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 Edgar-Wallace-Forum
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Gubanov Offline




Beiträge: 14.070

27.03.2009 17:18
#46 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Auch ich bin der festen Auffassung, dass die Verlegung eines Edgar-Wallace-Stoffes in die Gegenwart eine ebensolche Katastrophe wäre wie die Anlehnung an die Kinofilme der 1960er Jahre oder die Verlegung der Handlung oder auch nur der Drehorte nach Deutschland. Wenn schon, denn schon - und keine halben Sachen. Im Prinzip glaube ich aber sowieso, dass Edgar-Wallace-Verfilmungen bei englischen Fernsehsendern viel besser aufgehoben wären als bei deutschen. Die Chancen stehen dort auch nicht unmöglich: Mit unzähligen authentischen Krimiserien, die teilweise bis heute laufen, hat man Affinität zu originalgetreuen Kriminalumsetzungen bewiesen und die Stoffe von Agatha Christie für Poirot und Marple gehen spätestens in fünf Jahren auch aus. Warum sollte man sich dann nicht auf die Suche nach anderen klassischen Autoren suchen und warum sollte man nicht auch auf Edgar Wallace stoßen? Vollkommen unbekannt ist Herr Wallace ja nun auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass die BBC erst in der jüngeren Vergangenheit ein Fernsehspiel (1987) und im neuen Jahrtausend mehrere Lesungen nach Wallace in Auftrag gab und ausstrahlte. Lieber hätte ich auch eine authentische und durch und durch britische TV- oder auch nur Radioserie als eine stümperhafte deutsche TV-Umsetzung, die eventuell auch noch in der Gegenwart spielt. Inhaltlich und atmosphärisch funktioniert das einfach nicht und ist, wie Edgar007 ausführt, schon in den späten 1960ern teilweise gescheitert und ganz sicher auch in den 1990ern.

Ein weiteres Problem bei Wallace ist, dass er über keinen so zugkräftigen Detektiv verfügt wie Christie, Conan Doyle, Sayers, Chesterton und Co. Eine Serie wäre deshalb nur unter dem Motto "Edgar Wallace Mysteries" möglich und müsste mehrere Ermittler unter einen Hut bringen. Ansonsten blieben nur der Hexer, die Gerechten und Mr. Reeder, die ja aber bereits alle in Serienform vorliegen.

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Count Villain Offline



Beiträge: 3.606

27.03.2009 17:28
#47 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Edgar007
Ein Wallace in der Gegenwart funktioniert nicht (mehr)! Das hat man bereits Ende der 60er Jahre gesehen.


Woher willst du das so genau wissen? Ende der 60er Jahre ist jedenfalls für uns auch schon wieder Vergangenheit. Vielleicht funktioniert es ja in unserer Gegenwart wieder. Je nachdem wie man die Sache anpackt natürlich. Die RTL-Fernsehfilme sind da zum Beispiel den falschen Weg gegangen.

Ich bleib dabei, dass es richtig angegangen funktionieren könnte. So lange bis mich ein Versuch vom Gegenteil überzeugt.

Im übrigen würde ich allerdings auch zeitgenössische Verfilmungen des Stoffes vorziehen.

lasher1965 Offline




Beiträge: 362

27.03.2009 17:31
#48 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Count Villain

Ich bleib dabei, dass es richtig angegangen funktionieren könnte. So lange bis mich ein Versuch vom Gegenteil überzeugt.



Wie müsste man es denn Deiner Meinung nach "richtig" angehen? Oder welche Fehler müsste man vermeiden? Ich ahbe ja eben auch bereits einige Argumente dafür geliefert, warum ich denke, dass es nicht funtionieren wird. Welche Argumente gibt es dafür, dass es doch funktionieren könnte? Wie müsste man es anstellen?

Count Villain Offline



Beiträge: 3.606

27.03.2009 17:54
#49 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

@ lasher:

Darüber müsste ich natürlich erstmal genauer nachdenken.

