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Dieses Thema hat 155 Antworten
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Wallacefreund Offline




Beiträge: 235

08.01.2019 22:45
#136 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Der Film beginnt recht gut lässt dann aber doch ziemlich nach. Er verfügt über eine gruselig schöne Wallace Atmosphäre und eine ordentliche Besetzung. Klaus Kinski hat hier mMn seinen besten Auftritt in der ganzen Reihe. Man nimmt ihm den geisteskranken Psychopathen komplett ab. F. Rasp ist auch gewohnt gut, L. Dagover übertreibt mMn. Insgesamt ist der Film aber zu spannungsarm und zieht sich zu sehr in die Länge. Bei weitem kein Highlight der Reihe, aber es kommen noch deutlich schwächere Filme.

Fazit :3 von 5 Punkten.

Archibald Finch Offline




Beiträge: 24

09.01.2019 12:35
#137 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Die seltsame Gräfin hat für mich einen sehr starken Anfang, lässt dann allerdings doch ziemlich nach. Die Gräfin wie der Titel schon sagt: ist doch recht seltsam und spielt ihr eigenes Spiel.
Allerdings wird diese Rolle von Alt-Star Lil Dagover doch exzellent verkörpert, wenn man bedenkt das sie beim Filmdreh bereits 74 Jahre alt ist. Klaus Kinski ist hier gewohnt aggressiv unterwegs, die Rolle als Phychopat passt genau zu ihm. Fuchsberger ist hier auch als Michael "Mike" Dorn professionell am Werk. Wenn man davon absieht das seine Englisch Kenntnisse lange nicht so gut sind wie die der Gräfin. Brigitte Grothum als Mrs. Reedle finde ich echt überzeugend gespielt. Edith Hancke als ihre Mitbewohnerin gut ausgewählt, ein Gastspiel in der Wallace Reihe steht ihr sehr gut. Was allerdings sich Rechtsanwalt Shaddle alias Fritz Rasp bei seiner Rolle denkt ist für mich unklar. Er beauftragt einen Scotland Yard Inspektor auf seine Sekretärin aufzupassen und nach mehreren Mordanschlägen will er immer noch nicht mit der Sprache rausrücken.
Der junge Graf, Eddi Arent, lässt sich noch von seiner Mutter das Leben bestimmen. Unverständlich in seinem alter, aber im Hause Adeliger nicht ungewöhnlich.
Die drehorte finde ich ganz ansehnlich und Schloss Ahrensburg ist auch echt Englisch anzusehen.
Der Film ist zwar lange nicht der beste jedoch auch lange nicht schlechteste. Gebe 3,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.325

09.01.2019 23:29
#138 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #5
Die seltsame Gräfin
Was mir aufgefallen ist,dass Kurt Jaggberg als Tankwart von Harry Riebauer synchronisiert wurde.
Ich habe mir den Film heute das erste mal auf blu Ray angeschaut und nach dem Ende des Films kurz auf die englische Tonspur geschaltet.In der Szene als Edith Hancke Brigitte Grothum auf Schloss Cornerflat besucht und dem Butler Kolldehoff ihre Garderobe abgibt,fängt im Hintergrund die Titelmusik vom Verrätertor anzulaufen,bis Eddi Arent seine Vorfahren auf den Gemälden vorgestellt hat.
Komisch für mich das zu hören ist nur,dass das Verrätertor drei Jahre nach der Gräfin produziert wurde..



Das mit Riebauer ist mir diesmal auch erstmals aufgefallen.


Zitat von Count Villain im Beitrag #7

Ach, und von der Michael- und Peter-Front gibt es natürlich auch hier etwas zu berichten. Anstatt, dass alle es gleichermaßen falsch machen, gibt es hier eine sehr interessante Inkonsistenz. Während zum Beispiel Fuchsberger deutsch drauflos "tappert", ist es Lil Dagover, die nicht nur den Namen Hurley englisch buchstabiert, sondern auch den Doktor englisch ausspricht. Ein echter Weltstar eben!


Richtig, wobei Dagover es mit ihrem Englisch ein wenig übertreibt. Als sie die drei Namen vorliest, sagt sie zum Schluss "and (!) Mary Pinder".


"Die seltsame Gräfin" war der erste Wallace-Film, den ich mir damals nach Erscheinen auf DVD angesehen habe. Er lag gefühlt über Jahre am Ende der Top 10 bzw. im vorderen Teil der Top 20, hat aber zuletzt ein wenig abreißen müssen. Dieser Eindruck hat sich auch bei meiner heutigen Sichtung bestätigt.

