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Dieses Thema hat 198 Antworten
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Ray Offline



Beiträge: 1.639

09.07.2019 21:48
#181 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #19
Zitat von Ray im Beitrag #18
Seinerzeit wurden die Drehorte doch sicher erst recht regelmäßig erkannt...


Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ich spekuliere natürlich nur, aber man darf nicht vergessen, dass die Leute die Filme damals nur im Kino sehen konnten und selbst bei etwaigen Fernsehausstrahlungen noch keine Aufzeichnungen anfertigen konnten. Wenn man jetzt damals direkt um die Ecke des Palace Hotel gewohnt hat, dann dürfte man dieses im Kino vielleicht erkannt haben, aber sonst? Soweit ich weiß, spielten die deutschen Drehorte weder in der Fachpresse noch in der PR des Verleihs eine Rolle. Die allerwenigsten Zuschauer dürften sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben - und selbst wenn, so hatten sie selbstredend noch nicht die aktuellen Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Archivmaterial gibt es so gut wie gar keines. Selbst Joachim hat trotz intensiver Recherche in seinem Buch nur offensichtliche Drehorte (z.B. die Wallace-Schlösser) benannt. Und machen wir uns nichts vor - außer uns paar Hanseln hier im Forum interessiert das alles so gut wie niemanden.



Danke für deine Antwort, klingt für mich alles plausibel. Bei den Zeitungsberichten war ich mir halt nicht sicher, bei den Dreharbeiten zum "unheimlichen Mönch" im Schloss Hastenbeck gab es diese ja offenbar und auch entsprechende Anzeigen in der Zeitung. Aber das sind dann eben wieder die Schlösser und womöglich Ausnahmefälle.

greaves Offline




Beiträge: 565

10.07.2019 19:30
#182 RE: Bewertet: "Die Tote aus der Themse" (1970, 30) Zitat · Antworten

Ich denke das es zu fast jedem Wallace Film einen Zeitungsbericht gibt/gab...

Count Villain Offline




Beiträge: 4.351

04.08.2019 17:39
#183 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Der schurkische Nachschuss: Traumhafte Musik und solide Regie begleiten den Abschied vom klassischen deutschen Wallace. Leider trüben latente TV-Optik und schwach bis gar nicht motivierte Morde den Eindruck. 3,5 von 5 Punkten.

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

19.11.2020 13:11
#184 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Wieder ein ECHTER spannender WALLACE, der von der Geschichte sehr spannend ist ( auch wenn er es nicht in meine "Top-Ten" geschafft hatte )...wenn nicht sogar der BESTE, nach 1969, denn "Glasauge" ( zu albern ), "Gesicht" ( zu belanglos, miese Filmtricks...silberner Jaguar und Eisenbahn im "Siku" und "Märklin"-Format..., aber der Soundtrack...BOMBE ), "Stecknadel" und Halbmond" gehören so gar nicht zu "Wallace", ( auch wenn "Glasauge" ein reiner deutscher Film ist ) denn "Wallace" sind keine "Giallos"!!!.

Die "Tote" ist also für mich, der letzte reine Wallace-Film, den man sich anschauen kann, ohne sich über den Film zu ärgern, ich mag ihn irgendwie, aber das liegt auch daran, dass ich Hansjörg Felmy als Schauspieler sehr mag ( Kommissar Haferkamp...ist Kult )...schade, dass er nur einen Wallacefilm gemacht hatte, bei den BEW-Filmen war er in immerhin dreien ( "Henker", "Ungeheuer" und "Opfer" ) dabei!!!.

Achja und Harry Riebauer ( finde ihn Klasse ) spielt in der "Toten" noch mit, ein weiterer Pluspunkt, auch wenn seine Rolle von Anfang an nicht so klar war, auf welcher Seite er eigentlich agiert, dass kam erst in der letzten Szene raus!!!.

