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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 1.167 mal aufgerufen
 Giallo Forum
StefanK Offline



Beiträge: 897

07.10.2004 23:06
Sieben Jungfrauen für den Teufel (1968) Zitat · antworten

Hinter diesem reißerischen Titel verbirgt sich ein sehr guter italienischer Thriller aus dem Jahre 1967 von Regisseur Antonio Margheriti (a.k.a. Anthony M. Dawson). In Deutschland lief der Film seit seiner Aufführung im Kino weder im TV, noch wurde er auf Video veröffentlicht. Das Label X-Rated hat den Film jetzt in sehr guter Bildqualität auf DVD veröffentlicht. In einem Satz zusammengefasst geht es um einen geheimnisvollen Mörder, der die Anzahl der Schülerinnen eines Mädchenpensionats reduziert. Den Film kann man einerseits als Vorläufer der Giallo-Serie sehen, andererseits kann man ihn aber auch durchaus Wallace-Fans empfehlen, da einige typische Wallace-Elemente vorhanden sind. Gaaaanz entfernt erinnert der Film ein wenig an den zweiten Mönch-Wallace.

Georg Offline




Beiträge: 2.784

03.10.2011 20:25
#2 Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

Nude... si muore
(wörtlich: Nackt ... stirbt man!, dt. Kinotitel: Sieben Jungfrauen für den Teufel)
Italien 1967

St. Hilda ist ein international anerkanntes und renommiertes Internat. Geleitet wird es von Miss Tranfield (in der dt. Synchro: Mrs. Transfield), die die besten Lehrkräfte für ihre internationalen Schülerinnen verpflichtet hat. Als Frau Clay, eine neue Lehrerin eintrifft, beginnt eine unheimliche Mordserie, bei der ein Mädchen nach dem anderen dran glauben muss...

Dieser italienische Kriminalfilm von Antonio Margherti, der diesen Namen als Drehbuchautor verwendet, als Regisseur jedoch wie üblich unter Anthony Dawson im Vorspann gelistet wird, erinnert tatsächlich besonders an den 2. Wallace-Mönch-Film. Ein Internat, junge Mädchen und zahlreiche Morde! Sogar die Farbgebung und die Nachtaufnahmen erinnern an "Der Mönch mit der Peitsche". Ein weiteres Kuriosum: die Internatsleiterin wird von Tilly Lauenstein synchronisiert!
Margheriti liefert mit dem Film, bei dem weder der deutsche und schon gar nicht der italienische Titel angemessen ist (von nackter Haut so gut wie keine Spur!), einen ganz typischen Mitte-60er-Krimi ab. Nicht so unheimlich wie Margheritis Schocker "Sieben Tote in den Augen der Katze" und eher ein klassischer Kriminalfilm, der in schwarz/weiß sicher noch besser wirken würde. Für Krimifans aber allemal interessant. Gelungen auch der Soundtrack von Carlo Savina sowie die Besetzung der Rollen. Auch ein interessanter Querverweis zur Katze: der Kutscher in der "Katze" (Luciano Pigozzi) spielt den Chaffeur des Internats! Und er spielt hier eine ähnliche Rolle wie Konrad Georg im "Mönch" und muss dafür auch mit dem Leben bezahlen.
Die deutsche Synchro ist in Ordnung. Mir liegt die italienische DVD vor, die neben der italienischen Tonspur auch die deutsche enthält und außerdem 2 deutsche (!!) Trailer, Plaketmotive und ein sehr interessantes Exklusivinterview mit Antonio Margherits Sohn Edoardo (allerdings auf Italienisch!). Darin erzählt er unter anderem, dass Margerithi das Genre "Thriller" nicht besonders mochte, weil er kein Blut sehen wollte/ konnte. :-)
Und für die ganz Schnellen und Interessierten: bei dem Stapel an ital. Gialli, die ich aus Italien bestellt habe, habe ich irrtümlich 2 DVDs von "Nude ... si muore" geordert und würde eine (Ton: italienisch/ deutsch) originalverpackt günstig abgeben. Bei Interesse PM an mich!
Spoiler: Die Auflösung erinnert ebenfalls an den "Mönch": der Killer tötet andere Mädchen, um vom waren Motiv abzulenken: ein Mädchen darf nicht 18 werden! Und dass der Killer am Beginn die echte Person umbringt, um in deren Rolle zu schlüpfen, hat Margerithi noch mal in "Sieben Tote in den Augen der Katze" verwendet.

