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 Edgar-Wallace-Forum
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Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

29.03.2009 09:49
#76 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Edgar007
Zitat von lasher1965
Wenn man einen aktuellen Film in der Gegenwart ansiedelt, ist dies sicherlich legitim, weil der Zuschauer die ihm bekannte Welt vorfindet und sofort weiß, dass er ein neues Produkt vor sich hat. Beschließt man aber, den Film ohnehin in der Vergangenheit spielen zu lassen, dann müsste man schon sehr, sehr gute Gründe haben, die Verfilmung eines Wallace-Romans etwa nicht in den ca. 1920er Jahren, sondern statt dessen z. B. in den 1980er Jahren spielen zu lassen. Warum sollte man das tun? Mir erscheint das jedenfalls fast noch ebwegiger, als eine Ansiedlung der Handlung in der Gegenwart.

Da stimme ich Dir zu 100% zu! Einen Roman, der 1925 spielt im Jahre 2009 zeitlich ins Jahr 1980 zu verschieben ist für mich glatter Unsinn.

Ins Jahre 1980 zu verschieben war nie die Rede! Bitte meine Einträge genau lesen! Daher wiederhole ich mich nochmals: Gewisse Edgar Wallace-Romane kann man nur in eine begrenzte Zeit verlegen, vor allem diejenige, die im Plot die Todesstrafe haben und nicht außerhalb von GB spielen können, da es ansonsten verfälschter Wallace ist. Hierzu zähle ich vor allem die Romane "Der Frosch mit der Maske", "Der rote Kreis" und "Die Bande des Schreckens". Andere Romane vertragen weder DSN-Analysen noch Handys und Internet. Das bedeutet, dass sie vorher angesiedelt sein müssen, das heißt bis Ende der 80er/ Anfang der 90er Jahre. Angesichts hoher Produktionskosten kann ich mir - nach dem Mixer-Flop - nicht vorstellen dass jemand zusätzliches Geld ausgibt die Romane in den 20ern spielen zu lassen. Wichtig ist ausschließlich dass in den Filmen Wallace-Atmosphäre aufkommt.
Zudem habe ich mir einmal die Mühe gemacht und die Romane herausgefunden - damit auch diejenigen Recht bekommen - welche Romane in der Jetztzeit also 2009 spielen könnten:
- DAS GEHEIMNIS DER GELBEN NARZISSEN
- DER ENGEL DES SCHRECKENS
- BEI DEN DREI EICHEN
- DAS GEHEIMNIS DER STECKNADEL
- DIE SELTSAME GRÄFIN
- HANDS UP!
- DIE TOTEN AUGEN VON LONDON
- DER UNHEIMLICHE MÖNCH
- DIE TÜR MIT DEN SIEBEN SCHLÖSSERN
- DER RÄCHER

Ich habe einmal die zehn am einfachsten umzuschreibenden Romane herausgesucht.

Joachim.
P.S.: Damit man mich nicht nochmals falsch versteht: Mir persönlich wären originalgetreue Wallace-Verfilmungen in den 20ern auch am liebsten. Nur kann ich mir eine solche Umsetzung beim besten Willen kostenmäßig nicht vorstellen. Daher bin ich bereit um Alternativen zu diskutieren.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

29.03.2009 09:56
#77 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Count Villain
Zitat von Joachim Kramp
P.S: Gute Unterhaltung mit dem Geheimnis der Stecknadel, aber versuche die älteste mögliche Fassung zu lesen (eventuell Weltbildausgabe empfehle ich Dir)


Ich werde die Ausgabe lesen, die ich besitze. Das ist die Goldmann-Ausgabe von 1997.




Hallo,
das ist "bedauerlich", denn dann liest Du vermutlich die Neuübersetzung von Gregor Müller, die ich gänzlich ablehne. Gregor Müller hat bei den meisten Neuübersetzungen immer 'ne Menge weggelassen. Sollte Dir nun der Roman nach lesen nicht so gefallen haben, so liegt es nicht am Roman sondern an der deutschen Neuübersetzung.

