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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 423 mal aufgerufen
 Edgar-Wallace-Forum
DanielL Offline




Beiträge: 3.560

16.07.2003 16:18
Rialto Film und die Wallace Rechte Zitat · antworten

Hallo.

Für eine kleine Arbeit der Uni Stuttgart bräuchte ich mal dringend Infos zu folgendem

- Wann und wie genau hat Rialto die Exklusiv Rechte an Edgar Wallace gekauft
- Waren es die Filmproduktions- Rechte am Namen 'Edgar Wallace' und dessen Romane? (Lizenz- Paket?)
- Besitzt Rialto diese exklusiv Rechte bis heute?

Ich hoffe jemand (Joachim?) hat ein paar Infos...

Gruß,
Daniel

Dirk Offline



Beiträge: 2.788

16.07.2003 17:09
#2 RE:Rialto Film und die Wallace Rechte Zitat · antworten

Hallo!

An deiner Stelle würde ichs mit einer Mail an Rialto versuchen.

MfG
Dirk

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

16.07.2003 20:34
#3 RE:Rialto Film und die Wallace Rechte Zitat · antworten

Hallo Daniel,
die Sache mit den Wallace-Rechten ist eigentlich recht kompliziert.
Zu Beginn (1958) war es auf jeden Fall wie folgt:
Am 24.12.1958 gab der Constantin-Programmberater Gerhard F. Hummel (u.a. verantwortlich für die Constantin-Trivial-Verfilmungen „Charley’s Tante“ und „Das Wirtshaus im, Spessart“) sein Einverständnis zum 1.April 1959 als stellvertretender Geschäftsführer und Produktionschef in die Constantin-Film einzutreten. Voraussetzung war, daß ein Pilotfilm zu einer Wallace-Serie gedreht werden sollte, daß bei Erfolg ein Winnetou-Film realisiert wird und daß Hummel das ausschließliche Sagen vom Treatment bis zur Rohabnahme eines Films bekam. (Hummels Vertrag liegt mir vor!!!) Constantin-Inhaber Konsul Waldfried Barthel stimmte dem zu mit der Ausnahme, daß er für Filme von Georg Witt, Hans Domnick und Kurt Hoffmann weiterhin allein verantwortlich blieb. Hier stimmte Hummel zu, denn sein Arbeitsvolumen war ja ohnehin durch Wallace-,May-, Freddy-, Peter Alexander und anderer Projekten immens. Er begann am 1.04.1959 bei Constantin seine Tätigkeit. Bis zum Eintritt begann er vorbereitende Arbeiten für das erste Wallace-Projekt „Der Frosch mit der Maske“. Egon Eis schrieb das Drehbuch hierzu. Barthels Freund Preben Philipsen und dessen Produktionschef Helmut Beck wurden für dieses Projekt kontaktiert. Philipsen war wenig begeistert davon, aber mit Beck hatte Hummel einen Freund auf seiner Seite. Philipsen wurde mehr oder minder überzeugt sich im Auftrag der Constantin in London bei Penelope die Rechte für die Verfilmung der Romane „Der Frosch mit der Maske“ und „Der rote Kreis“ zu besorgen, mit der Option auf weitere Romane.
Rialto Film produzierte dann diese Filme (wie auch die May-Filme) im Auftrag der Constantin.
Nach dem Erfolg wurden nach Vorgaben von Hummel die weiteren Verfilmungsrechte erworben, jedoch nicht auf einmal, das wäre zu teuer gewesen, immer nach Vorgaben von Hummel. (Kurios war seinerzeit der Entscheid sich von den erworbenen Rechten von „Der Derbysieger“ zu trennen und stattdessen „Der schwarze Abt“ zu verfilmen.)
Auch später (in der Nach-Hummel-Ära, nach „Das Verrätertor“) wurden für jeweilige Filme immer ein Romanrecht gekauft.
Die Rechte/Kosten/Gewinn wurden dann 50:50 untereinander aufgeteilt (wie auch bei Karl May), d.h. Constantin konnte ohne Rialto keinen Wallace herstellen und umgekehrt. Bei „Rächer“ und „Gelben Schlangen“ lagen die Rechte sowieso woanders. Was „Das Rätsel des silbernen Dreieck“ betrifft so ist es heute noch sehr rätselhaft wieso Constantin ohne Veto von Rialto das Projekt durchzog. Die Romanrechte besaß auch nicht Penelope Wallace sondern Denise See, die sie an Constantin direkt verkaufte.

Romanrechte eines Autors laufen 70 Jahre nach dessen Tod aus. Das heißt die Wallace-Romanrechte sind seit dem 1. April 2000 frei. Jeder, der Geld hat, kann einen Wallace-Roman originalgetreu verfilmen. Ob bei Titeländerung von Originaltitel zu einem freien deutschen Titel Goldmann gefragt werden muß entzieht sich meiner Kenntnis. Beispiel hier ist „The Indian Rubber-Men“ = „Das Gasthaus an der Themse“. Bei direkten Übersetzungen dürften dagegen keine Probleme auftauchen.
Durch den komplizierten Konkurs der Constantin-Film im Oktober 1977 entzieht es sich meiner Kenntnis wieweit KirchMedia genau Rechte an den Wallace-Filmen bzw. wie viel Prozent dadurch Rialto Film erhielt.

Ich hoffe ich konnte Dir trotz der verzwickten Situation etwas weiterhelfen.

Gruß Joachim.

DanielL Offline




Beiträge: 3.560

25.07.2003 19:03
#4 RE:Rialto Film und die Wallace Rechte Zitat · antworten

Vielen Dank, Joachim! Das hat sicherlich sehr geholfen.


Gruß,
Daniel

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