Regie: Antonio Margheriti (als Anthony Dawson), Buch: Antonio Margheriti, Giovanni Simonelli (angeblich nach einer Story von Mario Bava), Musik: Carlo Savina, Kamera: Fausto Zuccoli, Produktion: Nino Masini, Mit: Mark Damon, Eleonora Brown, Sally Smith, Patrizia Valturri, Michael Rennie u.a.

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.007

04.10.2011 12:28
#3 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

soweit ich mich erinnere enthält doch die x-rated-dvd sowohl farb- als auch s/w-fassung... sehr zu empfehlen!!

Georg Offline




Beiträge: 2.784

04.10.2011 16:17
#4 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

... die deutsche DVD ist aber scheinbar nicht mehr erhältlich und wird bei amazon um 44 Euro gehandelt ...

Interessant ist auch das Bonusinterview mit Antonio Margheritis Sohn Edoardo: darin erzählt er, dass Margheriti seinen Nachnamen nach seinem ersten Film für die internationale Version ins Englische übersetzte (dt. Margeriten = ital. margheriti = engl. daisies) und sich Anthony Daisies nannte. Der amerik. Verleiher fand, dass Margeriten
zu "damenhaft" klingen und machte aus "Daisies" den ähnlich klingenden Namen "Dawson".

Gubanov Offline




Beiträge: 14.934

04.10.2011 19:36
#5 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

Die X-Rated-DVD ist im OFDb-Shop noch für 18,98 Euro zu haben. Wesentlich günstiger als bei Amazon, aber natürlich kein Vergleich mit dem italienischen Schnäppchen.

Grabert Offline



Beiträge: 247

21.01.2012 12:21
#6 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

Der Film erinnert sehr an den "Mönch mit der Peitsche", wie Georg schon richtig hervorhebt. Ich stimme mit ihm auch darin überein, dass er in Schwarz-Weiß noch mehr Atmosphäre bekommen hätte. Interessanterweise ist ja auch einer der beiden deutschsprachigen Trailer in Schwarz-Weiß und da erkennt man ansatzweise, dass der Film "farblos" an stilistischer Qualität gewonnen hätte. Er ist aber auch so ein sehenswerter Krimi, wenn gleich sein Finale nur wenig Überraschungen parat hält. Immerhin spielt der Film mit dem "Amorethema" etwas, insofern der Ermittler und die hübsche Darstellerin sich augenzwinkernd nicht "finden".

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

21.01.2012 20:05
#7 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

Auf der DVD ist die komplette damals in Deutschland gelaufene Schwarz-Weiß-Fassung enthalten. Nicht nur ein Trailer.

Georg Offline




Beiträge: 2.784

21.01.2012 20:39
#8 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

Grabert spricht wohl von der ital. DVD, die ich oben auch besprochen habe. Darauf sind zwei deutsche Trailer und ein Interview mit Margheritis Sohn.

Grabert Offline



Beiträge: 247

24.01.2012 17:35
#9 RE: Bewertet: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Italien 1967) Zitat · antworten

Ja, Georg hat völlig recht. Ich sah die italienische DVD-Fassung. Aber es ist für mich ein interessanter Hinweis, dass die deutsche Kinofassung in schwarz-weiß erschien. Es bestätigt meine Meinung zur atmosphärischen Option des Films.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.934

12.09.2013 00:17
#10 RE: Sieben Jungfrauen für den Teufel (1968) Zitat · antworten

„Sieben Jungfrauen für den Teufel“ belegt mit 52,80 von 70 Punkten Platz 24 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 3,77 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er keine Top-Ten-Nominierung.