Toll war noch, dass Siegfried Schürenberg ENDLICH wieder da gewesen war, aber, ich denke auch nur, weil Hubert von Meyerinck 1971 starb, sonst hätten wir ihn hier auch noch ertragen müssen!!!.

Für Werner Peters, der kurz nach dem Film starb, war es sogar der letzte Film, er starb ja am Tag der Premierenfeier am 30.03.1971, 52 jährig, leider an einem Herzinfarkt!!!.

Ray Offline



Beiträge: 1.639

06.12.2020 21:44
#185 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Hier hat sich der positive Trend der WdW-Sichtung durchaus bestätigt: Die "Themsetote" ist zwar nicht einer der allerbesten, aber doch einer der interessantesten Foilme der Reihe, ganz einfach, weil man hier beispielhaft sieht, wie Wallace in den 1970ern hätte aussehen können. Jammerschade, dass man anschließend die Giallo-Welle mitgeritten ist, von diesen Filmen hätte es auch ohne deutsche Beteiligung noch genug andere gegeben.

Die Titelmusik ist mittlerweile auch meine Nummer 1 - wie es vom melancholischen Beginn in eine mitreßende Uptempo-Nummer übergeht, die dann zum Ende die melancholischen Klänge wieder mitaufnimmt und integriert - das ist einfach ganz große Klasse und ein wahrer Hörgenuss. Dazu gibt es sehenswerte Gastspiele von Felmy, Desny und Glowna, die ich absolut nicht missen möchte. Vor allem Felmy macht seine Sache richtig gut und hätte durchaus einen neuen Typ Wallace-Inspektor prägen können. Dazu die wirkungsvoll eingestreuten Szenen vor Originalschauplätzen, was man bei rein deutschen Wallace-Filmen ja auch alles andere als gewohnt ist. Insgesamt kurzweilige Krimi-Unterhaltung. 4 von 5 Punkten.

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

07.12.2020 00:41
#186 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Ja, schade, dass man die "Edgar Wallace"-Filme nicht noch bis weiter in die 70 er Jahre hinein gedreht hatte...aber bitte ohne "Giallo" ( mag das Genre sehr gerne, habe auch viele Filme auf DVD, hat aber bei Wallace nichts zu suchen..."Wallace" ist deutsch-englisch und nicht italienisch ) Anleihen!!!.

Hätte sehr gerne den schon lange überfälligen ( immer wieder wurde er verworfen ) Film, "Der Engel des Schreckens" als Wallacefilm gesehen gehabt, als die schwachen Filme "Stecknadel", "Glasauge", "Gesicht" und den "Halbmond", nach der wiederum sehr guten "Toten"!!!.

Hansjörg Felmy als Inspektor...EINSAME KLASSE, schon hier bemerkte man seine geniale Performance, die er als späterer "Kommissar Haferkamp" im "Tatort", mit gleicher Genialität an den Tag legte, er war, neben "Finke"...mein absoluter Lieblings"TATORT"Kommissar gewesen!!!.

Auch bemerkenswert, dass man hier, im Gegensatz zu den früheren S/W Filmen ( außer "Verrätertor" und "Dreieck" ), teils auch an Originalschauplätzen drehte ( London, Piccadilly Circus etc. ), hier, in den späteren 70 ern, merkte man, dass hier eindeutig mehr Budget zur Verfügung stand, was auch die Originaldrehorte, wie, wie gesagt, London, bewiesen hatten!!!.

"Die Tote aus der Themse", der letzte tolle Wallace ( neben den Gurken wie "Glasauge", "Gesicht", "Stecknadel" und Halbmond" ) aus der sehr späten Phase, der genialen Kinoreihe!!!.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.483

07.12.2020 19:17
#187 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Der Mönch mit der Peitsche im Beitrag #186
merkte man, dass hier eindeutig mehr Budget zur Verfügung stand, was auch die Originaldrehorte, wie, wie gesagt, London, bewiesen hatten!!!.



