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Dieses Thema hat 298 Antworten
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Lord Low Offline




Beiträge: 639

30.08.2017 12:53
#256 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #255
Kurioserweise in Hamburg - man erkennt sogar eine Landkarte der Hansestadt im Hintergrund.


Hat da schon jemand Bildvergleiche gemacht?

Lord Low Offline




Beiträge: 639

30.08.2017 13:15
#257 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Und kann es sein, dass Reddingwood in der Szene, als er durch das Funkgerät mit Messer spricht, von Vohrer gesprochen wird?

Gubanov Offline




Beiträge: 15.775

30.08.2017 20:06
#258 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Zitat von Lord Low im Beitrag #256
Hat da schon jemand Bildvergleiche gemacht?

Für sinnvolle Bildvergleiche am Hamburger Flughafen müsste wohl erstmal eine Zeitmaschine konstruiert werden müssen. Da dürfte leider nichts Wiedererkennbares mehr zu fotografieren sein, was gleichzeitig entsprechende Szenenvergleiche zu "Der grüne Bogenschütze", "Vier Schlüssel" und (da bin ich mir nicht ganz sicher) evtl. auch "Wartezimmer zum Jenseits" erübrigt.

Miss Poirot Offline




Beiträge: 25

10.10.2017 09:36
#259 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Zitat von Lord Low im Beitrag #251
Kann mir jemand erklären, was es mit diesem Gesöff auf sich hat, welches Higgins von Wesby angeboten und dann von diesem weggeschüttet wird. Diese Szene soll wohl erneut Verdachtsmomente gegen Wesby schüren, ist jedoch angesichts Wesbys tatsächlicher Identität total sinnlos.

Das war nur als Gag gedacht, denk ich mal ;)

Lord Low Offline




Beiträge: 639

10.10.2017 10:55
#260 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Mich würde generell mal interessieren, ob jemand von euch bei der ersten Sichtung Wesby tatsächlich für den Hexer gehalten hat?

Ray Offline



Beiträge: 1.175

10.10.2017 11:28
#261 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Bei mir war es tatsächlich so. "Der Hexer" war mein zweiter Wallace-Film nach "Der grüne Bogenschütze". Daher konnte ich die Protagonisten und ihre Rollenklischees noch nicht so einschätzen. Es ist ja auch grundsätzlich alles gut gemacht. Nur erfahrene Wallace-Gucker fallen eben nicht darauf rein. Die sind dafür vielleicht bei einem späteren Wallace-Film mit Heinz Drache reingefallen.

Archibald Finch Offline




Beiträge: 24

10.10.2017 13:25
#262 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Bei mir war es tatsächlich auch so. Der Hexer war 2004 oder 2005 der erste Wallace den ich richtig verfolgt habe. Nachdem ich dann noch mehr filme der reihe gesehen habe dachte ich nur wie ich Wesby denn die ganze zeit für den Hexer halten konnte.
Beim Hund von Blackwood Castle wurde ich dann später nochmal vom gegenteil überzeugt als ich Heinz Drache bis zum schluss für den guten hielt.

patrick Offline




Beiträge: 3.027

10.10.2017 15:47
#263 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Zitat von Lord Low im Beitrag #260
Mich würde generell mal interessieren, ob jemand von euch bei der ersten Sichtung Wesby tatsächlich für den Hexer gehalten hat?


Nein, der wurde viel zu offensichtlich präsentiert. Der Hexer war auch bei weitem nicht mein erster Wallace.

Lord Low Offline




Beiträge: 639

31.10.2017 20:16
#264 RE: Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17) Zitat · antworten

Hier noch ein Drehortvergleich von meiner Berlin-Tour:

Gubanov Offline




Beiträge: 15.775

16.03.2019 10:00
#265 Wallace der Woche (19): Der Hexer (1964) Zitat · antworten



Edgar Wallace: Der Hexer

Hier ist er nun endlich: der wahrscheinlich namhafteste Edgar-Wallace-Film. Die Rialto-Film ließ sich mit einer Verfilmung von „Der Hexer“ erstaunlich lang Zeit, sodass selbst das ZDF mit seiner 1963er-TV-Fassung der eigentlichen Wallace-Hausmarke zuvorkam. Dass „Der Hexer“ erst in der zweiten Hälfte der German Wallace Wave sein Unwesen treibt, führt zu zweierlei Konsequenzen: Einerseits handelt es sich um ein merkliches Aushängeschild mit deutlichem Mehraufwand gegenüber den doch recht routinierten Vorgängerfilmen, andererseits zeichnet er in seinen Erzählstrukturen und Plotmechanismen bereits den Weg in die Farb-Ära vor.

