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Forum Edgar Wallace ,...



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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 2.455 mal aufgerufen
 Edgar-Wallace-Forum
Seiten 1 | 2
Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

17.01.2005 20:51
Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Hallo an alle,

die Hauptgründe, warum ich dieses Thema eigenständig herausstelle sind:

a) die häufigen Diskussionen darüber, welcher Film typisch und von der Grundstimmung her in die Wallace-Reihe passt.

b) die überaus schlechte Bewertung von Filmen wie "DAS GEHEIMNIS DER GELBEN NARZISSEN","ZIMMER 13" oder "DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE"

c) das als Messlatte für DEN typischen Wallace mit der richtigen Athmosphäre nach wie vor extrem werkswidrige Filme wie "DER ZINKER", "DAS INDISCHE TUCH" oder "DER HEXER" verwendet werden und generell die wenigsten eine Ahnung zu haben scheinen (ohne irgend jemanden angreifen zu wollen, es wirkt eben so) welche Athmosphäre die Romane haben.


Ich habe z. B. gelesen, das der Film "Das Geheimnis der gelben Narzissen" bei vielen deshalb so schlecht abschneidet weil ihm spektakuläre Grusel und Spannungseffekte fehlen- und damit die Athmosphäre. Ich habe ziemlich früh mit dem Lesen der Romane angefangen und muss klipp und klar sagen: Dieser Film strotzt vor echter Wallace-Athmosphäre und gibt das typische Wallace-Gefühl bestens wieder, nicht nur in Hinsicht auf die Romane, sondern auch auf die Filme. So fehlen dem "ROTEN KREIS" ja auch die oben genannten Aspekte, und er wird trotzdem gut bewertet. Nicht jeder Wallace-Film muss unheimliche Gestalten haben! Und der Vorwurf, der Film sei langweilig ist ebenfalls zurückzuweisen, da die Handlung den "roten Faden" nie verliert und man nie lange auf eine fesselnde Szene warten muss.

Gleiches gilt für "DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE", der ebenfalls echtes Wallace-Flair verstrahlt. Man hat hat sich hier schon beschwert, das die Story zu amerikanisch sei- diese Leute sollten einmal den Wallace "Nach Norden, Strolch" lesen- Edgar Wallace hat oft einen Hang zum amerikanischen.

"ZIMMER 13" ist auch der Film der Jahre 1963 und 64 der dem echten Wallace am nächsten kommt. Filme wie "Das indische Tuch" oder "Der Hexer" haben keine echte Wallace-Athmosphäre mehr.

Generell kann man sagen, dass die Filme der von Joachim Kramp als "erste Phase" (1959 - 1962) die einzigen mit unverfälschter Wallace-Stimmung sind. Die neue Wallace-Stimmung vermittelt dann erst wieder "Der unheimliche Mönch", auch die zahlreichen Gegener müssen dies anerkennen, denn zweifelsohne hat sich Vohrer bei seinen Farbfilmen stark an diesem Film orientiert.

Hier einmal für mich die jeweiligen "Stimmungsträger":

- Die richtige, unverfälschte Roman-Athomsphäre haben vor allem die ersten vier Filme, danach zerfällt das ganze etwas ("Die seltsame Gräfin" fällt hier etwa aus dem Rahmen, vielleicht der Filme jener Phase mit der wenigsten echten Wallace-Athmosphäre).
- Die neue Edgar Wallace-Athmosphäre wird von den Filmen "DER ZINKER" und "DAS GASTHAUS AN DER THEMSE" definiert, dramaturgisch sind sie zwar alle sorgfältig gearbeitet, doch eine spannende Athmosphäre entsteht nur bei wenigen Filmen, da der Schwerpunkt auf den Dialogszenen liegt. Nun wurde in den vorhergegeangenen Filmen auch viel geredet, aber dort bestand keine slche Trennung zwischen Spannungsmoment und Dialog. So wird eben 10 Minuten geredet, dann passiert ein Mord, dann wieder Dialog und so fort. Einzige Ausnahmen: "ZIMMER 13" und "DER HEXER" (letzterem fehlt trotzdem die echte Athmosphäre).
- Die nächste neue Grundstimmung bringt der Film "DER UNHEIMLICHE MÖNCH"- der Film wird maßgeblich für alle Filme bis 1968.
- Die Filme "Gorilla" und "Glasauge" verbinden nun wieder die Athmosphäre der Filme 1962 - 1964 mit neuen, zeitgenössischen Elementen.
- Die letzte eigene Athmosphäre herrscht eigentlich nur noch in 2 Filmen, nämlich den beiden letzten. Von der typischen Wallace-Athmosphäre ist hier nicht mehr viel übrig.