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 5
mit 54,60 Punkten auf Platz 23 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 50,40 Punkten auf Platz 27 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 54,60 Punkten auf Platz 21 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 53,20 Punkten auf Platz 24 in der Kategorie Darsteller
mit 50,40 Punkten auf Platz 28 in der Kategorie Musik
mit 53,20 Punkten auf Platz 22 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 53,20 Punkten auf Platz 23 in der Kategorie Freie Wertung
Gehe zum IMDb-Eintrag / OFDb-Eintrag

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

12.01.2014 23:44
#11 RE: Sieben Jungfrauen für den Teufel (1968) Zitat · antworten



SIEBEN JUNGFRAUEN FÜR DEN TEUFEL / NUDE... SI MUORE (1968)

mit Mark Damon, Eleonora Brown, Sally Smith, Patrizia Valturri, Ludmila Lvova, Alan Collins, Sylvia Dionisio und Michael Rennie
eine Produktion der BGA | Super International Pictures | im Inter Verleih
ein Film von Antonio Margheriti





»Ich denke auch ein Laie kann erkennen ob jemand erdrosselt wurde«


Das St. Hilda College ist ein Mädchenpensionat für gehobene Gesellschaftsschichten, wo sich die besten Lehrkräfte in aller Abgelegenheit um die internationalen Schülerinnen kümmern können. Als eines Tages neue Lehrer im Pensionat eintreffen, kommt es gleichzeitig zu einer erschütternden Mordserie, bei der ein Mädchen nach dem anderen dran glauben muss. Besteht ein Zusammenhang mit den fremden Lehrern? Die Polizei rund um Inspektor Durand (Michael Rennie) tappt jedenfalls vollkommen im Dunkeln und es scheint kein Motiv für die Morde zu geben. In der Zwischenzeit schlägt das Phantom erneut zu...

Antonio Margheritis "Sieben Jungfrauen für den Teufel" kann man als eine Art Light-Giallo bezeichnen, der zwar nicht hemmungslos an den Nerven zerren, und explizite Szenen am Fließband liefern wird, dafür aber durch seine grundsolide Aufmachung überzeugen kann. Der Einstieg geschieht überaus klassisch mit dem Mord in der Badewanne und dem Wegschleppen der Leiche in einem großen Koffer, bis man sich auch schnellstens am eigentlichen Ort des Geschehens wiederfinden wird. Die Mädchenpensionat-Thematik findet ja stets mein Gefallen, und hier punktet der Film ohnehin schon durch seine satte Farbgestaltung und das stimmungsvoll wirkende Ambiente. Dass es diesem Beitrag im Endeffekt an Vehemenz fehlt, ist der Tatsache geschuldet, dass viele Inhalte einfach weichgespült wurden, was dem Film allerdings letztlich auch ein eigenständig-interessantes Profil verleihen wird. Die Auflockerung geschieht hauptsächlich über ausgleichenden Humor, für den vornehmlich ein Mädchen des Colleges zuständig ist (und mich persönlich einige Nerven gekostet hat), die Atmosphäre wird durch gediegenen Grusel dominiert, anstelle von exzessiver Gewalt. Der Plot wirkt altbekannt und ich sehe "Sieben Jungfrauen für den Teufel" ebenfalls als eine Art Alternative zwischen "Der Mönch mit der Peitsche" und "Sieben Tote in den Augen der Katze". Eigenartig bei diesem Giallo bleibt allerdings, dass man nach kürzester Zeit unbedingt weiß, wohin die Reise gehen wird, auch ohne großartig im Genre bewandert zu sein. Dem Empfinden nach liegen Mörder und selbst Motiv greifbar auf einem Silbertablett, was hier komischerweise gar nicht einmal so schadet wie befürchtet.

