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Dieses Thema hat 72 Antworten
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 James-Bond-007-Forum
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patrick Offline




Beiträge: 2.763

09.05.2015 08:19
#61 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

On Her Majesty's Secret Service (Im Geheimdienst Ihrer Majestät)



Filmdaten:

Deutscher Titel: James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät
Originaltitel: On Her Majesty’s Secret Service
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1969
Länge: 142 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Stab:

Regie: Peter R. Hunt
Drehbuch: Richard Maibaum
Simon Raven
Produktion: Albert R. Broccoli
Harry Saltzman
Stanley Sopel
Eon Productions
Musik: John Barry
Titelsong: Louis Armstrong
Kamera: Michael Reed
Schnitt: John Glen

Besetzung:

George Lazenby: James Bond, Diana Rigg: Contessa Teresa ‚Tracy‘ di Vincenzo, Telly Savalas: Ernst Stavro Blofeld, Gabriele Ferzetti: Marc Ange Draco, Ilse Steppat: Irma Bunt, Angela Scoular: Ruby Bartlett, Lois Maxwell: Miss Moneypenny, Catherina von Schell: Nancy, Bernard Lee: M, Bernard Horsfall: Campbell, Desmond Llewelyn: Q, Yuri Borienko: Grunther, John Gay: Hammond, Irvin Allen: Che Che, Joanna Lumley: Das englische Mädchen

Handlung:

Bond bewahrt die hübsche Tracy vor dem Selbstmord im Meer, ohne zu wissen, dass es sich bei ihr um die Tochter des einflussreichen Mafiosi Draco handelt. Anschließend liefert er sich einen heftigen Kampf mit 2 Männern, die ihn von hinten attackieren.
Später begegnen sich Bond und Tracy beim Kartenspiel wieder, wobei Tracy finanziell in Verlegenheit gerät und Bond ihr aushilft. Danach verbringen die beiden die Nacht miteinander. Allerdings verschwindet Tracy am nächsten Morgen wieder. Bond wird von Dracos Männern entführt und diesem vorgeführt, da er sowohl Dankbarkeit für die Rettung seiner Tochter, als auch Bewunderung für Bond empfindet. Er schlägt ihm vor, seine labile und depressive Tochter zu heiraten, um ihr emotionalen Halt zu geben. Bond schlägt dabei einen Handel für sich heraus und bringt den, in Unterweltkreisen bestens unterrichteten, Draco dazu, ihn auf Blofelds Spur zu bringen.
Dieser hat seinen Sitz auf einer Alpenfestung im Schweizer Gebirge, welche nach außen hin als Klinik zur Heilung diverser Allergien fungiert. Tatsächlich hat Blofeld einen heimtückischen sterilisierenden Virus gezüchtet, mit dem er Nahrungsmittelversorgung und Fortpflanzung in der Welt bedroht. Seine Patientinnen, allesamt junge Frauen, werden im Rahmen ihrer Behandlung regelmäßig hypnotisiert und unwissentlich darauf abgerichtet, den Virus in die Welt zu bringen. Bond gelingt es, die Festung zu betreten, indem er sich als Ahnenforscher ausgibt, der auf Blofelds Wunsch hin dessen adelige Herkunft beweisen soll. Allerdings fliegt die Tarnung auf, und Bond wird eingesperrt, kann aber auf Skiern in einer wilden Verfolgungsjagd in’s Dorf entkommen, wo er Tracy erneut begegnet. Diese stellt ihr Auto zur Verfügung, und es kommt zu einer weiteren Verfolgungsjagd, die schlussendlich wieder auf Skiern endet. Blofeld löst eine Lawine aus, die Bond und Tracy unter sich begräbt. Bond gelingt es, sich zu befreien. Tracy wird allerdings geborgen und gefangen genommen.
Blofelds Erpressung läuft darauf hinaus, Amnestie für alle seine Verbrechen zu bekommen, damit er sich in's Privatleben zurückziehen kann. Außerdem verlangt er, dass sein erstrebter Adelstitel anerkannt wird. Nachdem der MI6 keine andere Möglichkeit mehr sieht, als sich Blofelds Erpressung zu beugen, mobilisiert Bond Draco und seine Männer für einen inoffiziellen „Hubschrauber-Kreuzzug“ Richtung Piz Palü…

