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Dieses Thema hat 212 Antworten
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patrick Offline




Beiträge: 3.244

09.12.2018 13:21
#181 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
"Der grüne Bogenschütze" ist für mich der schwächste Wallace der SW-Ära...

Es folgen noch deutlich schwächere...

greaves Offline




Beiträge: 582

09.12.2018 14:50
#182 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Der grüne Bogenschütze

Dieser Film habe ich bei der ersten Runde meiner damaligen Wallace Film Sichtungen nicht mitbekommen

Zu den Schauspielern wie Dor,Wussow,Arent,Ledinek ,Völz,Epskamp(den man später in einer etwas grösseren Rolle der Wallace-Reihe nochmal sieht)kann ich nicht s schlechtes sagen.
Wer mir persönlich auffällt (im positiven Sinne)und in den nachfolgenden Wallace Krimi s seine Sache immer sehr gut gemacht hat ist Harry Wüstenhagen
Seine Rollen wie auch hier im ,sind immer klein aber fein besetzt.
Ihn hätte ich auch gerne noch 2-3 mal mehr bei Wallace gesehen.
Gert Fröbe genügt mir in einem Wallace Film.In anderen Filmen wie James Bond,Der kleine Vampir,Mabuse,Es geschah am helllichten Tag oder Schwarzwaldklinik passt er besser...

Das mit den zwei Bogenschützen stört auch mich.Auch das Heinz Weiss seine Rolle nicht mehr ausgebaut wurde und die Entlarvung am Schluss nur so nebenbei zur Schau kam. ..

Das Klamaukartige gefällt mir nicht so und man hätte einen stärkeren Reisser daraus machen können,im Stile vom roten Kreis.Eddi Arents Klamaukeinlagen passen ganz gut ins Geschehen.

Die Drehorte sind gut ausgewählt mit dem Ahrensburger Schloss und dem Gebäude neben an.(ich war im Mai mit @Abt dort)
Weis man etwas zu dem Drehort vom Häuschen in „Stanmore“?? Könnte sogar in der Nähe der Hamburger Studio s sein—meine Vermutung.
Die Shanghai Bar ist soweit ich weiss auch noch nicht gefunden. ?(ich kann mich jetzt auch irren,aber ich meine man sieht das Gebäude noch einmal in einem Wallace/B.E. Wallace oder Stilvewandten Film ?)

Mit dem mehrmaligen schauen wird der Film besser ,aber er kommt mir nur auf 3 von 5 Punkten

Da gibt es aber NOCH lahmere UND viel bessere der Wallace Reihe

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

09.12.2018 16:15
#183 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #6
Doch auch dann bangt man nicht wirklich mit, fehlt dem Film doch ein wirklich durchgängiger Sympathieträger.

Das würde ich so nicht unterschreiben. Die durchgängige Sympathieträgerin ist hier in meinen Augen eindeutig Valerie Howett / Karin Dor. Im männlichen Bereich ist der Film aber tatsächlich ungewöhnlich zulasten des sonst so präsenten Hauptermittlers auf die Schultern von Fröbe, Wussow, Wüstenhagen, Arent und Völz aufgeteilt; da hast du Recht.
Zitat von Count Villain im Beitrag #6
Wie ist John Woods Rolle eigentlich im Roman?

Habe ich auch als relativ unwichtig in Erinnerung. Der Film hätte für eine substanziellere Einbindung von Heinz Weiss' Rolle wohl noch einiges hinzuerfinden müssen. Platz dafür hätte man mit mehr Stringenz, wie du ja auch schreibst, definitiv finden können.
Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
"Der grüne Bogenschütze" ist für mich der schwächste Wallace der SW-Ära.

Für mich auf jeden Fall der schwächste bisher, aber das ist bei der starken Konkurrenz bislang keine ernsthafte Schande. Ich vermute, es werden noch einige schwächere kommen, aber ich vermute auch, dass wir uns nicht alle einig werden, welche das sind.
Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
Das Kostüm des Täters? Normalerweise hätte er zur Liquidierung seiner Opfer nicht Pfeil und Bogen benötigt. Bei diesem lächerlichen Aufzug hätten die sich totlachen müssen.

Das nenne ich 'mal eine innovative Mordmethode. Hätte Jürgen Roland auch drauf kommen können!
Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
Man erfährt bei der Ermordung von Abel Bellamy, dass es sich John Bellamy handelt. Es gibt aber bis zur Auflösung keinen einzigen Hinweis, hinter welcher Schein-Identität sich dieser verbirgt.

