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Dieses Thema hat 198 Antworten
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Havi17 Offline




Beiträge: 3.372

30.06.2019 13:08
#166 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Prima, richtig erkannt, das war das Ziel mit den Mitteln wie Schauspielern, Gelder etc die
zur Vrfügung standen!

Gruss
Havi17

greaves Offline




Beiträge: 565

30.06.2019 16:02
#167 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Die Tote aus der Themse


Ein Film den ich relativ spät entdeckt habe,dass es ihn gibt..

Mit

Hans-Jörg Felmy,Uschi Glas,Vadim Glowna,Siegfried Schürenberg ,Friedrich Schönfelder,Werner Peters,Ivan Desny,Lyvia Bauer,Friedrich Georg Beckhaus,Petra Schürmann,Günther Stoll,Harry Riebauer u.a


Dieser Film ist einer meiner Favoriten der farbigen Edgar Wallace Filme.

Hier kommt noch einmal zusammen an Schauspielern, die man kennt von den Anfängen inklusive Sir John.

Uschi Glas in einer sympathischen Rolle,wenn nicht sogar ihre beste Wallace Rolle.Hansjörg Felmy passt gut als Inspektor,hätte aber auch durch Harald Leipnitz gespielt werden können.
Harry Riebauer in seinem leider letzten Wallace .Petra Schürmann wäre auch durch eine andere Schauspielerin zu ersetzen gewesen.Sie fällt hier nicht besonders auf .

Schade das man nicht so weiter gemacht hatte. Ich denke aber das man nach 3-4 Filmen dieser Machart dann wirklich aufgehört hätte.

Schön,dass man wieder nach London an Orginalschauplätzen gedreht hat.

Der Rest wurde ja viel in gemieteten Wohnungen gedreht. Auch in Wendlandts Büro und seiner Villa wurde Aussen/Innen gefilmt.

Leider weis ich/man nicht wo das Hotel Portland (die Absteige am Hafen)steht.
Der ehemalige Schlachthof in Berlin-Spandau mit dem heute noch stehenden Wasserturm sieht man auch.

Ich gebe der Toten aus der Themse

5 von 5 Punkten

Count Villain Online




Beiträge: 4.351

30.06.2019 17:24
#168 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Endlich kommen wir mal wieder zu einem Wallace-Film, der Spaß beim Zusehen macht und der eine ansprechende handwerkliche Qualität aufweist. Wobei, ist "Die Tote aus der Themse" tatsächlich ein Wallace-Film? Nicht so wie man es erwarten würde jedenfalls. Die Regie ist routiniert statt inspiriert und der Hang zum Absurden geht diesem Film völlig ab. Ein Sir John alleine reißt es nicht heraus. Letztendlich atmet der Film weitaus mehr 70er-Krimi-Atmosphäre aus denn Wallace-Stimmung. Was ebenfalls bleibt ist der latente Eindruck eines Fernsehfilms, zu dem neben den Kulissen und Felmy mit seinem Haferkamp-Flair auch das sparsame, etwas antiklimaktische Finale beiträgt. Der Spannungshöhepunkt war letztendlich schon mit den Szenen in der Schlachterei erreicht.

Aber immerhin gab es eine erkennbare Dramaturgie und mit dem geheimnisvollen Schützen auch einen wirkungsvollen Whodunit-Faktor. Wobei ich bei den Vorzügen des Films angelangt wäre. Die Person, die wirklich immer und spielend Wallace-Stimmung erschaffen kann, ist Werner Peters. Ein grandioser Schauspieler sowohl im Bereich der schurkischen als auch der humorigen Rollen. Seine Reaktionen auf das Auftauchen von Stouts Geliebter sind einfach auf den Punkt und zu köstlich. Da musste ich dieses Mal mehr schmunzeln als bei Sir John, der in diesem Film durchaus auch seine Momente hat. Auch Uschi Glas agiert weder weitaus besser als im Gorilla. Zudem sind durchaus ein paar nette handwerkliche Ideen dabei (z. B. Schnitt von "(...) Anwalt. Unseren Besten!" auf den Scharfschützen) und auch die Musik möchte ich nicht unerwähnt lassen. Vor allem in den Titelscore bin ich ein wenig verliebt. Verträumt-tragisch und gegen Ende sogar noch mit zunehmender Dramatik. Und auch die fließenden Harfenklänge passen sehr gut zur titelgebenden Themse.