Oh, da würde ich keine voreiligen Schlüsse ziehen. "Die Tote aus der Themse" ist mit Sicherheit nicht höher budgetiert gewesen, als die anderen Wallace-Filme. Im Gegenteil - durch den Verzicht auf Atelier-Aufnahmen wurde ein riesiger Kostenpunkt eingespart. Horst Wendlandts Büro bei der Rialto diente beispielsweise als Drehort - da konnte man sich den kurzen Trip nach London, den man sicherlich nicht mit einem Riesenteam absolviert hat, wohl locker leisten.

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

07.12.2020 23:04
#188 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Achso, ich dachte, dass mit der Zeit die Wallace-Filme soviel Geld in die Kinokassen gespült hatten, dass sie mal richtig in London drehen konnten!!!.

Baal1985 Offline



Beiträge: 64

14.12.2020 21:19
#189 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Na sowas, ich habe deinen Post gerade gesehen, mir den Film zu Gemüte geführt und ich muss sagen du hast Recht!

Nicht, was die Einschätzung der grünen Stecknadel angeht. Die ist als Gesamtkunstwerk für mich kaum zu übertreffen.

Aber der Film ist tatsächlich ein gutes Beispiel, wie Wallace in den 70ern aussehen konnte und hätte weiter aussehen können. Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass der Film sich gewissermaßen erst finden muss.

Bis zur versuchten Entführung von Danny wirkt das ganze etwas unbeholfen und dümpelt vor sich hin, aber danach gewinnt alles an Fahrt.

Ein gutes Beispiel ist die Musik. Ich mag die Melodie, aber diese Harfen-Variante passt irgendwie nicht. Der Film hat eigentlich wenig Melancholisches.Auch das Motiv des Scharfschützen zerstört eher Atmosphäre als das es sie schafft. Diese Rock-Jazz-Versionen sind viel passender.

Das Drehbuch ist in meinen Augen eines der besten der ganzen Reihe. Die Geschichte ist einfach konstruiert, aber in sich stimmig. Im Gegensatz zu solchen Ausfällen wie "Die blaue Hand" oder "Der Mönch mit der Peitsche", bei denen die Logik auf der Strecke bleibt oder nicht mehr vorhanden ist, ein willkommene Überraschung. Der Film beweist, dass es auch ohne lächerlichen Klamauk geht. Das war teilweise im Gorilla oder dem Buckligen kaum zu ertragen. Nur die Auflösung wirkt doch etwas beliebig obwohl sie Sinn macht. Das Myrna ein doppeltes Spiel treibt, wird ja schon in der ersten Szene subtil angedeutet. Die Dialoge sind zeitgenössisch und pointiert. ("Was das Rauschgift vereint hat darf Scotland Yard nicht trennen." "Ich mag keinen Gruppensex.")

HÄTTE HORST WENDLANDT MEHR DREHBÜCHER SCHREIBEN SOLLEN???

Und das Ensemble? Eine außergewöhnliche Darbietung, aber viele gute gibt es. Allen voran Werner Peters, der souverän wie immer in seinem gewohnten Rollentypus agiert, vielleicht sogar noch etwas vielschichtiger als in den anderen Filmen.
Auch sehr gut gefällt mir Schürenberg. Sir John ist subtil komisch, aber eben kein Clown. Die Szene in Baxters Schlachterei oder das Ende, wie er Susan die Handschellen anlegt sind wunderbar. Ansonsten gibt es gibt es mehrere positive Überraschungen.
1.) Uschi Glas: Knüpft sie Anfangs an die unterirdische Leistung aus dem Gorilla an, weiß sie später durchaus mit Mimik, Intonation und Emotion zu überzeugen.
2.) Hans-Jörg Felmy: Ich hatte ihn ehrlich gesagt als einen Schauspieler in Erinnerung der gefühlt über 2-3 Gesichtsausdrücke verfügt. Hier wirkt er deutlich vielschichtiger. Besonders zwischen ihm und
Schürenberg scheint die Chemie zu stimmen.
3.) Günther Stoll: Auch wenn ich ihn in der Stecknadel und Durbridges "Melissa" sehr mochte, hatte ich bisher das Gefühl, dass er in Mimik und Gestik immer gleich agiert. Am Ende des Film bemerkt man,
dass er noch mehr beherrscht als das ewig Melancholische.
4.) Harry Riebauer: Sein schauspielerisches Können wirkt auch in diesem Film sehr begrenzt. Vor allem seine "komischen" Szenen am Anfang erscheinen ungewollt peinlich. Aber nach Dannys Entführung darf er
wieder ernster sein und davon profitiert der gesamte Film.

