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Dieses Thema hat 172 Antworten
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Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

23.12.2018 12:37
#121 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Da würde ich Patrick beipflichten. Ein "Verrätertor" zum Beispiel bricht mit deutlich mehr Erkennungsmerkmalen der Reihe als die "Narzissen"; abgesehen davon glaube ich auch in der Rückschau auf frühere Sichtungen nicht, dass jemand der "gelben Schlange" ernsthaft den Titel des schwächsten SW-Wallace-Films streitig machen kann. Aber vielleicht kommt es ja noch zu Überraschungen ...

greaves Offline




Beiträge: 582

23.12.2018 12:49
#122 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Nee,nee,die Narzissen sind für mich wirklich das unterste was die Wallace Filme zu bieten hat...Da sind in meinen Augen die Orchideen und die Schlange viiiieeeel weiter vorne im Rennen.
Aber da sind die Geschmäcker halt unterschiedlich.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.559

23.12.2018 18:22
#123 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Viel fällt mir zu dem Film nicht ein. Auch nach erneuter Sichtung nicht.

Nüchtern, ernst, britisch, modern sind wohl die vier Schlagworte, die den Film am Besten charakterisieren. Das macht die Narzissen trotz Farbe im Titel im Vergleich mit den anderen Wallace-Filmen irgendwie farblos. Weder gibt es Trash-Elemente, über die man sich aufregen kann, noch irgendwelche inszenatorischen Highlights oder Schlaglichter, die besonders erwähnenswert sind. Gerade nach den Augen fällt natürlich der Realismus des Films ins Auge, aber genau das macht ihn auch irgendwie ein wenig trist. Ja, ich denke, das ist wohl mein Fazit: kompetenter Krimi, aber als Wallace-Film zu trist.

Obendrein dürfte es sich beiden Narzissen um die Romanadaption mit den bis dato meisten Änderungen zur Originalgeschichte handeln. Das ganze moderne Element (Serien-Killer, Rauschgift) ist neu eingebracht. Allerdings - und das muss man dem Film wirklich zugute halten - auf eine sehr spannende, geschmackvolle Art und Weise. Da sollte es später - vor allem mit Mädchenhandel - noch weitaus schlimmer kommen.

Im Grunde genommen sind die Narzissen ihrer Zeit voraus. In dem Stil könnte ich mir auch heute noch gut einen modernen Wallace vorstellen, in der damaligen Rialto-Reihe bleibt ein Fremdkörper-Gefühl.

Objektiv ein guter Kriminalfilm britischer Prägung, der mich aber - im Guten wie im Schlechten - emotional nicht so packt wie andere Filme der Reihe. Ich kann daher durchaus nachvollziehen, dass man ihn für den schlechtesten Schwarz-Weiß-Wallace hält. Ob der Drehbuchautor wohl noch ein eigenes Treatment zu einem zeitgenäßen Krimi in der Schublade hatte und den dann mit Wallace' Roman kreuzte? Ich weiß es nicht, aber ich habe ein bisschen den Eindruck bekommen.

Kopf sagt: Der bis dato beste Wallace-Film. Herz sagt: Der bis dato schlechteste Wallace-Film. Ich bin schon sehr gespannt, wo die Narzissen beim nächsten Wallace-Grandprix bei mir landen werden.

Oh, und zum Schluss dann noch zwei kleine kritische Anmerkung: Schade, dass Milburghs letztendliches Schicksal nicht klar aufgeklärt wird. Lebt er oder ist er tot? Und wer sich beim Rächer über den deutschen Mich(a)el aufregt, kriegt hier den deutschen Peter zu hören.

schwarzseher Offline



Beiträge: 626

23.12.2018 19:27
#124 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Zitat von greaves im Beitrag #8
Nee,nee,die Narzissen sind für mich wirklich das unterste was die Wallace Filme zu bieten hat...Da sind in meinen Augen die Orchideen und die Schlange viiiieeeel weiter vorne im Rennen.
Aber da sind die Geschmäcker halt unterschiedlich.