Das ist nicht ganz richtig. Mir fiel diesmal auf, dass der "Bogenschütze" sogar recht offenherzig beim Streuen von Indizien ist und man als aufmerksamer Zuschauer den Täter de facto bereits nach 45 Minuten überführen kann. So lange braucht der Film nämlich, um in drei verschiedenen Szenen die drei dafür notwendigen Aussagen einzustreuen: 1 - John Wood kennt Bellamys Neffen aus dem Krieg und wurde von ihm zum Erben gemacht. 2 - Der Mann unter der Bogenschützen-Maske wurde von Bellamy ins Gefängnis gebracht und dort ausgepeitscht. 3 - Der Mann, der im Gefängnis von Creager gefoltert wurde, war Bellamys Neffe. Davon ausgehend kann man eigentlich gar nicht mehr anders als auf John Wood tippen.
Zitat von greaves im Beitrag #11
Weis man etwas zu dem Drehort vom Häuschen in „Stanmore“?? Könnte sogar in der Nähe der Hamburger Studio s sein—meine Vermutung.

Könnte vom Baustil her passen, habe aber noch nichts Passendes gefunden. Ähnlich wie bei der neulich aufgespürten Wohnung von Lizzy Smith in der "Gräfin" ist auch bei Creagers Haus sehr prominent im Bild eine hohe Hausnummer zu sehen (Nr. 123) - eventuell lässt sich darüber etwas herausfinden, sofern sie echt ist. Interessant wäre dann auch die Frage, ob die kleine Seitenstraße, in die Wussow und Dor hineinfahren, wirklich so nah am Creager-Haus ist, wie der Film uns weismachen will.
Zitat von greaves im Beitrag #11
Die Shanghai Bar ist soweit ich weiss auch noch nicht gefunden. ?(ich kann mich jetzt auch irren,aber ich meine man sieht das Gebäude noch einmal in einem Wallace/B.E. Wallace oder Stilvewandten Film ?)

Kannst du sagen, in welchem? BEW können wir wohl ausschließen (Hamburg). Viel mehr als eine Stützmauer mit Treppe ist von der Shanghai-Bar im vorliegenden Film ja nicht zu sehen.

Jan Offline




Beiträge: 1.752

09.12.2018 16:23
#184 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #10
Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
"Der grüne Bogenschütze" ist für mich der schwächste Wallace der SW-Ära...

Es folgen noch deutlich schwächere...

Ja, zwei fallen mir da ein, nämlich "Zimmer 13" und "Das Rätsel der roten Orchidee". Darüber hinaus mangelt es mir leider an Vorstellungsgabe, welchen Film der Reihe ich außer den beiden genannten hinter dem Bogenschützen einreihen würde.

Der wesentliche Kritikpunkt, nämlich Jürgen Rolands völlig aus dem Ruder geratener Faible für das, was er wohl als britische Schrulligkeit verstanden wissen wollte, ist ja bereits mehrfach angesprochen worden. Ich habe gewiss eine Ader für Rolands bisweilen derbe Humoreinlagen und bin auch ansonsten ein großer Roland-Fan. Im Falle des Bogenschützen indes gingen dem Hauptspielleiter leider die Verhältnismäßigkeiten vollends flöten. Abgesehen von Karin Dor, Heinz Weiss und Hans Epskamp bemüht sich nahezu der vollständige Cast darum, aus dem Bogenschützen einen Knallchargen zu machen. Die durchaus gut ausgesuchten und auch tatsächlich gut ausgestatteten Sets werden zur Bühne für das, was sich der Deutsche unter englischem Humor vorzustellen glaubt. Ganz davon abgesehen, dass es in diesem Fall mit der Vorstellung nicht recht weit her war, konterkariert das Schießbuden-Ensemble jeden Ansatz, Spannung und kriminalistische Handlung aufkommen zu lassen. Was Jürgen Roland hier geritten hat, nach dem famosen roten Kreis eine derartige Bruchlandung zu vollbringen, bleibt Spekulation. Möglicherweise war es nach den durchaus hart geratenen Reinl-Filmen das Ansinnen von Verleih und Produktion, die Reihe in eine neue Richtung hinwein auszuprobieren. Möglich auch, dass dem mitschreibenden Wolfgang Menge, durchaus auch ein Freund deftiger aber nicht immer treffsicherer Lustigkeiten, eine gewisse Mitschuld am Misslingen des Films in die Schuhe zu schieben ist.

Was unter dem Strich auf Ewigkeit vom Bogenschützen bleiben wird, ist die durchaus bemerkenswerte Besetzung mit dem ebenfals bereits mehrfach angesprochenen Gert Fröbe. Fröbe spielt den Abel Bellamy mit den gleichen Mitteln wie Jahre später den Räuber Hotzenplotz. Er grimmassiert, chargiert und poltert durch die drögen Dialoge, als könne ihm das ganze Machwerk kaum etwas anhaben. Er erduldet sichtbar die unfreiwillig komische Krawatte ebenso wie den Nadelstreifenanzug im Al-Capone-Stil mit der ihm eigenen Würde.

