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Dieses Thema hat 169 Antworten
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.622

01.06.2021 17:25
#166 RE: Bewertet: "Die seltsame Gräfin" (8) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #161
Und wieso ist Shaddle im Finale überhaupt dabei, obwohl die Gräfin doch befürchten muss, dass Mary Pinder reden wird? War eventuell im Drehbuch ursprünglich Chesney Praye vorgesehen?


Gegenfrage: Warum sollte er nicht dabei sein? Da geht es doch letztendlich darum, Mary Pinder auf elegante Weise loszuwerden (mit Geld ins Ausland abschieben). Und jede Lösung, die nicht mit Mord und Totschlag endet, dürfte doch in seinem Sinne sein. Er wollte doch nicht die Gräfin ans Messer liefern, sondern nur Lois schützen.

Zitat von Savini im Beitrag #161
Aber später, bei der Gefangennahme der beiden Frauen sind Mrs. Rookes und der Pfleger informiert und machen mit (ein ähnliches Problem gibt es auch beim "Testament"-Remake).


Wobei Freiheitsberaubung und Mord noch zwei ganz unterschiedliche Dinge sind. Nur weil sie bei dem einen mitmachen, müssen sie von dem anderen doch noch lange nichts wissen.

Zitat von Savini im Beitrag #165
Im Vorspann stehen zwei Drehbuchautoren und laut Joachim Kramp hat Stemmle Gutbrods Version stark überarbeitet? Ob das ursprüngliche Drehbuch NOCH originalgetreuer war (ähnlich wie das des "Rächers") und manche der Abweichungen (etwa Kinskis Rolle und ihre Aktionen erst nachträglich hinzugefügt wurden? Diese Frage hätte wohl nur unser vor 2011 verstorbenes Mitglied beantworten können.


Da müsste man jetzt die Fragen stellen, wie Joachim Kramp damals an diese Infos gekommen ist und ob man dieselbe Quelle nicht heute auch noch benutzen könnte.

Savini Offline



Beiträge: 778

01.06.2021 20:37
#167 RE: Bewertet: "Die seltsame Gräfin" (8) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #166
Zitat von Savini im Beitrag #161
Und wieso ist Shaddle im Finale überhaupt dabei, obwohl die Gräfin doch befürchten muss, dass Mary Pinder reden wird? War eventuell im Drehbuch ursprünglich Chesney Praye vorgesehen?


Gegenfrage: Warum sollte er nicht dabei sein? Da geht es doch letztendlich darum, Mary Pinder auf elegante Weise loszuwerden (mit Geld ins Ausland abschieben). Und jede Lösung, die nicht mit Mord und Totschlag endet, dürfte doch in seinem Sinne sein. Er wollte doch nicht die Gräfin ans Messer liefern, sondern nur Lois schützen.

Aber würde die Gräfin so sehr auf seine Loyalität vertrauen, dass er nichts gegen sie unternehme, selbst wenn Mary Pinder in seiner Gegenwart enthüllt, dass die Gräfin eine Mörderin ist und eine Unschuldige 20 Jahre ins Gefängnis brachte?

Zitat von Savini im Beitrag #161
Aber später, bei der Gefangennahme der beiden Frauen sind Mrs. Rookes und der Pfleger informiert und machen mit (ein ähnliches Problem gibt es auch beim "Testament"-Remake).


Wobei Freiheitsberaubung und Mord noch zwei ganz unterschiedliche Dinge sind. Nur weil sie bei dem einen mitmachen, müssen sie von dem anderen doch noch lange nichts wissen.[/quote]
Natürlich ist Beihilfe zur Freiheitsberaubung strafrechtlich eine andere Sache. Aber so besessen wie Bresset davon war, Margaret zu töten, hat er sicher ihren Namen in Gegenwart der Pfleger öfter genannt. Und wenn eben diese Frau ein paar Wochen später in der Anstalt festgehalten wird, käme mir das komisch vor.

Zitat von Savini im Beitrag #165
Im Vorspann stehen zwei Drehbuchautoren und laut Joachim Kramp hat Stemmle Gutbrods Version stark überarbeitet? Ob das ursprüngliche Drehbuch NOCH originalgetreuer war (ähnlich wie das des "Rächers") und manche der Abweichungen (etwa Kinskis Rolle und ihre Aktionen erst nachträglich hinzugefügt wurden? Diese Frage hätte wohl nur unser vor 2011 verstorbenes Mitglied beantworten können.


Da müsste man jetzt die Fragen stellen, wie Joachim Kramp damals an diese Infos gekommen ist und ob man dieselbe Quelle nicht heute auch noch benutzen könnte.[/quote]
Hat Joachim Kramp nicht die verschiedenen Drehbuchfassungen gelesen? Zumindest anhand seiner Beiträge hier und mancher Bemerkungen in seinem Buch hatte ich zumindest diesen Eindruck.

Savini Offline



Beiträge: 778

01.06.2021 20:39
#168 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #163
Was die "Bereicherung" angeht: Ich finde es witzig, dass so oft betont wurde, der Film beginne stark und hänge später durch. Für die Spannung zu Beginn sorgen fast durchgehend Stuart Bresset und die von ihm ausgehenden Aktionen (Anrufe, Anschläge); ohne diese wäre der Film sicher noch viel langweiliger.

