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Dieses Thema hat 159 Antworten
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Havi17 Offline




Beiträge: 2.947

04.12.2015 08:26
#151 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Selbstverständlich, da gebe ich Dir vollkommen Recht und ich hätte auch sehr gerne solche Filme.
Auf der anderen Seite versuche ich die Produzenten zu verstehen, hat auch etwas mit Mut zu tun,
oder mit rückläufugen Besucherzahlen, die ich nicht kenne. Dann wäre es eben nur Mutlosigkeit.

Gruss
Havi17

schwarzseher Offline



Beiträge: 331

04.12.2015 18:16
#152 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Da bin ich total zerrissen .Natürlich noch immer besser als die reinen Namenswerber Gialli und dann noch als Felmy /Haferkamp Fan .......
Aber die Serie war vorbei da brauchen wir uns nichts vorzumachen.Statt Steeger usw einzubauen hätten sie besser bewusst einen auf Retro machen sollen ( mit Augenzwinkern/Gastauftritten Fuchsberger/Drache/Dor evtl als "Opfer" ) und dann offiziell Schluss.

Ray Offline



Beiträge: 730

11.11.2016 22:55
#153 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Die Tote aus der Themse (BRD 1971)

Regie: Harald Philipp

Darsteller: Uschi Glas, Hansjörg Felmy, Harry Riebauer, Werner Peters, Günther Stoll, Siegfried Schürenberg, Petra Schürmann, Friedrich Schoenfelder, Lyvia Bauer, Ivan Desny, Gerhard Frickhöfer, Vadim Glowna, Peter Neusser, Brigitte Skay, Ingrid Steeger u.a.



Das Rätsel um "Die Tote aus der Themse"...


Zu den interessantesten unter den weithin ungeklärten Fragen um die Wallace-Reihe fällt jene um die Motivation hinter der Produktion von "Die Tote aus der Themse". Nach dem Flop mit "Das Gesicht im Dunkeln" hatte man - wohl ein wenig vorschnell - kalte Füße gekriegt und sämtliche Projekte "auf Eis" gelegt. Warum nun wagte man 1971 nochmal einen Versuch und - noch spannender - warum machte man trotz des kommerziellen Erfolges nicht (konsequenterweise) weiter?

a) Wollte Wendlandt tatsächlich einfach nur einen "runden" Abschluss, um "Das Gesicht im Dunkeln" nicht als Endpunkt stehen zu lassen?

b) War es eine Mischung aus wirtschaftlichem Kalkül (Brauner hatte ja mit "Handschuhe" unter der Flagge BEW nochmal Kasse machen können) und der Tatsache, dass man Philipp noch einen Wallace "schuldete"?

c) Fühlte Wendlandt sich sich durch Brauners "Akasava" herausgefordert?

d) Wollte man es tatsächlich nochmal versuchen, merkte aber während der Produktion, dass die Luft raus raus und kein Potential für weitere Filme mehr vorhanden war?


Endgültig klären wird man diese Frage wohl leider nicht mehr, für den "Herausforderungsgedanken" könnte immerhin sprechen, dass man vor allem mit Felmy, aber auch mit Riebauer die beiden prägenden Gesichter der BEW-Reihe verpflichtete, wobei Riebauer freilich schon mehrfach bei Rialto vor der Kamera stand.

So oder so stellt "Die Tote aus der Themse" den einzigen ernsthaften und planmäßigen Versuch innerhalb der 1970er-Jahre dar, einen "typischen Wallace" zu drehen. Zudem handelt es sich um die einzige rein deutsche Wallace-Produktion in Farbe, bei der sich nicht Alfred Vohrer für die Regie verantwortlich zeigte. Allein aufgrund dieser Eigenständigkeit ist der Film schon besonders interessant.