Wie schon mehrfach hervorgehoben wurde, beginnt der Film trotz fehlender Prätitelsequenz sehr stark. Die wahrlich unheimlichen Anrufe, höchst effektvoll untermalt von Peter Thomas' Musik (die im Übrigen kein großes Highlight ist, ein regelmäßig verwendetes Thema hört sich an wie eine Mischung aus Böttcher und dem Thema aus dem "Frosch"), die spektakulären und dicht gedrängten Mordanschläge. Dazu eine Protagonistin, die sofort alle Sympathien gewinnt. Brigitte Grothum liefert einen höchst gelungenen Einstand in ihre Wallace-Laufbahn. Ihre Miss Reedle ist gut aussehend, freundlich, bodenständig und mit einer gesunden Portion Neugier ausgestattet. Letztere bringt sie auf die Spur ihrer Mutter. Trotz der Drohanrufe entwickelt sich zu Anfang eine gewisse Wohlfühl-Atmosphäre, wozu die Szenen in der Wohnung mit ihrer Mitbewohnerin Edith Hancke beitragen. Besonders geachtet habe ich diesmal auf den typisch deutschen Zaun, vor dem Wohnungshaus sowie die typisch englische Laterne, der sich im Hintergrund nicht mehr ganz so typisch englische Laternen anschließen.

Atmosphärisch sind zunächst auch die Szenen auf dem Schloss. Gerade in den ersten Momenten kommt der ganze Verlauf nicht nur Edith Hancke wie im Märchen vor. Ein jähes Ende findet die positive Entwicklung mit der legendären Balkonszene, die allerdings handwerklich zum Teil missraten ist: der Film zeigt Edith Hancke, wie sie schreiend zu ihrer Freundin Margaret rennt, erst einige Sekunden, nachdem der Balkon zusammengebrochen ist. So nah wie die beiden vorher zusammen standen, kann das eigentlich nicht so lange dauern. Zentralgestalt des Films ist natürlich Lil Dagover, die den Titel des Films (allzu) wörtlich nimmt und es mitunter ein wenig übertreibt. Das kann man nun gerade schätzen oder aber ablehnen. So eindeutig war die Täterfrage für mich damals bei der Erstsichtung nicht, aber es ist schon so, dass den Film das Schicksal Margarets wesentlich mehr interessiert als der Mord am Butler. Alles scheint intuitiv zu ahnen, dass beides zusammenhängen muss, obwohl die Anschläge auf Margaret schon vor ihrer Anstellung begannen. Die Szenen in der Nervenanstalt schießen bisweilen etwas übers Ziel hinaus (Frau mit Puppe), in dieser Phase baut der Film merklich ab, wenngleich Klaus Kinski und der dem Trunke ergebene Rudolf Fernau als Anstaltsleiter echte Paraderollen haben. Richard Häussler und Fritz Rasp werten den extrem stimmigen Cast ebenso auf wie Marianne Hoppe, welche die entbehrungsreiche Zeit und die neu gewonnene Hoffnung durch das Wiedersehen mit der Tochter sehr gut auf die Leinwand transportiert. Joachim Fuchsberger spielt wieder einmal engagiert, entwickelt mangels Screentime allerdings nicht die gewohnte Präsenz. Bermekenswert allerdings die Szene, in der er sich sekundenlang ohne Schnitt aus der Zwangsjacke zu befreien versucht und sich dabei überaus geschickt anstellt. Was dem Film nahezu völlig abgeht, ist Humor. Der "Running Gag" mit dem Großvater und die "Kostproben" aus dem klassischen Theater gehören sicher nicht zu den humoristischen Sternstunden der Reihe. Überhaupt erwischte Eddi Arent zum zwieten Mal in Folge eine eher undankbare Rolle.

Der Inszenierung merkt man den Regiewechsel zu keiner Zeit an. Wie schon letztens angesprochen, wäre es interessant zu erfahren, wie hoch Jürgen Rolands Anteil tatsächlich ausgefallen ist. An manchen Stellen hätte das Dialogbuch allerdings ruhig überarbeitet oder spontan Äderung vorgenommen werden können (Bsp.: Als Margaret aufgewühlt nach Hause kommt, sagt Lizzy zu ihr: "Ich hab ihn gesehen. Es war schrecklich, als er mich würgte." Vom Würgen konnte Margaret indes noch nichts wissen, wieso also nicht einfach "Ich hab ihn gesehen. Er hat mich gewürgt. Es war schrecklich."?