Joachim.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.239

29.03.2009 10:36
#78 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Joachim, wir diskutieren anscheinend aneinander vorbei. Zu welcher Zeit sollten denn Deiner Meinung neue Wallace-Filme spielen? Ich habe Deinen Einträgen entnommen, daß Du eher für eine Verlegung in eine modernere Zeit bist. Habe ich da Deine Einträge mißverstanden?

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

29.03.2009 11:42
#79 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Edgar007
Joachim, wir diskutieren anscheinend aneinander vorbei. Zu welcher Zeit sollten denn Deiner Meinung neue Wallace-Filme spielen? Ich habe Deinen Einträgen entnommen, daß Du eher für eine Verlegung in eine modernere Zeit bist. Habe ich da Deine Einträge mißverstanden?

Deshalb habe ich im vorherigen Eintrag ausführlich Stellung genommen.
Es gibt ja einen Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Als eingefleischter Wallace-Fan wünsche ich mir eine originalgetreue Verfilmung der Romane. Nur ist dies meiner Ansicht nach in der Realität nicht umsetzbar, vor allem wegen zusätzlicher hoher Kosten. Daher diskutieren wir hier Wallace so umzusetzen wie es heute finanziell möglich ist. Redakteure haben ja wie bekannt das Sagen - an erster und an letzter Stelle. Dazwischen müssen sie die Gremien etc. überzeugen. Und hier wird grundsätzlich nach Kosten und Zugkraft gefragt. Und zwischen "all den Stühlen" darf echter Wallace nicht verloren gehen.

Joachim.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.307

29.03.2009 12:55
#80 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Wäre es nicht besser, unter diesen Gesichtspunkten eine Neuverfilmung fallen zu lassen? Ich denke, die Mehrheit hier im Forum spricht sich für originalgetreue Umsetzungen aus, die wir ja bisher missen mussten. Anstatt einen faden Aufguss á la RTL-Verfilmungen der Neunziger Jahre zu produzieren, sollte man sich zu den Ursprüngen begeben und die Romane mit hohem Aufwand (was natürlich mit einem hohen Budget einhergeht) in ihrem natürlichen Umfeld (Zwanziger Jahre) verfilmen. Sollte dies aus finanziellen oder anderen Gründen nicht möglich sein, verzichten sicher die meisten Fans gerne auf eine Alternative.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.239

29.03.2009 12:58
#81 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Da bin ich voll Deiner Meinung, Percy Lister. Wenn das Geld für eine Original-Verfilmung nicht ausreicht, dann soll man das ganze schnell wieder vergessen. Wer nichts investiert wird auch nichts verdienen.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.102

29.03.2009 13:10
#82 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Auch ich bin sehr verwundert, dass es unter diesen Umständen überhaupt zur Diskussion kommen kann. Zugeständnisse sind in Ordnung, aber nur, wenn sie einen vernünftigen Rahmen nicht überschreiten. Das ist mit einer Zeitverlegung heutzutage aber nicht mehr gegeben. In den 1960er Jahren mag es Gang und Gäbe gewesen sein, Storys ohne Rücksicht auf Verluste zu modernisieren. Heute ist das nicht mehr der Fall. Fans sind anspruchsvoller geworden, was die Originalität angeht. Und ein Wallace, der heute zeitversetzt verfilmt wird, kann für einen echten Fan (und ich meine einen Fan der Bücher, keinen Fan der 60er-Filme) keine Alternative darstellen - egal, wie "gut" er gemacht ist. Die Zeitverlegung um 80 Jahre hätte so zahlreiche Änderungen der Stoffe zur Folge, dass es schon nicht mehr auszuhalten wäre, darüber hinaus würden auch die Unverfilmbarkeit eines Großteils der Romane sowie der komplette Verlust der originären Atmosphäre auf der Auswirkungsliste stehen. Soll das gewollt sein? Nein, das kann - nur um der Finanzen willen - nicht gewollt sein. Dann lieber gar nichts.