Was mir besonders gut von Anfang an gefällt ist die Farbgebung. Die wirkt stimmig und angenehm. Gegen Filmende scheinen die Verantwortlichen auch zu entdecken, was man mit guter Kameraführung alles bewirken kann. Gerade die Szene mit Danny und Myrna am Picadilly Circus wirkt rundum gelungen.

4,4/ 5 Punkten Für mich nach erneuter Sichtung der zweitbeste Farbwallace der Reihe.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.345

14.12.2020 21:30
#190 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Ich fand immer etwas seltsam, dass, obwohl die meisten Scharfschützenmorde mehr oder weniger coram publico vollzogen wurden, sich kaum jemand direkt ernsthaft um den Schützen kümmert...das stieß mir immer etwas negativ auf. Ansonsten mag ich den Film aber auch, Story ist nicht schlecht, besser als bei vielen Filmen ab 65.Allerdings ziehe ich von der Atmosphäre her dann doch die meisten Vohrerschen Farbsausen vor! 😉

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

14.12.2020 21:50
#191 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Ich auch, lieber Mr. Keeney, die Filme von Alfred Vohrer zählen zu den stärksten Filmen der Wallaschen Kinoreihe ( "Wo Vohrer draufstand, war auch Vohrer drin" ), denn Vohrer war, in meinen Augen definitiv der BESTE Regisseur ( neben Harald Reinl ) für diese Art von Krimis, denn nicht umsonst hat Horst Wendlandt die meisten Filme mit ihm inszeniert, Wendlandt war ein Perfektionist ( genau wie Vohrer ), er hat schon einige Regisseure von ihrer Arbeit entbunden ( was ich mal las...das war bei einem "Karl May"-Film und der Regisseur hieß Paul May...Wendlandt war mit seiner Arbeitsweise nicht einverstanden...und so flog er ) und einen anderen, kurzfristig eingestellt, der in seinen Augen besser gewesen war!!!.

Die Edgar Wallace-Filme, "Der Mönch mit der Peitsche" und die "blaue Hand" ( die unser Vorredner als Ausfälle deklariert hatte ) waren die besten "Farbfilme" von Alfred Vohrer, innerhalb der Wallace-Kinoserie gewesen!!!.

Wäre ich heute Filmproduzent, dann wäre ich froh, wenn ich Regisseure vom Kaliber Alfred Vohrer, Harald Reinl oder Darsteller wie Fuchsberger, Drache, Felmy, Dor, Leipnitz, Arent, Schönfelder, Riebauer, Schürenberg etc., hätte!!!.

Um auf den Film, "Die Tote aus der Themse" zurückzukommen ( und um den es ja auch hier, in diesem Thread geht )...Hansjörg Felmy war sehr gut als Inspektor gewesen, was man besonders in den späteren "Kommissar Haferkamp Tatorten" ( Felmy und Schwarzkopf waren die besten Kommissare beim Tatort ) sehen konnte, ich hätte ihn sehr gerne noch in einigen anderen Wallacefilmen gesehen!!!.

Was Uschi Glas angeht, sicher, eine Karin Dor ist sie beileibe nicht, aber ihre Schauspielweise gefällt mir aber trotzdem sehr gut, denn jeder spielt eben anders, hat eine andere Art die Person zu spielen, auch wenn es schauspielerische Vorgaben seitens des Regisseurs gibt!!!.