Alles in allem gewiss ein guter Film, den man sich wegen seiner Alleinstellungsmrkmale immer wieder ansehen kann, der das hohe Niveau aber nicht durchgängog aufrecht erhält und allgemein weniger unterhaltsam ist als viele andere Wallace-Filme. 3,5 von 5 Punkten.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

10.01.2019 10:15
#139 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Ray im Beitrag #18
So eindeutig war die Täterfrage für mich damals bei der Erstsichtung nicht, aber es ist schon so, dass den Film das Schicksal Margarets wesentlich mehr interessiert als der Mord am Butler.


Das liegt vielleicht an der Vorlage. Im Roman endet der Stromschlag nicht tödlich.

Zitat von Ray im Beitrag #18
Besonders geachtet habe ich diesmal auf den typisch deutschen Zaun, vor dem Wohnungshaus sowie die typisch englische Laterne, der sich im Hintergrund nicht mehr ganz so typisch englische Laternen anschließen.


Wenn man einmal darauf aufmerksam geworden ist, kann man es nie mehr übersehen.

Zitat von Ray im Beitrag #18
Richtig, wobei Dagover es mit ihrem Englisch ein wenig übertreibt. Als sie die drei Namen vorliest, sagt sie zum Schluss "and (!) Mary Pinder".


Das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Muss ich noch mal drauf achten.

Zitat von Ray im Beitrag #18
Die Szenen in der Nervenanstalt schießen bisweilen etwas übers Ziel hinaus (Frau mit Puppe), [...]


Gerade diese Szene hat mich als Kind/Heranwachsender immer sehr verstört/verschreckt.

Zitat von Ray im Beitrag #18
(Bsp.: Als Margaret aufgewühlt nach Hause kommt, sagt Lizzy zu ihr: "Ich hab ihn gesehen. Es war schrecklich, als er mich würgte." Vom Würgen konnte Margaret indes noch nichts wissen, wieso also nicht einfach "Ich hab ihn gesehen. Er hat mich gewürgt. Es war schrecklich."?


Das ist etwas überkritisch, oder? Nur weil Lizzy das Würgen mit einem "als" einleitet statt als eigenen Satz? Ergibt für mich weder im Sinn noch im Verständnis einen Unterschied. Wenn zu mir jemand sagt "Es war nass, als es regnete", muss ich doch auch nicht vorher wissen, dass es geregnet hat, oder? Stolpern würde ich höchstens darüber, dass Margaret nicht weiter auf das Würgen oder den Vorfall an sich eingeht. Oder nachfragt, ob Lizzy den Mann beschreiben kann, wenn sie ihn schon gesehen hat.

Jan Offline




Beiträge: 1.431

10.01.2019 10:26
#140 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Ray im Beitrag #18

Der Inszenierung merkt man den Regiewechsel zu keiner Zeit an. Wie schon letztens angesprochen, wäre es interessant zu erfahren, wie hoch Jürgen Rolands Anteil tatsächlich ausgefallen ist.


Ich habe bislang immer zu den Skeptikern gehört diesbezüglich. Zu unwahrscheinlich kam mir diese Verpflichtung Jürgen Rolands vor. Ich habe mir dann einmal die Roland-Filme rings um die Gräfin näher betrachtet und wähnte mich mit meiner Skepsis schon auf dem Holzwege, weil der Jürgen-Roland-Krimi "Der Transport" imdb zufolge tatsächlich in den Ateliers in Tempelhof entstanden ist. Was hätte demnach näher gelegen, als Roland einfach rüber zu holen, wenn er eh schon in Berlin ist. Leider aber hatte dieser Film seine Premiere am 30.06.1961 - mithin zwei Monate vor dem Start der Dreharbeiten der Gräfin am 28.08.1961. Da dürfte Roland dann doch wohl schon weg gewesen sein.

Es ist es mir bislang nicht gelungen, die Drehzeit von "Heißer Hafen Hongkong" herauszufinden. Der Film lief erst am 23.05.1962 in Deutschland an. Insofern könnte es schon sein, dass hier im frühen Herbst 1961 noch ein freies Zeitfenster bestand. Jedoch gibt es überdies ja noch Rolands Fernseharbeiten. Die Stahlnetz-Episode "In der Nacht zum Dienstag" wurde am 07.11.1961 ausgestrahlt und wird im Jahr 1961 also auch noch irgendwann gedreht worden sein. Die Episode "Verbrechen nach Schulschluss" aus der Reihe "Der Polizeibericht meldet..." scheidet aus - ihre Erstsendung war am 08.06.1961.