Was meint ihr: Wird der Film seinem herausragenden Ruf gerecht oder hätte es für Vohrer & Co. hier noch Luft nach oben gegeben?

Links:

Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 11 von 36 (79,54 %)

Stephan Offline



Beiträge: 109

17.03.2019 00:33
#266 RE: Wallace der Woche (19): Der Hexer (1964) Zitat · antworten

Gong:
**1/2(überdurchschnittlich):“Viele spannungsfördernde Gags, gutes Team und routiniertes Drehbuch von Herbert Reinecker..“

Pauer:
„Zu einer kleinen Sensation hingegen geriet die 1964 von Horst Wendlandt produzierte Fassung (…)Der Film wurde eines der amüsantesten kriminalistischen Kammerspiele des deutschen Nachkriegsfilms…“

Kramp:
„Dieser Wallace-Thriller erwies sich seit Das Gasthaus an der Themse als die beste Wallace-Verfilmung; ein grandioses Debüt für Story-Erfinder Herbert Reinecker.“

Tses:
„Man braucht den Film nur einmal zu sehen und man weiß sofort, hier entstand ein Klassiker. Dieser Film lässt keine Wünsche offen. Jedes weitere Wort wäre überflüssig.“

Hohmann:
„Fraglos gehörte die neue Adaption qualitativ zu den besseren Wallace-Streifen, doch die Schwächen waren prinzipiell zu offensichtlich, als dass man ihn zu den absoluten Highlights dieser Epoche zählen konnte. Positiv war sicherlich die konstante Spannung…Die Dramaturgie saß, Leerlauf gab es keinen…So geriet der Hexer zu einer guten, unterhaltsamen Adaption, der jedoch insbesondere ein starker Gegenpart zum Täter fehlt. (…) Eines war Der Hexer aber auch: die letzte, wirklich gelungene Regiearbeit von Alfred Vohrer.“

Meine Meinung:
Trotz der oft gescholtenen Kammerspielartigkeit und des Logik-Faux-Pas mit Messers Stockdegen am Ende des Films: hier haben wir es meiner Meinung nach trotz meine subjektiven Wohlfühlfavoriten „Das indische Tuch“, dem grandiosen Erst-Vohrer "Die toten Augen von London" oder auch meinem Favoriten aus der Anfangszeit, in der noch nicht der Voherer-Stil etabliert war, nämlich „Der rote Kreis“, mit dem besten Rialto-Wallace zu tun!
Die Besetzung mit den nicht nur zwei, sondern drei Polizei-Assen der Serie Fuchsberger, Drache und Lowitz ist phantastisch. Mich persönlich stört es nicht, dass Haupt-Inspektor Blacky nicht die entscheidenden Geistesblitze hat…umso mehr erscheint die Genialität von Hexer Lowitz, diesen bis dahin in der Serie fehlerfreien Inspektor an der Nase herumführen zu können, in rechtem Licht.
Musik, Regie, Drehbuch – alles erstklassig.
Somit selbstverständlich 5 von 5 Punkten!

patrick Offline




Beiträge: 3.027

17.03.2019 09:43
#267 RE: Wallace der Woche (19): Der Hexer (1964) Zitat · antworten

Der Hexer (1964)



Regie: Alfred Vohrer

Drehzeit: 03.06.1964 - 11.07.1964

Mit: Joachim Fuchsberger, Heinz Drache, Sophie Hardy, Siegfried Lowitz, Margot Trooger, Jochen Brockmann, Carl Lange, Siegfried Schürenberg, Eddi Arent, Karl John, Kurt Waitzmann, Ann Savo, Hilde Sessak, René Deltgen, Tilo von Berlepsch, Petra von der Linde, Josef Wolff, Inge Keck, Kurd Pieritz, Wilhelm Vorwerg


Handlung:


Der unsaubere Rechtsanwalt Maurice Messer betreibt zusammen mit drei Komplizen, unter ihnen ein sehr unheiliger Priester, ein lukratives Nebengeschäft mit Mädchenhandel. Da ihm seine Sekretärin Gwenda Milton auf die Schliche kommt, wird diese kurzerhand ermordet und in der Themse entsorgt. Was die Gauner allerdings nicht wissen ist, dass sie damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben haben, denn Gwenda Milton war die Schwester von Arthur Milton, genannt "Der Hexer", der für seine Neigung zur Selbstjustiz bekannt und gefürchtet ist. Er musste England zwar verlassen und lebt nun in Australien, hat jedoch die Gabe, sich hinter diversen Masken in alle möglichen Personen zu verwandeln, sodass es für ihn ein Leichtes ist, zurückzukehren um seine Schwester zu rächen. Tatsächlich solle es nicht lange dauern, bis Miltons Gattin Cora-Ann ganz offiziell in London auftaucht...