Es ist auch bedauerlich, dass wohl viele auf diesem Forum mehr das kultig-almodische und den Durchschlag der 60iger mögen als sich wirklich mit den Romanen zu beschäftigen, denn nur ein Romanleser kann beurteilen, welche Filme ECHTE wallace-Athmosphäre haben. Streng gesagt haben die Filme nach 1965 alle keine Wallace-Athmosphäre mehr. Wer die Filme so wie eben genannt nur oberflächlich beurteilt, für den haben Filme wie "DIE SELTSAME GRÄFIN" oder "DER HEXER" mit ihren schrillen Effekten natürlich mehr Kultpotenzial als etwa "DAS GEHEIMNIS DER GELBEN NARZISSEN", aber eben Filme wie letztgenannter enthalten wesentlich mehr Wallace-Athmosphäre und sind auch für den objektiven Betrachter als nüchterne, einfache, aber gute Krimis besser als irgendwelche Ach so gruseligen IrrenhauskellermitirrenGestalten-Filme wie die seltsame Gräfin oder Dialogkrimis wie "Der schwarze Abt" oder "Das indische Tuch".

Ich wiederhole: Die Bewertungen von Joachim Kramp in seinem Buch sind fast ausnahmslos zutreffend, denn er hat Vergleiche zwischen Romanen und Filmen angestellt und die Filme als Filmkritiker wie für eine Zeitung objektiv und sachlich und nicht wie ein Fan beurteilt. Der ein oder andere sollte dieses Buch vielleicht noch einmal zur Hand nehmen.

Soviel zu "TYPISCHER WALLACE-ATHMOSPHÄRE"!!!


Mit besten Grüßen an Alle,

Christoph


Dennis M. Dellschow Offline



Beiträge: 598

17.01.2005 21:23
#2 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Hast du mal darüber nachdedacht, so einen Artikel als Populärdarstellung im Focus zu veröffentlichen?

In Antwort auf:
denn nur ein Romanleser kann beurteilen, welche Filme ECHTE wallace-Athmosphäre haben.

Die Frage ist, ob das nicht so oder so nur Wallace kann. Allein das Wort "Wallace-Atmosphäre" gefällt mir nicht, da man so oder so bei seiner Verwendung versucht (meinetwegen auch unbewusst), die Filme /Romane in Schubladen zu packen. Da gehört aber weder Wallace rein, noch sonst ein Krimiautor. Ein typisches Flair ist deshalb auch vollkommen ralativ und hängt vom Stoff ab. Damit streite ich übrigens nicht die Gemeinsamkeiten zwischen den Filmen ab, die natürlich durch deren Kontinuität entstanden - ich finde es nur in vielen Fällen anmaßend, allgemeingültige Definitionen zu suchen, nach denen bewertet werden soll, WAS ein typischer Wallace ist. Das sieht generell wieder jeder anders und selbst in diesem dann als typisch angesehenen Film gibt es wieder Dinge, die atypisch sind und in anderen Werken wieder ganz anders vorhanden sind.

Genauso kann man auch den Stil der Bücher nicht über einen Kamm ziehen. Viele der guten Stücke habe ich gelesen und einige sind ganz verschieden und nicht vergleichbar.

