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Dieses Thema hat 205 Antworten
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 Filmbewertungen
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greaves Offline




Beiträge: 522

02.08.2016 19:57
#166 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Für mich ist dieser Film eher ein schwacher Edgar Wallace Film von Alfred Vohrer,obwohl ich ein grosser Anhänger seiner (Wallace)-Filme bin.
Tönt vielleicht für manche komisch ,aber ich ziehe den Gorilla von Soho vordie Geschmäcker sind eben verschieden.
Zum Schauplatz der Schlosskulisse:ich war im April dieses Jahres dort.Und wenn man vergleicht und sieht ,dass Schloss Gentry garnicht im Wald nahe London steht,sondern in einem Villenquartier(wo sogar noch andere Szenen für Wallacefilme gedreht wurden),sieht man wieder wie beim Film getrickst wird
Für mich stehen immernoch Im Banne des Unheimlichen ,dicht gefolgt der Hund von Blackwood Castle und der Mönch mit der Peitsche zu meinen Top 3 farb -Wallace .

Count Villain Offline




Beiträge: 4.250

02.08.2016 20:25
#167 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Zitat von Lord Low im Beitrag #165
Die Schauspieler sind eigentlich alle top. Hier sind vor allem Carl Lange und Albert Bessler hervorzuheben. Nur Danneberg und Parten als Brüder von Kinski und Körner finde ich etwas blass.


Die Rollen geben jetzt auch nicht so viel her. Aber ansonsten sind natürlich schön viele skurrile und/oder zwielichtige Typen hier versammelt.

Zitat von greaves im Beitrag #166
Tönt vielleicht für manche komisch ,aber ich ziehe den Gorilla von Soho vordie Geschmäcker sind eben verschieden.


Finde ich gar nicht komisch. Der Gorilla hat als Quasi-Remake der Augen auf jeden Fall das bessere Buch. Und auch ich stehe der Hand sehr zwiespältig gegenüber. Der Film verfügt über eine dunkel-unangenehme Atmosphäre, die auf mich noch nicht einmal wohlig gruselnd, sondern einfach nur abstoßend wirkt, dass ich mit dem Film einfach nicht komplett warm werde.

patrick Offline




Beiträge: 3.121

02.08.2016 20:55
#168 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Für mich ist "Die blaue Hand" nach wie vor der beste Farb-Wallace. Gerade die Atmosphäre und die Mordgestalt punkten hier bei mir ganz besonders. Auch wenn der Film als "Whudunit" sicher durchfällt, bietet er tolle Grusel-Krimi-Unterhaltung und echtes Wallace-Feeling. Habe nie verstanden, warum der Film hier im Forum so gering geschätzt wird. Ich gebe ihm satte 5 von 5. Der Gorilla dagegen ist für mich ein Wallace-unwürdiges Kasperltheater und Totalabsturz. Die "Toten Augen" wurde da weniger ge-remaked, als vielmehr verunstaltet.

Lord Low Offline




Beiträge: 652

02.08.2016 21:06
#169 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #166

Zum Schauplatz der Schlosskulisse:ich war im April dieses Jahres dort.Und wenn man vergleicht und sieht ,dass Schloss Gentry garnicht im Wald nahe London steht,sondern in einem Villenquartier(wo sogar noch andere Szenen für Wallacefilme gedreht wurden),sieht man wieder wie beim Film getrickst wird.


Apropos Wald:

Wo wurden eigentlich die Wald-Szenen für den Film gedreht? Also wenn Dave aus der Anstalt nach Schloss Gentry flieht.

Jan Offline




Beiträge: 1.428

03.08.2016 11:53
#170 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #168
Habe nie verstanden, warum der Film hier im Forum so gering geschätzt wird.

Im Drehbuch ist einfach der Wurm drin gewesen, was man dem fertigen Film auch anmerkt, wie ich finde. Wie schon angesprochen, hat Vohrer zum Ende hin viel zu derbe gestrichen, ohne aber die eigentlichen Themen fallenzulassen. Diese ganze Geschichte um Butler Bessler und Lady Steppat wirkt ungereimt - der Anwalt tappst den gesamten Film über völlig beschnitten durch die Bauten und bleibt entsprechend blass. Die beiden Brüder Diana Körners sind nur noch Kanonenfutter. Für mich ist die Hand auch gesamt gesehen der am wenigsten stimmige Farbfreddy. Dass er kein Whodunit wurde, stört mich weniger. Vielmehr ist wohl bemerkenswert, dass sich diese für Wallace etwas ungekannte Dramaturgie nur mehr zufällig eingeschlichen hat.

