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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 2.159 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Seiten 1 | 2
Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

11.12.2014 16:48
#16 RE: Bewertet Kino: "Der Fall Teckmann / The Teckman Mystery" (1954, UK) Zitat · antworten

Sehr schön, freue mich auf den Film (den ich zwar schon kenne). Bin auch auf das Booklet gespannt.

Zitat von Tarzan im Beitrag #12
Wie bei Filmjuwelen üblich gibt es auch ein umfangreiches Booklet.

Muss allerdings sagen, dass die meisten Booklets zu den Filmen, die ich von Filmjuwelen besitze, bisher eher enttäuschend waren und so gut wie keine neuen Infos boten: Besetzung, Inhaltsangabe und ein paar kurze biographische Hinweise zu den Darstellern. Das kann man alles auch schnell googlen. Interessanter wären da Hintergrundgeschichten zum Film. Diese sind aber wahrscheinlich heute kaum mehr nachzuvollziehen.

Tarzan Offline



Beiträge: 889

11.12.2014 19:17
#17 RE: Bewertet Kino: "Der Fall Teckmann / The Teckman Mystery" (1954, UK) Zitat · antworten

Die erwähnten Dinge gibt es aber auch schon bei einer Reihe von Filmjuwelen-DVDs. Zu allen Filmen ist das immer schwierig zu schaffen ... Über einen Kommentar zum Durbridge-Booklet würde ich mich hier freuen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.361

06.05.2018 14:00
#18 RE: Bewertet Kino: "Der Fall Teckmann / The Teckman Mystery" (1954, UK) Zitat · antworten



Der Fall Teckmann (The Teckman Mystery)

Kriminalfilm, GB 1954. Regie: Wendy Toye. Drehbuch: Francis Durbridge, James Matthews (Vorlage „The Teckman Biography“, 1953: Francis Durbridge). Mit: Margaret Leighton (Helen Teckman), John Justin (Philip Chance), Roland Culver (Inspector Harris), Michael Medwin (Martin Teckman), George Coulouris (Garvin), Duncan Lamont (Inspector Hilton), Raymond Huntley (Maurice Miller), Jane Wenham (Ruth Wade), Meier Tzelniker (John Rice), Harry Locke (Leonard) u.a. Uraufführung (GB): 27. Oktober 1954. Uraufführung (BRD): 16. August 1960. Eine Produktion von Corona Productions für British Lion Film Corporation.

Zitat von Der Fall Teckmann
Entgegen seinem Willen soll der Schriftsteller Philip Chance die Biografie des Testpiloten Martin Teckman recherchieren, der unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Sowohl die vorherige Auftragsautorin als auch ein Bekannter Teckmans fielen bereits tödlichen Anschlägen zum Opfer – die Leiche des Letzteren liegt in der Wohnung von Philip Chance! Als dieser ein anderweitiges lukratives Angebot erhält, will er die Teckman-Affäre aufschieben, doch es ist nicht so einfach, sich wieder aus den Fängen des Falles zu befreien. Schließlich ist da auch noch Helen, Teckmans attraktive Schwester ...


Die Idee, dass ein Auftragsautor auf eine gefährliche Geschichte angesetzt wird, zieht den Zuschauer von Anfang an in den Bann, denn obwohl sich den Protagonisten die Verwicklungen des „Falls Teckman(n)“ erst nach und nach erschließen, wird von Anfang an durch die Hinweise auf den toten (oder womöglich nur verschwundenen?) Piloten und seine mögliche Verwicklung in Spionagetätigkeiten eine geheimnisvolle Atmosphäre geschaffen. Diese spiegelt sich zunächst lediglich in harmlosen Anhaltspunkten (man kennt ja den Pappenheimer Durbridge), doch ab dem ersten Leichenfund darf man sich konkrete Sorgen machen. John Justin als Philip Chance sieht das genauso und tauscht zu diesem Zeitpunkt sein nonchalantes Desinteresse gegen eine involvierte, von seinem Gerechtigkeitsempfinden getriebene Neugierde aus. Bei seinen Privatermittlungen kommen ihm sein unverhohlener Charme und seine Fähigkeit, sich aus schwierigen Sackgassen wieder herauszulavieren, zugute – beides nicht unerheblich, wenn man bedenkt, dass mit Margaret Leighton und Jane Wenham zwei Frauen (die Gattin und die Schwester Martin Teckmans) im Zentrum der Geheimnisse stehen. Vor allem für Margaret Leighton wird „Der Fall Teckman“ zur Demonstration großer, aber angemessener Gesten; von Angst bis Wut, von Unschuld bis Verschlagenheit präsentiert sie die Wandlungen ihrer Figur glaubhaft und ansprechend.

Vielleicht trug dazu bei, dass für „The Teckman Mystery“ eine der wenigen Regisseurinnen ihrer Zeit – Wendy Toye – verantwortlich zeichnete, die im Laufe ihrer Karriere auch als Schauspielerin und Produzentin Erfahrungen sammelte.

Zitat von Wendy Toye (1917-2010), BFI Screenonline, Quelle
She displayed talent and imagination in directing the ‘In the Picture’ episode of Three Cases of Murder (co-d. David Eady, George More O’Ferrall, 1953), though she felt little enthusiasm for the routine crime films he then offered her. Nevertheless, she handled The Teckman Mystery (1954) with professionalism and efficiency. [...] [S]he never went over budget, and [...] her responsible example paved the way for other women to enter the field. She continued directing stage comedies until the mid 1990s, when she retired, with a lifetime of work in the theatre and film to her considerable credit.


Toye steigerte die Spannung durchgängig und ließ sie in einer für Durbridge-Verhältnisse regelrecht atemberaubenden Szene auf der Tower Bridge und im Tower of London kulminieren. Die Schauplätze verleihen dem Film besondere Wertigkeit, unterstreichen die besondere Wirkung des Finales (erstklassige Auflösung) und rahmen die nostalgische Wirkung des Falles – gerade wenn man sich die Veränderungen im Umfeld der beiden Sehenswürdigkeiten seit dem Drehzeitpunkt vor Augen führt. Aus der Riege der Nebendarsteller sollen abschließend noch zwei Namen hervorgehoben werden: Einerseits verleitet der von Harry Locke gespielte Diener zu manchem Schmunzeln, andererseits agiert der in Rumänien geborene Meier Tzelniker, der trotz kleinen Wuchses und lustigen Akzents Drohgebärden am laufenden Band abliefert, beinahe peter-lorre-like und bleibt letztlich als eine der tragischeren Figuren des Krimis in Erinnerung.

In Anbetracht der starken Story, der interessanten Wendungen und der abgerundeten Figuren ist es bedauerlich, dass von dem dem „Fall Teckmann“ zugrundeliegenden Mehrteiler keine TV-Aufzeichnung oder Romanfassung erhalten blieb. Der vorliegende Film entschädigt dafür immerhin mit sehr solider, spannender Machart und gut aufgelegten Darstellern. Gute 4 von 5 Punkten.

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