In dem Zusammenhang lassen sich dann auch die Serienteile nicht einfach so als gut oder schlecht bzw. unpassend hinstellen. Du behauptest hier einfach, die wenigsten hätten eine Ahnung von der Atmosphäre der Romane - was natürlich zeigt, dass du am besten die Richtlinien für atmosphärisches Empfinden und "Wallace-Konformität" festlegst. "Es wirk eben so", schreibst du.

Das mag sogar so sein - aber es wirkt für dich so. Du kannst deinen Geschmack (was Bücher und Filme betrifft) nicht zur Regel machen, da es - und das mag sehr platt klingen - kein Patentrezept gibt. Findest du es denn nicht natürlich, dass sich der Zuschauer die Streifen heraussucht, die seiner Meinung nach die beste Atmosphäre haben.

Demnächst werde ich dir dann ne eMail schreiben, bevor ich einen Film lobe. Du kannst dann ja die Wallace Atmosphäre prüfen und mir sagen, welche Filme die WAHRE Ausstrahlung haben - dann fällt mir die Auswahl leichter, denn ich richte mich ja nach einer Fachmannsmeinung und ich muss nicht mehr selbst überlegen, welche Atmosphäre mir gefällt.


Dennis

Benny Offline




Beiträge: 2.451

17.01.2005 23:11
#3 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

In der Tat denken die wenigsten bei dem Begriff Wallace-Atmosphäre an die Romane. Trotzdem denke ich, dass sich sehr viele von denen auch eingehend mit den Romanen beschäftigt haben.
Es gibt immer Schwierigkeiten für jederman Filme mit Büchern zu vergleichen.
Und ich denke Edgar Wallace ist durch die Bücher auf ne andere Art bekannt geworden als durch die Filme. Die Filme haben ihren eigenen Stil, ihre "Atmosphäre", wobei natürlich jedem was anderes wichtig ist. Es ist schön, wenn man auch Vergleiche zwischen Romanen und Filmen bekommt, so wie Joachim das getan hat. Trotzdem sollte man nach den wesentlichen Elementen eines Wallace-Films nicht in den Büchern suchen.

Gez.:
H.

Dirk Offline



Beiträge: 2.788

18.01.2005 00:21
#4 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

In Antwort auf:
Dennis: ich finde es nur in vielen Fällen anmaßend, allgemeingültige Definitionen zu suchen, nach denen bewertet werden soll, WAS ein typischer Wallace ist. Das sieht generell wieder jeder anders und selbst in diesem dann als typisch angesehenen Film gibt es wieder Dinge, die atypisch sind und in anderen Werken wieder ganz anders vorhanden sind.

In Antwort auf:
Benny: Und ich denke Edgar Wallace ist durch die Bücher auf ne andere Art bekannt geworden als durch die Filme. Die Filme haben ihren eigenen Stil, ihre "Atmosphäre", wobei natürlich jedem was anderes wichtig ist.

In diesen beiden Punkten gibts von mir absolute Zustimmung.

Die Romane sind bis auf die von Reinhard genannten Ausnahmen kaum mit den Filmen vergleichbar, haben dennoch ihre eigene Atmosphäre. Hier auch oft mit typischer "Wallace-Atmosphäre" betitelt.

Gruß

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.550

18.01.2005 08:16
#5 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Als "alter" Romanleser schalte ich mich hier auch mal in die Diskussion ein. Grundsätzlich ist davon auszugehen, wenn bei den Filmen das Wort "Wallace-Atmosphäre" fällt, die schön-schaurig-gruselige Atmosphäre der Filme selbst gemeint ist. Mit den Romanen werden das die wenigsten vergleichem - ich persönlich auch nicht - obwohl ich fast alle Romane (über 100) von Wallace, teilweise sogar mehrmals, gelesen habe.