Bond-Darsteller:

Dies ist der erste und einzige Bond-Auftritt des australischen Dressman George Lazenby (geb.1939), der, trotz mangelnder Schauspielerfahrung, als Bond ein ungeheuer gutes Bild abgibt. Er hat vom optischen Erscheinungsbild her Ähnlichkeit mit Sean Connery, wirkt allerdings weicher und gefühlvoller als der supercoole Ur-Bond. Dies wird vor allem durch die ernsthafte Liebesbeziehung zu Tracy unterstrichen, welche sogar in den Hafen der Ehe mündet. "Connery-Bonds" Beziehungen zu Frauen waren im Gegensatz dazu alle recht oberflächlich, konsumierend und wenig romantisch. Auch in den sehr professionellen Kampf- und Actionszenen macht Lazenby eine sehr gute Figur. Sein Pech war wohl, dass das auf Connery fixierte Publikum 1969 noch nicht soweit war, sich für einen neuen Superagenten zu öffnen. Auch sollte er laut diverser Aussagen von Mitgliedern der Filmcrew, darunter Diana Rigg, einen recht schwierigen Charakter gehabt haben. Nichtsdestotrotz war ich von Anfang an geneigt, ihn als Nachfolger sofort zu akzeptieren. Ich bin sogar so dreist, zu behaupten, George Lazenby ist der zweitbeste Bond (nach Sean Connery).



Plot:

Die Story ist wieder einmal hervorragend ausgedacht, entführt einmal mehr in eine noch nicht da gewesene, äußerst eindrucksvolle Umgebung und hält sehr viel unterhaltsame Abwechslung bereit. Interessant ist, wie Bond sein gutes Verhältnis zu dem kriminellen aber sympathischen Draco dazu nutzt, an den noch kriminelleren und ganz und gar nicht sympathischen Blofeld heranzukommen.



Bösewicht:

Telly Savalas (1922-1994) ist als Blofeld perfekt besetzt und damit um Längen besser, als sein Vorgänger Donald Pleasance. Sein diabolisches Äußeres, gepaart mit Hochmut und Grausamkeit, liefern genau das Bild ab, dass man von dem, anfangs noch „gesichtslosen“, Superschurken hat.

Wallace-Darstellerin Ilse Steppat (1917-1969) hat als Blofelds Handlangerin Irma Bunt ihren letzten Auftritt, da sie kurz nach Ende der Dreharbeiten starb.



Bondgirl:

Diana Rigg (geb.1938) als Tracy ist eines der besten Bond-Girls, das das Genre je hervorgebracht hat, nicht zuletzt wegen des Tiefgangs, den sie der Story verleiht. Die innige Liebesbeziehung zwischen Bond und ihr wird sehr gefühlvoll und glaubhaft dargestellt. Lazenby und Rigg harmonieren ganz hervorragend und bringen wirklich sehr viel Chemie rüber. Diana Rigg ist die (bisher) wohl einzige von Bonds, sonst recht nüchternen, Liebesbeziehungen, die ans Herz wächst und zu Tränen rührt. Tatsächlich weinte Lazenby bei der ersten Aufnahme von Tracys Todesszene, weshalb diese neu gedreht werden mußte, da „ein James Bond nicht zu weinen hat“.

In einer Nebenrolle als eine von Blofelds „Patientinnen“ ist übrigens Catharina von Schell (geb.1944) zu sehen, die 1964 auch in dem Edgar-Wallace-Film das „Verrätertor“ mitgespielt hat.



Schauplätze:

Es wurde in Grossbritannien, Portugal und vor Allem in der Schweiz gedreht. So ausführlich wie bei „Feuerball“ das Element Wasser zum Zug kam, so ausführlich entführt dieser Streifen in eine Schnee- und Eislandschaft, mit ganz hervorragenden und ausgesprochen eindrucksvollen winterlichen Aufnahmen der Alpen. Die Verfolgungsjagden auf Skiern sind bemerkenswert sauber und ausführlich inszeniert. Willy Bogner (geb.1942) war für die Skiszenen verantwortlich. Als Lazenby-Double fungierte Ludwig Leitner (1940-2013). Eine kleine Rolle hatte auch Berhard Russi (geb.1948) als Blofeld-Scherge, dessen Leben in einer Schneefräse endet. Hervorragend inszeniert sind auch die winterlichen Auto-Verfolgungsjagden.