Ein erster Schritt wäre natürlich sich nochmal die Fernsehfilme anzuschauen und das zu vermeiden was dort falsch gemacht wurde. Klingt als Ratschlag auch noch sehr allgemein, ich weiß. Aber als Hauptlehre lässt sich daraus zumindest schon einmal ziehen: Vermeidung alles Trashigen. Zwingende Folge daraus: Eine absolut ernste und ernsthafte Produktion.

Dann sollte man natürlich schauen was einen Edgar Wallace Krimi auf einer zeitlosen Ebene eigentlich ausmacht. Da würde ich sagen zum einen die scharf gezeichneten Charaktere, ihre Beziehungen und Verwicklungen untereinander und damit verbunden dann die Plots. Da das eigentlich eine eher abstrakte Ebene ist, sollte sie sich eigentlich relativ gut zeitlich übertragen lassen. Folge daraus: Es braucht einen Roman-Wallace-affinen Drehbuchautor und ausdrucksstarke Darsteller. Zum anderen ist es die unheimliche Atmosphäre. Auch da zeigen einige gegenwärtige internationale Produktionen, dass man eine drückende, packende Atmosphäre auch in psychologisch tieferen Ebenen jenseits von Nebelschwaden - nichts gegen dramaturgisch sinnvoll eingesetzten Nebel - und Klappergerüsten - das ist in der Tat heutzutage nur Mottenkiste - erzeugen kann. Folge: Fähiger Dramaturg, Thriller-erfahrener Regiesseur und Kamera. Das ist nichts was man mit locker-leichten, vermeintlich unterhaltsamen Fernsehspielen hinbekommt. Das ist ambitionierter und anspruchsvoller.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.070

27.03.2009 17:59
#50 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Zitat von Count Villain
@ lasher:

Darüber müsste ich natürlich erstmal genauer nachdenken.

Ein erster Schritt wäre natürlich sich nochmal die Fernsehfilme anzuschauen und das zu vermeiden was dort falsch gemacht wurde. Klingt als Ratschlag auch noch sehr allgemein, ich weiß. Aber als Hauptlehre lässt sich daraus zumindest schon einmal ziehen: Vermeidung alles Trashigen. Zwingende Folge daraus: Eine absolut ernste und ernsthafte Produktion.

Dann sollte man natürlich schauen was einen Edgar Wallace Krimi auf einer zeitlosen Ebene eigentlich ausmacht. Da würde ich sagen zum einen die scharf gezeichneten Charaktere, ihre Beziehungen und Verwicklungen untereinander und damit verbunden dann die Plots. Da das eigentlich eine eher abstrakte Ebene ist, sollte sie sich eigentlich relativ gut zeitlich übertragen lassen. Folge daraus: Es braucht einen Roman-Wallace-affinen Drehbuchautor und ausdrucksstarke Darsteller. Zum anderen ist es die unheimliche Atmosphäre. Auch da zeigen einige gegenwärtige internationale Produktionen, dass man eine drückende, packende Atmosphäre auch in psychologisch tieferen Ebenen jenseits von Nebelschwaden - nichts gegen dramaturgisch sinnvoll eingesetzten Nebel - und Klappergerüsten - das ist in der Tat heutzutage nur Mottenkiste - erzeugen kann. Folge: Fähiger Dramaturg, Thriller-erfahrener Regiesseur und Kamera. Das ist nichts was man mit locker-leichten, vermeintlich unterhaltsamen Fernsehspielen hinbekommt. Das ist ambitionierter und anspruchsvoller.

Das sind aber alles keine Argumente gegen eine Verfilmung in den 1920ern. Gegen Gegenwartsfilme spricht inhaltlich aber einiges, wie von lasher zusammengefasst.

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Count Villain Offline



Beiträge: 3.606

27.03.2009 18:43
#51 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Nur weil man für die Gegenwart ist muss man doch nicht gleich gegen eine 20er-Verfilmung sein und umgekehrt, oder?