Alles in allem ist "Die Tote aus der Themse" dennoch kein besonders guter Wallace, aber ein allemal annehmbarer 1970er-Jahre-Krimi. Was dem Film entscheidend abgeht, ist die Dynamik und dieser Vorwurf betrifft alle wesentlichen Bereiche. Die bisweilen harte Kritik an Hansjörg Felmy erscheint überzogen. Gleichwohl kann man nicht verhehlen, dass ihm ein wenig der Pep fehlt. Ähnliches gilt für Philipps Regie. Er legt ein weitaus gemächlicheres Tempo als Vohrer an den Tag, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, schließlich eröffnet dies grundsätzlich die Möglichkeit, Geschichte und Darstellern Raum zur Entfaltung zu geben. Dies gelingt jedoch nur in Teilen, es wird schlichtweg zu selten der Schalter auf "Action" umgelegt. Die Szene in der Fleischfabrik und die Tötungszenen sorgen nur sehr bedingt für Abhilfe. Insoweit passt das unspektakuläre - inhaltlich allerdings überzeugende - Finale ins Bild. Uschi Glas zeigt sich im Vergleich zu ihren bisherigen Darbietungen stark verbessert. Trotzdem fehlt an vorderster Front ein Zugpferd, welches den Film tragen kann. Dieser Umstand allein lässt den Film in Relation zu den meisten anderen Filmen tendenziell schlecht aussehen.

Demgegenüber ist zu honorieren, dass man sich dazu durchringen konnte, mal wieder vor Ort in London zu drehen. So gelingen Philipp & Co an zentralen Plätzen wie an der Themse oder am Piccadilly Circus die wohl eindrucksvollsten London-Aufnahmen in einer rein deutschen Produktion. Ansonsten fällt insbesondere das Fehlen jedweder Studio-Aufnahmen ins Auge, was dem Film einerseits einen realistischeren, bisweilen aber auch billigeren Anstrich verleiht. Ungewohnt für den Wallace-Zuschauer ist auch die Tatsache, dass hier bereits in der Eingangssequenz der Inspektor auftaucht.

Inhaltlich knüpft man fast nahtlos an "Der Mann mit dem Glasauge" an, wieder geht es um Rauschgift und junge Tänzerinnen im weitesten Sinne. Die Einführung gelingt ausgesprochen gut, mit dem mysteriösen Verschwinden der Myrna Fergusson weckt man unweigerlich das Interesse des Zuschauers. Insoweit sorgt man gegen Ende des Films zudem noch für eine Überraschung.

Im Übrigen freut sich der Wallace-Fan, ein letztes Mal viele bekannte Gesichter zu sehen. Ein Umstand, der sicher dazu beiträgt, dass einen mitunter Wehmut überkommt, wenn man sich diesen letzten "klassischen" Wallace-Film anschaut. Zuerst genannt sei natürlich Siegfried Schürenberg. Leider muss der Betrachter feststellen, dass Schürenberg bei weitem nicht an seine Hochphase 1967/1968 anknüpfen kann, obwohl er doch zumindest in "Akasava" eine ähnliche Rolle übernommen hatte. Erstaunlich viele Gags zünden nicht, oft schießt Schürenberg über das Ziel hinaus, nicht selten fehlt das rechte Timing. Sicher ist die vergleichsweise schwache Vorstellung Schürenbergs in Teilen dem Drehbuch anzulasten, insbesondere die Geschichte um "Jack the Ripper" erscheint geradezu hanebüchen. Mit Werner Peters ist der Film auf ewig verbunden. Er verstarb im Rahmen der zugehörigen Promo-Tour. Auch wenn er ebenfalls nicht an seine vorherigen großartigen Leistungen anknüpfen kann, freut es den Wallace-Freund, ihn nach so langer Pause nochmal in einem Wallace-Film zu sehen. Gleiches gilt für Friedrich Schoenfelder. Harry Riebauer bescherte man analog zu Pinkas Braun in "Banne" einen gelungenen Ausstand, indem man ihn eine undurchschaubare Figur verkörpern ließ und dabei mit seinem erarbeiteten Rollenklischee brechen konnte. Gelungene Gastspiele geben Ivan Desny (dankenswerterweise nicht synchronisiert) und Vadim Glowna, der einen interessanten Rollentypus darstellte, den man so bei Wallace nicht kannte. Petra Schürmann legt die Sekretärin Sir Johns - natürlich auch der Dramaturgie geschuldet - gänzlich anders an als ihre Vorgängerinnen, ein Günther Stoll hebt stets das schauspielerische Niveau. Ärgerlich, aber zur Produktionszeit in Deutschland wohl unvermeidbar waren die peinlichen Auftritte von Ingrid Steeger und Brigitte Skay.