Was ist mir sonst noch aufgefallen? Der Inspektor hätte die Blinddarmnarbe der Themsetoten natürlich direkt kontrollieren müssen. Auch wenn die Dramaturgie dieser Stelle natürlich klar ist: Man will sich den Überraschungseffekt mit der Toten am Telefon nicht kaputt machen und gleichzeitig mit dem falschen Obduktionsergebnis einen Fingerzeig auf Dr. Ellis geben. Also im Sinne der Sache entschuldigt. Ein paar andere "Warums" bleiben jedoch. Warum werden Stout, Wyman und Baxter überhaupt vom Scharfschützen getötet? Mit der klar identifizierten Themsetoten hätte diese ihre Jagd nach einer lebendigen Myrna auch wohl oder übel aufgeben müssen und Dr. Ellis war doch sowieso schon dabei, sich komplett abzusetzen. Theoretisch hätte man nach dem Mord an Donovan auch direkt mit dem Fund der Themsetoten weitermachen können und hätte trotz einer fehlenden Stunde vom eigentlichen Kriminalfall nichts versäumt. Sehr gut möglich, dass man das bei anderen Wallace-Filmen auch machen könnte, aber hier und heute ist mir das zum ersten Mal bewusst aufgefallen, weil ich eben einfach keinen Sinn in diesen Morden sehe.

Was nach vernünftigen Maßstäben auch keinen Sinn macht ist, dass Myrna nach eine offiziellen Tot-Erklärung bei Danny anruft. Das ist wirklich wider jeglicher Pläne des Schurken und auch jeglicher Vernunft. Da muss Myrnas Sehnsucht nach Danny sehr groß gewesen sein. Konsequent ist das nicht, wenn sie eigentlich komplett untertauchen wollte. Immerhin hat sie ihre Schwester vor ihrem Tod auf diese Weise zumindest noch einmal gesehen. Aber ob es das tatsächlich Wert war?

Was ich überdies im Sinne der "Wallace-Kontinuität" sehr nett gefunden hätte, wäre die Besetzung von Milton S. Farnborough mit Eddi Arent gewesen. Komödiantische Züge waren bei der Rolle durchaus vorhanden (Running Gag: "Wir sehen uns bestimmt wieder" u. ä.). Das hätte zusammen mit einem wallace-typischeren Inspektor à la Fuchsberger, Drache, Leipnitz, meinetwegen auch Tappert oder auch einem frischen Gesicht in dieser Tradition sicher für eine größere, gefühlsmäßige Nähe zu den klassischen Vorgängern und zu der benötigten Erhöhung des Wallace-Faktors gesorgt.

Fazit:
Lieblos ist sicher das falsche Wort für diesen überaus akzeptablen Krimi. Für Wallace-Verhältnisse bleibt er jedoch seltsam ausdruckslos und sachlich.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.372

30.06.2019 19:26
#169 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #8
Fazit: Lieblos ist sicher das falsche Wort für diesen überaus akzeptablen Krimi. Für Wallace-Verhältnisse bleibt er jedoch seltsam ausdruckslos und sachlich.
Ausdruckslos und sachlich, ja das trifft den Stil der Krimis der 70er Jahre. Extremes Beispiel ist Perrak, der mich seinerzeit deshalb abschreckte. Die Tatorts die gerade starteten, auch insbesondere der Kommissar ist ein Paradebeispiel für sachliche Krimikost.

Gruss
Havi17

Count Villain Online




Beiträge: 4.351

30.06.2019 21:42
#170 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Havi17 im Beitrag #9
Ausdruckslos und sachlich, ja das trifft den Stil der Krimis der 70er Jahre. Extremes Beispiel ist Perrak, der mich seinerzeit deshalb abschreckte. Die Tatorts die gerade starteten, auch insbesondere der Kommissar ist ein Paradebeispiel für sachliche Krimikost.


Genau. An den Kommissar fühlte ich mich stellenweise ebenfalls erinnert.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

30.06.2019 21:54
#171 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Perrak und sachlich? Da würden mir eher Attribute wie zynisch, polemisch oder abgeschmackt einfallen. Parallelen zu Inspektor Craig oder dem ganzen Stil der Themsetoten sehe ich schwerlich. Es ist ja gerade der Verdienst des hier besprochenen Films, sich dieser ganzen Klamottigkeit entledigt zu haben. Insofern:

Zitat von Count Villain im Beitrag #8
der Hang zum Absurden geht diesem Film völlig ab.

Hallelujah, praise the Lord! We've been waiting for so long.

Count Villain Online




Beiträge: 4.351

30.06.2019 22:25
#172 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #11
We've been waiting for so long.


Ich hab's doch gewusst: Seit dem Frosch hast du nur auf die Themsetote gewartet!