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Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

29.03.2009 13:26
#83 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Zitat von Percy Lister
Wäre es nicht besser, unter diesen Gesichtspunkten eine Neuverfilmung fallen zu lassen? Ich denke, die Mehrheit hier im Forum spricht sich für originalgetreue Umsetzungen aus, die wir ja bisher missen mussten. Anstatt einen faden Aufguss á la RTL-Verfilmungen der Neunziger Jahre zu produzieren, sollte man sich zu den Ursprüngen begeben und die Romane mit hohem Aufwand (was natürlich mit einem hohen Budget einhergeht) in ihrem natürlichen Umfeld (Zwanziger Jahre) verfilmen. Sollte dies aus finanziellen oder anderen Gründen nicht möglich sein, verzichten sicher die meisten Fans gerne auf eine Alternative.

Die 90er-Jahre-RTL-Wallace hatten - mit Ausnahme von "Das Haus der toten Augen" nur das Etikett Wallace. Und von faden Aufguß ist hier nirgendwo die Rede. Inhaltlich originalgetreu bedeutet noch lange nicht dass sie in den 20ern spielen müssen. Einige Wallace-Romane (z.B. "Der Engel des Schreckens", "Das Geheimis der Stecknadel" u.a.m.) sind mehr oder weniger zeitlos. Christies "10 Kleine Negerlein" haben auch schon in den unterschiedlichsten Jahren gespielt - und waren allesamt unterhaltsam.
Und letztendlich kommt es auf die Atmosphäre an - siehe den Mixer-Flop.

Joachim.
Count Villain Offline



Beiträge: 3.628

29.03.2009 17:14
#84 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp
Dass Lightman in einem anderen Land als Frankreich der Guillotone entrinnt kann ich noch nachvollziehen, dennoch endet er am Ende unter einem engl. Galgen. Lieber Remakes bis ca. 1970 (Ende der Todesstrafe in GB) als ein Wallace (außer den bekannten Nach Norden Strolch, On the Spot!) in den USA.


Na gut, es schließt sich halt der Kreis von einer Hinrichtung am Ende zu der Hinrichtung am Anfang. Da müsste man jetzt schauen wie wichtig das für die Wirkung der Geschichte ist und sich notfalls fragen ob man diese oder eine ähnliche Wirkung nicht auch irgendwie anders erzeugen oder die letzte Szene auch ganz weglassen kann. Vielleicht ein gebrochener Lightman in einer Gefängniszelle, der darüber sinniert, dass ihn der Teufel damals wohl noch nicht gewollt hat und es dann jetzt, nachdem er noch mehr Blut vergossen hat ein zweites Mal versucht und Selbstmord begeht. Natürlich wäre das eine Verfälschung des Originalstoffes und ändert die Stimmung, die Lightmans Tod dann umgeben würde, maßgeblich. Aber man hätte dennoch die Brücke von Lightmans Fast-Tod zu Lightmans Tod geschlagen. Und wenn sich die restlichen 95 oder 90% der Geschichte nah am Originalstoff hält, warum sollte das dann nicht als Wallace-Neuverfilmung wirken?

Versteht mich jetzt nicht falsch. Ich will jetzt nicht auf Teufel komm raus einen gegenwärtigen Wallace-Film, aber ich möchte dennoch aufzeigen, dass dieses durchaus möglich wäre.

Zitat von Joachim Kramp
Gewisse Edgar Wallace-Romane kann man nur in eine begrenzte Zeit verlegen, vor allem diejenige, die im Plot die Todesstrafe haben und nicht außerhalb von GB spielen können, da es ansonsten verfälschter Wallace ist. Hierzu zähle ich vor allem die Romane "Der Frosch mit der Maske", "Der rote Kreis" und "Die Bande des Schreckens".


Du hast ja klar gemacht, dass du dir keinen Wallace-Film in den USA vorstellen könntest. Vielen anderen - ich will sie mal so nennen - Wallace-"Puristen" mag es ähnlich gehen. Du sagst ja, dass eine Änderung des Ortes eine Verfälschung darstellen würde. Doch im Grunde ist ja auch eine Verlegung der Zeit ebenfalls schon eine Verfälschung. Aber anscheinend gewichtest du verschiedene Verfälschungen anders. Ich bin eher der Meinung, wenn durch eine bloße Änderung des Handlungsortes eine Wallace-Geschichte ohne sonstige Probleme werkgetreu, bzw. nur mit geringen Anpassungen in die Gegenwart transferiert werden kann, warum dann nicht?