Geht man also davon aus, dass "Heißer Hafen Hongkong" eher zum Ende des Jahres entstand und dass "In der Nacht zum Dienstag" eher im Frühjahr gedreht wurde, so klafft da im Zeitraum 28.08. bis 29.09.1961 tatsächlich eine Lücke. Als einigermaßen unsinnig erachte ich weiterhin, dass man Jürgen Roland von der Elbe an die Spree geholt hat. Aufgrund der Wikipedia-Angabe, dass wohl auch der Berliner Regieassistent Ottokar Runze an den Dreharbeiten beteiligt war, erscheint es mir am plausibelsten, dass sich Jürgen Rolands Beteiligung an der Gräfin auf Ahrensburg beschränkt. Warum hätte man ihn nach Berlin holen sollen, wenn dort einerseits doch Runze tätig war und Horst Wendlandt andererseits zahlreiche Regisseure zur Verfügung gehabt hätte, die ja unmöglich alle unter Beschäftigung gestanden haben können?

Gruß
Jan

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 229

10.01.2019 13:30
#141 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Auch Die seltsame Gräfin ist so ein Streifen, der sich auf eine Buchvorlage stützt, die alleine für sich nicht das Zeug dazu hat, einen ganzen anderthalbstündigen Film zu füllen, zumindest im Stile der damaligen Zeit. So wurde auch hier einiges dazugedichtet, besonders natürlich der irre Killer Stuart Bresset. Andererseits ist die Romanhandlung noch sehr dominierend.
Das Ensemble der Schauspieler ist, wie schon so oft beschrieben, von einer gewissen Gegensätzlichkeit: einmal die alte Schule, allen voran die seltsame Gräfin Lil Dagover, und dann gewissermaßen die "jungen Wilden" mit Blacky Fuchsberger an der Spitze.
Das theatralische, geradezu theaterhafte Spiel von Lil Dagover, aber auch Rudolf Fernau und Marianne Hoppe ist schon gewöhnungsbedürftig. Am besten gefällt mir immer noch Eddi Arent als unterdrückter Muttersohn, durchaus glaubhaft gespielt mit den üblichen Possen, aber auch einer gewissen Tragik. Klaus Kinski als Psychopath, der er wohl in Wirklichkeit auch war, bietet ebenfalls manchmal schon unfreiwillige Komik, etwa wenn er unverhofft seinem Opfer in Tappats Behandlungszimmer gegenübersteht und ein Minenspiel vom Stapel lässt, dass furchtbar und lächerlich zugleich ist.
Die Musik von Peter Thomas ist noch richtig krimimäßig und auch sonst passabel.
Ähnlich wie beim Fälscher dauert es eine Weile, bis die erste Leiche purzelt, auch die Zahl von vier unsanft Dahingeschiedenen ist gleich. Während der Fälscher eine Weile braucht, um Schwung aufzunehmen, dafür aber eine recht durchdachte Handlung hat, geht es bei der Gräfin gleich mit Drohanrufen und Mordanschlägen los, allerdings ist die Handlung bei weitem nicht so schlüssig.
Warum versucht man nun eigentlich dauernd, die arme Margaret Reedle umzubringen ? Der Film gibt darauf keine befriedigende Antwort, was eine große Schwachstelle ist. Das schon im Buch nicht allzu logisch ausformulierte Motiv, wonach Margaret (selbstredend) die eigentliche Erbin der Moronschen Besitztümer ist und deswegen verschwinden muss, fällt im Film irgendwie völlig unter den Tisch. Da am Ende wird nur von einem oder sogar zwei schon lange zurückliegenden Giftmorden an Familienmitgliedern fabuliert, für die Margarets Mutter ins Gefängnis musste, aber was hat das nun mit ihrer Tochter zu tun ? Dass es nun irgendwie doch um ein Erbe geht, kann man nur ahnen. Vielleicht habe ich es einfach auch nicht kapiert. Auch das schon einige Male erwähnte nicht gerade schlüssige Verhalten von Rechtsanwalt Shaddles verdient Kritik, ist aber schon ausreichend diskutiert worden . Gleiches gilt auch für den "Butler" Braeme, den die Polizei bei der Gräfin eingeschleust hat, lange