Günther Stoll war ein sehr guter Schauspieler und Bösewicht...dass einzigste, was ich bemängeln muß ist, dass er kurz hintereinander den Bösewicht mimte ( "Stecknadel" und die "Tote", direkt hintereinander ), aber dafür kann er ja nichts, er muß ja das spielen, was ihm in dem Film angeboten wird...so hat er viermal in einem Wallace mitgespielt ( zweimal auf der Seite des Gesetzes..."Buckliger" und "Gesicht" und zweimal den Bösewicht..."Tote" und "Stecknadel" )!!!.

Harry Riebauer war ein sehr guter und vielbeschäftigter Schauspieler und Theaterdarsteller gewesen, der, neben den Dreharbeiten der Wallace-Filme parallel auch noch, meist abends ( die Szene im Hallenbad beim "Mönch mit der Peitsche" sollte nachts spielen, war aber am Tag, da Riebauer abends im Theater war, man hatte deswegen die Fenster im Hallenbad abgedeckt um die "Nacht" vorzutäuschen ), nach den Dreharbeiten, noch in Berlin auf der Theaterbühne stand und das alles an einem Stück, mit etwas Pause, dass soll ihm mal einer nachmachen, denn heute ist es den heutigen "Schauspielern" ( darf man die eigentlich noch so nennen??? ) schon zu viel, wenn sie mal einen Film mehr, pro Saison machen müssen oder wenn ihr Drehtag mal länger wird!!!.

Den "Schneid", den die früheren Schauspieler der alten Garde ( wie Fuchsberger, Drache, Felmy, Dor, Leipnitz, Arent, Schönfelder, Riebauer, Schürenberg etc. ) boten, tja, den hat die heutige Generation nicht mehr, es gibt nur noch sehr wenige Schauspieler aus der heutigen Zeit, die ich toll finde, es sind wirklich nur sehr wenige, von denen mir jetzt, noch nicht mal einer, spontan, einfällt...von den früheren, dafür umso mehr!!!.

Aber das ist ja nur meine Meinung...jeder hat eine andere...und das ist auch "Gut so"!!!.

Jan Offline




Beiträge: 1.556

14.12.2020 23:24
#192 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Baal1985 im Beitrag #189

HÄTTE HORST WENDLANDT MEHR DREHBÜCHER SCHREIBEN SOLLEN???

Es stimmt schon, dass die "Themsetote" kein ganz fürchterlich übel aufgesetztes Drehbuch hat. Es ist zeittypisch weniger märchenhaft als bei den Filmen bis einschließlich "Gorilla", bietet daher sicher auch weniger Angriffsfläche im Hinblick etwaiger Logiklöcher, büßt aber dadurch vor allem in der Rückschau aus meiner Sicht einen gewissen Reiz ein. Ob die diesbezüglich veränderte Machart an Horst Wendlandt gelegen haben mag? Nicht vergessen darf man sicherlich, dass der Film mit Harald Philipp einen weiteren Autoren hat, der geübter Drehbuchschreiber war und als solcher bereits realitätsnahe Stoffe wie z.B. "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit" oder "Division Brandenburg" verarbeitet hatte. Wendlandt selbst war ja häufiger Ideenlieferant zu den von ihm produzierten Filmen, und so wird er auch zur "Themsetoten" sicher einiges beigesteuert haben. Dass er selbst das "Große Ganze" entworfen haben soll, daran fehlt mir ein wenig der Glaube. Immerhin - ein weiterer Film, an dessen Drehbuch er mitschrieb, war "Unser Haus in Kamerun", und das diesem Film zugrunde liegende Drehbuch würde ich als durchaus exzellent bezeichnen. Vielleicht hätte er doch öfter schreiben sollen, wer weiß?!

