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Dieses Thema hat 24 Antworten
und wurde 3.521 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Seiten 1 | 2
Giacco Offline



Beiträge: 1.449

27.01.2013 13:08
#16 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X (Österreich 1964)

Deutsche Erstaufführung: 12.6.1964
FSK: 16
Verleih: Constantin
Regie: Ernst Hofbauer
Darsteller: Adrian Hoven, Corny Collins, Paul Löwinger, Ellen Schwiers, Ady Berber, Mady Rahl

"Tim Frazer wird in Antwerpen auf einen geheimnisvollen Mörder angesetzt, der Mitwisser beim Marihuanaschmuggel aus dem Weg räumt. Ein müder Krimi, der versucht, vom Bildschirmerfolg des Titelhelden zu profitieren." (Lexikon des internationalen Films)

Ein Film, mit dem ich mich einfach nicht anfreunden kann. Unglaublich langweilig schleppt er sich ohne Höhepunkte dahin. Der ganzen Geschichte fehlt die nötige Spannung und Dichte, stattdessen bietet sie Klischees und Platitüden. Keiner der Darsteller liefert eine herausragende Leistung ab. Das liegt natürlich auch am uninspirierten Drehbuch und der oberflächlichen Zeichnung der Charaktere. Adrian Hoven bleibt blass, der Österreicher Paul Löwinger nervt und selbst Ellen Schwiers wirkt lustlos und kann einzig in jener Szene überzeugen, in der sie die hilflose Corny Collins bedroht.
Wer nun letztlich der Drahtzieher war, hat mich am Ende kaum noch interessiert. Was den Film ein wenig aufwertet, ist das Hafenviertel von Antwerpen, das als Kulisse einen gewissen Schauwert hat.

Für mich einer der schwächsten Krimis aus jener Zeit. Dass "Constantin" den überhaupt ins Verleihprogramm aufgenommen hat, wundert mich schon ein bißchen. Haben die wirklich geglaubt, ein "Tim Frazer" im Titel reicht aus? Da sind sie dann ja eines besseren belehrt worden.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.326

31.01.2013 11:28
#17 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Ich habe den Film jetzt auch erstmalig begutachtet und fand ihn gar nicht so schlecht.
Der Schauplatz Antwerpen (diese Ortsbestimmung war mir beim Sehen entwichen und so bescherte mir der Film wohlig niemandslandige Ortsunkenntnis en masse und summa summarum reine kalte Hafenschauer-Atmosphäre ohne sonstige Orientierung - zumal Lokalnamen wie „Sansi-Bar „ (?) zu meinem großen Wohlwollen ja gefühlt in jeder zweiten deutschsprachigen Krimiproduktion der 60er in Handlungsorten jeglicher Couleur aufploppen ) halte ich für eine gelungene Abwechslung.
Die Szenen mit den sich anbahnenden Streiks der Hafenarbeiter erinnerten von Duktus und filmischer Umsetzung eher an Filmszenen der 30er und 40er Jahre, auch das ist eine recht wohltuende Abart des Films.
Die Ermittler sind zwar in der Tat recht blass aber doch irgendwie urig und mehr als tragfähig. Der herrlich plumpe running-gag mit dem Hut wird überaus ehrenwert mit aller Konsequenz durch den Film gezogen (mein Highlight ist die Szene zu Beginn, als nach dem Leichenfund der Hut mitsamt Off-Kommentar herrlich ungelenk nach links oben aus dem Bild schwimmt bzw.schwemmt), und gerade bei den „actionlastigeren“ Szenen, vor allem bei Ady Berbers Verfolgungsjagd gegen Ende auf der Hängebrücke fühlte ich mich irgendwie angenehm an einen frühen und nicht amerikanisierten Jerry Cotton erinnert. Der erste Mordanschlag auf Tim Frazer ist dann allerdings schon etwas zu sehr dämlich dargestellt.
Regisseur Ernst Hofbauer (ein kleiner persönlicher Gruß sei hier dem „Hofbauer-Kommando“ entrichtet!), hat später vor allem mit schmierigen Sexfilmchen gepunktet und zum Glück (!) sind einige Vorblicke darauf bereits hier zu erhaschen: Corny Collins wird zu weiten Teilen doch sehr sexy, ja geradezu lüstern in Szene gesetzt, findet sich aber in dieser Inszenierungsweise durchaus äußerst grandios zurecht und nicht zuletzt auch ihre attraktive eigene Note und wirkt daher auf mich in diesem Film wesentlich intensiver und spannender als in ihrem Wallace-Auftritt, bei dem Alfred Vohrer sie leider eher uninteressant erscheinen ließ.
Und natürlich eine dicke Erwähnung wert: Ady Berber (der in „Das indische Tuch“ ja bereits neben Collins spielte), hier mal in einer seiner sprechintensiveren Auftritte, beweist, dass er vielleicht zwar kein absolut überragender aber doch jedenfalls ein (durchaus formidabler) Schauspieler war, was mir bezüglich seiner bizarren Wallace-Auftritten nur um so größeren künstlerischen Respekt und Hochachtung abnötigt.
Alles in allem ist der Film natürlich ein relativ unterermitteltes und auf bekömmlich-biedere Art inszeniertes Potpourri verschiedener Krimitendenzen der 60er (bei dem lediglich kurioserweise lediglich die „Durbridge-Fraktion“ kaum bzw. gar nicht repräsentiert ist) , aus dem mit etwas mehr Fokus auf die Story und einem stärker animierten Interesse an der letztendlichen Täterschaft ein kleiner Meilenstein hätte werden können, denn gut anzuschauen (hübsche Hafenbilder und auch sonst nette Nachtaufnahmen) und originell besetzt ist der Film allemal. Nicht schlecht, gutes Mittelmaß mit Tendenz nach oben.