Ein weiterer besonders erwähnenswerter Höhepunkt ist die Verfolgung Blofelds durch Bond per Bob im Eiskanal, welche ein wirklich atemberaubendes Finale liefert.

Schmunzeln musste ich, als Bond sich nach der nächsten Poststation erkundigt und Tracy mein Heimatstädtchen "Feldkirch" nennt, das tatsächlich hunderte von Kilometeren entfernt im benachbarten Österreich liegt. Das im Film präsentierte Örtchen hat nicht einmal im entferntesten Ähnlichkeit mit Feldkirch.



Titelmelodie:

Da es Probleme damit gab, ein Lied zu komponieren, dass „On Her Majestys Secret Service“ als Refrain rund klingen lässt, wurde von John Barry ein rein instrumentales Stück komponiert, das sehr gut in den Film passt. Weiters bekommt man das von „Satchmo“Louis Armstrong (1901-1971) sehr chremig gesungene Liebeslied „We have all the time in the world“ zu hören, welches stilistische Ähnlichkeit mit dem, ebenfalls von ihm gesungenen, Evergreen „What a Wonderful World“ hat und nicht minder schön und gefühlvoll unter die Haut geht.

Der Vorspann zeigt kurze Szenen aus allen vorangegangenen Bondfilmen, was ihm einen nostalgischen Hauch verleiht.



Wortwitz:


Bond, nachdem Tracy ihm in der Prätitelsequenz entflieht: "This never happened to the other fellow."

Bond zu Irma Bunt: "Do you belong to a naval Family?" Irma Bunt: "Naval?" Bond:" Bunt is a nautical term, you see, meaning the baggy or swollen parts of a sail. Nothing personal, of course".

Bond gibt als Sir Hilary getarnt sein Wissen über Wappen zum Besten. Darauf eines der Mädchen: "What is bezant?" Bond: "Gold balls. There's a picture of my own coat of arms, which includes four of them. If you would care to see them." Ruby: "I'd love to. I'm in room..."

Irma Bunt, nachdem Ruby heimlich unter dem Tisch mit ihrem Lippenstift ihre Zimmernummer auf Bonds, nur von einem Schottenrock bedeckten, Oberschenkel schreibt: "Is anything the matter, Sir Hilary?" Bond: "Just a slight stiffness coming on."

Blofeld: "It takes more than a few props to turn 007 into a herald." Bond: "And more than cutting off your ear lobes to turn you into a count."

Bond, nachdem einer seiner Verfolger in eine Schneefrässe gerät und zerstückelt wird: "He had lots of guts."

Bond, nachdem Blofeld während des Kampfes im Rennbob in einer Astgabel hängenbleibt: "He branched off."

Blofeld zu Tracy:"If you are very, very nice to me, I could make you my countess." Tracy:"I'm already a countess."

Sonstige Anmerkungen:

Dieser Streifen ist auffallend zurückhaltend mit den etablierten Gadgets, was sich aber aufgrund der atmosphärischen Dichte keinesfalls störend auswirkt. Zu erwähnen ist allenfalls Bonds Safeknack-Hilfe.

Die Actionszenen auf Skiern, im Bob und auf den alpinen Straßen sind allesamt exzellent inszeniert und übertreffen jene in den Vorgängerfilmen. Man erkennt die große Mühe und Sorfgalt, die in den Film investiert wurde. Umso mehr schade ist, dass der Streifen in der Publikumsgunst hinter Connerys Filme zurückfiel, was aber mit Sicherheit nur am Darstellerwechsel lag. An diesem wunderbaren Film selbst kann es ganz einfach nicht liegen, was auch dadurch bekräftigt wird, dass er im Laufe der Zeit seinen Ehrenstatus erreicht hat. Trotz rückläufiger Einspielergebnisse war der Streifen jedoch auch damals alles andere als ein Misserfolg.