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

01.07.2019 00:54
#173 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Sagen wir so: Seit dem Rialto-Umzug nach Berlin und zunehmend seit Beginn der Farbfilmphase hat sich dieses Verlangen nach dem Schlusstrio langsam, aber stetig in mir aufgebaut.

Andreas Offline




Beiträge: 435

01.07.2019 11:21
#174 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Die TOTE AUS DER THEMSE ist schwierig zu beurteilen. Die Geschichte ist interessant, die Schauspieler machen ihre Sache gut und die Aufnahmen gefallen in Bild und Ausleuchtung. Der Film teilt sich auf in zwei Hälften, die erste Hälfte ist spannender, und wallacemäßiger. Die zweite Hälfte hat den Charme eines normalen 70er Jahre-Tatorts und ist etwas lahmer. Trotz markanter London-Szenen fühlt man sich hin und wieder im alten Westberlin wieder. Ich gebe 3 / 5 Punkten, mit der Tendenz nach oben.

Giacco Offline



Beiträge: 2.039

01.07.2019 13:43
#175 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Film-Echo-Note: 3,5 (31 Meldungen) / Erstnote: 3,0

Zum Tod von Werner Peters meldete das Blatt:

"Im Alter von 52 Jahren erlag Werner Peters, vielbeschäftigter Filmschauspieler und Inhaber der Synchronfirma Rondo-Film, in Wiesbaden in der Nacht vom 30. bis 31. März einem Herzinfarkt. Der Bühnenschauspieler Werner Peters begann seine Filmlaufbahn nach dem Krieg bei der DEFA. Er wurde weithin bekannt, als er 1951 die Hauptrolle in der Heinrich-Mann-Verfilmung "Der Untertan" unter der Regie von Wolfgang Staudte spielte. Seit 1955 gehörte er zu den bekanntesten bundesdeutschen Schauspielern. Man sah ihn in mehr als 70 Filmen. Immer bestach er durch die Prägnanz seines Ausdrucks."

Wallacefreund Offline




Beiträge: 235

01.07.2019 22:12
#176 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Der letzte echte "deutsche Wallace". Mich erinnert der Film irgendwie mehr an einen Tatort der 70er Jahre als an einen Wallace. Und obwohl sogar auch in London gedreht wurde, wirkt der Film auf mich unbritischer und deutscher als es manch ein Wallace tut der ausschließlich in Deutschland oder Dänemark gedreht wurde. Der Soundtrack gefällt mir ganz gut. Der Film an sich ist solide Krimikost ohne Ausreißer nach unten, jedoch auch ohne wirkliche Höhepunkte. W. Peters in einer für ihn typischen Rolle, S. Schürenberg ein letztes Mal als Sir John. H. J. Felmy für mich einer der blassesten Inspektoren der Reihe. U. Glas, naja mit den grossen weiblichen Darstellerinnen der Reihe kann sie es nicht aufnehmen. Wirkliches Wallace Flair kommt zumindest bei mir nicht mehr auf, der Film wirkt mir dafür irgendwie zu modern,zu sehr dem Zeitgeist angepasst.
So bleibt am Ende solide Krimikost die ohne wirkliche Höhepunkte verläuft und der leider auch für mich persönlich das geliebte Wallace Flair fehlt.

Fazit: 2 von 5 Punkten

Ray Offline



Beiträge: 1.637

04.07.2019 00:22
#177 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Auf "Die Tote aus der Themse" habe ich mich im Vorhinein tatsächlich mit am meisten gefreut. Das liegt zunächst an den von Gubanov schon aufgezählten Aspekten, die den Film so besonders interessant machen (einziger "typisch deutscher" Wallace der 1970er-Jahre; das ewige Rätsel, warum man trotz des respektablen Erfolgs - immerhin trotz Pause und erheblicher gesellschaftlicher Veränderungen ca. 200.000 Zuschauer mehr als der Jubiläums-Wallace "Hund" - nicht weiter machte). Überdies habe ich den Film verhältnismäßig spät erstgesichtet und in der Folge im Vergleich zu anderen Filmen der Reihe relativ selten gesehen. Und zuletzt stellte meine jünsgte Sichtung die erste nach meiner Erstbegegnung mit Kommissar Haferkamp dar. Ich war daher sehr gespannt, ob meine Sympathien für Haferkamp auch bei der "Themsetoten" für Pluspunkte sorgen würden.