Außerdem habe ich weiter oben schon erwähnt, dass ich für eine 20er-Verfilmung bin. Dennoch ist für mich auch ein Gegenwarts-Wallace denkbar. Ich will mit meinen Ausführungen weder für noch gegen das eine oder andere sprechen. Und wenn man meine Ausführungen noch einmal genauer liest, dann wird man auch feststellen, dass meine Ansprüche an eine neue Wallaceverfilmung völlig unabhängig von der Zeit sind in der sie spielen.

Dass man dann gewisse Mordmethoden und Tathergänge für die Gegenwart etwas ändern muss ist schon klar. Und dass man sich bei den Geschichten in denen die Todesstrafe wichtig ist etwas einfallen lassen muss auch. Wie logisch es ist einen Mörder zu begnadigen wenn der elektrische Stuhl einen Stromausfall hat ist natürlich fraglich, aber im Grunde war es auch bei Wallace schon merkwürdig einen zum Tode verurteilten Häftling wegen eines Nagels quasi zu begnadigen. Die Galgenhand funktioniert auch ohne Todeszelle. Lassen wir Shelton doch gleich schon bei der Verhaftung in der Bank den Fluch ausstoßen und sich umbringen und ändern dann halt Richter, Staatsanwalt und Henker in andere an der Verhaftung beteiligte Menschen oder verlegen wir die Handlung gleich nach Amerika. Sakrileg, ich weiß. Im Grunde sind das nämlich nur recht einfach austauschbare Werkzeuge im Zuge der verwickelten Geschichten. Und selbst heute werden doch trotz DNA-Tests und höher entwickelter Kriminaltechnik nicht alle Mörder erwischt. Wäre mir jedenfalls neu, dass wir in einer Welt mit 100% Aufklärungsquote leben.

Aber im Grunde ist das alles eine Frage der eigenen Sicht- und Herangehensweise. Wer ausgeklügelte Mordmethoden für das Nonplusultra der Wallace-Romane hält, den wird man natürlich nur mit entsprechend detailgetreuer 20er-Jahre-Verfilmung glücklich machen können. Wer mehr auf die Tathintergründe, Charaktere und verwobenen Handlungsabläufe schaut, der wird auch weniger Probleme mit einer zeitlichen Versetzung haben und auch mit einigen Kompromissen in der Ausführung leben können.

Ich bin der Meinung, dass es bestimmt möglich ist Wallace-Atmosphäre auch auf einer zeitlosen Ebene zu reproduzieren. Deshalb bin ich weder gegen das eine noch gegen das andere.

Rein subjektiv würde ich dann allerdings die 20er-Jahre Verfilmung vorziehen. Das hat aber nichts mit der möglichen oder unmöglichen Bearbeitung von Wallace-Stoffen zu tun, sondern rührt ganz einfach daher, dass ich die Zeitepoche an sich sehr interessant finde.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.070

27.03.2009 18:50
#52 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Deine Ausführungen hören sich wunderbar tolerant und freundlich an, nur leider wohnt ihnen das Problem einer völligen Theoriebegrenzung inne. Auf die Praxis lassen sie sich nicht anwenden, denn im Endeffekt kann es nur ein "entweder oder" geben und keine "Zeitlosigkeit". Besonders bei dir würde mich interessieren, inwiefern du mit der Romanmaterie Wallace vertraut bist. Du scheinst dich gut in sie hineinversetzen zu können, hast mich aber mehrmals überrascht, als du eingestanden hast, z.B. Reeder oder "Neues vom Hexer" noch nicht in Buchform begegnet zu sein.