bevor die Handlung beginnt. Wollte man hier einen 20 Jahre zurückliegenden cold case neu aufrollen, oder hatte man einfach zu viel Personal und zu viel Freizeit, dass man das tat ? Eigentlich konnte doch niemand wissen, was die Gräfin mit Margaret und ihrer Mutter vorhatte. Und dann der Tod des unglücklichen Polizeispitzels, den der Doktor ja als Herztod abtun wollte. Irgendwie hat die Polizei dann doch die Wahrheit erfahren, doch nichts unternommen, weil es ja sozusagen ein Unfall war. Doch darf man seine Gegenstände wirklich straflos mit tödlichem Strom schützen ? Damals vielleicht, heute bestimmt nicht mehr. Weiter haben wir noch einen tapferen Ermittler Mike Dorn, der einen doppelt so großen Gefangenenwärter eins zwei drei K.O. schlägt, kurz darauf mit einem gefährlichem Irren das Gleiche macht, dann aber beim Kampf mit einem älteren dürren Alkoholiker plötzlich einen Schwächeanfall zu haben scheint, denn bei dem wirken seine Handkantenschläge wohl nicht, so dass er keine Chance hat, ihm die Waffe abzunehmen.
Seltsam. Dieser Dr. Tappat scheint sowieso eine Ausnahmeerscheinung zu sein, denn auf seine alleinige Diagnose hin werden Leute als unmündig erklärt und weggesperrt, wo doch eigentlich nach englischem Recht zwei Ärzte dazu nötig sind, wie es auch beim Fälscher so gezeigt wurde.
Aber mit am unlogischsten ist bei genauer Betrachtung wohl der hinzugedichtete Irre Stuart Bresset (An welcher Stelle des Filmes wird eigentlich sein Name erwähnt ?). Die "anonymen" Mordanschläge auf Margaret, wie die vergifteten Pralinen, das Beinahe-Überfahren vor ihrer Haustür und natürlich der baufällige Balkon sind direkt dem Roman entnommen und von der Gräfin bzw. deren Helfern ausgeführt. Parallel dazu wird von Dr. Tappat der Verrückte losgelassen, der scheinbar im Irrenhaus ein- und ausgehen kann, wie er will, und zudem die arme Margaret noch durch die Telefonanrufe terrorisiert. Er muss ein wahrer Meister in Attentatsversuchen sein, wie könnte er sonst ahnen, wo Margaret genau langgeht, um einen Baukorb auf sie zu werfen (wovon sie ja von Blacky so richtig erst danach gerettet wird), oder wie kann er sich so schnell Sprengstoff besorgen und eine funktionierende Autobombe basteln ? Na gut, so toll funktionieren tut sie auch nicht, offenbar hat sie irgendwie eine Verzögerungsschaltung mit Warnmelder integriert, um dem Opfer noch eine Chance zu geben (so wie die Fliegenklatsche mit dem Loch drin). Vielleicht ist Bresset ja ein ehemaliger Spezialsoldat mit Einsatztrauma ? Und dann wird es wieder vollkommen unglaubwürdig, spätestens nach dem Bombenanschlag müsste Margaret doch so geschockt sein, dass sie zu nichts mehr fähig ist, aber nein, sie fährt pflichtbewusst zu dem Frauengefängnis hin. Und Mr. Shaddles, der Rechtsanwalt, will die Explosion mal eben vertuschen, weil ja nichts passiert ist. Kann man das überhaupt, wer hat den Brand gelöscht, und ist so ein Verhalten nicht geradezu gesetzeswidrig ? Hier hat die hinzugedichtete Handlung wieder mal die größten Logikpatzer zu verantworten. Es geht weiter: Als Lizzy von Bresset gewürgt wird, blickt sie ihm auch direkt ins Gesicht ("Ich hab ihn gesehen."), welches sie mit Sicherheit nicht so bald vergessen dürfte. Doch später, als er direkt in der Kantine an ihr vorbei zur Telefonzelle geht, schaut sie ihn nur groß an, ohne eine Reaktion. Schon merkwürdig.
Diese Schludrigkeiten sind nun bei Edgar Wallace nichts Neues, aber bei der Gräfin halt besonders ärgerlich, dass man über die Gründe des Ganzen doch im Dunkeln gelassen wird. Was ist das Hauptmotiv der Verbrecher der bisherigen Wallace-Filme:

-Frosch: Einbruch und Safeknacken
-Kreis: Erpressung
-Bande: Rache
-Bogenschütze: Rache
-Augen: Versicherungsbetrug
-Narzissen: Rauschgifthandel
-Fälscher: Erschleichung eines Millionenvermögens
-Gräfin: ??? (wahrscheinlich Erbschleicherei und Beseitigung einer Zeugin (Margarets Mutter))

Die unbefriedigende Erklärung am Schluss des Filmes kann nur auf die Wirren bei der Regie zurückzuführen sein, denke ich mal.
Ansonsten finde ich persönlich den Film manchmal etwas lahm, er hat aber durchaus auch seine gruseligen Momente, wie die Szenen im Irrenhaus mit dem geheimen Keller. Ist auf alle Fälle ein erinnerungswürdiger Wallace-Film, den man wohl im Gesamtwerk nicht missen möchte.

Persönliche Wertung: gute drei von fünf Punkten

Gubanov Offline




Beiträge: 16.129

10.01.2019 13:41
#142 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

@Ray: Mit dem Englisch von Dagover und den regelrecht traumatischen Keller-Szenen in der Irrenanstalt hast du zwei Szenen herausgepickt, die mich an der "Gräfin" schon immer besonders beeindruckt haben - wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Anstatt den Film für diese Momente zu kritisieren (gerade wo die Vorliebe für eine deutsche Aussprache in den Wallace-Krimis in den Bewertungsthreads sonst immer wieder bemängelt wird), habe ich ihretwegen vielmehr einen halben Wohlfühlpunkt vergeben.

@Jan: Interessante Gedanken bzgl. Jürgen Roland! Die Ahrensburg-Szenen halten sich ja aber wirklich sehr in Grenzen. Ich glaube aber nicht, dass Wendlandt sich beim Ausfall eines Regisseurs allein auf dessen Regieassistenten verlassen würde, der noch nie einen eigenen Film inszeniert hatte - vor allem nicht bei einem so wichtigen Projekt wie einem Wallace-Krimi. Runze kann deshalb nur eine Interimslösung gewesen sein. Die räumliche Frage, warum man nach Bakys Ausfall keinen Berliner Regisseur an Rolands Stelle buchte, ist vielleicht damit zu erklären, dass die Rialto trotz Drehs in den Tempelhofer Studios ihren Sitz zum damaligen Zeitpunkt noch in Hamburg hatte und dort vielleicht einfach besser vernetzt war. Oder man wollte - warum auch immer, Baky hatte sie schließlich auch nicht - unbedingt einen Ersatzregisseur mit Wallace-Erfahrung?

Unabhängig von den Kommentaren möchte ich 'mal betonen, wie großartig ich das Studioset des großen Schlosssaals mit der Freitreppe finde. Hier merkt man direkt den Aufwand, den man sich in den Tempelhofer Ateliers machte, und außerdem eine Abkehr von der recht plüschigen, tlw. kramigen Ausstattung der Matthies-Schmidt-Filme, was mir sehr zusagt. Nicht erst zu sprechen von den späteren (wie sag' ich's am freundlichsten?) sehr "simplistischen" Vorwerg-Kutz-Kulissen.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

10.01.2019 14:17
#143 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #21
Hier hat die hinzugedichtete Handlung wieder mal die größten Logikpatzer zu verantworten.


Stimmt. Auch wenn es mich in diesem Fall weniger stört als bei den Vorgängerfilmen, denn dramaturgisch ist Bresset (ich glaube, Tappatt spricht ihn zwischendurch zumindest einmal mit Nachnamen an) auf jeden Fall eine Bereicherung des Films.

Und ich habe mir die Gründe für das Handeln der Gräfin eigentlich immer gut zusammenreimen können, auch wenn man es nicht explizit erwähnt hat. Alle notwendigen Infos (Margaret ist die eheliche Tochter des verstorbenen Lords) erhält man schließlich. Es muss ja auch nicht immer das Silbertablett sein, auf dem man alles serviert bekommt.

Giacco Offline



Beiträge: 1.844

10.01.2019 14:25
#144 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #20


Es ist es mir bislang nicht gelungen, die Drehzeit von "Heißer Hafen Hongkong" herauszufinden.

Die Dreharbeiten begannen am 1. Januar 1962 in Hongkong. Nach 7 Wochen kehrte das Aufnahmeteam nach Deutschland zurück.
(Quelle: Film Echo)

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 229

10.01.2019 15:42
#145 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain:

Und ich habe mir die Gründe für das Handeln der Gräfin eigentlich immer gut zusammenreimen können, auch wenn man es nicht explizit erwähnt hat. Alle notwendigen Infos (Margaret ist die eheliche Tochter des verstorbenen Lords) erhält man schließlich. Es muss ja auch nicht immer das Silbertablett sein, auf dem man alles serviert bekommt

Hm, bei einem recht simpel gestrickten Krimi der guten alten Zeit sollte man doch schon eine befriedigende Aufklärung erwarten können, ohne groß zu überlegen. Ist schließlich kein moderner Künstler-Film, wo man hinterher immer nochmal irgendwo nachlesen muss, was eigentlich die Deutung des Gesehenen sein könnte ...