Tatsächlich erweist sich "Die Tote aus der Themse" ("Das Geheimnis der chinesischen Vasen" wäre nach der Anspielung Craigs im Antiquariat im Übrigen ein anderer klassischer Wallace-Titel gewesen) bei der diesmaligen Sichtungsreihe als die wohl bislang positivste Überraschung. Und das liegt noch nicht einmal allein an Felmy, der gleichwohl einen sehr guten Job macht und mit seiner sympathisch-zurückhaltenden Art schon Wesenszüge von Haferkamp offenbart. Storytechnisch knüpft die "Themsetote" nahtlos an "Glasauge" an und präsentiert eine moderne Geschichte um Drogenhandel, ohne typische Wallace-Elemente völlig außen vor zu lassen. Die Story bleibt allein schon wegen der Frage des Verbleibs Myrna Fergusons vom Anfang bis zum Ende interessant, die Auflösung ist stimmig und auch durchaus überraschend, zumindest, wenn man sich als Zuschauer nur zerstreuen lassen will und nicht allzu eifrig mitdenkt und -kombiniert.

Harald Philipp leistet bei seinem ersten und letzten Wallace-Film im Großen und Ganzen gute Arbeit. Obwohl das Tempo nicht übermäßig hoch ist, ist der Film zu keiner Sekunde langweilig. Die Mordszenen, insbesondere jene am Piccadilly Circus, sind solide inszeniert. In manchen Momenten hätte die Inszenierung etwas ideenreicher und experimenteller ausfallen können, außerdem schleichen sich gerade zu Anfang wie schon erwähnt wurde einige Anschlussgehler ein, die man abgesehen von den letzten beiden handwerklichen Desastern in der Reihe eher nicht gewohnt ist.

Bei den Darstellern bewies man überwiegend ein glückliches Händchen. Neben Felmy überzeugt einmal mehr Werner Peters, für den der Film auch ganz persönlich zum Schwanengesang werden sollte. Gerade sein erster richtiger Auftritt im Film, in dem er in ihm typischer Manier den Eindruck zu erwecken sucht, als könne er kein Wässerchen trüben, und dabei auf seine ihm eigene Art eine Zigarette hält, weckt wohlige Erinnerungen an alte Wallace-Tage. Peters hätte den deutschen TV-Krimi mit seinen Fähigkeiten in den 1970er- und 1980er-Jahren zweifelsohne enorm bereichern können. Des Weiteren drückt Ivan Desny der Produktion bei seinem einmaligen Wallace-Gastspiel seinen Stempel auf. Vadim Glowna gibt eine gelungene Variation der vormals prominenten Reporter-Rolle. Dass man es mit der Chronologie bei der Reihe nie so ernst nahm, ist allgemein bekannt. Dennoch ist es bemerkenswert, wie selbstverständlich Sir John hier wieder wie eh und je vor sich hin werkelt, assistiert von einer neuen Sekretärin. Zwar kann Schürenberg an alte Glanzstunden nicht wirklich anknüpfen - immerhin ist seine pedantische Absage an die psychologische Ermittlungsarbeit und der Fokus auf Tatsachen eine nette Anspielung auf frühere entgegenstehende Dogmen -, eine Verbesserung gegenüber von Meyerincks Schaffen ist nichtsdestoweniger jederzeit erkennbar. Harry Riebauer mit seinem undurchsichtigen Part des Milton S. Farnborough und Friedrich Schoenfelder bekommen ebenfalls einen gelungenen Ausstand. Uschi Glas zeigt sich deutlich verbessert im Vergleich zu vorangegangenen Darbietungen, bleibt allerdings limitiert. Mit der eher unbeholfenen Lovestory greift der Film ein Muster auf, das man eigentlich schon länger abgelegt hatte und das eigentlich auch nicht mehr so recht in den Zeitgeist passte. Die Auftritte von Ingrid Steeger und Brigitte Skay sind dagegen offensichtliche Zugeständnisse an den damaligen Zeitgeist. Skay liefert wenigstens eine Steilvorlage für eine spitze Bemerkung Inspektor Craigs (Stichwort: Testament), die zum Schmunzeln einlädt. Günther Stolls Part ist dramaturgisch bedingt ein wenig größer als normalerweise erforderlich, Petra Schürmann hätte man dagegen ruhig etwas mehr einbinden dürfen.

Zwei Aspekte werten den Film zuletzt ungemein auf: Da wären zu einen die in der Form für eine rein deutsche Produktion einmaligen Aufnahmen an Originalschauplätzen in London und die grandiose Musik von Peter Thomas, die unfreiwillig perfekt die melancholische Stimmung transportiert, die einen beschleicht, wenn man diesen letzten deutschen Wallace-Film dieser Ära betrachtet. Die Titelmelodie ist ein echter Ohrwurm und entwickelt zum Ende eine unheimliche Dynamik. Auch die rauen Gitarrenklänge bei den Mordszenen, die ein wenig an das "James Bond Theme" erinnern, sorgen für eine stimmige musikalische Untermalung des Films.