Wie bei den Filmen, sind auch unter den Romanen hervorragende und weniger gute mit dabei. Die "Atmosphäre" ist jedoch bei den meisten Romanen auch sehr unterschiedlich. Wäre es sonst nicht langweilig? Und würde es dann nicht heißen, Edgar Wallace ist ja sowieso immer das gleiche?

Bei der Einteilung der Filme in die verschiedenen Epochen hat Joachim Kramp sicher Recht. Ob jedoch ein Film als gut oder weniger gut empfunden wird ist (auch in seinem Fall) immer eine subjektive Meinung! Als Beispiel führe ich hier DER HERR DER RINGE an. Ein sehr erfolgreicher und "sehr guter" Film. Ich habe nach ca. 45 Minuten aus Langeweile abgeschaltet und werde mir den Film bestimmt nicht mehr ansehen. Geschmäcker sind eben verschieden - und das ist Gut so!

Ob ein Film als gut oder schlecht bewertet wird, liegt ja nicht alleine an dessen Handlung, Kameraführung, Regie usw. Den Großteil machen doch schließlich die Schauspieler aus. ODer warum sollten die Produzenten irrsinnige Summen an Gage an die Schauspieler bezahlen. Verdient ein Kameramann 10 Mio. pro Film? Deshalb werden auch vor allem DER HEXER als "gute" FIlme bewertet, weil die "Chemie" stimmt. Hier sind die Besten Darsteller der schwarz-weiß-Ära in einem Film versammelt - was will man mehr? Und so schlecht ist die Handlung auch wieder nicht. Ich persönlich schau mir diesen Film immer wieder gerne an. Ähnlich sehe ich auch DER BUCKLIGE VON SOHO. Vielleicht der Farbfilm mit der besten Besetzung. Hubert von Meyerinck spielt hier sicher seine beste Wallace-Rolle. Agnes Windeck steht ihrer Darstellung im ZINKER in nichts nach, Eddie Arent als eiskalter Verbrecher, Schürenberg äußerst humorvoll, Pinkas Braun in einer seiner Paraderollen usw.

Aber, wie bereits erwähnt, es ist nunmal reine Geschmacksache, welche Filme man besonders mag oder nicht.

KlausS Offline



Beiträge: 278

18.01.2005 10:58
#6 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Hallo liebe Wallace-Freunde,

meine persönliche Wallace-Atmosphäre ist eigentlich durch die Wallace-Film-Serie generiert. Ob sie einen Bezug zum Roman zu haben ist mir eigentlich egal. Die Karl May-Verfilmungen haben auch keinen und trotzdem finde ich sie super. Die Wallace-Filme hatten sich ihre eigene Atmosphäre geschaffen, zu denen z.B. engl. Herrenhäuser, zwielichtige Butler, irre Verbrecher,"nennen-Sie-mich-Mike"-Inspektoren und verqualmte Spelunken gehörten. Ein ordentlicher Ausflug ins nächtliche, neblige Umland mit etwas Kauz-Geräuschen. Also eine Atmosphäre, die eine persönliche "Bedrohung" darstellen, wenn man das so ausdrücken will (viele nennen es Wallace-Grusel). Ich bin ein grosser Fan von englischer Kriminalliteratur, besonders Agatha Christie und Dorothy L.Sayers und muss gestehen, dass ich die Wallace-Romane im Vergleich zur internationalen Konkurrenz eher schwach finde. Daher hat für mich die Romannähe einer Verfilmung keinen Einfluss auf "guter Wallace, schlechter Wallace".
Die weniger guten Wallace (ich verzichte jetzt mal auf Farb- oder s/w Wallace) sind thematisch zu "amerikanisiert", passen also eher in das "Jerry-Cotton-Milieu". Eben diese Gangster-Krieg-Geschichte aus der "roten Orchidee" finde ich nicht so sehr spannend. Wenn Gangster mit Maschinenpistolen ihre pokernden Rivalen niederballern....
Für mich die typischen Wallace-Atmo-Filme sind Filme, die in oder um englische Herrenhäuser spielen (Bogenschütze, Abt, Bande des Schreckens) oder irgendwo in Spelunken inmitten von London (Gasthaus). Kinski als Irrer umherläuft (Gräfin), Fuchsberger als Inspektor Karin Dor umgarnt, Eddi Arent als Butler und Fritz Rasp als undurchschaubarer Anwalt sein Unwesen treibt.