Beziehst du in deine Wertung auch die Produktionen ab dem Gorilla mit ein ? bei aller Kritik an den Narzissen.....gegenüber einigen der noch folgenden Werke der späten Phase wäre das für mich eher unverständlich ( oder eben gänzlich anderer Geschmack )

greaves Offline




Beiträge: 582

23.12.2018 20:03
#125 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Die Filme nach dem Gorilla folgen,seh ich lieber und etwas öfter als die Narzissen

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 102

23.12.2018 21:18
#126 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Langweiliger als das Verrätertor geht es kaum, ob wohl die Narzissen sich mit dem Film ein enges Rennen liefern. Immerhin gibt es hier ein paar mehr bekannte Gesichter und die spielerischen Leistungen sind auch sehr solide.
Trotzdem für mich auf einem der hinteren Plätze.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.672

23.12.2018 23:29
#127 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Das kommt immer auf die eigene Erwartung und das Grusel oder Actionbedürfnis an

Gruss
Havi17

Uli1972 Offline



Beiträge: 48

24.12.2018 12:05
#128 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

"Das Geheinminis der gelben Narzissen" hat bei mir nie einen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen. Es ist halt auch Geschmacksache, was man mit ihm anfangen kann. Wenn man seine Vorgänger der Wallace-Reihe gesehen hat, verbindet man mit einem Wallace aus dieser Zeit eine andere Erwartung. Dabei sind die Neuerungen im Vergleich zu den vorherigen Filmen zwar ungewohnt aber nicht wirklich schlecht. London als Drehort, eine modernere Inszenierung, die näher an der Realität ist und die ohne eine alberne Maskerade des Täters auskommt. Dass sich unter der Maske offensichtlich eine andere Person (Darsteller) als der Täter befindet und dies vor allem deutlich zu erkennen ist, finde ich schon störend. Das hätte besser gelöst werden können.
Die Besetzung der Darsteller finde ich einmal mehr sehr gelungen, auch wenn ich Christopher Lee, der an sich überzeugend agiert, seinen Chinesen nicht ganz abkaufen kann. Er ist halt kein Chinese. Klaus Kinski bringt das, was er immer am besten konnte und die übrigen Darsteller agieren, im besten Sinne des Wortes, solide.
Leider hat der Film seine Längen und ich finde ihn auch nicht sonderlich spannend.
Aber es gibt in der Wallace-Reihe trotzdem mehrere deutlich schlechtere.
Ich gebe 3 von 5 Punkten.

schwarzseher Offline



Beiträge: 626

24.12.2018 14:10
#129 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Diesem Fazit kann ich mich quasi komplett anschließen .C. Lee kein Chinese ...(P. Braun auch nicht)...geschenkt .Wann hat uns sowas den wirklich mal gestört ???mich eher nicht.Eine nette Abwechslung....aber natürlich lieber zurück zu altem Gemäuer und Mönchen und blinden "Monstern"

Count Villain Offline




Beiträge: 4.559

27.12.2018 09:53
#130 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Damit wir jetzt nicht immer nur um die Augen streiten, hier auch mal eine - in meinen Augen - kleine Unsauberheit. Oder zumindest unkluges Verhalten auf Seiten der Verbrecher. Und zwar in Bezug auf die Morde an den Mädchen.

Narzissen auf den Leichen zu platzieren und damit mehr oder weniger die Schmuggelverstecke des Rauschgifts zu verraten, mag zwar ein wenig fahrlässig erscheinen, als Warnung für die anderen Verteiler der Drogen allerdings noch gerechtfertigt sein. Den Kopf schütteln muss ich allerdings über das komplette Prinzip des Drogennetzwerks. Wir machen die Mädchen süchtig, damit die den Stoff für uns weiterverkaufen? Wer hat sich denn den genialen Plan ausgedacht? Da kann man sich doch denken, dass die früher oder später unbequem werden. Dealerinnen als Wegwerfware. So menschenverachtend sind nicht viele Wallace-Täter. Aber warum das Risiko eingehen, überhaupt irgendwann Morde begehen zu müssen? Da hätte man sich ein anderes Rauschgiftnetzwerk mit verlässlicheren Dealern aufbauen sollen.