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Count Villain Offline



Beiträge: 3.606

27.03.2009 19:05
#53 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Gubanov
Deine Ausführungen hören sich wunderbar tolerant und freundlich an, nur leider wohnt ihnen das Problem einer völligen Theoriebegrenzung inne. Auf die Praxis lassen sie sich nicht anwenden, denn im Endeffekt kann es nur ein "entweder oder" geben und keine "Zeitlosigkeit". Besonders bei dir würde mich interessieren, inwiefern du mit der Romanmaterie Wallace vertraut bist. Du scheinst dich gut in sie hineinversetzen zu können, hast mich aber mehrmals überrascht, als du eingestanden hast, z.B. Reeder oder "Neues vom Hexer" noch nicht in Buchform begegnet zu sein.


Was bleibt einem in einem Forum denn auch anderes übrig als Theorie? Ich bin kein Filmschaffender und erst Recht nicht allwissend. In der Praxis ist es klar, dass für eine Produktion so eine Grundlagenentscheidung fallen muss. Und es mag eine Möglichkeit nach gründlicher Abwägung tatsächlich deutlich besser sein als die andere, aber das muss nicht heißen, dass die andere Möglichkeit deshalb sofort unausweichlich zu einem Fiasko geführt hätte.

Was meine Wallace-Bibliographie angeht so besitze ich 22 Romane, die ich aber alle schon länger nicht mehr gelesen habe, sowie ein paar Hörspiele und Hörbücher. In den letzten Jahren habe ich mich leserisch mehr in Richtung Agatha Christie orientiert.

lasher1965 Offline




Beiträge: 362

27.03.2009 19:09
#54 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Noch etwas, was ich eben nur mit dem Stichwort "Gesellschaftsstrukur" angedeutet hatte: Bei Wallace gibt es eine fest gefügte Welt, in der jeder seinen Platz hat, fast wie im Märchen. Diese Welt ist kaum noch zu unserer Welt kompatibel. Als Beispiel sei hier die immer wiederkehrende Konstellation von der nichts ahnenden Millionenerbin genannt, die eines Beschützers von Scotland Yard bedarf, um zu Reichtum und Ehe zu gelangen. 1925 konnte man das noch bringen, weil die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau sehr klar war. Heute würde man es in einem in der Gegenwart spielenden Film lächerlich finden, während man es bei einem 1925 spielenden Film mit dem Bemerken "Das war damals noch so!" akzeptieren könnte.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.606

27.03.2009 19:52
#55 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

@ lasher:

Mit einer ähnlich festgefügten "Märchenstruktur" hat die James-Bond-Serie erfolgreich Jahrzehnte überdauert. Aber ist vielleicht ein schlechter Vergleich. Im Grunde kommt es auf die Art der Darstellung an. Die Konstellation an sich (bedrohte Person - beschützender Polizist) ist heutzutage genauso wenig lächerlich wie damals. Auf die Form der Darstellung kommt es an. Da ist es selbstverständlich der einfachere Weg in den 20ern zu bleiben. Dann kann man nämlich die Darstellung direkt aus dem Roman übernehmen und muss sich keine weiteren Gedanken machen. Und bei aller Emanzipiertheit, wir sind auch heute noch von völliger Gleichberechtigung der Geschlechter meilenweit entfernt. Manche Mechanisnem sind ja auch biologisch festgelegt und verankert (Körperbau, Beschützerinstinkte, etc.) und lassen sich nicht so leicht anpassen wie die kulturhistorische Ungleichberechtigung. Aber auf dem Gebiet bin ich auch kein Experte. Noch habe ich weitreichende Umfragen zu dem Thema "Sehen sie in Filmen gerne einen starken männlichen Retter einer bedrohten Frau" geführt.