Gruß
Jan

greaves Offline




Beiträge: 522

03.08.2016 19:25
#171 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Wo die Waldszenen gedreht wurden weis ich leider nicht kann sein um vor /hinter der Villa oder ccc Gelände am Havelufer. ?..kann an vielen Orten gewesen sein ...

Lord Low Offline




Beiträge: 652

03.08.2016 19:53
#172 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Vielleicht wurden die Waldszenen ja auch im Grunewald gedreht. Dort war ja auch die Irrenanstalt AKA Jagdschloss Grunewald.

Lord Low Offline




Beiträge: 652

20.09.2016 23:44
#173 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Ich hab mal einen Trailer zum Film gebastelt:

Ray Offline



Beiträge: 1.306

14.10.2016 22:44
#174 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Die blaue Hand (BRD 1967)

Regie: Alfred Vohrer

Darsteller: Harald Leipnitz, Klaus Kinski, Carl Lange, Ilse Steppat, Siegfried Schürenberg, Diana Körner, Richard Haller, Ilse Pagé, Fred Haltiner, Peter Parten, Harry Riebauer u.a.



"Die blaue Hand" liegt in meiner Gunst nicht mehr ganz so weit oben wie noch vor ein paar Jahren, dennoch würde ich den Film als einen "guten Wallace" und jedenfalls als den bis dato besten Farb-Beitrag bezeichnen. Vohrer übernahm vorläufig das Steuer und würde es für weitere fünf Filme nicht aus der Hand geben. Mit "Die blaue Hand" knüpfte er an begründete Horror-Traditionen an. Auslöser war er seinerzeit selbst mit "Die toten Augen von London". In etwas zahmerer Form wurde diese zwischenzeitlich von den Kollegen Gottlieb und Reinl ("Der schwarze Abt" bzw. "Der unheimliche Mönch") fortgeführt.

Die schon oben aufgezeigten Parallelen zu "Die seltsame Gräfin" gehen so weit, dass sich die Filme selbst in ihren Schwächen ähneln. Beide beginnen stark, doch sobald sich das Geschehen schwerpunktmäßig vom Anwesen zur Irrenanstalt verlagert, verflachen die Filme jeweils.

So sind es vor allem die ersten Minuten an "Die blaue Hand", die so ungemein fesseln und über manche im Verlauf des Films zu verzeichnende Schwäche weitgehend hinwegsehen lassen. Vohrer liefert beste Zutaten für wohligen Geisterbahn-Grusel: die Verfolgung Dave Emersons durch den nebelverhangenen Wald; der nächtliche Besuch der "blauen Hand" bei Myrna, wobei vor allem die Einstellung hinter dem Vorhang in Erinnerung bleibt, während im Hintergrund - natürlich - ein Gewitter tobt; die in Sachen Action und Spannung herausragende Szene im "Petit Maxim" (schnelle Schnitte, Papagei). Dazu sind die Tötungsszenen vergleichsweise blutig und lang gezogen. Insbesondere die Ermordungen der Brüder Myrnas bleiben im Gedächtnis.

Auf der anderen Seite muss man einräumen, dass die Darsteller sich wenig profilieren können. Kinski in seiner Doppelrolle hält sich ziemlich zurück, was seine Performance naturgemäß im Vergleich zu anderen Auftritten erblassen lässt. Harald Leipnitz macht seine Sache bei seinem Ausstand wieder ordentlich, ohne jedoch dabei zu glänzen. Schürenberg wurden schon wesentlich bessere Lacher in den Mund gelegt und Ilse Steppat sagt gefühlt in jedem zweiten Satz "Ich halte es nicht mehr aus!". Carl Lange liefert sicher seine einprägsamste Darbietung, dafür sorgt allein schon der Monokel. Überzeugend geraten hingegen die Auftritte von Albert Bessler (wohl sein bester) und Gudrun Genest. Diana Körner fällt zumindest in Relation zu ihrer Konkurrenz in der Farb-Ära nicht sonderlich ab. Einen kuriosen Einstand bekommt Bryan Edgar Wallace-Veteran Harry Riebauer. Er wird als Besitzer des "Petit Maxim" vorgestellt, beim Herausgehen nach dem Verhör wird klar, dass er und Schwester Harris sich kennen - das war´s. Zum Trost sollte Riebauer ab dem folgenden Auftritt wesentlich stimmigere Rollen erhalten.