Nein, der Bogenschütze - passenderweise zurecht gemacht wie ein Tanzvirtuose in Tatjana Gsovsky Fernsehballet - kann als erster echter Tiefschlag der Reihe bezeichnet werden. Einen Punkt vermag ich für Gert Fröbes Tapferkeit zu zücken, einen weiteren für die zum Teil aparten Dekors und die anständige Ausstattung. Macht dann in Summe 2 von 5 Punkten und damit ist dieser letztlich total farblose Bogenheini dann auch ausreichend bepunktet.

Gruß
Jan

patrick Offline




Beiträge: 3.244

09.12.2018 18:45
#185 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #13
Zitat von patrick im Beitrag #10
Zitat von Uli1972 im Beitrag #7
"Der grüne Bogenschütze" ist für mich der schwächste Wallace der SW-Ära...

Es folgen noch deutlich schwächere...

Ja, zwei fallen mir da ein, nämlich "Zimmer 13" und "Das Rätsel der roten Orchidee".


Was die schwächsten SW-Wallace betrifft kann ich dir da nur beipflichten. Natürlich darf man die gelbe Schlange nicht vergessen. Da sehe ich aber keinen Vergleich zum Bogenschützen, den ich sehr gerne mag.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.700

10.12.2018 00:20
#186 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Bei reinen Krimis sind die Bewertungen ganz dicht beieinander. Beim Bogenschützen ist es wie bei Comedy, man tickt so und mag es oder man mag es überhaupt nicht. Irgendwannn tickt man anders, oder wie wurde geschrieben "Mit dem mehrmaligen schauen wird der Film besser", übrigens auch eine Aussage von Joachim Kramp punkto Bogenscütze.

Gruss
Havi17

greaves Offline




Beiträge: 582

10.12.2018 17:51
#187 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

@Gubanov ..leider weis ich den Film nicht und ob es wirklich stimmt,dass ich das Gebäude der Shanghai Bar schon mal in einem anderen Film gesehen habe..
Oder was verwechsle...In Bryan Edgar Wallace Filmen stimmt,da kommt sicher nicht s vor.Die s/w habe ich erst kürzlich angeschaut.
Ich werde bei Gelegenheit mal recherchieren...

Zum Haus in „Stanmore „komm ich auf den Gedanken,dass das Häuschen nahe der Hamburger Studios stehen muss,weil man sieht ein Studio ähnliches Gebäude im Hintergrund an der Strasse stehen,als Eddi Arent mit seinem Gefährt zum Haus fährt.

Ob mit der Seitenstrasse bei der Taxiszene mit Dor und Wussow getrickst wurde oder gleich ums Eck war —ähnlich wie bei der Bande des Schreckens mit der Szene am Anfang mit Fuchsbergers Autofahrt ,die im Nagelbrett endet und der Schuss von gegenüber der Kirche kommt,(dort wurde sicher getrickst)ist mir auch ein Rätsel..

Archibald Finch Offline




Beiträge: 30

11.12.2018 13:07
#188 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Der Edgar Wallace Film Der Grüne Bogenschütze ist vielleicht nicht unbedingt der spektakulärste der Reihe jedoch ist er auch ein Highlight. Mit Gert Fröbe konnte ein absoluter Spitzenschauspieler seiner Zeit gewonnen werden. Ich finde den anfang alleine schon rescht cool gemacht mit Arent und Wüstenhagen im Schloss und die darauf folgende führung im Schloss mit Sigrid von Ruchthofen als amerikanische Touristin. Einfach herrlich. Schloss Ahrensburg als Kulisse ist auch echt gut ausgewählt.
Der Film ist zwischendurch mal nicht ganz so interressant jedoch kommen grusel und schaurige Szenen nicht zu kurz. Fröbe spielt den Schlossherren Abel Bellamy jedoch recht überzeugend. Überzeugend und absolut positiv zu bewerten sind die Rollen von Stanislav Ledinek als BAR Besitzer. Ein absolut unangenehmer Typ dem man nicht unbedingt im Dunkeln begegnen will. Und Harry Wüstenhagen als Sekretär Salvini. Ich finde wirklich das dieses seine beste Rolle in einem Wallace Film ist. Was Karin Dor angeht muss ich sagen was sie wohl geritten hat, nachts im Dunkeln zum Schloss überzulaufen. Ansonsten ist sie nicht mehr so das Mädchen wie noch in der Bande des Schreckens. Klausjürgen Wussow als Inspektor, ich habe mich gefragt ob Fuchsberger in dieser Rolle überhaupt besser ausgesehen hätte. Ich bezweifle es. Wussow macht seine Sache jedoch gut. Ich habe nichts grosses daran auszusetzen. Er hat es eben schwer gegen die Rolle eines Gert Fröbe oder den so positiv aufspielenden Harry Wüstenhagen. Auch die etwas komischen Rollen des Eddi Arent oder "Käpt'n Blaubär" Wolgang Völz habe ich recht positiv aufgenommen. Der Film macht Spass. Einzig vielleicht das auf Arent's Spike Holland nicht geschossen wird wärend die Polizei das Schloss stürmen will.
Zum Finale muss ich sagen kommen wir dahin wo der Film den Punkt abzug erhält und meiner Meinung nach verdient hat. John Wood als grüner Bogenschütze. Ich habe ihn gar nicht mehr auf dem Radar gehabt. Er kam eben zu wenig vor im Film. Vielleicht hätte man vorher etwas mehr für ihn einrichten sollen. Auch das der falsche grüne Bogenschütze der zu Bellamy gehört, verwirrt eher als das er hilft.