Clifton Morris Offline



Beiträge: 104

02.06.2013 00:09
#18 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Wieder sehr subjektiv, aber Adrian Hoven ist kein adäquater Ersatz für Max Eckard. Mit diesem wäre der Film sicher deutlich besser. Aber Durbridge lebt vom seriellen Charakter. Ohne Cliffhanger, mit der mauen Geschichte und diesem Regisseur sind deutliche Abstriche klar.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

20.03.2015 14:30
#19 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Mittlerweile ist auch diese Produktion offiziell zu beziehen:



Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X

Kriminalfilm, AT 1964. Regie: Ernst Hofbauer. Drehbuch: Ernst Hofbauer, Anton van Casteren (unter Verwendung einer Figur von Francis Durbridge). Mit: Adrian Hoven (Tim Frazer), Corny Collins (Janine), Paul Löwinger (Stoffels), Mady Rahl (Rosalie), Ady Berber (Lode van Dijk), Ellen Schwiers (Farida), Sieghardt Rupp (Jack van Druten), Hector Camerlynck (Jeroom), Marcel Hendrickx (Konsul Anatolië), Jean Balthasar (Gipsy) u.a. Uraufführung (BRD): 12. Juni 1964. Eine Produktion der Melba Film GmbH Wien im Constantin Filmverleih.

Zitat von Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X
Für einen schwierigen Fall wird Tim Frazer von London nach Antwerpen gerufen. Im dortigen Hafen treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der in regelmäßigen Abständen mit einem Dolch zusticht. Immer findet die Polizei handfeste Indizien am Tatort: die Mordwaffe, Fingerabdrücke und sogar Haarsträhnen. Doch alle Spuren verlaufen ins Nichts. Erst als Frazer und sein belgischer Amtskollege Stoffels die Fährte in zwei konkurrierenden Nachtclubs aufnehmen, kommen sie der Lösung, die mit schmutzigem Drogenhandel zusammenhängt, ein Stück näher ...