Aber wie gesagt, rein persönlich.

Viele Grüße
Klaus

Christopher Offline



Beiträge: 239

18.01.2005 13:22
#7 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Ich habe keinen einzigen Wallace Roman gelesen und weiß daher nicht wie weit die Filme im Allgemeinen von der Romanvorlage entfernt sind,ob die besser oder schlechter sind kann ich daher nicht beurteilen,für mich haben die Anfangsfilme der Serie das besondere Flair wie Nebel,Themse,London,Irrenhäuser,Maschinenpistolen,Unheimliche Gestalten (wie den Frosch) usw,das hat man auch später versucht wie beim Buckligen den ich mir gerade gestern anschaute und hier fällt schon sehr die schlechte Kulisse auf,alleine schon die Türen die auseinander fallen wenn jemand dagegen gelaufen ist,ist schon sehr billig gemacht,an der Handlung und den Schauspielern ist nichts auszusetzen,hier kann man Schürenberg+Arent nichts anhaben die schon ihr möglichstet tun und den Film dadurch auch gerettet haben,und sowas zieht sich zum Teil auch durch die anderen Filme wie Die blaue Hand wo ich mit den Ende des Films bis jetzt nicht klarkomme.

Dennis M. Dellschow Offline



Beiträge: 598

18.01.2005 14:57
#8 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

In Antwort auf:
Aber, wie bereits erwähnt, es ist nunmal reine Geschmacksache, welche Filme man besonders mag oder nicht.

Auf den Punkt gebracht, genau. Das habe ich mit meinem Beitrag auch gemeint und unsterstreich´s noch einmal.


Dennis

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.550

18.01.2005 17:41
#9 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Trotzdem, Dennis, hättest Du Reinhard nicht gleich so persönlich angreifen müssen ;-)

Der Hexer Offline



Beiträge: 373

18.01.2005 18:18
#10 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Ich denke nicht, dass man sich anmaßen kann, genau den Begriff "Wallace-Athmosphäre" definieren zu können. Wie bereits mehrfach gesagt, hat jedes Buch bzw. jeder Film eine andere Athmosphäre.
Auch halte ich es für einen Fehler, die Romane als Maßstab für die Filme anzusehen. Erstens sind auch die Romane nicht alle von perfekter Qualität (manche Filme gefallen mir sogar besser als die Romanvorlage), zweitens war es auch nicht Sinn der Filme, die Athmosphäre der Romane bis ins Detail zu kopieren.
Man sollte auch nicht vergessen, dass die Macher der Filme nicht vorhatten, die Handlung in der Zeit spielen zu lassen, in der der Roman geschrieben wurde, sondern das ganze Geschehen auf die Gegenwart übertragen wollten bzw. sollten. Da ist es kaum möglich, irgendwelche "Athmosphären" der Romane zuz wahren.
Letztendlich sind auch die persönlichen Gefühle eines Einzelnen ausschlaggebend für die Empfindung einer "Athmosphäre".
Und ob man nun den "klassischen Stil" oder den "Vohrer-Stil" bei den Wallace-Filmen lieber mag, ist rein geschmacksabhängig. Fest steht, dass sowohl Reinl & Co. als auch Vohrer exzellente Filme abgeliefert haben. Ich persönlich sehe "Zimmer 13" eben so gerne wie "Der Zinker". Beides sind auf ihre Art exzellente Filme, nur eben grundverschieden. Auch halte ich es nicht zwingend für negativ, wenn ein Film zu großen Teilen aus Dialogen besteht - auch die können ihren Reiz haben. Zum Beispiel "Das indische Tuch" lebt von den Dialogen; und die sind hier wirklich spitze und geben diesem Film ein gewisses Etwas, was mir an Filmen wie "Das Rätsel der roten Orchidee" fehlt.