Kommen wir noch kurz zu Spike Holland seinem Gefährt. Ein in Hannover produzierter Hanomag 2/10PS. Gebaut von 1925-1928. Der erste deutsche Kleinwagen seiner Zeit. Liebevoll vom deutschen Volk mit dem Spitznamen "Komissbrot" belegt. Was heute noch bekannt sein dürfte. Was macht so ein Auto in England. Ich Frage mich ob es wirklich damals schon Exporte von Deutschland nach England gab. Ausserdem war das Auto zum Zeitpunkt des Filmdrehs bereits über 30 Jahre alt
Naja kann ja eben trotzdem irgentwie sein.

Ich finde der Film ist auch recht frei von Logikfehlern, er ist sehr gut anzusehen, besser als Der rote Kreis und der Rächer. Jedoch hinter der Bande des Schreckens und dem Frosch mit der Maske hinterher. Ich gebe dem Film 4 von 5 Punkten.

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

11.12.2018 17:21
#189 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von Archibald Finch im Beitrag #17
Was Karin Dor angeht muss ich sagen was sie wohl geritten hat, nachts im Dunkeln zum Schloss überzulaufen.

Sie wollte sich da heimlich mal ein wenig umschauen. Ist ja irgendwie nachvollziehbar.
Dass man sie aber im eleganten, goldschimmernden Hausanzug zu diesem nächtlichen Abenteuer aufbrechen lässt, ist schon eher lachhaft. Sie muß unter einem Drahtzaun durch, mit dem Kahn übers Wasser, durch Gestrüpp und über rutschigen Boden. Dafür hätte man schon ein anderes Outfit wählen müssen. Sicher nur eine Kleinigkeit, aber mich stört sowas.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 598

12.12.2018 13:26
#190 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Nachdem wir es bei den vergangenen Filmen bei Frosch, Kreis und Bande mit Schurken zu tun hatten, die sich auf eine mehr oder minder große Organisation stützen konnten, fiel ja der Rächer als Einzeltäter ein wenig aus dem Rahmen. Der grüne Bogenschütze ist wieder so eine einsame Gestalt, der allerdings einen Privatkrieg gegen einen anderen Einzelgänger führt, den teuflischen Millionär Abel Bellamy, welcher sich allerdings auch auf eine Anzahl Helfershelfer stützen kann (Craeger, Smith, Lacy, Sen).
Die Buchvorlage verspricht recht abwechslungsreiche Unterhaltung, und tatsächlich ist es eine der romangetreuesten Verfilmungen innerhalb der Wallace-Reihe. Trotzdem will sich nicht so rechte Begeisterung einstellen. Irgendwie fehlt die Spannung. Manches, was von meinen Vorgängern kritisiert worden ist, wie das zu dominante Agieren des bösen Bellamy, der die Suche nach der titelgebenden Figur stark in den Hintergrund treten lässt, oder die vielen anderen Männer neben dem Inspektor Featherstone, die sich zwar nicht um die Gunst der schönen Valerie bemühen, aber ihr doch häufig die Haut retten, ist im Grunde schon dem Roman geschuldet. Besonders das Auftreten Gerd Fröbes als Erzfeind des grünen Bogenschützen und das ständige Lavieren von Harry Wüstenhagen als Julius Savini weisen auf eine geschickte Auswahl der Darsteller hin. Letzterer ist ja eigentlich ein Mischling, aber in den Sechzigern hatte man es wohl noch nicht so mit Quotenregelungen. Wüstenhagens Darbietung finde ich auch hier unter allen seinen Wallace-Auftritten am besten; Gerd Fröbe passt zu Abel Bellamy wie die Faust aufs Auge. Auch der häufig kritisierte Heinz Weiss als Kinderfreund John Wood ist eigentlich genauso, wie ich ihn mir beim Schmökern immer vorgestellt habe. Für diese Rolle ist er doch gut ausgewählt.
Karin Dor als Valerie Howett ist wesentlich fraulicher und bestimmter als noch ein Jahr vorher in der „Schreckensbande“, wie immer eine gute Partie. Im Prinzip passt auch Eddi Arent als Reporter Spike Holland, allerdings ist vor allem sein häufiger Direktkontakt zum Publikum wirklich zu albern. Albern ist auch Wolfgang Völz als Sergeant Higgins sowie der ganze Rest der Polizei. Schade.
Ein besonderer Pluspunkt sollte noch Stanislav Ledinek sein. Sein Coldharbour Smith ist wirklich das verkörperte Klischee einer zwielichtigen Unterweltgröße, er hätte auch den Paten geben können. Fast so ein Highlight wie Gerd Fröbe. Auch die anderen Schauspieler machen ihren Job gut. Allerdings ist die Belegung des Inspektor Featherstone mit Klausjürgen Wussow eine eklatante Fehlbesetzung, welche zumindest mir den ganzen Film verleidet. Ist sicher sehr voreingenommen, aber seine arroganztriefende Stimme auch noch auf der Seite der Guten zu ertragen fällt nicht leicht.