Wobei zu kompetent dürfen die Verbrecher ohnehin nicht sein, irgendwie muss man sie schließlich überführen können. Von daher halb so schlimm (wobei es gute Autoren sicher auch schaffen, sowohl Verbrecher als auch Polizei schlau agieren zu lassen). Aber das hat mich zu der Erkenntnis gebracht, dass - zumindest in der Anfangsphase der Reihe - die Hinzufügungen der Drehbuchautoren mich meist mehr stören oder verwirren als die Logikdehnungen, die Wallace selbst eingebaut hat. Ich denke da jetzt natürlich vor allem an Edgar Strauss, aber auch an den falschen roten Kreis oder eben die fahrlässige Drogenverteilungs- und Mordpolitik in den Narzissen. Eine wirklich gelungene logische Verbesserung durch den Drehbuchautoren sehe ich nur beim Frosch mit der Aufzeichnung des Mords an Lew Brady. Statt eines unglaublichen Zufalls wird jetzt sorgsam und geplant darauf hingearbeitet.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

27.12.2018 19:45
#131 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #16
Aber das hat mich zu der Erkenntnis gebracht, dass - zumindest in der Anfangsphase der Reihe - die Hinzufügungen der Drehbuchautoren mich meist mehr stören oder verwirren als die Logikdehnungen, die Wallace selbst eingebaut hat.

Das ist doch eigentlich gerade für Romanfreunde eine schöne Erkenntnis, die zeigt, dass die Original-Wallace-Krimis besser sind als ihr Ruf. Und der wirklich positive Nebeneffekt der WdW-Reihe ist, dass man sich neben den Filmen auch wieder 'mal etwas genauer mit den Büchern, Hörbüchern oder anderen Adaptionen befasst - so habe ich zum Beispiel zu "Frosch", "Bande" und "Bogenschütze" zwischenzeitlich die Airplay-Hörbücher und zu "Kreis" und "Narzissen" die Europa-Hörspiele gehört und bin in vielen Fällen auch gerade von den Originalstoffen wieder sehr überzeugt. "Narzissen" fällt da als eine etwas komisch konstruierte Erzählung im Vergleich ein bisschen aus dem Rahmen; das erklärt vielleicht auch die größeren Freiheiten bei dieser Verfilmung im Vergleich zu anderen Frühfilmen der Reihe - wie auch immer man sie im Detail bewerten mag.

Ray Offline



Beiträge: 1.867

28.12.2018 00:05
#132 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Die "Narzissen" waren in meiner Anfangszeit als Fan der Wallace-Reihe mein Lieblings-Film, insofern wundert mich die bisher zum Ausdruck gekommene allgemeine Zurückhaltung schon ein bisschen. Obgleich ich den Film heute auch nicht mehr als absolut besten Film der Reihe bezeichnen würde, gehört er für mich dennoch weiterhin zu den besten. Was dem Film auf der einen Seite fehlt (typisch-deutsche Wallace-Skurrilitäten), vermag der Film durch anderweitige Qualitäten hinreichend zu kompensieren. Überhaupt ist es bemerkenswert, mit welch unterschiedlicher Herangehensweise man in dieser Phase noch von Film zu Film vorging. Beim "Bogenschützen" bekam das Publikum eine mehr oder weniger freiwillige Parodie präsentiert, darauf mit den "Augen" einen atmosphärischen Horror-Wallace, vorliegend einen modernen, "echt" britischen Wallace, im kommenden Film einen romantischen Märchen-Wallace.