Und auch was Shelton angeht, wie bereits zuvor erwähnt muss man dort auch nicht unbedingt den Handlungsort ändern. Natürlich hat eine Hinrichtung immer eine besondere Wirkung, aber die Grundlage der Geschichte, ein verurteilter Mörder übt scheinbar aus dem Grab heraus Vergeltung, ließe sich auch anders herstellen. Wir brauchen lediglich Personen, die an seiner Verhaftung und ggf. Verurteilung beteiligt sind, von denen einer Zeuge seines Galgenhand-Fluches wird, und seinen Tod. Das kann Selbstmord sein, bei einem Fluchtversuch von einem Polizeibeamten erschossen, sogar ein Unfall beim Transport vom Gericht ins Gefängnis. Natürlich ist das Verfälschung, aber es ist eben eine Möglichkeit den Basis-Stoff, die Basis-Idee der Geschichte von Wallace in die Gegenwart zu transferieren.

*übertreibung an*
Und wo wir gerade von Verfälschung reden, warum ist eigentlich in Hollywood noch keiner darauf gekommen auf dieser Grundlage einen (Teenie-)Slasher zu drehen? Der Stoff bietet sich doch gerade zu dazu an, und gewisse Konstellationen könnte man beibehalten. Die verwursten doch sonst auch alles mögliche. Immerhin war auch Agatha Christies "10 kleine Negerlein"-Prinzip oft genug Grundlage für Slasherfilme.
*übertreibung aus*

Beim Frosch bleibt dann tatsächlich nur ein anderer Handlungsort. Einen Henker, der in der Todeskammer seinen Sohn trifft und richten soll, lässt sich anderweitig nicht realisieren. Jedenfalls nicht ohne die Situation komplett umzukrempeln.

Zitat von Joachim Kramp
Andere Romane vertragen weder DSN-Analysen noch Handys und Internet. Das bedeutet, dass sie vorher angesiedelt sein müssen, das heißt bis Ende der 80er/ Anfang der 90er Jahre. Angesichts hoher Produktionskosten kann ich mir - nach dem Mixer-Flop - nicht vorstellen dass jemand zusätzliches Geld ausgibt die Romane in den 20ern spielen zu lassen. Wichtig ist ausschließlich dass in den Filmen Wallace-Atmosphäre aufkommt.
Zudem habe ich mir einmal die Mühe gemacht und die Romane herausgefunden - damit auch diejenigen Recht bekommen - welche Romane in der Jetztzeit also 2009 spielen könnten:
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- HANDS UP!
- DIE TOTEN AUGEN VON LONDON
- DER UNHEIMLICHE MÖNCH
- DIE TÜR MIT DEN SIEBEN SCHLÖSSERN
- DER RÄCHER

Ich habe einmal die zehn am einfachsten umzuschreibenden Romane herausgesucht.


Lass mich präzisieren: Die 10 deiner Meinung nach am einfachsten umzuschreibenden Romane.