Leider kommen die gruseligen Momente, wie der nächtliche Besuch des Bogenschützen im Schlafzimmer des cholerischen Burgherren, viel zu kurz (Hier finde ich die Filmmusik genial). Der grüngewandete Geselle tritt ja auch nicht allzu oft auf. Sicher kann man sich darüber mokieren, dass ein ausgewachsener Engländer sich ein Robin-Hood-Kostüm anzieht und einen Geist markiert. Das war zur Entstehungszeit des Romans fast vierzig Jahre vor dem Film auch schon genauso anachronistisch, aber der Autor hat es sich nun mal so ausgedacht. Was sollte der Regisseur daran schon groß ändern ?
Kritik verdient aber die stümperhafte Schiesserei am Ende des Films. Ein paar Silvesterböller werden gezündet, zwischen denen hektisch einige Polizistendarsteller herumspringen. Dilettantisch !

Wie sieht es mit der Logik aus ? Um Welten besser als beim Vorgängerfilm.
Naja, der Anfang lässt da erst mal Schlimmes erahnen. Die Zeichentrickdarstellung des vom Blitz getroffen Baumes erinnert irgendwie an die guten alten und sinnfreien Monty-Python-Cartoons.
Die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten. Warum wurde der Unbekannte umgebracht ? Wer war das eigentlich ? Fragen, die die folgende Handlung offenlässt. Wie schafft es der Tote überhaupt, so stocksteif in der Ecke zu stehen ? Ein Fall von kataleptischer Leichenstarre ?
Aber glücklicherweise bleiben solche Patzer die Ausnahme. Wenn Valerie sich bei ihrem nächtlichen Ausflug ins Gruselschloss nicht ordentlich anzieht, ist das schlecht erklärlich, aber verschmerzbar. Bei James Bond liefen die Agentinnen immerhin bei ihren Spionageaktionen im superknappen Bikini herum…
Aber natürlich wäre es sinnvoller, wenn sie sich wärmer und fester bekleidet und ein wenig vermummt.
Man kann sich wohl auch darüber mokieren, was die ganzen Polizisten im kleinen Häuschen des ermordeten Craeger machen. Arbeiten tut nur der Polizeiarzt (wenn man Armanheben und wieder -fallenlassen als ärztliche Untersuchung bezeichnen will).
Macht der doppelte grüne Bogenschütze Sinn ? Wohl kaum. Edgar Wallace hat sich das nun aber so ausgedacht, obwohl eine einfache Entführung von Valerie ohne grüne Maskerade sinnvoller gewesen wäre.
Allerdings war es im Buch nicht der stumme Chauffeur Sen, sondern der charakterschwache Gehilfe Lacy, der den Doppelgänger mimte. Lacy macht später im unterirdischen Verlies seinen Mitgefangenen und besonders Inspektor Featherstone viel Ärger (der hatte ihn vorher mal so lange zusammengeschlagen, bis er ihm das Versteck der entführten Valerie verriet), im Film ist er ja dann recht zahm.
Natürlich darf der Rächer im Film auch nicht überleben, ist er doch ein Mörder. Das Ende mit dem Pfeil in Eddies Rücken wurde im Fernsehen immer wohlweislich herausgeschnitten. Einfach blöd.


Im Grunde hat der Filme viele Pluspunkte: gute Schauspieler, Romantreue, wenige auffällige Logikfehler, durchaus stimmungsvoll gefilmte Handlungsorte.
Um einen richtig guten Reißer daraus zu machen, hätte es meines Erachtens folgender Änderungen bedurft:
- einen anderen Inspektor-Darsteller
- Viel weniger Klamauk, besonders in der Polizei
- Auftritte des Bogenschützen gruseliger gestalten
- Die finale Schießerei besser inszenieren

So findet der Film bei mir leider nur selten den Weg in den CD-Player.

Punkte: mit gutem Willen 2,5 von 5

Count Villain Offline




Beiträge: 4.580

12.12.2018 14:26
#191 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #19
Auch der häufig kritisierte Heinz Weiss als Kinderfreund John Wood ist eigentlich genauso, wie ich ihn mir beim Schmökern immer vorgestellt habe. Für diese Rolle ist er doch gut ausgewählt.