Obgleich insoweit wahrscheinlich unbeabsichtigt, liefert Peter Thomas einen gefühlvollen Schwanengesang ab, der die bisweilen ob des nahen Endes aufkommende Melancholie weiter unterstreicht. Die vorliegende gehört zu den besten Arbeiten, die Thomas bei Wallace machte.

Zwar gehört "Die Tote aus der Themse" summa summarum zu den schwächeren Wallace-Streifen, eine Basis für mindestens einen weiteren Film dieser Machart war jedoch gelegt. Aus diesem Grunde hätte man Philipp oder einen anderen unverbrauchten Regisseur ruhig mit einem weiteren derartigen Film betrauen dürfen.


Als einzigem "typischen" Wallace-Film der 1970er kommt "Die Tote aus der Themse" ein gewisses Alleinstellungsmerkmal und in der Folge auch gesteigertes Interesse zu. Nüchtern betrachtet ist der Film allerdings nicht mehr als ein annehmbarer Krimi, der immerhin durch eine ordentliche Story und die wohl besten London-Aufnahmen in einer rein deutschen Wallace-Produktion punktet. 3 von 5 Punkten.

Jan Offline




Beiträge: 1.217

11.11.2016 23:28
#154 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #153

a) Wollte Wendlandt tatsächlich einfach nur einen "runden" Abschluss, um "Das Gesicht im Dunkeln" nicht als Endpunkt stehen zu lassen?

b) War es eine Mischung aus wirtschaftlichem Kalkül (Brauner hatte ja mit "Handschuhe" unter der Flagge BEW nochmal Kasse machen können) und der Tatsache, dass man Philipp noch einen Wallace "schuldete"?

c) Fühlte Wendlandt sich sich durch Brauners "Akasava" herausgefordert?

d) Wollte man es tatsächlich nochmal versuchen, merkte aber während der Produktion, dass die Luft raus raus und kein Potential für weitere Filme mehr vorhanden war?


Ich glaube an keine dieser vier Möglichkeiten so wirklich. Vielmehr dürfte der Geschäftsmann Wendlandt auch deswegen keinen Nachfolger mehr gemacht haben, weil er zu Beginn der 1970er Jahre eine lukrativere Einnahmequelle mit dem Tobis-Verleih aufzubauen begann. Was die Frage anbelangt, weswegen es diesen Film überhaupt gibt, scheint mir die Erklärung logisch, dass ein Anküpfen an die alte Machart in Verbindung mit einem offenkundig gekürzten Budget wenig Risiko und angemessenen Gewinn versprach. Man darf ja nicht vergessen, dass Alfred Vohrers Filme im Wesentlichen Atelierfilme waren. Die Themsetote hat meiner Erinnerung zufolge überhaupt kein Atelier - eine riesen Ersparnis!

Gruß
Jan

greaves Offline




Beiträge: 295

12.11.2016 00:03
#155 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Mir gefällt dieser Film eigentlich ganz gut.
Wie schon gesagt das es schöne Londonaufnahmen gibt ist hier lobenswert..die ich in den Vohrer Farbfilmen einwenig vermisse. Die
Schauspieler sind aus meiner Sicht gut ausgewählt.Anstatt Ivan Desny hätte ich mir auch Pinkas Braun vorstellen können.