Im Grunde ist das ja alles nur bloße Theorie. Eigentlich müsste man sich mal zusammensetzen und jeden Roman einzeln gemeinsam durchgehen. Was müsste geändert werden? Wie könnte man das möglichst elegant lösen? Vielleicht sieht ja einer einen Weg, den ein anderer übersieht. Aber auch da käme man an natürlich an die Grenzen, denn jeder hat natürlich seine eigenen Vorstellungen davon wie weit die Änderungen gehen dürften. Was ist noch erlaubt? Was ist nicht mehr erlaubt? Da gibt es keine allgemeingültigen Regeln zu. Und auch Wallace-Atmosphäre muss nicht von jedem gleich definiert werden und kann für jeden woanders liegen oder durch andere Dinge erzeugbar sein (technisch oder inhaltlich). Von daher ist dieses Thema natürlich wie geschaffen um sich darüber zu "streiten". Dennoch oder gerade deswegen sollte man wohl versuchen von allzu rigorosen Statements abzusehen. Klar soll jeder seine Meinung dazu vertreten und je wohl begründeter desto besser, aber das heißt halt noch nicht, dass das eine oder das andere nicht doch auf einer gewissen Ebene funktionieren könnte. Ob einem diese Ebene gefallen würde oder nicht, das ist dann natürlich wieder eine andere Geschichte. Und auch ich möchte hier trotz all meiner Fürsprache für Gegenwartsverfilmungen noch einmal betonen, auch ich würde eine 20er-Jahre-Verfilmung vorziehen wenn ich das entscheiden könnte. Doch weil ich vielleicht für das eine bin muss ich noch lange nicht gegen das andere sein. Lieber eine gute Gegenwartsverfilmung als ein schlechter 20er-Jahre-Versuch. Und natürlich auch umgekehrt. Ob etwas für mich, jemand anderen oder eben generell "gut" wird, das hängt natürlich von sehr vielen Faktoren ab. Das lässt sich gar nicht erschöpfend und auf allgemeiner Basis diskutieren.

Was wir uns wünschen und was möglich ist sind ja auch wieder zwei verschiedene Paar Schuhe. Das war eigentlich das, was ich ausdrücken wollte. Und nur weil etwas nicht so ist wie gewünscht muss es ja nicht gleich automatisch schlecht sein.

Zitat von Joachim Kramp
Und zwischen "all den Stühlen" darf echter Wallace nicht verloren gehen.


Da sind wir wieder bei deim Grundproblem: Was ist "echter Wallace"?

Eben für jeden oder fast jeden etwas anderes.

Zitat von Percy Lister
Anstatt einen faden Aufguss á la RTL-Verfilmungen der Neunziger Jahre zu produzieren, sollte man sich zu den Ursprüngen begeben und die Romane mit hohem Aufwand (was natürlich mit einem hohen Budget einhergeht) in ihrem natürlichen Umfeld (Zwanziger Jahre) verfilmen. Sollte dies aus finanziellen oder anderen Gründen nicht möglich sein, verzichten sicher die meisten Fans gerne auf eine Alternative.


Passend zum Thema: Die RTL-Verfilmungen zum Beispiel haben für mich nur noch sehr wenig bis gar nichts vom "echten Wallace". Das ist einfach nur ein größtenteils substanzloser Brei von einem Schuss Wallace, einer Prise Moderne, einem ordentlichen Schlag Trash, dem Versuch 60er-Jahre-Atmosphäre wieder auferstehen zu lassen und das ganze auf dem Niveau von (unter)durchschnittlichen Fernsehspielen.

So lange die Alternative hochwertig produziert ist und wirklich zurück zum Roman-Wallace geht wäre ich auch damit zufrieden und würde darauf nicht verzichten wollen. Aber wir haben leider im Moment nur das abschreckenden Beispiel einer durchaus stellenweise unterhaltsamen, aber wenig gelungenen Alternative.

Zitat von Gubanov
Fans sind anspruchsvoller geworden, was die Originalität angeht. Und ein Wallace, der heute zeitversetzt verfilmt wird, kann für einen echten Fan (und ich meine einen Fan der Bücher, keinen Fan der 60er-Filme) keine Alternative darstellen - egal, wie "gut" er gemacht ist. Die Zeitverlegung um 80 Jahre hätte so zahlreiche Änderungen der Stoffe zur Folge, dass es schon nicht mehr auszuhalten wäre, darüber hinaus würden auch die Unverfilmbarkeit eines Großteils der Romane sowie der komplette Verlust der originären Atmosphäre auf der Auswirkungsliste stehen. Soll das gewollt sein? Nein, das kann - nur um der Finanzen willen - nicht gewollt sein. Dann lieber gar nichts.