"Das Geheimnis der gelben Narzissen" punktet rein formal ganz offensichtlich mit bewegten Bildern von der Insel, die eine willkommene Abwechslung zu den zwar auch lieb gewonnenen, aber doch eintönigen Archiv-Bildern darstellen. Die Möglichkeit, an Originalschauplätzen drehen zu können, nutzte die Produktion ungemein effektiv, so entstand mit Kittys Ermordung am Piccadilly Circus eine der packendsten Spannungs-Sequenzen der Serie, die nicht umsonst später in "Die Tote aus der Themse" mehr oder weniger kopiert wurde. Leichen und Verdächtige gibt es reichlich, weswegen es auch von Rathony gelingt, einen Wallace-Krimi ohne Längen abzuliefern. Gerade zu Anfang ist die Bodycount-Rate rekordverdächtig, schneller kam selbst Reinl in "Bande" nicht zu einer Mehrzahl an On-Screen-Toten. Besetzungstechnisch bewies man in dieser deutschen Fassung ein sehr gutes Gespür. Neben dem längst bewährten Joachim Fuchsberger, der einmal mehr eine sehr engagierte Leistung abliefert und auf diesem Wege auch in Szenen mit talentierteren Schauspielern "besteht", sieht man zwei weitere interessante Ermittler. Als sein Sidekick agiert Christopher Lee, der ihm aber anders als Eddi Arent ganz schön auf der Nase herumtanzt und ein ums andere Mal mindestens eine Spur voraus ist. Ähnlich verhält es sich im Verhältnis von Fuchsberger zu Inspektor Whiteside, dessen Darsteller Walter Gotell eine ungemein abgebrüht-lässige Performance abliefert, die man so kein zweites Mal in der Reihe vorfindet. Diese drei Ermittler ergänzen sich auf ihre eigene Weise ganz vortrefflich. Die besondere Attraktion des Films ist aber Albert Lieven, der die vielleicht prägnanteste Performance eines Nebendarstellers in der Wallace-Reihe zur Schau stellt. Aussprache, Mimik, Gestik, Lieven beeindruckt mit der ihm ureigenen Souveränität immer wieder aufs Neue und hätte noch viel öfter engagiert werden müssen. Gemeinsam mit Kinski sorgt er für eine weitere unvergessliche Szene, in der Kinski erst Süßholz raspeln ("Wenn du hinter ihr her bist, Ray, ist sie für andere natürlich tabu") und kurz darauf ansatzlos ausrasten darf ("Was gibt es denn da zu lachen?") und damit andeutet, was man von ihm in nächster Zeit noch erwarten konnte. Gelungene Gastspiele geben ferner Marius Goring, Peter Illing und Martin Lyder, einen eher blassen Eindruck hinterlässt hingegen Sabina Sesselmann in ihrem ersten von zwei Wallace-Auftritten. Einen verfrühten, aber gelungenen Wallace-Ausstand inklusive eines augenzwinkernden Gesangs-Auftritts feiert Ingrid van Bergen. Die Musik von Keith Papworth ist die zu diesem Zeitpunkt mit Abstand beste, weil sie einerseits ein eingängiges und entspannt-melodiöses Titelthema beinhaltet, andererseits aber auch Spannungs-Momente passend untermalt.

Ein wenig angreifbar macht sich der Film allenfalls dadurch, dass unter der Strumpfmaske ersichtlich jemand anders steckt als Klaus Kinski. Hier hätte es sich womöglich angeboten, analog zu den "Augen" Kinski immer von unten im Trenchcoat und mit Handschuhen zu zeigen. Denn einen rechten Grund, warum Peter Keene zunächst stets mit Strumpfmaske, zum Finale hin bei Anne Ryders Mutter aber ohne aufschlägt, gibt es eigentlich nicht. So wie es tatsächlich gemacht wurde, ist es indes immer noch besser, als wenn man Kinski unter dem Strumpf erkannt hätte. Und dass Brockmann ob seiner Statur nicht im Froschskostüm gesteckt haben kann, stört scheinbar auch die wenigsten. Davon abgesehen funktioniert der Whodunit bei den "Narzissen" wirklich gut, da ihm der selten geglückte Spagat zwischen "glaubwürdig" und "wenig vorhersehbar" gelingt. Dass man Lee einen Chinesen spielen ließ, wirkt aus der Retrospektive wie stets in diesen Fällen natürlich befremdlich. Im Falle von Lee ist man es durch seine spätere "Fu Man Chu"-Karriere lediglich eher gewohnt, weshalb dieser Aspekt gefühlt weniger stört als sonst, auch wenn es letztlich kein Verdienst der "Narzissen" ist.

Insgesamt dennoch hochverdiente 4,5 von 5 Punkten von meiner Seite.

Stephan Offline



Beiträge: 114

28.12.2018 20:30
#133 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Gong:
** (durchschnittlich): „Wie immer bei den Filmen der Edgar-Wallace-Serie gibt es viel Ungereimtes und unfreiwillig Komisches, aber die Story schreitet trotz Klischees doch munter voran.“

Pauer:
„Ausstattung, Regieeinfälle, die Musik - an diesem Film war einfach alles drittklassig. (…) Albert Lieven war überhaupt einer der farblosesten und ausdruckslosesten Gangster der Rialtoserie, was er auch in „der Gorilla von Soho“ nochmals unter Beweis stellte.“