In Sachen Sex gibt man sich wieder etwas zurückhaltender als zuletzt, eine Ausnahme bietet die Stripperin in der Irrenanstalt. Hier und in der Szene, in der Dr. Mangrove von der plötzlichen Geisteskrankheit seiner ehemaligen Mitarbeiterin erzählt, ist es schon verwunderlich, dass diese Worte dem Doktor über die Lippen gehen, ohne dass er dabei eine Miene verzieht.

Sicherlich wird es hinten raus ein wenig hektisch, das Ende ist arg abrupt und die Schlusspointe nicht sonderlich amüsant. Die Kritik am Whodunit kann ich allerdings in der oft vorgetragenen Schärfe nicht so ganz nachvollziehen. Anders als im "Abt" oder "Bogenschützen" ist die Auflösung nicht nur Nebensache, im Gegensatz zu "Neues vom Hexer" taucht der Täter zudem vorher auf. Die Erklärung dahinter ist - nach lockeren Wallace-Maßstäben - einigermaßen plausibel. Letzten Endes die typische Reineckersche Pyramide, nur wird diese eben etwas schnell aufgedröselt, so dass der Zuschauer, der bei Wallace vielleicht nicht immer die allerhöchste Konzentration aufbringt, möglicherweise nicht jede Verästelung verarbeiten kann.

Martin Böttcher kehrt nach längerer Pause zurück und liefert einen temporeichen Score, insbesondere der starke Einsatz von Bläsern sorgt bei den Verfolgungsjagden zu Anfang (Inspektor Craig stürmt in Myrna Emersons Zimmer, Robert Emerson springt aus dem Wagen und eilt ins "Petit Maxim") für passende Untermalung. Leider wirken wie im "Buckligen" wieder manche Kulissen sehr billig (Irrenanstalt) und der Schlangen-Einsatz ist völlig überzogen.


Bekanntermaßen sind aller guten Dinge drei. Und so gelingt es auch Alfred Vohrer, beim dritten Farb-Wallace den ersten "guten" zu präsentieren. Mit "Die blaue Hand" bewegt sich die Reihe weg von den "Hexereien" und baut auf alte Horror-Traditionen auf. Vor allem in der ersten halben Stunde bietet der Film allerfeinsten Geisterbahn-Grusel. Der Rest des Films ist kurzweilig, trotzdem kann das hohe Niveau nicht gehalten werden. Insgesamt noch 4 von 5 Punkten.

greaves Offline




Beiträge: 522

15.10.2016 11:57
#175 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Mit diesem Film kann ich leider wenig anfangen es hat zwar gute Darsteller wie Harald Leipnitz,Klaus Kinski Carl Lange usw.wie auch die Drehorte sind gut ausgewählt,mit vielen nachtaufnahmen,aber mit der Story werde ich nicht warm...
Da gefallen mir die nächsten 3 Farb Wallace am besten,die auch meine Favoriten sind

patrick Offline




Beiträge: 3.121

15.10.2016 14:23
#176 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Für mich ist da genau das drin, was einen tollen Wallace ausmacht. Sehr schöne atmosphärische Aufnahmen die eine tolle Stimmung heraufbeschwören, eine wirklich gute Musik, ein herrliches Mordwerkzeug, ein toller Kinski. Da stört mich das fehlende Whodunit einfach gar nicht mehr. Der beste Farb-Wallace. Ich würde 5 von 5 geben.

Lord Low Offline




Beiträge: 652

31.10.2017 14:04
#177 RE: Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23) Zitat · Antworten

Hier noch ein paar Drehortvergleiche zum Film:










Außerdem hier noch ein paar Aufnahmen vom Akademischen Seglerverein:



Gubanov Offline




Beiträge: 16.101

04.05.2019 14:50
#178 Wallace der Woche (26): Die blaue Hand (1967) Zitat · Antworten



Edgar Wallace: Die blaue Hand

Man nehme einen Edgar-Wallace-Romantitel, ignoriere den Inhalt des Buches und erfinde eine neue Geschichte mit dem Besten aus Erbschaftsklüngel, Irrenanstalt und Geheimgängen. Hinzu kommen eine Prise Wahnsinn, viel unheilvolles Dunkel, ein ganzer Batzen Schlangen und ein Mörder mit ungewöhnlicher Messerapparatur. Sieht so das Erfolgsrezept für Wallace im Jahr 1967 aus?