Eben in diesem Punkt gehen unsere Meinungen auseinander. Aber deshalb solltest du mir jetzt nicht implizit mit deiner Wortwahl das Fan-Sein absprechen bitte. "(...) wird für die wenigstens Fans eine Alternative darstellen (...)" wäre vielleicht ein netterer Ausdruck gewesen. Verschiedene, subjektive Sichtweisen von Wallace-Atmosphäre hatte ich ja schon mal erwähnt. Warum versuchen hier einige, "echten Wallace" da allgemeingültig definieren zu wollen?

Zitat von Joachim Kramp
Und letztendlich kommt es auf die Atmosphäre an - siehe den Mixer-Flop.


Das kann ich nur unterschreiben.

Zitat von Joachim Kramp
Hallo,
das ist "bedauerlich", denn dann liest Du vermutlich die Neuübersetzung von Gregor Müller, die ich gänzlich ablehne. Gregor Müller hat bei den meisten Neuübersetzungen immer 'ne Menge weggelassen. Sollte Dir nun der Roman nach lesen nicht so gefallen haben, so liegt es nicht am Roman sondern an der deutschen Neuübersetzung.

Joachim.


Genau, ist die Müller-Übersetzung. Aber andererseits habe ich beim ersten Lesen das Buch auch nicht enttäuscht in die Ecke geschmissen, warum sollte ich das dann heute tun?

So, Entschuldigung für den Marathonbeitrag. Aber so sieht jedenfalls mein Standpunkt aus. Und ich wiederhole gerne noch mal: Ich bin für eine zeitgenössische Verfilmung, aber deshalb nicht automatisch gegen (gut gemachte) Alternativen. Und ab welchem Umfang Änderungen des Originalstoffes für einen zu untragbarer Verfälschung oder gar Etikettenschwindel führen muss halt und soll auch jeder für sich selbst entscheiden und auch entscheiden dürfen. Von daher respektiere ich auch eure Meinungen, sehe das Ganze dennoch etwas lockerer.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

29.03.2009 17:55
#85 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Hallo Count Villain,

danke für Deine "Marathon"-Antwort. Ich kopiere ihn nicht nochmal hier hinein, dann wäre er zu umfangreich.

Wie ich lesen konnte stimmen wir zu 99% mit unserer Meinung überein.

Die Definition "echter Wallace" beziehe ich grundsätzlich auf den Plot - er sollte irgendwie noch erkennbar sein. Wenn man die ersten 18 Rialto/Constantin-Wallace-Filme betrachtet so sind die Roman-Plots trotz vieler Änderungen gegenüber dem Roman noch erkennbar. Ab "Neues vom Hexer" sind alle Plots zu 99% frei erfunden.

Ich habe den 90er "Haus der toten Augen" angeführt. Er hat inhaltlich noch den Roman-Plot und wurde in die (damalige) Jetztzeit versetzt.

Ich hatte einmal ein Drehbuch "Der Engel des Schreckens" konzipiert (basierend auf der Grundidee des geplanten Rialto/Constantin-Films), das Gubanov letztendlich vervollständigt hat. Diese Geschichte spielt in der Vorhandy/Vorinternetzeit und hat den Grundplot von Wallace. Ich finde unser Drehbuch ist gelungen und wäre durchaus verfilmbar - und auch hat es echte Wallace-Atmosphäre.

Wenn Dir also die Müller-Übersetzung von "Das Geheimnis der Stecknadel" zusagt ist das o.k., nur Müller hat nach m.M. die ursprüngliche Wallace-Atmosphäre gänzlich "weggewischt".

Kennst Du das Remake von "Mord im Orientexpress"? Für mich ein sehr gutes Beispiel wie man einen Roman in die Jetztzeit verlegen kann ohne dass Spannung und Atmospähre verloren geht.

Joachim.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.628

29.03.2009 19:20
#86 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Stimmt, wir gehen in vielen Dingen konform, Joachim.