Schablonenhaft und wenig glaubwürdig entfaltet sich vor dem Zuschauer ein Krimirätsel im typischen Wallace-Epigonenstil. Wie hier schon richtig beobachtet wurde, hat der Plot des Films mehr mit der Edgar-Wallace-Wave als mit Durbridges TV-Krimis zu tun, was sicher auch dem Kinoformat gegenüber den mehrteiligen Fernsehgeschichten geschuldet ist, im Konkreten aber auch durch bewusst gewählte Zutaten unterstrichen wird: Eine Mordserie, wie sie im Buche steht, passt eher zu den Rialtos als zu den etwas handzahmeren Produktionen des WDR; die Mordwaffe wird natürlich an jedem Tatort zurückgelassen (der Täter hat sie wohl im vollen Dutzend gekauft); die Spur führt ebenso selbstverständlich ins Hafen- und ins Nachtbar-Milieu. Und weil der Handel mit Drogen in den Wallace-Filmen keinen besonders prominenten Platz einnimmt, dient er auch hier nur als lose herangezogene Rechtfertigung für die Konkurrenz der Etablissements untereinander, anstatt in seiner vollen Konsequenz veranschaulicht und bekämpft zu werden.

Inszenatorisch ist „Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X“ leider im Stil der zweitklassigen Epigonen à la Rapid- oder Urania-Film gehalten. Nur ein wohlwollender Beobachter könnte so etwas wie glaubwürdige Figuren oder ausgearbeitete Charaktere entdecken. Was in meinen Augen aber klar ist: Der „Tim Frazer“-Film stellt eine Steigerung gegenüber dem eher drögen „Piccadilly 0 Uhr 12“ dar, was vor allem den durchaus engagiert spielenden Darstellern und dem großen Aktivposten des Films, den Schauplätzen, zuzuschreiben ist. „Tim Frazer“ gerät gewissermaßen zum Werbefilm für den Hafen in Antwerpen, zeigt Schiffe, Kräne und Kais in ihrer ganzen schwarzweißen Sixties-Pracht. Auch an anderen Stadtaufnahmen sparte man nicht. Das Finale wurde z.B. im St.-Anna-Tunnel aufgenommen, der seit 1933 die Schelde unterquert. Nicht nur aufgrund ihres Lokalkolorits muss man diese Szene als eine der stärksten des Films betrachten; tatsächlich wird die Spannung um die Identität des Mörders sehr effektiv hochgehalten.

Adrian Hoven macht sich den Tim Frazer in der ihm eigenen Art, Bilderbuchhelden zu spielen, zueigen. Es ist ein anderer Tim Frazer als bei Max Eckard – einer, der stärker von den idealisierten Helden des Kintopp beeinflusst ist als der untersetzte, häusliche, etwas schüchterne Charakter der TV-Filme. Aber Hoven passt wie angegossen in diese etwas marktschreierische Produktion, der zurückhaltende Eckard hätte auf verlorenem Posten gestanden. Corny Collins gibt die bedrohte Schönheit, um deren gefährliche Irrwege man aber ganz froh ist, weil sie nicht nur ihre Rolle, sondern die gesamte zweite Hälfte des Films aufwerten. In einer ebenso vertrauten Stereotype gibt sich Mady Rahl als freizügige Wirtin die Ehre. Ungewöhnlich der Part Ady Berbers, der als Bruder eines Mordopfers die Polizei nach seinen Kräften unterstützt. Durchaus eine der besseren Leistungen des Wieners.

Klischees über Klischees türmen sich in „Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X“ so hoch wie die offene Zugbrücke, von der Berber und sein Gegner in einer Szene dieses bis ins Letzte durchkalkulierten Spannungsfilms baumeln. Klar hat man hier eine eher trashige Herangehensweise an Durbridge vor sich, aber eine, die durchaus nicht ohne Unterhaltungswert ist. Mit einigen Kürzungen und einem Drehbuch, das den Zuschauer etwas weniger für dumm verkauft, hätte ein richtig guter Film daraus werden können. So bleiben Hovens zupackende Um-Interpretation der Titelrolle und die ansehnlichen Antwerpen-Aufnahmen in Erinnerung. 3 von 5 Punkten.



Die DVD von Filmjuwelen: Filmjuwelens Veröffentlichungen teilen sich in löbliche Neuabtastungen auf der einen und das bloße Veröffentlichen bereitstehender TV-Master auf der anderen Seite. Für seine „Tim Frazer“-VÖ wählte das Label offenbar auch den Weg des geringeren Aufwands, konnte dabei aber auf so vernünftiges Material zurückgreifen, dass man den Film annähernd im Originalformat von 1,66:1 statt in Letterbox in anamorphem 16:9 veröffentlichte. Eigentlich ein löblicher Schritt, nur sieht man dem Bild allzu deutlich an, dass es für dieses Format von einer geringer aufgelösten Quelle hochskaliert wurde, was das Filmvergnügen leider deutlich trübt und den authentischen Filmlook durch einen digital recht und schlecht glattgebügelten ersetzt. Die Qualität des beiliegenden Kinotrailers ist jedenfalls besser als die des Hauptfilms, der zudem etwas kontrastarm daherkommt. In den anderen Belangen wird gewohntes Filmjuwelen-Standardniveau geboten.