Gerade bei der Gräfin wird ja auch explizit auf den von ihr gestohlenen Schmuck hingewiesen, deren Besitzerin sie umgebracht haben soll. Das ist noch ein Motiv, der Mord an Lady Morons Bruder wird da irgendwie hinten angestellt. Und auch da könnte man die Logik wieder ein wenig weiter strapazieren:
Wenn ihr Bruder nun jünger gewesen wäre, was ja nicht klar ist, wie wäre da eigentlich die Erbfolge gewesen ? Hätte da nicht Lady Moron, oder bessergesagt ihr Sohn als nächster männlicher Nachkomme des ursprünglichen Lord, den Titel und den Besitz tatsächlich geerbt ? Keine Ahnung, zumal das englische Erbrecht, gerade auch beim Adel, doch recht komplex ist und mit allerlei Seltsamkeiten aus dem Mittelalter aufwartet. Da habe ich gerade erst einen schönen klassischen Krimi gelesen, bei dem es um eine solche delikate Rechtsfrage ging, die dann auch das Mordmotiv war.

Zumal man auch bei dem besprochenen Film von den Giftmorden nur mal kurz zum Schluss hört, sonst gibt es ja keinen Hinweis auf ein mögliches Motiv...

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

10.01.2019 18:41
#146 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #25
Wenn ihr Bruder nun jünger gewesen wäre, was ja nicht klar ist, wie wäre da eigentlich die Erbfolge gewesen ? Hätte da nicht Lady Moron, oder bessergesagt ihr Sohn als nächster männlicher Nachkomme des ursprünglichen Lord, den Titel und den Besitz tatsächlich geerbt ? Keine Ahnung, zumal das englische Erbrecht, gerade auch beim Adel, doch recht komplex ist und mit allerlei Seltsamkeiten aus dem Mittelalter aufwartet. Da habe ich gerade erst einen schönen klassischen Krimi gelesen, bei dem es um eine solche delikate Rechtsfrage ging, die dann auch das Mordmotiv war.


Zwei Möglichkeiten:

1. Ihr Bruder war nicht jünger.
2. Es wird in direkter Linie vererbt, aber Männer haben das Vorrecht.

Was das mit dem Schmuck soll, weiß ich allerdings auch nicht. Theoretisch ist dieser Strang fast überflüssig, die Braime/Addams-Episode hätte man sicher auch anders begründen können. Vielleicht sogar logischer, wenn ich an deine Anmerkungen denke.

Trotzdem liebe ich die Gräfin.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 229

10.01.2019 21:46
#147 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Hab nochmal nachgelesen: Kurz gesagt: Der Earl von Moron heiratete zweimal, in erster Ehe hatte er einen Sohn William, der mit seiner Frau Mary Pinder die Tochter Margaret hatte. Diese ist die direkte Erbin des Moronschen Besitzes, da der junge Mann kurz nach seinem Vater an Scharlach starb. Da hatte der aber in zweiter Ehe mit Leonora Moron den Sohn Selwyn gezeugt. Durch die typischen Wallace'schen Zufälle wurde durch ein Komplott der Gräfin Moron die Mary Pinder als Mörderin ins Gefängnis gesteckt (in Wahrheit war es ein Selbstmord, und untergeschobene Juwelen spielen auch eine Rolle), noch bevor ihre Tochter Margaret zur Welt kam, wobei auch lange Zeit die Existenz der Tochter unbekannt war, die bei einer anderen Frau aufwuchs. So hatte sie sich über ihren abhängigen Sohn die Kontrolle über die Moronschen Millionen erschlichen. Natürlich musste sie Mary Pinder und ihre Tochter aus der Welt schaffen.
Diese etwas verzwickte Geschichte hat man im Film versucht zu vereinfachen, was allerdings nicht so recht geglückt ist.

Naja, obwohl ich den Fälscher mehr schätze, gucke ich auch die Gräfin immer mal gerne an. Besonders der Schlussteil hat es schon in sich...

Ray Offline



Beiträge: 1.325

10.01.2019 22:03
#148 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #19
[
Zitat von Ray im Beitrag #18
(Bsp.: Als Margaret aufgewühlt nach Hause kommt, sagt Lizzy zu ihr: "Ich hab ihn gesehen. Es war schrecklich, als er mich würgte." Vom Würgen konnte Margaret indes noch nichts wissen, wieso also nicht einfach "Ich hab ihn gesehen. Er hat mich gewürgt. Es war schrecklich."?


Das ist etwas überkritisch, oder? Nur weil Lizzy das Würgen mit einem "als" einleitet statt als eigenen Satz? Ergibt für mich weder im Sinn noch im Verständnis einen Unterschied. Wenn zu mir jemand sagt "Es war nass, als es regnete", muss ich doch auch nicht vorher wissen, dass es geregnet hat, oder? Stolpern würde ich höchstens darüber, dass Margaret nicht weiter auf das Würgen oder den Vorfall an sich eingeht. Oder nachfragt, ob Lizzy den Mann beschreiben kann, wenn sie ihn schon gesehen hat.