Den Kinderfreund nimmt man ihm durchaus ab, aber seine Rolle ist zu klein und zu konturlos geraten. Darüber hinaus lässt seine Darstellung das Doppelbödige vermissen, das Flickenschildts Mrs. Revelstoke und Brockmanns Philo Johnson noch auf unnachahmliche Weise ausgezeichnet haben. Unter der Fassade des Kinderfreunds steckt schließlich ein misshandelter Ex-Sträfling und Mörder. Sein Besuch als John Wood bei Bellamy ist viel zu brav geraten. Aus der Szene hätte man mehr machen können und müssen, dann hätte man ihn bis zum Finale auch nicht schon wieder vergessen.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.700

12.12.2018 20:16
#192 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #19
Um einen richtig guten Reißer daraus zu machen, hätte es meines Erachtens folgender Änderungen bedurft:

Du hast genau das Problem auf den Punkt gebracht!

Gruss
Havi17

Stephan Offline



Beiträge: 114

13.12.2018 21:25
#193 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Gong:
** (durchschnittlich) eine Kinostarriege von 61 führt vor, was es heißt, ein Serienprodukt für ein Kultfilmpublikum von Anno 81 zu fabrizieren

Pauer:
Die Rialto-Verfilmung des Stoffes(...) war ganz und gar getargen von Gert Fröbe, der(...)den übriegn Darstellern kaum Luft ließ sich zu entfalten.(...)Man vertat - besonders in den Schlußszenen - viele dramaturgische Möglichkeiten, und DGB ist nicht mehr geworden als ein gewöhnlicher Kriminalfilm - trotz aller Voraussetzungen für einen spannungsgeladenen Gruselkrimi. (...) Wie schon in der Rote Kreis fand Jürgen Roland nicht zum echten Wallace-Touch wie etwa Alfred Vohrer, dessen Stil für die weiteren Rialto-Produktionen richtungsweisend wurde...

Kramp:
Die Chance zu kriminalistischem Furor wurde nicht genutzt und stattdessen kaum aufregender Betulichkeit und Biederkeit geopfert worden. Wallace ohne Gänsehaut. (...)Zum anderen setzte Roland zahlreiche Momente, die Anlass für genretypische Action geboten hätten, zu simpel und überraschungslos um(...) dramaturgische Möglichkeiten (...) blieben ungenutzt...

Tses:
Ein konfus produzierter Film, der eher verwirrt, als daß er unterhält, Nicht einaml Regisseur JR mag ihn. Gert Fröbe mit seinem mürrischen Gesicht, stets in großaufnahme, nervt, und Klausjürgen Wussow scheint nicht so recht Spaß an seiner Rolle zu haben.

Hohmann:
...andererseits wurde Roland während der Aufnahmen bewusst, wie verworren und unharmonisch das skript nach den zahlreichen Änderungen wirkte. Daher überarbeitete er gemeinsam mit Wolfgang Menge jede Nacht das Drehbuch, um die Geschichte etwas plausibler und die Geschehniusse spannender und nachvollziehbarer zu gestalten. Doch im Grunde war dasKind bereits an diser Stelle in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen...DGB ist der bis dato schlehcteste Beitrag innerhalb der rialto-Reihe, inhaltlich so verworren und dramaturgisch so in den Sand gesetzt, dass es bei der Premiere noch nicht einmal auffiel, dass der Filmvorführer versehentlich die Filmrollen verwechselte und nach der ersten nicht die zweite, sondern die dritte Rolle einlegte...

Meine Meinung...
hatte ich schon mal ausführlich hier gepostet. Die Vorlage ist einfach unglücklich, da man entweder aus dem altbackenen Bogenschützen einen Gothic-Horror-Reißer hätte machen müssen, wofür Jürgen Roland und Wolfgang Menge die völlig falschen Leute gewesen wären - oder eine kriminalistische Persiflage...und als solche ist der Bogenschütze ja gar nicht sooo schlecht. Ob einer der besten Schauspieler aller Zeiten, nämlich Gert Fröbe, den Film noch mehr zerstört als ohnehin schon oder sogar noch zur Qualitätshebung beiträgt - darüber kann und soll man streiten. Ich bin zumindest extrem zwiegespalten, Als Thriller taugt der Bogenschütze zumindest m.E. nicht und dennoch ist es jammerschade, dass Jürgen Roland nicht weiter (außer in Vertretung) mit für ihn geeigenten Krimi-Stoffen eingebunden wurde.
Bei der Punktewertung bin ich hin- und hergerissen, weil ich Filme sehr über die Schauspieler definiere und v.a. Fröbe, aber auch Wussow, Wüsten-Harry und Völz liebe, aber das Gesamtergebnis so überaus merkwürdig ist. Vielleicht wäre es besser, weiterhin den Inhalt von Rolle 2 und 3 zu tauschen ?!
3/5 Punkte

Ray Offline



Beiträge: 1.879

14.12.2018 22:55
#194 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

Die Kritikpunkte wurden von meinen Vorrednern schon sehr gut herausgearbeitet, viele sind sicher wenigstens nachvollziehbar, dennoch kommt mir "Der Bogenschütze" im Ganzen zu schlecht weg. Gerade im Vergleich zum "Rächer" sehe ich ihn noch deutlich vorne.