Kramp:
„Besonders Albert Lieven stach hervor, einer der profiliertesten Interpreten in der gesamten Geschichte der Wallace-Filme. Insgesamt gesehen gehört der Film zu den besten Wolle Verfilmungen. Exzellent die Musik von Keys Papyrus die Maßstäbe für den künftigen Soundtracks setzt

Tses:
„Ein spannender und unterhaltsamer Film mit einer prächtig agierenden Männertruppe (…) Die Musik von Keith Papworth und die tolle Gesangseinlage von Ingrid van Bergen runden das Vergnügen ab.“

Hohmann:
„Das Geheimnis der gelben Narzissen“ ist weder ein schlechter Kriminalfilm, noch eine schlechte Romanumsetzung, fällt jedoch im Vergleich zu den anderen Verfilmungen ein wenig aus dem Rahmen - wobei das positiv wie negativ gemeint ist.(…)
Das wirkt in „das Geheimnis der gelben Narzissen“ alles ein wenig zurückhaltender und distanzierter. Das wertet den Film, der objektiv betrachtet ein ordentlicher und spannender Krimi ist, keineswegs ab, zeigt aber auf, dass die Spuren der deutsch-britischen Zusammenarbeit sichtbar sind und er deswegen eine gewisse Sonderstellung innerhalb der Reihe bis dato einnimmt.“

Meine Meinung:
Ich bin bei diesem Film immer etwas zwiegespalten, weil er tatsächlich so ganz anders ist als die "gewohnten" Edgar-Wallace-Filme. Insofern ein recht guter Kriminalfilm mit einem uninteressant in Szene gesetzten/maskierten Täter und eine atypischer Wallace, was aber das Erscheinungsbild der Serie ganz interessant macht.
Aber da er auf mich etwas staubiger, atmosphärenärmer und weniger kultig wirkt als die Vorgänger, vergebe ich 3 von 5 Punkten.

tilomagnet Offline



Beiträge: 583

28.12.2018 21:29
#134 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Dann schwimme ich mal gegen den Strom, denn der Film gefällt mir ausgesprochen gut, auf jeden Fall ein Top 10 Wallace für mich!


Die NARZISSEN sind für mich ein fast makelloser Spannungskrimi mit exzellenten Darstellern, toller Musik (der besten der Frühphase!) und dank reichlich Aufnahmen an Originalschaupätzen, echt britischer Athmosphäre. Ein außergewöhnlicher Film, so komplett anders als Vorgänger und Nachfolger. Diese Tatsache zeichnet die frühe Wallace-Reihe aus und so ein Element fehlte in der Vohrer'schen Monotonie 1966 - 69 dann komplett!

Fuchsberger, Lee, Lieven, Kinski und Marius Goring sind hervorragend und Eddi Arent wird hier keine Sekunde vermisst! Seltsam auch, dass Sabina Sesselmann hier so schlecht wegkommt. Nur weil sie dem guten Blacky nicht sofort zu Füßen liegt?! "Ich hatte mich auf einen Tanz gefreut, Mr. Tarling, leider ist ein Verhör daraus geworden." Ich finde ihre Darstellung zwar spröde, aber letztlich passend und angenehm.

Ein absolut gelungener "Exot" in der Rialto Wallace Reihe, der einiges anders macht als die rein deutschen Produktionen, aber aufgrund der bekannten Darsteller doch irgendwie wieder vertraut wirkt. Dafür kann ich problemlos 4.5/5 Punkten geben.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.513

29.12.2018 01:44
#135 RE: Wallace der Woche (07): Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) Zitat · Antworten