Ray Offline



Beiträge: 730

12.11.2016 10:20
#156 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #154
Zitat von Ray im Beitrag #153

a) Wollte Wendlandt tatsächlich einfach nur einen "runden" Abschluss, um "Das Gesicht im Dunkeln" nicht als Endpunkt stehen zu lassen?

b) War es eine Mischung aus wirtschaftlichem Kalkül (Brauner hatte ja mit "Handschuhe" unter der Flagge BEW nochmal Kasse machen können) und der Tatsache, dass man Philipp noch einen Wallace "schuldete"?

c) Fühlte Wendlandt sich sich durch Brauners "Akasava" herausgefordert?

d) Wollte man es tatsächlich nochmal versuchen, merkte aber während der Produktion, dass die Luft raus raus und kein Potential für weitere Filme mehr vorhanden war?


Ich glaube an keine dieser vier Möglichkeiten so wirklich. Vielmehr dürfte der Geschäftsmann Wendlandt auch deswegen keinen Nachfolger mehr gemacht haben, weil er zu Beginn der 1970er Jahre eine lukrativere Einnahmequelle mit dem Tobis-Verleih aufzubauen begann. Was die Frage anbelangt, weswegen es diesen Film überhaupt gibt, scheint mir die Erklärung logisch, dass ein Anküpfen an die alte Machart in Verbindung mit einem offenkundig gekürzten Budget wenig Risiko und angemessenen Gewinn versprach. Man darf ja nicht vergessen, dass Alfred Vohrers Filme im Wesentlichen Atelierfilme waren. Die Themsetote hat meiner Erinnerung zufolge überhaupt kein Atelier - eine riesen Ersparnis!

Gruß
Jan




Danke für deine Einschätzung. Die Vorschläge sollten auch nicht abschließend sein, weitere Ansätze sind also sehr willkommen. Die Sache mit dem Tobis-Verleih wird meine ich auch an irgendeiner Stelle im "Hallo"-Buch als Erklärungsansatz gewählt. Deine Erinnerung ist im Übrigen korrekt, es gab keine Atelieraufnahmen in diesem Film.

Jan Offline




Beiträge: 1.217

12.11.2016 13:10
#157 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #156
Die Sache mit dem Tobis-Verleih wird meine ich auch an irgendeiner Stelle im "Hallo"-Buch als Erklärungsansatz gewählt.


Ebenso in der sehr lesenswerten Horst-Wendlandt-Biografie, die ebenfalls aufzeigt, dass sich Wendlandt zu Beginn der 1970er auf das Verleihen verlegte und in Folge zunächst wie z.B. auch Luggi Waldleitner oder Wolf C. Hartwig in (europäische) Co-Produktionen von größerem Format investierte, wenn er denn noch investierte. An der Sex- und Abschriebungsfilmwelle beteiligte sich Wendlandt m.W. gar nicht. Das dürfte aber so ziemlich das einzige gewesen sein, was in den 1970er Jahren - abgesehen von den Simmel-Filmen - an rein deutschen Produktionen aus dem Unterhaltungssektor reellen Profit abwarf. Dass Wendlandt aber auch nicht nur von Profit-Überlegungen getrieben war, zeigt ja die Wiederaufnahme von Wallace im TV gute 20 Jahre später. Da wird das (geschäftliche) Risiko zwar vergleichsweise gering gewesen sein, jedoch hat das schon ein wenig die Attitüde des "Back-to-the-Roots".

Gruß
Jan

Lord Low Offline




Beiträge: 510

01.05.2017 08:43
#158 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Jetzt weiss ich wieder, an was mich die Titelmusik erinnert hat:

nico2312 Offline



Beiträge: 154

06.05.2017 10:23
#159 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Einer meiner Lieblingsfarbfilme. Top Soundtrack und ne gute Besetzung.
Der Soundtrack ist Klasse Peter Thomas.....

Lord Low Offline




Beiträge: 510

24.07.2017 00:05
#160 RE: Bewertet "Die Tote aus der Themse" (30) Zitat · antworten

Wo wurden denn die Außenaufnahmen vor dem Hotel Portland gedreht?

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