:31
#133 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet im Beitrag #129


Im HUND gibt es mehrere 1:1 kopierte Szenen aus dem ZINKER....zB Grimsby bereitet die Giftzähne im Keller vor oder die ganze Sequenz mit Karin Baal im Schloss (Schlange im Bett, Stiefel hinterm Vorhang etc.)

HAND kopiert auch einiges aus der TÜR...zB Szene als die blaue Hand Dave in seinem Zimmer attackiert findet sich in TÜR wieder mit dem Angriff von Giacco auf Inspektor Martin in seiner Wohnung. Da gibt es sicher noch einige weitere Beispiele wenn man aufmerksam schaut. Der dickste Hammer ist natürlich die Einbruchssequenz im Irrenhaus, die ist - inklusive Whiskey - Glas - Tausch - 1:1 aus der GRÄFIN geklaut.





Stimmt. Sind gute Beobachtungen, an die ich gar nicht dachte.

hier noch ein Zitat von mir selber aus meiner Besprechung zur Blauen Hand:

Zitat
Bemerkenswert sind die Parallelen zur "seltsamen Gräfin". In beiden Filmen geht es um verbrecherische Psycho- Doktoren und deren Irrenanstalt, wo gerne Leute weggesteckt werden. In beiden Filmen werden Anstaltsinsassen für verbrecherische Zwecke benutzt und von der Leine gelassen. Die Szene, wo Carl Lange den herumschnüffelnden Harald Leipnitz überrascht und mit einem unreinen Drink in`s Reich der Träume schickt ist exakt einer gleichartigen Szene mit Fernau und Blacky nachempfunden. Auch landet in beiden Streifen eine junge Dame nach mehreren erfolglosen Mordanschlägen als Gefangene in der Irrenanstalt, und, und, und....

Wallacefreund Offline




Beiträge: 235

07.01.2015 00:25
#134 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet im Beitrag #129
Zitat von patrick im Beitrag #127



Der Mönch mit der Peitsche hängt sich an den Erfolg vom uMönch an. Die blaue Hand hat viel von der Gräfin (ich hab`s in meinem Beitrag zur blauen Hand näher angesprochen). Der Hund von Blackwood Castle stützt sich weniger auf Wallace als auf Arthur Conan Doyle und ein bisschen auf Stevensons Schatzinsel (ist aber meine pesönliche Interpretation und für viele wahrscheinlich strittig). Die Zinker-Parallele seh ich jetzt nicht so deutlich, hat wohl was mit dem Schlangengift zu tun. Glasauge bedient sich beim BEW "Phantom von Soho" und "Banne" bei der "Bande".


Im HUND gibt es mehrere 1:1 kopierte Szenen aus dem ZINKER....zB Grimsby bereitet die Giftzähne im Keller vor oder die ganze Sequenz mit Karin Baal im Schloss (Schlange im Bett, Stiefel hinterm Vorhang etc.)

HAND kopiert auch einiges aus der TÜR...zB Szene als die blaue Hand Dave in seinem Zimmer attackiert findet sich in TÜR wieder mit dem Angriff von Giacco auf Inspektor Martin in seiner Wohnung. Da gibt es sicher noch einige weitere Beispiele wenn man aufmerksam schaut. Der dickste Hammer ist natürlich die Einbruchssequenz im Irrenhaus, die ist - inklusive Whiskey - Glas - Tausch - 1:1 aus der GRÄFIN geklaut.





Stimmt es sind schon einige Parallelen zu den s/w Filmen zu erkennen.

Wallacefreund Offline




Beiträge: 235

07.01.2015 00:29
#135 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · Antworten

Zitat von tilomagnet im Beitrag #114
Zitat von Josh im Beitrag #111

Die Filme nur an S/W festzumachen, halte ich für Blödsinnn. Gerade in der bunten Phase gab es Filme, die vielen der farblosen Vertreter überlegen waren, aber leider haben solche Filme wie der Bucklige, der Peitschenmönch, Glasauge oder Themsetote hier keinen großen Fanclub. Italien wird abgelehnt, weil es halt anders ist als das liebgewonnene S/W, bei objektiver Betrachtung sollte eigentlich fast jeder den letzten beiden Filmen bescheinigen, dass sie bedeutent besser in Szene gesetzt wurden als mancher Vertreter der farblosen Epoche. Das Gesicht lasse ich mal außen vor, ich mag den, aber der ist schon ziemlicher Thrash.



Alle deutschen Filme nach dem MÖNCH sind manchmal ganz unterhaltsam, aber immer mit dem Gefühl behaftet, alles schon mal gesehen zu haben, nur viel besser und überzeugender.



Geht mir irgendwie auch so.

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