Die Ladys aus "The Avengers" (Mit Schirm, Charme und Melone) sind sehr begehrt bei Bond. Neben Diana Rigg ist hier in einer kleinen Nebenrolle auch Joanna Lumley (geb.1946) zu sehen. Honor Blackman ist ja bereits aus "Goldfinger" bestens bekannt.

Regie führte diesmal Peter R.Hunt (1925-2002), der in allen vorangegangenen Bond-Filmen Schnittmeister und teilweise auch Second-Unit-Regisseur war.

Der Piz Palü, auf welchem sich Blofelds Festung befindet, ist fiktiv.

Fazit:

"On Her Majesty's Secret Service" besticht durch sehr gute Schauspieler, wunderbare Landschaft, tolle und phantasievolle Action und nicht zuletzt viel Tragik und Gefühl. Gerade Letzteres ist bei Bond sehr selten, wenn nicht sogar einmalig. Ferner erlebt man einen Bond, der sowohl actionbetont, als auch sensibel sein darf. Ein Film, der vorbehaltlos zu den besten Bond-Filmen aller Zeiten zählt und auf's Podest gehört. Klare 5 von 5 für dieses Meisterwerk, mit dem die Bond'schen 60er-Jahre leider enden.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.275

09.05.2015 17:09
#62 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Super-tolle Besprechung! Vielen Dank, Patrick. Nicht nur für Dich ist George Lazenby der (zweit)beste Bond-Mime. Für mich ist dies einfach der beste Bond-Film weil hier einfach alles passt. Das beste Bond-Girl, die beste Story, ein perfekter Bösewicht und Handlanger und ein hervorragender Bond-Darsteller. Was will man mehr?

Allerdings stört mich bei der BluRay die deutsche Stimme von Lazenby bei den nachsynchronisierten Szenen. Zum Glück habe ich hier noch die alte DVD...

Auch in deutsch ("Das wär dem andern nie passiert") einer der amüsantesten Sätze der gesamten Serie

patrick Offline




Beiträge: 2.763

10.05.2015 01:57
#63 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #62
Super-tolle Besprechung! Vielen Dank, Patrick. Nicht nur für Dich ist George Lazenby der (zweit)beste Bond-Mime. Für mich ist dies einfach der beste Bond-Film weil hier einfach alles passt. Das beste Bond-Girl, die beste Story, ein perfekter Bösewicht und Handlanger und ein hervorragender Bond-Darsteller. Was will man mehr?

Allerdings stört mich bei der BluRay die deutsche Stimme von Lazenby bei den nachsynchronisierten Szenen. Zum Glück habe ich hier noch die alte DVD...

Auch in deutsch ("Das wär dem andern nie passiert") einer der amüsantesten Sätze der gesamten Serie


Danke, Edgar007.

Zur deutschen Synchro kann ich leider nicht mehr viel sagen, da ich die Filme grundsätzlich nur noch im Originalton schaue. Ich liebe den englischen Wortwitz, der auch bei der besten Synchro leider zwangsläufig zu einem großen Teil verloren geht. Ich habe zwar alle Bond-Filme ursprünglich auf deutsch gesehen, doch ist dies schon eine Weile her.

Dieser Streifen hat praktisch keine Kategorie, in der ich nicht die vollen Punkte geben würde. Da ich die Filme bisher noch nie in so kurzen Abständen geschaut habe und damit noch nie einen so direkten Vergleich gezogen habe, bin ich selbst überrascht, dass mein geliebter "Goldfinger" mittlerweile auf Platz 3 meiner persönlichen Wertungsliste gelandet ist. Die Nummer 1 ist immer noch "Feuerball". "On Her Majesty's..." bewegt sich allerdings annähernd auf Augenhöhe. Hier stimmt wirklich einfach alles. Was ich besonders schätze ist, dass Diana Rigg ein Bondgirl mit Tiefgang spielt, was in den folgenden Produktionen leider wieder völlig verloren ging. Dies gibt dem wahnsinnig attraktiv und abwechslungsreich inszenierten Film zusätzlich eine gefühlsbetonte Note, die mich richtig "empathisch" mitfühlen lässt. Dies ist bei Bond völlig einzigartig. Zwar wurde auch bei "Casino Royale" etwas mehr Tiefgang geboten, doch erzielt es, zumindest bei mir, nicht annähernd dieselbe Wirkung wie hier.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.275