Anmerkungen:


Eigentlich war ich immer ein scharfer Kritiker des "Hexers", den ich nach wiederholten Sichtungen für höchst mittelmässig hielt. Interessanterweise muss ich aber jetzt im Rahmen des chronologischen Wallace-Marathons mein Urteil revidieren und tatsächlich einräumen, dass der Film in meinem Ansehen deutlich gestiegen ist. Was ich immer bemängelt habe, war Blackys tölpelhafte Interpretation des Inspektor Higgins und das dümmliche Gehabe seiner, von Sophie Hardy gespielten, Verlobten, die dem Klischee der einfältigen Blondine keine größere Ehre machen könnte. Auch Szenen, wie die von Higgins irrtümlich für echt gehaltene Radiowerbung und die in Echtzeit dokumentierte Schritt-für-Schritt-Anleitung von Messers Ermordung stießen mir sauer auf und rücken die Geschichte hart an die Grenze einer Persiflage. All diese Kritikpunkte haben für mich nach wie vor volle Gültigkeit, drängen sich aber zugunsten der weiter unten angesprochenen Qualitäten jetzt mehr in den Hintergrund. Ganz anders als die üblichen titelgebenden Wallace-Schurken, die für gewöhnlich optisch unverkennbar und angsteinflößend in Erscheinung treten - nur eben im Schutze ihres als Markenzeichen dienenden Mummenschanzes - scheint der Hexer zwar allgegenwärtig zu sein, bleibt aber dennoch unsichtbar, da man keinen rechten Anhaltspunkt zu Greifen bekommt, hinter welcher Fassade er eigentlich steckt. Natürlich werden die üblichen Verdächtigen am Tablett serviert, gemäß der altbekannten Krimiregeln gerade dadurch aber auch sehr schnell wieder entlastet. Lässt man seinen Blick wandern, will er nicht so recht bei jemandem hängen bleiben, der als "Hexer" Sinn ergibt. Obwohl der Fokus sich am Schluss auf einen recht überschaubaren Personenkreis richtet, fährt die Auflösung als volle Überraschung ein. Man verstand es, mit einer erfrischend neuen Idee aufzuwarten und das Fantomas-Element in der Wallace-Reihe unterzubringen. Auch ist der Gesuchte zur Abwechslung einmal ein Sympathieträger, dem man es durchaus gönnt, dass er der Polizei durch einen Trick durch die Lappen geht, um für eine Fortsetzung erneut zur Verfügung zu stehen. Ähnlich wie der unter dem Banner von Wallace-Junior im Jahr zuvor entstandene "Henker von London" sorgt der Hexer dafür, dass lediglich solche Charaktere in's Jenseits expediert werden, über deren Tod kaum jemand eine Träne vergießt.

Zum ersten und letzten mal hat man sich hier den Luxus gegönnt, Heinz Drache und Joachim Fuchsberger gemeinsam in einem Wallace-Film zu vereinen, wobei der Punkt eindeutig an Drache geht, der neben dem zu komödiantisch angelegten Blacky das bessere Bild abgibt und seinem bewährten Image treu bleiben darf. Auch ist er es, der am Schluss den Fall aufklärt. Eddi Arent findet hier wieder zu einem wohler dosierten Humor zurück. Besonders originell klingt Peter Thomas Hexer-Musik mit schöner gruseliger Melodie, allerdings zu komödiantischen Einstreuungen. Sehr schade finde ich, dass die ursprüngliche Idee, die ermordete Gwenda Milton immer wieder geisterhaft in Erscheinung treten zu lassen - ähnlich wie Shelton in der "Bande"- fallengelassen wurde. Damit wurde der Film um ein sehr schönes Grusel-Element gebracht, das beim Publikum sicher hervorragend angekommen wäre.