Erfahrungsgemäß genießt „Die blaue Hand“ einen zwiespältigen Ruf als atmosphärischer, aber inhaltlich unsauberer Wallace-Krimi – die Logik-Polizei wird also wieder ebenso viel zu tun bekommen wie Inspektor Craig. Dafür stellt der Film nach dem Exkurs der „Nonne“ wieder Altbewährtes zur Schau, wenngleich nach dem Ausstieg von Eddi Arent und mit der ersten großen Wallace-Hauptrolle für Klaus Kinski durchaus Änderungen anstehen ...

Links:

Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 28 von 36 (65,28 %)

tilomagnet Offline



Beiträge: 540

04.05.2019 17:16
#179 RE: Wallace der Woche (26): Die blaue Hand (1967) Zitat · Antworten

Zusammen mit dem MÖNCH II kommt die HAND meiner Vorstellung, wie ein Wallace Farbfilm am besten aussehen sollte, am nächsten. Gegenüber dem BUCKLIGEN wurde der Trash Faktor deutlich zurückgefahren und die Inszenierung wirkt sehr viel sorgfältiger. Die Musik von Martin Böttcher ist genau wie im Nachfolger erstklassig und trägt entscheidend zur Athmosphäre bei. Die Darsteller sind fast durch die Bank hervorragend, besonders Ilse Steppat als bissige Schlossherrin mit Millieu-Vergangenheit und Carl Lange als Anstaltsleiter. Kinski endlich in einer Hauptrolle zu besetzen, war überfällig. Auch wenn er keineswegs enttäuscht, so gehört die BLAUE HAND eher nicht zu seinen besten Wallace Auftritten. Nur Diana Körner hat eher überschaubares Talent, macht dies aber durch Optik mehr als wett. Peter Parten als Bruder mit schwulem Touch ist auch grenzwertig, aber die Rolle ist eh nicht sonderlich groß.


So weit so gut....leider muss ich jetzt die Achillesferse der HAND ansprechen: Das Drehbuch. Was Herbert Reinecker, Harald Petersson und Fred Denger hier zusammenschusterten, kann leider nicht überzeugen. Der Irrenhaus - Part wurde schlicht aus der GRÄFIN abgeschrieben. Auch bei der TÜR lies man sich mehr als nur inspirieren....
Eine vergeudete Chance ist Kinskis Doppelrolle. Der Zuschauer wartet eigentlich den gesamten Film auf die finale Konfrontation und die Abrechnung des guten mit dem bösen Bruder. Das verpufft völlig: Die Auflösung ist so überhastet und unbefriedigend wie sonst nur in NEUES VOM HEXER. Über die diversen Logiklöcher möchte ich mich da gar nicht mehr beschweren, weil sie eigentlich irrelevant sind und das Wallace Vergnügen auch nicht stören sollten.

Fazit: Hier wurde leider die Chance vertan, einen echten Kracher in die frühe Farb-Ära zu bringen. Das Drehbuch hat nur eine einzige gute, neue Idee: Die Mordwaffe. Sonst wurde zu viel abgeschrieben und die Geschichte ungeschickt und verworren aufgelöst. Richtig gut sind nur Hauptdarsteller und Score. 3.5/5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 3.121

04.05.2019 18:23
#180 RE: Wallace der Woche (26): Die blaue Hand (1967) Zitat · Antworten

Die blaue Hand (1967)



Regie: Alfred Vohrer

Drehzeit: 09.02.1967-22.03.1967

Mit: Harald Leipnitz, Klaus Kinski, Carl Lange, Ilse Steppat, Diana Körner, Siegfried Schürenberg, Hermann Lenschau, Gudrun Genest, Albert Bessler, Richard Haller, Ilse Pagé, Fred Haltiner, Peter Parten, Thomas Danneberg, Heinz Spitzner, Karin Kenklies, Otto Czarski, Harry Riebauer, Helga Lander


Handlung:


Dave Emerson wird für einen Mord, den er nicht begangen hat, in eine Irrenanstalt eingewiesen, kann aber durch die Hilfe eines Unbekannten entkommen. Seine Flucht führt zum Schloss Gentry, dem Sitz seiner Familie. Dort übernimmt er die Identität seines Zwillingsbruders Richard, der aus unerfindlichen Gründen spurlos verschwunden ist. Der ihm folgende Wachmann wird samt Hund von einem Kaputzenmann mit einer blauen, mit messerscharfen Klingen versehenen, Metallhand ermordet. Nach und nach werden nun auch Mitglieder der Familie Emerson von dem Vermummten getötet. Inspektor Craig durchschaut zwar, dass Richard eigentlich Dave ist, erkennt aber auch, dass diesem übel mitgespielt wird und deckt dessen Tarnung nicht auf. Er nimmt sogar seine Hilfe bei der Jagd nach dem mörderischen Phantom in Anspruch...

Anmerkungen:

Nachdem die bisherige bunte Wallace-Welt alles andere als überzeugte und teilweise eine deutliche Abzweigung in Richtung Trash nahm, kreierte Alfred Vohrer mit der "Blauen Hand" das erste farbige Meisterwerk der Reihe, das wie eine Hommage an die früheren Filme aus schwarzweißen Tagen anmutet. Als optisch einwandfreier Grusel-Thriller mit tadelloser Atmosphäre stellt der Streifen plakativ unter Beweis, dass Wallace-Flair tatsächlich auch in Farbe machbar ist. Ferner demonstriert Klaus Kinski, dass er auch in einer sympathischen Rolle überzeugen kann und trägt in einem ungewohnt gewichtigen Part die Handlung souverän, wobei er Harald Leipnitz deutlich in den Schatten stellt. Gegen diesen ist als Ermittler zwar nicht unbedingt etwas einzuwenden, doch erinnert man sich doch wesentlich bereitwilliger an seine fiesen Auftritte (Gruft, Ölprinz) zurück. Auch wenn die Handlung selbst mitunter verwirrt und die Endauflösung nicht überrascht, bleibt der Streifen durchgehend spannend und vor allem als Grusel-Thriller ausgesprochen unterhaltsam. Anders als bei dem aus diversen Wallace-Elementen notdürftig zusammengezimmert wirkenden "Buckligen" wird man als Zuseher hier auf eine wesentlich originellere und vor allem atmosphärisch deutlich stärkere Geisterbahnfahrt mitgenommen. Martin Böttchers tolle und aufrüttelnde Musik leistet das ihre, die Vorzüge dieses Films weiter zu unterstreichen. Erstmals ist recht unschwer erkennbar, dass man mittlerweile wohl gern in älteren Drehbüchern blättert, denn die Parallelen zur "Seltsamen Gräfin" sind unverkennbar. Nichtsdestotrotz wird diese von der bedeutend attraktiver inszenierten "Blauen Hand" klar ausgestochen. Carl Lange brilliert als Anstaltsarzt durch eine wesentlich dämonischere Präsenz als einst Rudolf Fernau. Harald Leipnitz fällt gegenüber dem in der "Gräfin" nicht unbedingt in Höchstform agierenden Joachim Fuchsberger aber trotzdem ab. Die Szenen in der Irrenanstalt hätten etwas wirkungsvoller ausfallen dürfen und die Stimme des Bosses am Telefon ist allzu offensichtlich nicht jene des überführten Drahtziehers. Die besondere Attraktion ist hier aber natürlich der einäugige Kapuzenmann, der mit einem Rüstungs-Handschuh als Waffe besonders blutrünstige Morde verübt.

Fazit:

In einer Phase, in der wohl so mancher Fan die Wallace-Reihe frustriert abgeschrieben haben dürfte, zieht Freddy-Vohrer nochmals sämtliche Register seines Könnens und präsentiert ein tadellos in Szene gesetztes Grusel-Spektakel, dessen Bildersprache die Herzen der Traditionalisten höher schlagen lässt. Schaurige Gewitternächte, ein altes Schloss mit unheimlichen Katakomben und nicht zuletzt ein besonders exzentrisches Mordwerkzeug sprechen eine klare Sprache und zeigen endlich wieder einmal, wie ein richtiger Wallace aussehen sollte. Das Publikum hat's honoriert und damit die Reihe für eine Weile wieder auf Kurs gebracht. Von meiner Seite klare 5 von 5 Punkten für eine Wallace-Welt, die wieder in Ordnung ist.

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