Sieh an, es gibt hier ja gar nicht so wenige beinharte Fans, die den Film, wie Gubanov es so schön martialisch formuliert hat "bis aufs Blut verteidigen". Ich gehöre nicht dazu, und auch die erneute Sichtung hat mich nicht umstimmen können - obwohl der Film in HD tatsächlich gewinnt, und ich in der Ausstattung einige neue Details entdeckt habe - mein einst harsches Urteil "karg und unansehnlich" muss ich dementsprechend revidieren. Die "Narzissen" bieten durchaus zufriedenstellende Krimi-Unterhaltung - hier wie Pauer von einem drittklassigen Werk zu sprechen, ist völlig unangemessen. Generell zeichnet die Wallace-Reihe aus, dass man immer wieder Neues ausprobiert hat - insofern hat "Das Geheimnis der gelben Narzissen" seinen berechtigten Platz im Wallace-Kosmos. Und dennoch - irgendwie werde ich mit dem Film nicht warm. Das mag auch persönlichen Vorlieben geschuldet sein, aber die Geschichte als solche fesselt mich einfach nicht, und leider werden auch zu wenige Schauwerte geboten, um diesen Mangel auszugleichen. Der Film ist arg geschwätzig und hängt dramaturgisch zwischenzeitlich auch mal durch, sodass ich mich bisweilen gelangweilt habe - das passiert bei Wallace wirklich selten. Die "Narzissen" als ganzes sind wie Sesselmanns Rolle: spröde. Zudem ist die Tatsache, dass sich unter der Strumpfmaske des Killers eindeutig nicht Kinski verbirgt, nicht bloß ein Flüchtigkeitsfehler - es handelt sich um die schlimmste Regie-Fehlentscheidung der gesamten Serie und ist mit anderen Masken-Schummeleien à la "Frosch" und "Peitschenmönch" nicht zu vergleichen, denn man sieht unter der Maske eben das Gesicht - und es ist nicht das von Klaus Kinski. Das hätte man anders lösen müssen (!). Und dass hier die Londoner Außenaufnahmen über den grünen Klee gelobt werden, kann ich auch nicht nachvollziehen. Zugegeben - die Szene am Picadilly Circus gehört zu den absoluten Höhepunkten des Films. Aber abgesehen von dieser Sequenz, ergibt sich für den Zuschauer aus der Tatsache, dass der Film komplett in England gedreht wurde, keinerlei Mehrwert - er hätte ebenso gut in Deutschland hergestellt werden können.

Zitat von Ray im Beitrag #18
Gerade zu Anfang ist die Bodycount-Rate rekordverdächtig, schneller kam selbst Reinl in "Bande" nicht zu einer Mehrzahl an On-Screen-Toten.


Stimmt, der Auftakt ist noch einigermaßen rasant. Wobei es auch dort Schwächen in der Inszenierung gibt. Beim ersten Mord schreit Ling Chus Tochter ja schon lange, bevor das Messer sie berührt. Dass sie den Mörder im Spiegel sieht, wird für den Zuschauer nicht deutlich; ich musste da auch nochmal zurückspulen. Und als Tarling dann wenige Augenblicke nachdem drei seiner Kollegen in die Luft gejagt wurden, freudestrahlend seinen Kumpel Ling begrüßt, erschien mir das auch unangemessen und zynisch. Empathisch erscheint Tarling dadurch nicht. Gut - ähnliches gibt es auch in anderen Wallace-Filmen, und man ist ja immer geneigt derartiges gegen einen Streifen auszulegen, den man nicht so gerne mag. Fuchsberger macht aber tatsächlich einen guten Job - Tarling ist weniger Sunny-Boy als seine bisherigen Ermittler-Figuren, und Blacky spielt auch das tadellos. Dass ein und derselbe Schauspieler zweimal hintereinander in einem Rialto-Wallace den Hauptermittler spielte, kam danach übrigens nur noch einmal vor - bei Tappert in "Gorilla" und "Glasauge".

Das ganz große Plus ist - neben der wirklich exzellenten Musik von Keys Papyrus, äh Keith Papworth - aber tatsächlich Kinski, dessen einziger Auftritt als alleiniger Haupttäter auch tatsächlich zu seinen besten Leistungen innerhalb der Serie zu zählen ist. Er zeigt hier Facetten, die man in keinem anderen Film sieht (dieses Sanftmütige im Gespräch mit Lieven) - jede Szene mit ihm ist ein Hochgenuss, und er spielt alle an die Wand - auch den souveränen Lieven (wobei ich Pauers vernichtendes Urteil in keiner Weise nachvollziehen kann).

Ingrid van Bergen als "Super-Sex-Bombe aus Deutschland" hat hier wie im "Rächer" erneut wenig zu tun, wenn man einmal von der gewöhnungsbedürftig choreografierten Gesangsnummer "Bei mir ist alles nur Natur" absieht - auch musikalisch der schwächste Song der Serie, wenngleich kein Totalausfall. Letzteres gilt auch für den Film, den ich insgesamt im hinteren Viertel (oder sogar Fünftel) der Wallace-Reihe einordne.

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