Um die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, leistet die hochwertige Inszenierung starke Schützenhilfe. Wenig Dialog-lastig, zaubert die überzeugende Musik von Carlo Savina in überlangen Sequenzen immer wieder Spannung herbei, die eindringlichen Bilder pendeln zwischen Ästhetik und dosiertem Schock hin und her, und die Personen des Szenarios versuchen nach Kräften, dem Ganzen einen heiter bis wolkigen Tenor einzuhauchen. Bis auf einige Ausnahmen, leistet die für meine Begriffe augenscheinlich eher unscheinbare Besetzung sehr gute Arbeit. Besonders ein charmanter Mark Damon, ein sachlicher Michael Rennie, ein schmieriger Alan Collins unbedingt, und natürlich auch Sylvia Dionisio fürs Auge, fallen sehr positiv auf, wobei auch der Rest der Crew durchaus zu gefallen weiß. Die Typisierungen sind sehr gut und klar aufgebaut worden, einige krude Anstriche dürfen im Ambiente Mädchenpensionat natürlich auch nicht fehlen, doch leider verpufft dieser klare Aufbau irgendwie im Nirgendwo, da die Vorhersehbarkeit das Regiment mit eiserner Hand führt. Im Endeffekt ist das der einzig wirkliche Kritikpunkt an diesem sonst so ausgewogenen und solide inszeniertem Film. Der Weg zum Finale ist abwechslungsreich dargestellt, und mit viel Kopfnicken gespickt, die erwartete Auflösung ist aufgrund einer recht packenden Inszenierung trotzdem noch einigermaßen gelungen. Unterm Strich bleibt ein sehr ansprechender Beitrag von Margheriti, aber ein Giallo, der bei seinen Grundvoraussetzungen zwar alle Kapazitäten optimal genutzt hat, dennoch der Konkurrenz deutlich hinterher läuft, und im Rahmen der Mädchenpensionats-Beiträge ganz klar das Nachsehen hat.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.410

10.12.2017 15:15
#12 RE: Sieben Jungfrauen für den Teufel (1968) Zitat · antworten



BEWERTET: "Sieben Jungfrauen für den Teufel" (Nude... si muore) (Italien 1967)
mit: Mark Damon, Eleonora Brown, Sally Smith, Patrizia Valturri, Ludmila Lvova, Michael Rennie, Alan Collins, Franco Derosa, Vivienne Stapleton, Esther Masing, Aldo de Carellis, John Hawkwood, Valentino Macchi, Alberto Papiri, Sylvia Dionisio u.a. | Drehbuch: Antonio Margheriti und Franco Bottari | Regie: Anthony Dawson

Sommerferien im noblen Mädcheninternat St. Hilda. Die Ankunft der neuen Lehrerin Mrs. Clay wird begleitet vom Verschwinden einer Schülerin, die im Keller nach ihrem Koffer suchte und dabei von einem Unbekannten erwürgt wurde. Da ihre Leiche unauffindbar ist, erhalten die Schülerinnen Ausgangsverbot, was besonders die hübsche Lucille stört, da sie verabredet hat, mit ihrem Freund, dem Reitlehrer des College, das Internat heimlich zu verlassen. Als ein weiteres Mädchen ermordet wird, deutet alles darauf hin, dass Lucille das eigentliche Opfer sein sollte. Ihre Eltern sind vor kurzem tödlich verunglückt und haben ihr ein beträchtliches Vermögen hinterlassen....