Christopher Offline



Beiträge: 239

18.01.2005 19:23
#11 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Romane oder Filme was ist besser,ich kann mir das Gasthaus nicht vorstellen ohne den Hai,vielleicht sollte mal darauf eingegangen werden was verändert wurde ihn den Filmen gegenüber den Romanen das so ausschlaggeben war wie beim Gasthaus (Hai) was hier gut gemacht wurde bei der Das Rätsel der roten Orchidee vernachlässigt wo auch noch die Entführung von Cora Minelli übergangen wurde,wäre gut für den Film gewessen.Trotz allem einer meiner Top Filme.

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

18.01.2005 19:25
#12 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Hallo,

Es tut mir leid, wenn mein Thema als Versuch verstanden worden ist, anderen meinen Geschmack aufzuzwängen. Denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, vollkommen richtig.

Ich bin nicht nur was Wallace betrifft ein großer Filmliebhaber, sondern bin auch noch an vielen anderen Genres interessiert. deswegen bemühe ich mich, die Wallace-Filme möglichst nüchtern zu beurteilen und nicht mit den Augen eines Fans. Und wie ich schon erwähnt habe bin ich der Meinung, das auch Joachim Kramp dies getan hat, auch wenn natürlich immer der eigene Geschmack mit einfließt, doch man kann sich zumindest bemühen, diesen zurückzustellen. Meine Kriterien, anhand denen ich einen Wallace beurteile sind folgende:

- Spannung(saufbau und Steigerung)
- Tempo und Actionreiche Sequenzen (Verfolgungsjagden, Fluchten, usw.)
- originelle und ungewöhnliche Einfälle (da haben meiner Meinung nach eben die "Gräfin" oder der "Bucklige" schon verloren)
- Charisma der Darsteller, Wahl eines Darstellers für eine passende Rolle
- unheimlicher Touch (den auch "Das Geheimnis der gelben Narzissen" hat)
- dynamisch und spannungsreich geführte Kamera/Schnitt
- Ausstattung, Beleuchtung
- Musik
- Dialoge (platt und abgedroschen oder ironisch und zielsicher)
- Humor (ob schwarzer, schadenfroher, lockerer wie bei etwa Arent, vulgärer- egal, nur nicht im Übermaß)
- Roman-Athmosphäre (die Romane spielen in den 20ern, natürlich muss man umdenken, ich meine nur, dass das typische des jeweiligen Romans mit einbezogen wird und nicht auf der Strecke bleibt (bestes Beispiel: "Das Verrätertor"- kaum mehr etwas von der Stimmung des spannenden Buches erhalten)
- Abwechslungsreiche Schauplätze (hier schwächeln das TUCH oder GRÄFIN)
- Abwechslung zwischen den Filmen (jeder Film sollte eigenständig sein und nicht dauernd Erinnerungen an frühere Filme wecken)
- Volle Nutzung des Formats (bei Ultrascope ist eine gute Bildkomposition extrem wichtig) und der s/w-Fotographie, bzw. Spiel mit den Farben.


Ich hoffe, ihr versteht nun, dass ich Filme wie "DER SCHWARZE ABT" oder "DER GRÜNE BOGENSCHÜTZE" nach unten schiebe, weil wenn ich diese Filme nach Kriterien wie Spannungsaufbau, Action und Tempo untersuche bemerke ich kaum eine Steigerung, wenn ich mir Filme wie "DER BUCKLIGE VON SOHO", "DIE SELTSAME GRÄFIN" oder "DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE" ansehe finde ich kaum nennenswerte neue Einfälle und Dialoge, Werke wie "DIE TOTE AUS DER THEMSE" sind von Kameraführung und Schnitt her im Minus (wobei ich in dieser Kategorie "DAS GESICHT IM DUNKELN" außen vor lasse, denn hier gefällt mir die Kamera sehr gut, obwohl ich weiß, dass sie schlecht geführt ist), beim Humor kommt etwa "NEUES VOM HEXER" zu kurz und abwechslungreiche Schauplätze fehlen Filmen wie "DAS INDISCHE TUCH" und "DIE SELTSAME GRÄFIN" meiner Meinung nach völlig.