Jan Offline




Beiträge: 1.217

21.03.2015 13:45
#20 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #19
Inszenatorisch ist „Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X“ leider im Stil der zweitklassigen Epigonen à la Rapid- oder Urania-Film gehalten. Nur ein wohlwollender Beobachter könnte so etwas wie glaubwürdige Figuren oder ausgearbeitete Charaktere entdecken. Was in meinen Augen aber klar ist: Der „Tim Frazer“-Film stellt eine Steigerung gegenüber dem eher drögen „Piccadilly 0 Uhr 12“ dar, was vor allem den durchaus engagiert spielenden Darstellern und dem großen Aktivposten des Films, den Schauplätzen, zuzuschreiben ist.

Ich kenne den "Mr. X"-Film (noch) nicht, "Piccadilly" jedoch schon, und ich kann selbst in Unkenntnis des Hofbauer-Films schon sagen, dass ich Deiner Argumentation sicher gut werde folgen können. Dafür muss ich "Mr. X" nicht einmal in den Player stecken. Die beiden Durbridge-Kinofilme hatten es ja auch exorbitant schwer, versuchten sich doch grandiose Murkser wie Ernst Hofbauer bzw. der grotesk untalentierte Rudolf Zehetgruber am britischen Autor. Dass da unter dem Strich bestenfalls halbgare Konfektionsware herauskommen kann, verwundert mich nicht. Wie in Hofbauers Hongkong-Beitrag "Das Geheimnis der drei Dschunken" wird er sich auch hier ausschließlich auf's Dekors (bzw. die Außendrehs) und das Spiel der Darsteller verlassen haben. Im Falle der drei Dschunken hieven ausschließlich Stuart Granger und die Original-Außenaufnahmen das Werk auf ein gesundes Mittelmaß. Ich bin (wenig) gespannt auf "Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X", denn ich ahne, dass auch dieser Hofbauer eher etwas für die Schublade ganz unten im Schrank ist!

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

22.03.2015 14:07
#21 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Der Name Hofbauer allein signalisiert natürlich, was man im Groben erwarten kann. Für einen Trash-Epigonen fand ich "Tim Frazer" jedoch recht unterhaltsam. In der Machart nicht unähnlich dem "Mörder mit dem Seidenschal". Auf jeden Fall kann es nicht schaden, den Film (ohne allzu hohe Erwartungen an ihn zu stellen) gesehen zu haben.

StefanK Offline



Beiträge: 897

22.03.2015 22:59
#22 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Zumindest Hofbauers "Heißes Pflaster Köln" fand ich sehr sehenswert. Die 18er DVD aus dem Hause Kölnprogramm ist ebenfalls empfehlenswert.

Georg Online




Beiträge: 2.773

18.04.2015 10:33
#23 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Nach Rücksprache mit Durbridges Sohn (der diesbzgl. auch nochmal mit seiner Mutter, Durbridges noch lebender Ehefrau, gesprochen hat) war Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X eine unlizensierte Filmfassung, was auch erklärt, warum der Name Durbridge auf den Plakaten stand, im Vorspann jedoch nicht mehr vorkam - und warum der Film auch keine Nachfolger nach sich zog.

Ray Offline



Beiträge: 730

18.07.2016 22:32
#24 RE: Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X Zitat · antworten

Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X (AT 1964)

Regie: Ernst Hofbauer

Darsteller: Adrian Hoven, Corny Collins, Ady Berber, Ellen Schwiers, Mady Rahl, Paul Löwinger, Sieghardt Rupp, Herbert Fux u.a.


"Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X" gehört sicher zu denjenigen Epigonen, von denen man im vorhinein am wenigsten verspricht. Die allgemeine Meinung über den Film ist eher negativ, zudem konnte Hauptdarsteller Hoven bei seinen übrigen Versuchen, im Genre Fuß zu fassen, nicht überzeugen. Allzu profillos gerieten seine Auftritte. Umso überraschender, dass der Film insgesamt als gelungen bezeichnet werden kann.

Das fängt schon bei Hoven an, der hier ausgesprochen agil und spielfreudig wirkt. Dabei hat er gleich seine Filmpartnerin Collins angesteckt, die wie Hoven beim einzigen Wallace-Auftritt komplett unterging. Ellen Schwiers gefällt in der Rolle der Barbesitzerin ganz ausgezeichnet. So hätte man sie gern auch mal in einem Wallace-Film gesehen. Ady Berber darf in einer österreichischen Produktion mal wieder mehr von seinem durchaus im Ansatz vorhandenen schauspielerischen Können offenbaren. Klaus Löwinger ist mal was anderes im humoristischen Bereich, für wirkliche Erheiterung kann er freilich nicht sorgen. Mady Rahl und Sieghardt Rupp runden den zwar nicht berauschenden, aber doch sehr sympathischen Cast ab.

Was den Film noch so sehenswert macht, ist die Art und Weise, wie der Handlungsort Antwerpen in Szene gesetzt wurde. Reichlich Bilder vom Hafen und von der Altstadt bekommt der Zuschauer präsentiert. An diesen Orten ereignen sich zudem einige erstklassig gefilmte Verfolgungsjagden, u.a. eine, in der Ady Berber einen Gangster eine sich im Aufklappen befindende Brücke hinaufjagt. Der Showdown, in dem Frazer den titelgebenden Mister X erst durch die Innenstadt Antwerpens, dann durch den Bahnhof bis in einen endlos wirkenden Tunnel jagt, ist ungemein spannend und actionreich ausgefallen.

Handlungstechnisch türmen sich natürlich die Klischees. Aber wenn man ehrlich ist, will man die doch (immer wieder) sehen, so darf auch eine "Sansibar" nicht fehlen... Darüber hinaus fällt die Auflösung nicht sonderlich überraschend aus. Auch das verzeiht man jedoch gerne.

Der Film lässt einen zufrieden zurück. Mir persönlich gefällt er besser als die "Tim Frazer"-Mehrteiler mit dem streitbaren Herrn Eckard, wohlwissend, dass hier Durbridge nur auf dem Etikett steht. Mit dem Frazer nach Hoven-Spielart hätte man durchaus in Serie gehen können.


Überraschend gelungener Wallace-Trittbrettfahrer mit Durbridge-Etikett. Ein sympathischer Cast um den diesmal sehr agilen Adrian Hoven versammelt sich in der unverbrauchten Krimistadt Antwerpen für spannungsgeladene 83 Minuten. Empfehlenswert. 4 von 5 Punkten, mit Tendenz nach oben.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

11.09.2017 07:35
#25 RE: Bewertet Kino: "Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X" (1964, AT) Zitat · antworten

„Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X“ belegt im Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 Platz 42 von 48. Der Film erhielt von den Teilnehmern im Durchschnitt eine Bewertung von 3,16 von 5 Punkten.

zugrundeliegende Wertungen: 11 von 17 (9x „gut bekannt“, 2x „länger her“)
Top-10-Tipps: 0 von 8
Auswahlrunde: Platz 12 von 28 (9,4 Punkte)


mit 3,45 Pkt. Platz 41 in der Kategorie Schauspieler (+ 1)
mit 3,03 Pkt. Platz 40 in der Kategorie Inszenierung / Spannung (+ 2)
mit 2,85 Pkt. Platz 42 in der Kategorie Drehbuch / Logik (~ 0)
mit 3,03 Pkt. Platz 42 in der Kategorie Ausstattung / Wertigkeit (~ 0)
mit 3,13 Pkt. Platz 41 in der Kategorie Musik (+ 1)
mit 3,83 Pkt. Platz 23 in der Kategorie Epigonenfaktor (+ 19)
mit 2,85 Pkt. Platz 44 in der Kategorie freie Wertung (– 2)

Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017: Ergebnisse (#157) (11)

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