Dass der ermittelnde Inspektor weniger dominant auftritt, ist in gewissem Maße sicher der Verpflichtung Fröbes geschuldet, scheint mir aber auch bereits in der Story angelegt, die sich nunmal sehr um Bellamy und seine kriminellen Machenschaften in Vergangenheit und Gegenwart dreht. Eine ähnliche Konstellation sollte es im "schwarzen Abt" wieder geben, wo Regnier auch eher eine Nebenrolle zukommt. Zugegebenermaßen geht diese Idee dort besser auf, dennoch ist Wussows Darbietung keineswegs so schlecht, dass er es nicht verdient gehabt hätte, in einem weiteren Wallace-Film, vielleicht in einer anderen Rolle (etwa dem erkennbaren Schurken?) aufzutreten. Karin Dor macht wie schon angesprochen in der Tat einen Riesensprung. Ihre Ausstrahlung ist umwerfend, ihr Spiel dezent und doch ungemein wirkungsvoll. Man ist so fasziniert von ihr, dass einem beinahe nicht auffällt, dass sie in ihrer ersten Szene auf dem Weg vom Wohnzimmer in den Keller scheinbar noch die Zeit gefunden hat, sich umzufrisieren. Nach der Rolle im "Fälscher" sicher ihre dankbarste Rolle und einer ihrer stärksten Auftritte im Genre. Gert Fröbe gibt bei seinem einmaligen Gastsspiel den "Elefanten im Porzellanladen" und schubst jede Person, die sich ihm nähert, latent sächselnd umher, dass es eine Freude ist. Nicht nur in Bellamys Szenen, sondern auch regelmäßig in jenen mit Eddi Arents Beteiligung verkommt der Film bisweilen zur (jedoch allemal liebenswerten) Nummernrevue. Einen derartigen Wallace-Film gab es zuvor nicht und sollte es in der Form auch nicht mehr geben, vermutlich ein Grund, warum er in der breiteren Öffentlichkeit einen guten Ruf genießt und mit am häufigsten wiederholt wurde: Otto Normalzuschauer verbindet mit Wallace aus heutiger Sicht kurios-nostalgische Unterhaltung - und die bekommt er beim "Bogenschützen" satt. Positiv hervorzuheben ist auch die geschaffene Atmosphäre. Mit Blick auf die Schauplätze liegt der Schwerpunkt klar auf dem Schloss Bellamys und seinem Umfeld. Ausflüge gibt es nur in die nähere Umgebung, die Shanghai-Bar und den Hafen, auf Szenen in Yard-Büros wurde völlig verzichtet, gleichsam auf den Auftritt von Sir Archibald, was eine erfrischende Abwechslung bedeutet. Was sich in Gesamtbetrachtung negativ auswirkt, sind die geringe Präsenz John Woods (bei der Erstsichtung wusste ich am Ende gar nicht, wer der Täter ist, weil mir die unscheinbare Figur in dem wilden Treiben in Vergessenheit geraten war und ich Weiss auch als Schauspieler noch nicht kannte), die (zu) wenigen Auftritte des Bogenschützen, der von Gubanov genannte leichte Hänger im Mittelteil sowie das verschenkte Potential mit dem Doppelgänger. Eine Auseindersetzung zwischen beiden Bogenschützen oder ein Duell zwischen "echtem" Bogenschützen und dem Inspektor wie später zwei Mal grandios umgesetzt in den "Mönch"-Filmen hätte den Film weiter aufwerten können. Nicht vergessen lobend zu erwähnen möchte ich ebenfalls Stanislav Ledinek, der seinerzeit im Kriminalfilm omnipräsent war, stets einen Gewinn darstellt und heute leider weithin vergessen ist. Unter den "echten" Wallace-Filmen sicher sein stärkster Auftritt. Harry Wüstenhagen führt den Typus des "sympathischen Gauners" ein, den er im Folgefilm perfektionieren sollte. Aber auch sein Savini zählt zu den Faustpfanden auf Darstellerseite. Arent hat definitiv seine Momente, Völz hält sich angenehm zurück, die weitern Assistenten tragen leider oft dick auf und entpuppen sich nicht unbedingt als geboren Komödianten.