Die "Themsetote" krankt aus meiner Sicht auch nicht in erster Linie am Buch. Der Vorwurf zwar, es hätte auch die Grundlage zu einem x-beliebigen TV-Krimi sein können, ist sicher nicht ganz falsch. Vielmehr ist es aber Philipps Inszenierung, die als eine Art verunglückte Vohrer-Kopie auf Fernseh-Niveau aus der Vorlage kaum etwas anderes macht als einen faden Nachklapp. Harald Philipps einzigem Wallace-Beitrag mangelt es an Ironie und Witz und vor allem an Tempo, um mit den Märchenkrimis der 1960er Jahre wirklich mithalten zu können. Weitgehend spannungsarm schleppt sich die Geschichte dahin bis - fast willkürlich erscheinend - einfach irgendwer als Täter aus dem Hut gezaubert wird. Die Farb-Ära ab 1966 brachte gewiss nicht nur Vorzeigeprodukte hervor. Häufig füllte vor allem Alfred Vohrer das Loch, das die nicht immer inhaltlich meisterhaft aufgebaute Story bereit hielt, mit Ironie, Effekten und technischen wie animalischen Spielereien. Die Freude am Filmen selbst dann noch, wenn das Skript nicht so ganz sattelfest mehr war, zeichnet diese Produktionen dann am Ende aus und vermittelte den bis heute so typischen Wallace-Touch, den man mögen kann oder eben auch nicht. Harald Philipp fand diesen typischen Ton zu keinem Zeitpunkt seines Films. Er vermittelt eine Ernsthaftigkeit, die die locker-luftigen, temporeichen und kaum ganz ernst gemeinten Vohrer-Inszenierungen so nicht hatten. Wo Vohrer auf Logik pfiff, präsentiert Philipp fast fühlbar mühselig ein Krimikonstrukt, das den Spagat zwischen alter und neuer Welt vollbringen sollte. Letztlich setzte sich der Regisseur damit aber zwischen alle Stühle und verabreichte - aus meiner Sicht zurecht! - der Wallace-Welle quasi den Gnadenschuss. Wallace hatte sich spätestens anno 1970 einfach überlebt, die Kuh war ausgemolken, die Konkurrenz im TV zu übermächtig.

Insofern stimme ich der These eindeutig nicht zu, dass die "Themsetote" als Wallace der 1970er hätte weitergeführt werden können. Nein, definitiv wären hier aus meiner Sicht andere Weichenstellungen erforderlich gewesen. So hätte man beispielsweise den italienischen Gialli etwas Eigenes entgegen setzen können, anstatt sich damit zu begnüngen, als Co-Produzent die für sich genommen nicht einmal schlechten Werke unter der Marke Wallace hierzulande umzulabeln. Mit einer konsequenten Ausrichtung auf den harten Krimi, der im Fernsehen seinerzeit noch erheblich verhaltener zu sehen war, hätte der deutsche Krimi in den 1970ern vielleicht noch eine Weile eine echte Überlebenschance gehabt. Mit einem blassen Aufguss der 1960er Ware à la "Themsetote" wäre da aber kein Blumentopf mehr zu gewinnen gewesen, sodass ich Wendlandts Entscheidung, Wallace aufzugeben, durchaus nachvollziehen kann.

Gruß
Jan

DanielL Offline




Beiträge: 3.985

14.12.2020 23:32
#193 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #192

Wendlandt selbst war ja häufiger Ideenlieferant zu den von ihm produzierten Filmen, und so wird er auch zur "Themsetoten" sicher einiges beigesteuert haben. Dass er selbst das "Große Ganze" entworfen haben soll, daran fehlt mir ein wenig der Glaube. Immerhin - ein weiterer Film, an dessen Drehbuch er mitschrieb, war "Unser Haus in Kamerun", und das diesem Film zugrunde liegende Drehbuch würde ich als durchaus exzellent bezeichnen. Vielleicht hätte er doch öfter schreiben sollen, wer weiß?!