27.03.2016 10:12
#64 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Hab mir gestern diesen Klassiker wieder mal angesehen (im Rahmen meiner chronologischen Sichtung der Bond-Filme). Diesmal jedoch wieder die (gkeüzte) DVD-Fassung, da mich der Synchronsprecher-Wechsel bei der BluRay einfach nervt. Vor allem die blöde Zweitstimme von Lazenby. Für mich nach wie vor der beste Bond-Film mit einem sehr guten Bond-Darsteller, tollem Bond-Girl und hervorragenden Nebendarstellern (Blofeld, Draco usw.). Auch die Musik ist super. Wenn ich da an das Gejaule des letzten Films denke....einfach grässlich. Und Lazenby spielt sowohl den Gentleman-Bond, den "Softie" (Tod seiner Frau) wie auch den "harten Typen" (Ohrfeige für Tracy) ganz hervorragend. So viele Facetten hat keiner seiner Vorgänger oder Nachfolger in nur einem Film gezeigt. Warum dieser (Darsteller wie auch Film) seinerzeit bei der Kritik nicht gut ankam ist mir bis dato ein großes Rätsel. Mittlerweilen zählt IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT ganz zurecht zu den besten Bondfilmen und in Fankreisen wird er ja häufig als bester Bondfilm genannt. Für mich die Referenz der Bond-Filme, an der sowohl SKYFALL wie auch SPECTRE kläglich scheitern.

Ray Offline



Beiträge: 732

27.03.2016 10:39
#65 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Dann hast du wohl die Special-Edition der DVD? Bei der Ultimate Edition ist der Synchronsprecher-Wechsel nämlich auch schon vorhanden... Da hat man dann wenig Freude an den zusätzlichen Szenen, wenn das so schlecht umgesetzt wird. Da wäre Englisch mit Untertiteln im Zweifel wohl die bessere Option gewesen und dazu noch die Wahl, ob man die gekürzte Version oder die ungekürzte sehen möchte, sinnvoll gewesen. Mir ist zudem aufgefallen, dass bei der Ultimate Edition bei einigen meiner Discs ein paar Minuten fehlen, d.h. aufgrund eines Discfehlers übersprungen werden. Da scheinen Teile dieser Edition mangelbehaftet zu sein...

Inhaltlich volle Zustimmung. Ein toller Bond, dessen Niveau von "Skyfall" und "Spectre" unterboten wird.

patrick Offline




Beiträge: 2.763

27.03.2016 13:09
#66 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #64
Für mich die Referenz der Bond-Filme, an der sowohl SKYFALL wie auch SPECTRE kläglich scheitern.


Ich finde "Skyfall" und "Spectre" für Neo-Bonds durchaus gelungen und unterhaltsam. Trotzdem gebe ich dir Recht. Dem Vergleich mit "Geheimdienst", aber auch den anderen grossen Bond-Klassikern der 60er-Jahre kann kein Neo-Bond mehr standhalten. Das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Lazenby war ein toller Bond. Nach Connery der Beste. Leider war damals wohl die Zeit noch nicht reif, da das Publikum sehr stark auf Connery fixiert war und diesbezüglich noch nicht loslassen konnte. Auch gab es viele Differenzen zwischen Lazenby und dem Produktionsstab, was eine Zusammenarbeit nicht unbedingt leicht machte.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.275

27.03.2016 15:29
#67 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #65
Dann hast du wohl die Special-Edition der DVD?

Ja, ich habe neben der BluRayCollection noch die Erstausgabe auf DVD - allerdings nur von diesem Film. die anderen habe ich alle verkauft.

Von den neueren (seit Dalton) finde ich nur CASINO ROYALE wirklich gut. Diesen zähle ich zu den TOP 5.