Auch ich sehe den Plot als wichtigstes Merkmal für einen "echten Wallace" an. Das ist im Grunde auch der Vorteil am "Haus der toten Augen" und hat ja rein inhaltlich auch gut funktioniert. Lediglich das ganze Drumherum bei der Produktion, diese gewisse "60er-Jahre-Unterhaltungsfilm-Biederkeit" - ich kann es irgendwie nicht besser beschreiben - führt halt dazu, dass der Film als moderne Wallaceverfilmung nicht funktioniert. Aber dank des guten Original-Wallace-Plots immer noch besser als die anderen TV-Filme, bei denen ich manchmal das Gefühl habe, dass sie eierlegende Wollmilchsäue sein wollen. Sich nostalgisch zurückorientieren funktioniert erst wieder bei Kalkofes "Wixxer"-Reihe, der das exzessiv liebevoll ironisch und übertreibend einsetzt. Ein Grund, warum "Das Schloss das Grauens" mein Lieblingsfilm der TV-Reihe ist. Man spürt die deutlichen Referenzen zu den Filmen wie "Das indische Tuch", "Die seltsame Gräfin" oder "Die blaue Hand", es wirkt teilweise etwas übertrieben, ist aber durchaus nicht unspannend und schafft sogar eine Art morbide Stimmung. Das ist natürlich kein "echter Wallace", aber eine schöne Referenz an die alten Filme. Die anderen TV-Produktionen sind dagegen eher nichts halbes und nichts ganzes.

Andere Produktionen in denen nostalgisches Krimivergnügen funktioniert sind natürlich Pfarrer Braun und Agathe Heiland, die natürlich auch sehr von Fischer und Drexel leben/gelebt haben und wie ich finde mit viel Herz gemütlichen Rätselspaß bieten. Aber damit schweife ich irgendwie ab. Das hat natürlich mit Wallace nichts zu tun. Vielleicht abgesehen von der Braun-Folge in der Original-Wallace-Musik benutzt worden ist, wo einem als Fan dann schon irgendwie das Herz aufgeht. Aber vielleicht als "Moral der Geschichte" folgendes: Man sollte konsequent sein in dem Weg, den man einschlagen will.

Von diesem Drehbuch habe ich schon gehört. Würde ich gerne mal lesen.

Was die Müller-Übersetzung angeht: Wenn man das Bessere nicht kennt ist man zufrieden mit dem, was man hat. Ich werd aber nochmal Rückmeldung geben nach dem Lesen.

Das Remake kenne ich und es gefällt mir auch sehr gut (trotz einiger Abstriche). Das ist in der Tat ein gutes Beispiel dafür, dass gute Plots zeitlos sind.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.102

29.03.2009 20:50
#87 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Zitat von Count Villain
Warum versuchen hier einige, "echten Wallace" da allgemeingültig definieren zu wollen?

Das ist ganz einfach. Weil seine Werke allgemeingültig und vor allem endgültig schwarz auf weiß vorliegen. Jeder so gravierende grundsätzliche Änderungsvorschlag wie die Änderung von Zeit oder Ort hat nichts mit einem "echten Wallace" zu tun, sondern mit Opportunismus. In dem angesprochenen Drehbuchentwurf zum "Engel des Schreckens" bin ich darauf eingegangen, weil dem gesamten Projekt nicht der Roman, sondern mit dem Originalentwurf von 1969 als auch mit Joachims Kurzfassung schon zeitlich aktualisierte Fassungen zugrunde lagen.

PS: Und nein, kein Plot dieser Welt, in dem gesellschaftliches Aufeinandertreffen geschildert wird, ist zeitlos, weil sich die Gesellschaft ändert.

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Count Villain Offline



Beiträge: 3.628

29.03.2009 21:06
#88 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Eine sehr ... hm, kompromisslose Einstellung. "Nur Original ist Original" quasi und damit verbunden "nur Original ist richtig". Ebenso wie die Frage nach der Zeitlosigkeit. Das ist alles eine Sache der Herangehensweise und eigenen Anschauung. Oder mit anderen Worten: Was will man?

Eine werkgetreue Literaturverfilmung?

Oder die filmische Aufbereitung eines erdachten Kriminalfalles?