Insbesondere hat mich eben geärgert, das rein objektiv betrachtet Filme wie "DER GRÜNE BOGENSCHÜTZE", "DIE SELTSAME GRÄFIN" und "DER SCHWARZE ABT", die von der Spannung her wirklich schwach sind und sich kaum steigern hier auf dem Forum besser bewertet werden als spannende, längenlose Filme wie "ZIMMER 13", "DAS GEHEIMNIS DER GELBEN NARZISSEN" und "DER UNHEIMLICHE MÖNCH" oder wirklich temporeiche, nie langweilige und vor allem extrem witzige Filme wie "DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE" mit der haltlosen Behauptung, sie hätten keine echte Wallace-Stimmung oder keine unheimliche Gruselgestalt. Ich bemühe mich immer, das filmische Potenzial zu sehen und nicht nur das Kultpotenzial.

Ich hoffe, ich habe mir hier keine Feinde gemacht, aber ich konnte den NARZISSEN, der ORCHIDEE, der MÖNCH und das ZIMMER eine so ungerechte bewertung erhalten.

Viele Grüße,

Christoph

Der Hexer Offline



Beiträge: 373

18.01.2005 19:37
#13 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

Aber es bewertet eben nicht jeder die Filme nach den von dir genannten Punkten, oder hält alle Punkte für gleich wichtig (so geht es mir hierbei). Du versuchst die Filme objektiv zu betrachten, nur das halte ich für kaum möglich, da es letzten Endes eine Frage des Geschmacks bleibt.

Dirk Offline



Beiträge: 2.788

18.01.2005 19:43
#14 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

In Antwort auf:
Ich bin nicht nur was Wallace betrifft ein großer Filmliebhaber, sondern bin auch noch an vielen anderen Genres interessiert. deswegen bemühe ich mich, die Wallace-Filme möglichst nüchtern zu beurteilen und nicht mit den Augen eines Fans.

Bitte verstehe mich nicht falsch, aber ich bekomme langsam das Gefühl, du hälst einige hier für unfähig, die Filme objektiv zu bewerten. Meines Erachtens ist es kaum möglich einen Film schlicht nach einem vorgefertigten Schema zu betrachten. Ich selbst bin von diversen exotischen Filmen Fan, und bin mir dennoch bewusst, dass sie in de(ine)r Theorie völliger Müll sind.
Wenn jemand hier "Das Geheimnis der gelben Narzissen" als langweilig bewertet, wird es wohl kaum daran liegen, dass er den Film mit den Augen eines Fans betrachtet, sondern daran, dass man wirkliche Spannung in diesem speziellen Fall mit der Lupe suchen muss.

Benny Offline




Beiträge: 2.451

18.01.2005 19:52
#15 RE:Wallace-typisch, Wallace-Athmosphäre Zitat · Antworten

In Antwort auf:
Ich hoffe, ich habe mir hier keine Feinde gemacht, aber ich konnte den NARZISSEN, der ORCHIDEE, der MÖNCH und das ZIMMER eine so ungerechte bewertung erhalten.

Ich muss hier meinen Vorschreibern recht geben. Du machst dir hier keine Feinde - aber in den Augen der Bewerter sind diese Bewertungen angemessen und die sind bestimmt nicht ungerechter oder unangebrachter als deine Bewertungen der Filme oder derer, die gleicher Meinung sind.

Gez.:
H.

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