DanielL Offline




Beiträge: 3.697

22.02.2017 22:53
#68 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #64
Warum dieser (Darsteller wie auch Film) seinerzeit bei der Kritik nicht gut ankam ist mir bis dato ein großes Rätsel. Mittlerweilen zählt IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT ganz zurecht zu den besten Bondfilmen und in Fankreisen wird er ja häufig als bester Bondfilm genannt.


Aus heutiger Sicht darf man die zeitgenössische Kritik an Darsteller und Film sicherlich nicht mehr so ernst nehmen. Ich denke, dass war eher den Begleitumständen geschuldet als den tatsächlichen Zutaten des Films. Bis 1969 war Sean Connery Bond. Ich meine, er war es wirklich. So wie Stallone Rocky. Vor seiner Bond Karriere fand bei Connery noch nicht so viel statt. Marnie, Orient-Express, Die Brücke von Arnheim, das kam alles erst dazu. Und nun war Bond eine Filmreihe, die nicht nur besonderen Erfolg hatte, sondern in der ganzen Welt praktisch eine ganzes Filmgenre plötzlich in Gang setzte. In dieser Situation in die Fußstapfen von Connery zu treten: Eine Mammutaufgabe, da das Konzept der Reihe noch nicht geändert wurde und mit Lazenby jemand besetzt wurde, der vom Typ her auch noch sehr ähnlich anmutet. Der Einstand von Moore stand dagegen viel mehr unter dem Stern einer zeitgenössischen Konzeptmodernisierung, was (bezogen auf Kritiken, aber auch sonst) nicht weniger heikel sein kann, aber im Grunde etwas "einfacher zu ertragen" ist. Selbst heute rümpfen manch Uneingeweihte die Nase, wenn sie spontan in OHMSS reinzappen und nur wissen: Es ist nicht Connery. Es ist nicht Moore. Und es ist lange vor Brosnan. Es ist "einer der anderen", und das klingt schon nicht nach "einer der besten". Daher verwundert es mich gar nicht, dass der Film erst über Fankreise wieder zu seiner heutigen Reputation kam. Liebhaber beschäftigen sich mit der Materie und ordnen viel stärker die verschiedenen Zutaten ein, so wie wir es hier im Forum machen. Musik, Schauplätze, Atmosphäre, Geschichte, Gadgets,... Und da kann eigentlich nur eine Top-Platzierung bei herauskommen. Im ganzen Unterhaltungsfilm braucht man eigentlich nicht viel auf Zeitungskritiken geben.

Gruß,
Daniel

Ray Offline



Beiträge: 732

11.03.2017 11:13
#69 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Im Geheimdienst Ihrer Majestät (On Her Majesty´s Secret Service) (GB 1969)

Regie: Peter Hunt

Darsteller: George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Gabriele Ferzetti, Ilse Steppat, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn u.a.




1969 vergleichsweise wenig(er) erfolgreich, heute in Fankreisen hoch geschätzt - wie auch hier im Thread zu lesen -, ist "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" nicht zuletzt aufgrund der Länge das erste "Bond-Epos". Der Film besitzt nicht nur wegen des einmaligen Auftritts George Lazenbys eine gewisse Eigenständigkeit und würde auch außerhalb der Bond-Reihe funktionieren.

Wie es zur Besetzung Lazenbys kam, mutet heute kurios an. Keine Schauspielerfahrung, dafür Model mit vereinzelten abgedrehten Werbespots - das alles hört sich nicht gerade nach der Idealbesetzung an. Die Produzenten wollten jedoch wieder einen "Nobody", um die Figur Bond im Fokus zu behalten. Gerade im physischen Bereich macht Lazenby eine erstaunlich gute Figur. Zusammen mit dem für die damalige Zeit ungemein rasanten Schnitt sind etwa die Kampfszenen weit ihrer Zeit voraus. Auch wenn Lazenby nie ganz die Präsenz Connerys erreicht, funktioniert er in diesem speziellen Film auch auf schauspielerischer Ebene recht gut. Umgeben von weiteren charismatischen Darstellern ("Emma Peel" alias Diana Rigg, "Kojak" Telly Savalas und Wallace-Darstellerin Ilse Steppat) schlägt er sich insgesamt wacker.