Fazit:

Als Ratespiel um einen gesichtslosen Unbekannten rückt "Der Hexer" in die Nähe von Fantomas und bietet, mit einem Augenzwinkern inszeniert, ein recht kurzweiliges Vergnügen. Auch wenn mir als Liebhaber der altbewährten Grusel-Wallace mit ihren bei Nacht und Nebel so richtig schön in Szene gesetzten Klischees einiges fehlt, bin ich gerne bereit, wacklige 4 von 5 Punkten springen zu lassen.

greaves Offline




Beiträge: 470

17.03.2019 10:00
#268 RE: Wallace der Woche (19): Der Hexer (1964) Zitat · antworten

Der Hexer

Hab ich noch gut in Erinnerung als er damals angekündigt wurde im TV.

Aber erst beim nochmaligen sehen so 2 Jahre später,ist mir klar geworden, dass die drei bekanntesten Wallace Inspektoren darin mitgespielt haben...

Mit Joachim Fuchsberger,Heinz Drache,Siegfried Lowitz,Siegfried Schürenberg,Eddi Arent,Sophie Hardy,Jochen Brockmann,Ann Savo,Curd Pieritz,Carl Lange,Kurt Waitzmann,Karl John,René Deltgen usw.ist der Reisser gut besetzt.Sogar ein paar Schauspieler der ersten Wallace-Stunde sind dabei.

Das Drehbuch wurde gegen Ende der Dreharbeiten im Safe gelassen,damit nicht alle wussten,wer sich hinter dem Hexer verbirgt.

Das einzige was mich persönlich einwenig stört,(aber nur nach zig—malignem ansehen)dass es noch mehr Aussenaufnahmen /Londonaufnahmen geben dürfen.
Sonst kommt der Film bei mir sicher in die Top Ten der Reihe.

Die Musik ist sicher ein Highlight der gesamten Wallace oder sogar der 60er Krimiwelle.

Was die Drehorte des Films betrifft,wurde viel um die CCC STUDIOS in Spandau gedreht.
(Ich habe vorgestern,mich wieder einmal zu später Stunde,an Google Earth gesetzt und bin so über Berlin gekurvt).Der Denkanstoss hat mir ein bekannter ccc Film gegeben,der ich mir kurz vorher angeschaut habe.Der Film wurde auch an einem Aussen Wallace Drehort hergestellt,der mir sehr identisch mit meinem vermuteten ,lang gesuchten Wallace Schauplatz Kopfzerbrechen brachte..
Und wies aussieht,bin ich fündig geworden und habe zum Hexer und zu drei anderen Wallace-Drehorten wieder was bisher unbekanntes gefunden.(ich muss es aber noch ganz checken,bei meinem Berlin Aufenthalt übernächste Woche).

Ich gebe dem Hexer 4,5 von 5 Punkten

Giacco Offline



Beiträge: 1.716

17.03.2019 11:03
#269 RE: Wallace der Woche (19): Der Hexer (1964) Zitat · antworten

"Das ist wohl mit Abstand die beste Wallace-Verfilmung der bisherigen Serie. Herbert Reinecker durfte hier einmal die ganz spritzige Feder nehmen. Er schuf unter Hinzufügung eigener Phantasie einen Krimi, der sich neben dem Original durchaus sehen lassen kann. Er sparte weder mit amüsanten Gags noch mit Modernisierungen der Story, die er hier und da sogar zur Persiflage auflockerte.
Der Inhalt ist bekannt - wenn nicht: umso besser bei einem Krimi. Die Besetzung ist noch bekannter. Als Partner und Konkurrenten fungieren die beiden erprobten Kriminalkommissare der deutschen Leinwand und des Bildschirms: Heinz Drache und Joachim Fuchsberger. Als Maurice Messer stampft der massige Jochen Brockmann durch die gespenstische Szenerie. Margot Trooger ist als Frau des Hexers eine Salonschlange par excellence - und den Sex in Blond und Schwarz apostrophieren in rassiger Formgebung Sophie Hardy und Ann Savo. Regisseur Alfred Vohrer und Kameramann Karl Löb können zufrieden auf diese Hexerei blicken - das Publikum tut es auch." (Film-Echo, Sept. 1964)