Die heitere Atmosphäre der pastellfarbenen Collegewelt signalisiert bereits in den ersten Minuten, dass wir uns in den exklusiven Kreisen höherer Töchter bewegen. Das Internat mutet wie ein Luxusressort an, in dem es primär um Entspannung geht. Man kann sich schwer vorstellen, dass in diesen Mauern gelehrt wird, auch, wenn der Lehrkörper konservativ und minimalistisch daherkommt. Die Direktorin strahlt Strenge und Disziplin aus, weiß jedoch, dass die Schulgelder von privater Hand finanziert werden und lässt ihre Klientel deshalb an der langen Leine. Von Intrigen oder Gehässigkeiten unter den Schülerinnen ist wenig zu spüren, abgesehen von ein paar Eifersüchteleien. Im Großen und Ganzen präsentiert sich der Schauplatz freundlich und klinisch sauber, womit es das Drehbuch schwer hat, eine entsprechend düstere Gruselatmosphäre zu schaffen. Der Badezimmermord der Prätitelsequenz wirft natürlich einen Schatten auf das sommerliche Ambiente, befeuert aber nur die grauen Zellen des Zusehers, der innerhalb weniger Minuten die richtige Lösung kombiniert und nun mit Vergnügen verfolgt, wie der Täter sich verraten wird. Vergleiche mit "Das Versteck" oder "Der Mönch mit der Peitsche" liegen auf der Hand, betonen aber nur die Charakteristik der Konkurrenzproduktionen. Obwohl der Täter auch in "Sieben Jungfrauen für den Teufel" eiskalt zuschlägt, kriecht die Angst hier selten aus einer dunklen Ecke. Dafür sorgen vor allem die patenten Mädchen des Internats, die mit dem Auftauchen eines geheimnisvollen Phantoms auf Trab gehalten werden. Vor allem die pfiffige Jill sieht ihre detektivischen Fähigkeiten herausgefordert und engagiert sich noch bevor die Polizei offiziell ihre Untersuchungen aufnimmt.



Das Produktionsjahr bestätigt, dass es sich bei dem Film mehr um einen Thriller als um einen waschechten Giallo handelt. Man kann sogar behaupten, wer "Der schöne Körper der Deborah" mag, wird auch "Sieben Jungfrauen für den Teufel" schätzen. Die Abgeschiedenheit des Schauplatzes, die Überschaubarkeit der in Frage kommenden Täter und die schmeichelnden Außen- und Innendekors sorgen für angenehme Unterhaltung. Sonnendurchflutete Aufnahmen des Parks kontrastieren mit finsteren Szenen im Insektenhaus; die Möglichkeiten, welche die Sets bieten, werden ausgeschöpft und dienen zusammen mit der treffenden Musik einer gleichbleibenden Spannung. Mark Damon als männlicher Hauptdarsteller trägt keine blütenweiße Weste, sondern bleibt im Zwielicht. Er lässt sich nicht in die Karten blicken und die Frage, ob er wirklich der ist, als der er sich ausgibt, sorgt für Nervenkitzel bis zum Schluss. Obwohl er zur Gruppe der Lehrer gehört, beweist er seine Sonderstellung bereits durch separates Wohnen in der Dépendance der Schule und seinen Unterricht als Reitlehrer, der ihn raus aus den Gebäuden führt und ihm somit mehr Freiheit gewährt. Die Bedrohung resultiert nicht nur aus dem anwesenden Mörder, sondern auch aus der Ungewissheit, die Lucille plagt. Trotz der prosperierenden Fassade gibt es eine emotionale Leere; eine Einsamkeit, die entweder humorvoll überspielt wird wie im Fall der redegewandten Jill oder einen Ausweg sucht wie bei Lucille. Die Sympathien liegen bei den Mädchen und verstärken die Loyalität, welche das Publikum den Internatsbewohnerinnen entgegenbringt. Gleichzeitig beobachtet man den Täter und versucht, seine Beweggründe zu erfahren - das Finale löst dies sehr gelungen auf.

"Feel good"-Thriller in elegantem Ambiente mit Anleihen an den Giallo der Siebziger Jahre. Überzeugende Darstellerleistungen eines weitgehend unbekannten Ensembles unterstreichen die Ambitionen des Regisseurs, eine packende Geschichte ohne großes Blutvergießen zu erzählen. 4 von 5 Punkten

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