Der Umstand, dass man sich stärker am Roman orientierte, hatte gewisse Abweichungen zu vorigen Filmen zur Folge. Es dauert hier vergleichsweise lange, bis Bond sich auf seine eigentliche Mission macht. Zudem hat er keine nennenswerten Gadgets zur Verfügung. Auch auf opulente Sets von Ken Adam wurde verzichtet. Zudem ergab sich aus der verkehrten Reihenfolge bei den Roman-Adaptionen die missliche Lage, dass man hier so tun musste, als hätten sich Bond und Blofeld noch nie zuvor gesehen, obwohl sie ja gerade im Vorgänger erst aufeinandergetroffen waren.

Der Film appelliert mehr als alle vorherigen Filme an das Mitgefühl des Zuschauers. Ich kann mich nocht gut erinnern, dass ich bei der Erstsichtung im jugendlichen Alter am Ende einen Klos im Hals hatte, obwohl ich für so einen "Kitsch" damals grundsätzlich nicht empfänglich war. Ein Indiz für die gefühlvolle Umsetzung des Themas.

Ansonsten punktet der Film durch die tollen Schnee-Aufnahmen, die ja gerade in der Moore-Ära vermehrt auftreten sollten, das beeindruckende Piz Gloria und die famose musikalische Untermalung durch John Barry. Von den ursprünglich drei Stunden kürzte man auf 140 Minuten - und trotzdem gibt es noch kleinere Längen. In der Mitte des Films, in der Bond sich durch die anwesenden Patienten im Piz Gloria flirtet, hätte man etwas straffen können. Trotzdem ist Peter Hunt ein immer wieder sehenswerter Bond-Film gelungen.


Das erste Bond-Epos besticht durch prächtige Locations, stark geschnittene Action und sensibel eingebaute Dramatik. George Lazenby funktioniert trotz überschaubarer schauspielerischer Erfahrung in diesem Film überraschend gut. Trotz kleinerer Längen vergebe ich aufgrund des sehr guten Gesamteindrucks noch 5 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.763

12.03.2017 12:20
#70 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #69
Zudem ergab sich aus der verkehrten Reihenfolge bei den Roman-Adaptionen die missliche Lage, dass man hier so tun musste, als hätten sich Bond und Blofeld noch nie zuvor gesehen, obwohl sie ja gerade im Vorgänger erst aufeinandergetroffen waren.




Das muss man nicht so ernst nehmen. Schließlich haben ja beide neue Gesichter.

Zitat von Ray im Beitrag #69


Der Film appelliert mehr als alle vorherigen Filme an das Mitgefühl des Zuschauers. Ich kann mich nocht gut erinnern, dass ich bei der Erstsichtung im jugendlichen Alter am Ende einen Klos im Hals hatte, obwohl ich für so einen "Kitsch" damals grundsätzlich nicht empfänglich war. Ein Indiz für die gefühlvolle Umsetzung des Themas.




Schade, dass dieses Element in den späteren Filmen wieder vollständig verlorengagangen ist.

DanielL Offline




Beiträge: 3.697

12.03.2017 12:29
#71 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Skipass... 45 Euro

"On Her Majesty's Secret Service"-Soundtrack von John Barry... 15 Euro

Früh am morgen oder kurz vor Pistenschließung "allein auf weiter Flur" von der Gipfelstation bis zum Tal zum "Ski Chase" von John Barry fahren... Unbezahlbar!

Gruß,
Daniel

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.275

12.03.2017 12:32
#72 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #70
Schade, dass dieses Element in den späteren Filmen wieder vollständig verlorengagangen ist.


Es tauchte erst wieder bei CASINO ROYALE auf. Vielleicht auch deshalb zählen diese beiden Filme für mich zu den besten.

patrick Offline




Beiträge: 2.763

12.03.2017 12:51
#73 RE: RE:Bewertet: "Im Geheimdienst ihrer Majestät" (6) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #72
Zitat von patrick im Beitrag #70
Schade, dass dieses Element in den späteren Filmen wieder vollständig verlorengagangen ist.


Es tauchte erst wieder bei CASINO ROYALE auf. Vielleicht auch deshalb zählen diese beiden Filme für mich zu den besten.


Ja stimmt, allerdings hat's mich dort deutlich weniger erreicht.

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