Soll die Gesellschaft, ihr Umgang und ihre Formen in den Mittelpunkt rücken?

Oder nur eine vorgebene Grundsituation, wer wie zu wem steht?

Nach deiner Definition wären fast keine Filme, die auf irgendwelchen Büchern beruhen, "echt". Dennoch bleiben es Verfilmungen dieser Stoffe. Manche gelungen, andere nicht. Es spricht natürlich nichts gegen deine Einstellung, sie wird halt (leider?) nur praktisch in der Filmwelt nur ganz selten befolgt.

P.S.:
Und klar ändert sich die Gesellschaft, aber Liebe, Hass, Habsucht, Eifersucht, Abhängigkeiten, elitäre Kreise usw. existieren in der heutigen Gesellschaft immer noch genauso wie in der vergangenen. Auch wenn sich Umgangsformen und Arten des Zusammenlebens verändert haben mögen. Aber scheinbar gehe ich wohl etwas schablonenhafter an das Gebilde "Plot" heran als du.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.102

29.03.2009 21:12
#89 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Zitat von Count Villain
Nach deiner Definition wären fast keine Filme, die auf irgendwelchen Büchern beruhen, "echt". Dennoch bleiben es Verfilmungen dieser Stoffe. Manche gelungen, andere nicht. Es spricht natürlich nichts gegen deine Einstellung, sie wird halt (leider?) nur praktisch in der Filmwelt nur ganz selten befolgt.

Das kann ich nicht behaupten. Es gibt viele Filme, die ich als "echte Literaturverfilmungen" bezeichnen würde. Dafür müssen für mich vier Dinge eingehalten werden: der Handlungsort, die Handlungszeit, der Grundplot mitsamt seiner wichtigsten Figuren und die Stimmung des Buches. Nur letzteres ist Auslegungssache. Ansonsten kann ich für mich, und das ist wirklich kompromisslos, klar feststellen, was eine "echte Literaturverfilmung" ist und was nicht. Die Wallace-Filme der 1960er Jahre sind es allesamt nicht. Das ändert aber nichts daran, dass sie größtenteils hervorragende Filme sind. Nur würde ich mir eben zusätzlich dazu auch "echte Literaturverfilmungen" der Wallace-Stoffe wünschen. "Unechte" gibt es bei Wallace ja schon - und die sind ja so gut, dass es entweder höchst unwahrscheinlich oder sogar unmöglich ist, sie zu übertreffen.

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lasher1965 Offline




Beiträge: 362

29.03.2009 21:35
#90 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Gubanov
Es gibt viele Filme, die ich als "echte Literaturverfilmungen" bezeichnen würde. Dafür müssen für mich vier Dinge eingehalten werden: der Handlungsort, die Handlungszeit, der Grundplot mitsamt seiner wichtigsten Figuren und die Stimmung des Buches.


Ich hatte mich ja im Falle Wallace bereits klar für Verfilmungen ausgesprochen, die in den 1920er Jahren spielen sollten, also zur Originalzeit der Romane.

Generell möchte ich aber auch Verfilmungen von Originalstoffen, die nicht zur Zeit des literarischen Werkes spielen, nicht ihre Geltung als Literaturverflimung absprechen. Insbesondere bei Shakespeare-Verfilmungen habe ich die Beobachtung gemacht, dass ein großer literarischer Stoff vor allem von der Zeitlosigkeit der Vorlage lebt. Ich denke da an Kenneth Branaghs "Hamlet", der in einem Fantasiedänemark des 19. Jahrhunderts spielt, an Richard Loncraines "Richard III." (mit Ian McKellen), der in einem fiktiven Großbritannien in den 1930er Jahren spielt, das stark an Nazideutschland erinnert, oder auch an Julie Taymors "Titus" (mit Anthony Hopkins), der zwar im alten Rom spielt, wie auch Shakespeares Originalstück, aber bewusst mit Anachronismen durchsetzt ist (so gibt es dort z. B. Maschinenpistolen oder Autos). Alle diese Beispiele sind für mich hervorragende Literaturverfilmungen.

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