Vielleicht, aber irgendwie stör ich mich jedes Mal an dieser Szene. Sie wirkt auf mich einfach extrem unnatürlich, vor allem wegen der für meine Ohren ungelenken Formulierung, ein Stück weit womöglich auch wegen der von dir genannten Aspekte.

Was die Szenen im Keller betrifft, ist das natürlich wie immer Geschmacksfrage. Für mich reicht ein Stuart Bresset als Vertreter der Anstaltsinsassen völlig aus, da muss man nicht noch eine völlig zerstreute alte Frau mit Puppe aus der Gruselmottenkiste holen.

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 84

10.01.2019 22:41
#149 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat
Vielleicht, aber irgendwie stör ich mich jedes Mal an dieser Szene. Sie wirkt auf mich einfach extrem unnatürlich, vor allem wegen der für meine Ohren ungelenken Formulierung, ein Stück weit womöglich auch wegen der von dir genannten Aspekte.



Auf mich wirkt die Formulierung auch deshalb unnatürlich, weil Lizzy das Präteritum benutzt hat. Früher war dies sicherlich noch üblicher, während man heutzutage in der Umgangssprache fast nur das Perfekt benutzt. Kaum jemand sagt: "Ich backte einen Kuchen".
Da auch das Wort "würgen" im Alltag nicht so häufig vorkommt, hat das auf mich so eine Wirkung und sticht so heraus. Abgesehen davon hätte man es auch weniger ungelenk formulieren können.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.259

10.01.2019 23:08
#150 RE: Bewertet: "Die seltsame Gräfin" (1961, 8) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #147
Hab nochmal nachgelesen: Kurz gesagt: Der Earl von Moron heiratete zweimal, in erster Ehe hatte er einen Sohn William, der mit seiner Frau Mary Pinder die Tochter Margaret hatte. Diese ist die direkte Erbin des Moronschen Besitzes, da der junge Mann kurz nach seinem Vater an Scharlach starb. Da hatte der aber in zweiter Ehe mit Leonora Moron den Sohn Selwyn gezeugt. Durch die typischen Wallace'schen Zufälle wurde durch ein Komplott der Gräfin Moron die Mary Pinder als Mörderin ins Gefängnis gesteckt (in Wahrheit war es ein Selbstmord, und untergeschobene Juwelen spielen auch eine Rolle), noch bevor ihre Tochter Margaret zur Welt kam, wobei auch lange Zeit die Existenz der Tochter unbekannt war, die bei einer anderen Frau aufwuchs. So hatte sie sich über ihren abhängigen Sohn die Kontrolle über die Moronschen Millionen erschlichen. Natürlich musste sie Mary Pinder und ihre Tochter aus der Welt schaffen.
Diese etwas verzwickte Geschichte hat man im Film versucht zu vereinfachen, was allerdings nicht so recht geglückt ist.


Ich habe da mal einen Stammbaumvergleich erstellt.

Das einzige, was der Film vollbracht ist, dass Selwyn jetzt zu Margarets Generation gehört und nicht mehr ihr Halbonkel ist. Ansonsten stehen wir noch vor einem weiteren erbrechtlichen Kuriosum: Nach dem Tod des 1. Earls (Selwyns Großvater) und Williams (Selwyns Onkel) ist der Titel an einen Eingeheirateten gefallen: Selwyns Vater, von dem Selwyn ebenfalls als Earl of Moron spricht. Vielleicht hätte man aus William nicht Leonoras Bruder, sondern Leonoras Schwager machen sollen.

Auf jeden Fall hat man nichts vereinfacht, sondern im Gegenteil verkompliziert. Und wenn die "Wallace der Woche"-Reihe sonst nichts tut, rehabilitiert sie zumindest Edgar Wallace in Sachen Logik. Insbesondere im Vergleich mit den diversen Drehbuchautoren.

Zitat von Ray im Beitrag #138
Ein jähes Ende findet die positive Entwicklung mit der legendären Balkonszene, die allerdings handwerklich zum Teil missraten ist: der Film zeigt Edith Hancke, wie sie schreiend zu ihrer Freundin Margaret rennt, erst einige Sekunden, nachdem der Balkon zusammengebrochen ist. So nah wie die beiden vorher zusammen standen, kann das eigentlich nicht so lange dauern.


Schockstarre?

Nein, das ist wirklich handwerklich etwas suboptimal gelöst. Gerade auch mit dem Zwischenschnitt auf Selwyn. Das soll wohl alles etwa gleichzeitig passieren, wirken tut es aber so, als würde das wirklich nacheinander so ablaufen.

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