Insgesamt hätte "Die Tote aus der Themse" eine grundsolide Basis für weitere Produktionen in diesem Stil geboten. Dem Zeitgeist entsprechend hätte man auf Ermittler wie Felmy und Stoll, zeitgemäße Krimi-Storys, die sich allein schon ob des Bodycounts vom typischen TV-Krimi abgehoben hätten, und Regisseure wie Philipp oder mal wieder Reinl setzen können. Potential für 3-5 weitere Filme wäre sicher vorhanden gewesen. Schade drum. Die "Themsetote" bekommt von mir gute 4 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.637

05.07.2019 21:11
#178 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Was mir bei der Sichtung noch so in den Sinn gekommen ist: Heute suchen wir ja nach wie vor mit Freude nach Schauplätzen der Wallace-Filme, machen Vergleiche "damals & heute" usw. Seinerzeit wurden die Drehorte doch sicher erst recht regelmäßig erkannt, gerade wenn es sich wie in der "Themsetoten" um ein Berliner Hotel o.ä. handelt. Diese deutschen Locations der Wallace-Filme gehören zwar heute ein Stück weit zum Charme dazu, aber weiß man, wie das damals so aufgenommen wurde? Haben sich da Leute dran gestört?

Marmstorfer Online




Beiträge: 7.483

05.07.2019 22:59
#179 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Ray im Beitrag #18
Seinerzeit wurden die Drehorte doch sicher erst recht regelmäßig erkannt...


Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ich spekuliere natürlich nur, aber man darf nicht vergessen, dass die Leute die Filme damals nur im Kino sehen konnten und selbst bei etwaigen Fernsehausstrahlungen noch keine Aufzeichnungen anfertigen konnten. Wenn man jetzt damals direkt um die Ecke des Palace Hotel gewohnt hat, dann dürfte man dieses im Kino vielleicht erkannt haben, aber sonst? Soweit ich weiß, spielten die deutschen Drehorte weder in der Fachpresse noch in der PR des Verleihs eine Rolle. Die allerwenigsten Zuschauer dürften sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben - und selbst wenn, so hatten sie selbstredend noch nicht die aktuellen Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Archivmaterial gibt es so gut wie gar keines. Selbst Joachim hat trotz intensiver Recherche in seinem Buch nur offensichtliche Drehorte (z.B. die Wallace-Schlösser) benannt. Und machen wir uns nichts vor - außer uns paar Hanseln hier im Forum interessiert das alles so gut wie niemanden.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

07.07.2019 16:10
#180 RE: Wallace der Woche (34): Die Tote aus der Themse (1971) Zitat · Antworten

@greaves war bereits im Dezember 2018 auf Drehortjagd in London (Vergleiche zum „Dreieck“ hatte ich im damaligen WdW-Thread gepostet). Es stehen noch einige weitere Entdeckungen aus, u.a. zu „Die Tote aus der Themse“. Wir haben hier zwar schon die teilweise deutsche Ausstrahlung des Films und seiner Drehorte erwähnt; die durchaus umfangreichen Aufnahmen an Originalschauplätzen sollen hiermit aber auch nochmal betont werden.

Da ist zum Beispiel die Ballettschule, in der Danny Fergusson Myrnas Freundin Maggie McConnor aufsucht, um Auskunft zu erhalten. Für die Außenfront stand das Theatre Royal Drury Lane zur Verfügung, das – man erahnt es am Namen – auf eine über 350-jährige Geschichte zurückblickt. Man findet es an der Ecke Russell Street / Catherine Street ganz in der Nähe der berühmten Markthalle Covent Garden. Im direkt gegenüber gelegenen Fortune Theatre wird übrigens seit gefühlten Ewigkeiten der Grusel-Klassiker „The Woman in Black“ gespielt (als Theaterstück eher zu empfehlen als als Film).



Von einer anderen Balletttänzerin wird Danny zu einem geheimen Treffen ins chinesische Restaurant „Cathay“ bestellt, das zum damaligen Zeitpunkt in der Glasshouse Street nahe Piccadilly Circus residierte. Die gastronomischen Mieter dort scheinen einigermaßen flüchtig zu sein, denn die im Dezember 2018 dort ansässige Bar namens „Jewel“ wird bei Google mittlerweile ebenfalls als geschlossen gelistet.



Bevor Myrna ikonischerweise am Piccadilly Circus stirbt, werden Danny und Inspektor Craig bereits zu einem Wasserleichenfund an die Lambeth Bridge gerufen. Die entsprechende Szene entstand tatsächlich am genannten Ort, am Lambeth Pier südöstlich der Houses of Parliament.

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