Der Gedanke kam mir auch sofort. Wie auch immer die Aufgabenteilung tatsächlich war, vorstellen kann ich mir Wendlandt als Ideenlieferant, Impulsgeber oder jemand, der durchaus beherzt in Stoffe eingriff. Als Drehbuchautoren im engeren Sinne eigentlich weniger, die Arbeit eines Autoren ist da ja doch sehr anders und zurückgezogen. Aber ja, wer weiß...

Gruß,
Daniel

DanielL Offline




Beiträge: 3.985

15.12.2020 00:17
#194 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Interessanterweise finde ich nicht, dass deine Empfehlung, den italienischen Produktionen etwas entgegenzustellen in krassem Widerspruch steht zu einer Fortführung des Modells "Themsentote". Zugegeben geht meine Bewertung auch deutlich positiver aus. Die Vohrer Farbfilme mit dem von dir beschriebenen Stil möchte ich nicht missen, auch wenn bereits in den vorhergehenden fünf Jahren die ein oder andere zwischenzeitliche Abwechslung vermutlich nicht kontraproduktiv gewesen wäre. Auch die frühen Reinl und in Teilen die frühen Vohrer s/w Filme sind doch aber ernster angelegt und nicht unbedingt von durchgehender Ironie, sodass es immer eine Skala gab, auf der die Filme pendeln. Der Humor kommt hier noch durch meist klarer abgegrenzte Arent- und Yard-Szenen. Mitnichten finde ich, dass die "Themsentote" DEN perfekten 70er-Wallace präsentiert hat. Die angesprochenen Mängel kann ich unterschreiben. Aber als erster Nicht-Studiofilm brachte er einen spürbar frischen Wind, ein paar durchaus einprägsame Bilder (Friedhofsszene, Picadilly,...) und eine Tonalität, die durchaus - vielleicht noch als zarte Knospe - mit dem harmonierte, was gerade en Vogue war (Hard boiled Detektivfilme in den USA). Wenn man mit der Themsenstoten als Absprungpunkt nun Vohrer, Olsen und andere neue Kreative im Wechsel das Konzept hätte weiterspinnen lassen, wie sich einst die 60er-Filme aus dem Frosch weiter entwickelten, das hätte ich mir schon gerne angesehen. Wie weit es dann realistisch betrachtet mit Wendlandt auf Tobis-Fokus, Kinoabschwung, Constantin-Plete, Krimiwelle im TV usw. gereicht hätte, sei dahingestellt. Aber rein inhaltlich betrachtet stelle ich mir darunter schöne Filme vor, die vielleicht eine eigene Mischung zwischen einem "deutschen Giallo" und "Scotland-Yard-Poliziotteschi" hätten darstellen können.

Letztlich soll das Geschäft doch auch noch recht ordentlich gewesen sein. Der Gnadenschuss kam erst durch die Entscheidung, nach dem Flop mit dem "Gesicht" erneut internationale Projekte mitzufinanzieren statt selber zu entwickeln.

Gruß,
Daniel

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

15.12.2020 00:34
#195 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Genau, die Wallace hätten, nach dem katastrophalen "Gesicht" und der viel besseren "Toten", wieder FEST in deutscher Hand bleiben sollen und nicht WIEDER in Richtung Italien, mit "Stecknadel" und "Halbmond" gehen sollen, denn das war der endgültige Todesstoß der einst so erfolgreichen und genialen Kinoserie, denn diese Filme waren einfach grottenschlecht ( nicht falsch verstehen, ich mag Giallos, habe selbst sehr viele tolle Filme auf DVD )...aber man hätte "Wallace", "Wallace" und "Giallos", "Giallos" sein lassen sollen und sie nicht zu schlechten Filmen, wie "Gesicht", "Stecknadel" und "Halbmond", vermischen sollen, denn das akzeptierte das durch das immer mehr in Mode kommende TV verwöhnte einstige Kinopublikum nicht mehr und quittierte es mit dem Ausbleiben der Kinobesuche und deren italienisch angehauchten Filme, die rein gar nichts mehr mit "Wallace" zu tun hatten!!!.

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