Obwohl der "grüne Bogesnchütze" wie ausgeführt sein Potential nicht auszuschöpfen vermag, sehe ich ihn immer wieder gerne, so wie er ist und vergebe daher gerne 4 von 5 Punkten.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.514

15.12.2018 15:08
#195 RE: Wallace der Woche (05): Der grüne Bogenschütze (1960/61) Zitat · Antworten

1960 war natürlich noch nicht vorherzusehen, dass die Wallace-Serie am Ende aus über 30 Filmen bestehen und noch mehr als zehn Jahre andauern sollte. Insofern muss man Wolfgang Menge beinahe als Propheten bezeichnen, der nach gerade einmal eineinhalb Jahren und drei bzw. vier Wallace-Filmen die Gier des Publikums nach wirklichkeitsferner Kriminalunterhaltung in der Prätitelsequenz des "Bogenschützen" auf den Punkt bringt: "Die Leute wollen betrogen werden!" Jene Sequenz ist in der Wallace-Reihe einzigartig, da sie ganz offensiv als Parodie auf das quasi erst vor kurzem selbst kreierte Subgenre des deutschen Grusel-Märchenkrimis daherkommt. Nicht nur, dass uns Spike Holland und Julius Savini die Funktionen und Mechanismen des Genres in direkter Publikumsansprache vermitteln - Sigrid von Richthofen darf in einem famosen Kurzauftritt als neugierige Touristen auch noch jenes sensationslüsternde Publikum repräsentieren, als sie beim Auffinden der Leiche entsetzt aufschreit, um aber nur zwei Sekunden später beinahe ungerührt Fotos vom unglückseligen Toten zu knipsen. Was für ein Auftakt!

Leider hält der daran anschließende Film die hoch gesteckten Erwartungen dann nicht ein. Die Traute eine lupenreine Satire herzustellen hatten die Macher nicht - und das gab der im Kern eher tragische Stoff auch nicht her. Aber immer wieder gibt es Over-the-Top-Klamauk, etwa die sich gegenseitig belauernden Polizei-Hiwis in den Katakomben von Garre-Castle, oder die Art und Weise, wie sich Sergeant Higgins in Spike Hollands Hanomag quetscht... Nicht zu vergessen jene selbstreferenziellen Dialogzeilen wie "Kenn' ich schon vom "Stahlnetz", oder "da draußen wird gerade der nächste Wallace-Film gedreht". Das ist natürlich amüsant, unterstreicht aber auch die Tatsache, dass die Macher ihrer eigenen Geschichte nicht so ganz trauten.

Ein Punkt, der hier bereits angesprochen wurde, betrifft die Funktion des Toten aus der Eröffnungssequenz. Dieser ist, wenn ich das richtig verstanden habe, ein unglückliches Zufallsopfer, dessen Ermordung einzig dem Zweck dient Abel Bellamy zurück nach England zu locken. Ganz schön grausam, dieser John Wood... Überhaupt John Wood - mit dieser Figur wird stiefmütterlich umgegangen und der arme Heinz Weiss hat wenig Gelegenheit sich zu profilieren. Ansonsten hat man den Eindruck, dass die gute Valerie Howett etwas zu häufig verschleppt, gefangen gehalten und wieder befreit wird. Dass Karin Dor hier ihre womöglich sogar beste Rolle in einem Wallace spielt, hat mich beim Wiedersehen allerdings überrascht. So selbstbewusst und verbale Spitzen austeilend hatte ich sie gar nicht mehr in Erinnerung. Wenn man Roland etwas attestieren kann, dann, dass sich in seinen Wallace-Filmen interessante, vielschichtig angelegte weibliche Hauptfiguren tummelten.

Überhaupt sind die Schauspieler das ganz große Plus des Films. Fröbe wurde hier schon ausreichend gelobt. Dass er den Film an sich reißt und alle anderen Akteure an die Wand spielt, sehe ich nicht so. Natürlich ist Abel Bellamy eine laute, dominante Figur, das liegt in der Natur der Sache. Dennoch überlässt Fröbe auch den anderen Schauspielern ihre Freiräume, etwa in der vielleicht sogar überzeugendsten Szene des gesamten Films - Bellamys "Besuch" bei seiner von ihm eingesperrten großen Liebe Elaine, formidabel verkörpert von Hela Gruel, die sich mit jener einen Szene einst eine Nominierung für die Edgar-Wallace-Oskars erspielte. Aber auch die anderen größeren Nebenrollen sind ohne Fehl und Tadel - Wüstenhagen, Epskamp, Teichmann, Ledinek... Der Humor von Eddi Arent und Wolfgang Völz passt insgesamt recht gut in den Film. Klausjürgen Wussows Darstellung möchte ich auch nicht großartig kritisieren, er macht das solide, auch wenn seine Figur ein wenig darunter leidet, dass sie erst in der zweiten Filmhälfte als Inspektor auftreten darf. Als Zuschauer ahnt man bereits während der ersten Filmsichtung, dass "Monsieur Lamotte" zu höherem als Chauffeur- und Hausmeisterdiensten berufen ist.

Letztendlich hat mir der "Bogenschütze" etwas besser gefallen, als vorher erwartet, dennoch handelt es sich eindeutig um den bis dato schwächsten Rialto-Wallace. Es mangelt dem Film an Spannung, Härte und bisweilen auch an Tempo, von der verworren inszenierten Auflösung mal ganz abgesehen. Insgesamt im unteren Tabellenmittelfeld der Serie anzusiedeln.

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