Eine kleine Selbstkorrektur: ich meinte, "ohne diese wäre der Film sicher noch als viel langweiliger kritisiert worden".

Savini Offline



Beiträge: 778

21.07.2021 14:46
#169 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Um einen älteren Beitrag zu ergänzen:

Zitat von Savini im Beitrag #163
Ich finde es witzig, dass so oft betont wurde, der Film beginne stark und hänge später durch. Für die Spannung zu Beginn sorgen fast durchgehend Stuart Bresset und die von ihm ausgehenden Aktionen (Anrufe, Anschläge); ohne diese wäre der Film sicher noch viel langweiliger.
Im Roman gibt es zu Beginn "nur" das versuchte Überfahren und die Pralinen (dass diese vergiftet sind, erfährt man dort später; es dürfte aber kaum überraschend sein).
Ansonsten sorgt dort allenfalls das Stalken durch Michael Dorn für eine "mysteriöse" Stimmung; aber da er im Film von "Blacky" verkörpert wird, war dort von vornherein klar, dass er rechtschaffene Motive haben muss.

Im Buch hat Dorns Stalken bereits einige Zeit vor Beginn der Handlung begonnen, worüber sich die Lois und Lizzy wundern. Ansonsten passiert wenig Spektakuläres, bis auf das versuchte Überfahren. Erst nach und nach wird Lois bewusst, dass es jemand auf sie abgesehen hat (spätestens ab der Sache mit dem Balkon). Für einen Film wäre das zu wenig gewesen. Da Dr. Tappat Arzt ist und es im Roman an einer Stelle heißt, er habe während seiner Zeit in Indien Menschen entmündigt, war es naheliegend, ihn zum Leiter einer Anstalt und zum "Herrn und Meister" eines Irren zu machen. Auch wirkt die Anstalt als Schauplatz im Film besser als die Farm der Vorlage gewesen wäre.
Dass Mike Los (bzw. dort Maragret) nach ihrer Flucht auch im "zweiten Finale" anwesend sind, wirkt auch besser und abgerundeter als wenn Lizzy und Selwyn allein dort die Sache beenden; zumal beide Figuren im letzten Drittel des Films sehr in den Hintergrund treten.
Eine weitere Verbesserung sehe ich bei der Szene im Frauengefängnis: Dass Mr. Shaddle Mary Pinder verteidigt hat und deswegen seine Angestellte dorthin schickt, um einige Dinge im Zusammenhang mit der bevorstehenden Entlassung zu regeln, ist in sich logisch.
Im Buch dagegen wird die junge Frau wegen einer ganz anderen Gefangenen nach Telsbury geschickt; da es ihr letzter Besuch dort ist, schlägt der Direktor ihr einen Rundgang vor. Von allen Frauen dort fällt ihr zufällig ausgerechnet Mary Pinder auf, weshalb sie nach dieser fragt. Eigentlich dürfte der Direktor ihr darüber keine Auskunft geben; aber zufällig hat er gerade an diesem Morgen noch einmal in ihrer Akte gelesen und daher das Bedürfnis, mit jemandem über den Fall zu sprechen. Und zufällig erwähnt er noch, dass die im Gefängnis geborene Tochter durch eine Ungeschicklichkeit eine Brandverletzung am Arm erhielt - nachdem Lois zufällig wenige Stunden vorher von Lizzy noch auf ihre Narbe am Arm angesprochen worden war (ob sie sich diese nicht entfernen lassen wolle).
Die Änderung vereinfacht die Sache an dieser Stelle nicht nur, sondern entfernt auch die etwas zu gewollt wirkende Verkettung von Zufällen. Eine gute Entscheidung!

Count Villain Offline




Beiträge: 4.622

30.09.2022 09:46
#170 RE: Wallace der Woche (09): Die seltsame Gräfin (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #146
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #145
Wenn ihr Bruder nun jünger gewesen wäre, was ja nicht klar ist, wie wäre da eigentlich die Erbfolge gewesen ? Hätte da nicht Lady Moron, oder bessergesagt ihr Sohn als nächster männlicher Nachkomme des ursprünglichen Lord, den Titel und den Besitz tatsächlich geerbt ? Keine Ahnung, zumal das englische Erbrecht, gerade auch beim Adel, doch recht komplex ist und mit allerlei Seltsamkeiten aus dem Mittelalter aufwartet. Da habe ich gerade erst einen schönen klassischen Krimi gelesen, bei dem es um eine solche delikate Rechtsfrage ging, die dann auch das Mordmotiv war.


Zwei Möglichkeiten:

1. Ihr Bruder war nicht jünger.
2. Es wird in direkter Linie vererbt, aber Männer haben das Vorrecht.


Da es durch den Tod der Queen mit der Erbfolge mal wieder ein Thema war: Zur Zeit des Films kam die zweite Option - zumindest im englischen Königshaus - zur tatsächlichen Anwendung. Männer haben das Vorrecht. Daher steht Elizabeths Tochter Anne auch hinter ihren jüngeren Brüdern in der britischen Thronfolge. Die gleichberechtigte Erbfolge von Frauen und Männern wurde erst vor wenigen Jahren beschlossen und wird auch nicht rückwirkend angewendet (Anne ist in der Thronfolge daher auch nicht aufgestiegen).

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