Film-Echo-Note: 2,6 (89 Meldungen) / Erstnote: 2,1

In Frankreich lief der Film am 28.4.1965 an. In Paris wurde er (incl. Außenbezirke) in 6 Kinos gezeigt und erreichte in 2 Wochen eine Besucherzahl von 60.722. Obwohl sie in Frankreich eher wenig bekannt war, wurde Sophie Hardy auf den französischen Plakaten besonders herausgestellt.
Frankreich: 575.916 Besucher
Spanien: 495.552 Besucher

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 49

17.03.2019 12:31
#270 RE: Wallace der Woche (19): Der Hexer (1964) Zitat · antworten

Positiv:
========
+ Das Intro mit den Wassereffekten ist stimmungsvoll
+ Carl Lange ist einer der besten Wallace-Schurken ever!
+ Heinz Drache spielt die anderen locker an die Wand
+ Eddi Arent in seiner bisher besten Rolle: erstaunlich subtile Pointen, kein Klamauk, sparsame Mimik - absolut passend
+ Jochen Brockmann gibt den Maurice Messer sehr schön unsympathisch - wenn auch am Rande des Overactings

Negativ:
========
- Die Musik ist albern und nervig
- Schürenberg wird immer mehr zur veritablen Knalltüte
- Vohrers Obsession mit Schlangen
- Die Maske am Ende bzw. die Szene, in der man den Hexer noch verkleidet im Profil sieht, schaut schon SEHR billig aus

- Fuchsberger spielt nicht nur mittelmäßig im Vergleich zu Drache - ich finde seine Rolle regelrecht zum Fremdschämen. Er wird hier als Weiberheld dargestellt, was überhaupt nicht passt. Die meiste Zeit beschäftigt er sich damit, herumzuhängen oder von anderen niedergeschlagen und hernach gerettet zu werden. Und er will der berühmteste Inspector von Scotland Yard sein? So trottelig hat sich bisher noch keiner angestellt. Drache löst den Fall quasi im Alleingang und Higgins ist untätig. Die ganze Rolle hätte man auch weglassen können. Aber wahrscheinlich wollte man hier alles richtig machen und hat deshalb das Dreierpack aus Lowitz, Drache und Fuchsberger verpflichtet.

- Der ganze Film wirkt zeitweise wie ein einziger Herrenwitz - mit dümmlichen Stereotypen und nervigen weiblichen Rollen, was in den kommenden Verfilmungen sich noch verstärken wollte. Das war dem Zeitgeist geschuldet, wirkt aber schon sehr bemüht und peinlich.


Sonstiges:
==========
o zumindest ich habe zum ersten Mal den Nachnamen von Sir John gehört
o das später noch öfter aufgegriffene (um nicht zu sagen to Tode recycelte) Thema mit dem Mädchenpensionat und den bösen Leitern und Gehilfen wird hier zum ersten Mal eingeführt. Junge unschuldige Mädchen in Uniformen - das passte anscheinend gut zu den Altherrenfantasien des angezielten Punlikums und wurde ja später in der Art immer voyeuristischer und schmieriger verwurstet. Hier ist es noch eher am Rande zu finden.

Fragen:
=======
? Warum wird eigentlich so ein Bohei um den Aufenthalt des Hexers gemacht - erst sagt Higgins, dass Milton damals nichts Illegales gemacht hätte, aber dann wird getan, als ob Staatsfeind Nr. 1 nach England käme - und sogar Sir John persönlich kümmert sich um den Fall.
? Die Ermordung von Messer ist unlogisch, warum öffnet sich die Geheimtür und die Spitze zeigt heraus? Wer erdolcht denn Messer?
? Warum wird der ominöse Verein nicht einer Haussuchung unterzogen? Obwohl man schon so viel Verdächtiges gesammelt hat, kann dort anscheinend jeder schalten und walten, wie er will.
? Warum wird erst auf Sir Johns Geheiß (!) das Selbstverständlichste getan, nämlich das U-Boot mal langsam zu sichern? Wie doof bzw. faul ist Higgins eigentlich?

Insgesamt wieder etwas besser als die Gruft - aber leider biedert sich Vohrer immer mehr dem Zeitgeist durch Klamauk und billige Effekthascherei auf Kosten von Substanz und Qualität an und versucht damit schnellen Erfolg zu erzielen.

Der Film gehört zu den bekanntesten der Reihe, aber genau wie der Zinker und der Abt eher durch die griffigen Namen und bekannten Bücher.
Etwas überschätzt wie die eben genannten und sicherlich kein Meisterwerk als das er gerne dargestellt wird - aber immerhin noch spannend und recht unterhaltsam.

3,5 / 5

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