Ich weiß also nicht, was das Publikum lächerlich findet. Aber manche "Männliche-Retter"-Konstellationen sind ja auch gerade filmhistorisch recht tief in den Köpfen verankert. Man findet ja auch immer noch mehr Filmhelden als Filmheldinnen. Aber deshalb muss man ja die Rolle der Erbin nicht gleich naiv, hilflos und dumm anlegen. Aber du hast natürlich Recht, dass das alles Themen sind über die sich die Filmschaffenden im Klaren sein müssen um eine Entscheidung des zeitlichen Rahmens für ihren Film zu treffen. Und die Überlegungen können dann ja durchaus für die zeitgenössische Verfilmung sprechen, wenn dafür das Risiko-Nutzen-Verhältnis besser ist.

Aber das werden wir als Forengemeinde den Filmschaffenden jetzt sicher nicht im Zuge dieser Diskussion abnehmen können. Wir können hier nur mögliche Problemstellen, Risiken oder auch Vorteile sammeln und vielleicht auch noch in geringem Maße versuchen zu bewerten oder gegeneinander aufzurechnen. Das sollte allerdings bei keinem User hier dazu führen, dass er sich dadurch in einer gewissen Meinung festbetoniert. Wir wissen ja nicht ob es überhaupt jemals wieder eine Wallace-Verfilmung geben wird. Und wir wissen nicht wann sie spielen wird sollte es eine geben. Aber man sollte trotz aller Vorbehalte nicht sofort bei Ankündigung der einen oder anderen Alternativen "Ieh" schreien und "das wird doch sowieso nichts" oder umgekehrt gleich in Lobeshymnen ausbrechen weil die Macher die "richtige" Zeit gewählt haben. Verpfuschen kann man beides und meistern kann mana uch beides. Dessen bin ich mir sicher. Was für die ein oder andere Variante jetzt wahrscheinlicher ist, das wage ich nicht zu beurteilen, gehe jedoch mit euch darin konform, dass eine 20er-Jahre Verfilmung zumindest bei der inhaltlichen Umsetzung in Drehbuchform weniger Probleme machen wird, da man werkgetreuer verfilmen kann. Es besteht dann natürlich die Gefahr, dass man damit dann eher nur ein "Nischenprodukt" erzeugt, dass Bauten und Ausstattung billig oder unecht herüberkommen etc.

Auf der anderen Seite hat man dann natürlich die schwierigere inhaltliche Umsetzung und wird wohl einige langjährige Wallace-Fans enttäuschen, aber wird auch die Chance haben eine neue, moderne Generation von Wallace-Fans gewinnen zu können.

Letztlich ist ja auch wichtig mit welchem Anspruch die Filmschaffednen überhaupt an ein mögliches Wallace-Projekt herangehen. Das finde ich persönlich viel entscheidender für die Frage ob mich das Ergebnis enttäuschen oder erfreuen wird als die FRage anch der Zeit zu der es spielt. Aber das mag vielleicht nur mir so gehen.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

27.03.2009 20:29
#56 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von lasher1965
Noch etwas, was ich eben nur mit dem Stichwort "Gesellschaftsstrukur" angedeutet hatte: Bei Wallace gibt es eine fest gefügte Welt, in der jeder seinen Platz hat, fast wie im Märchen. Diese Welt ist kaum noch zu unserer Welt kompatibel. Als Beispiel sei hier die immer wiederkehrende Konstellation von der nichts ahnenden Millionenerbin genannt, die eines Beschützers von Scotland Yard bedarf, um zu Reichtum und Ehe zu gelangen. 1925 konnte man das noch bringen, weil die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau sehr klar war. Heute würde man es in einem in der Gegenwart spielenden Film lächerlich finden, während man es bei einem 1925 spielenden Film mit dem Bemerken "Das war damals noch so!" akzeptieren könnte.

Also mit diesen Aussagen gehe ich mit Dir nicht konform. Bei den ca. 120 echten Romanen geht es nicht nur die immer wiederkehrende Konstellation von der nichts ahnenden Millionenerbin. Dies ist eher bei den geringeren Romanen der Inhalt. Oft geht es um Organisationen (Frosch, Kreis, Bande, Gasthaus etc.) oder um rächende Figuren (Bogenschütze, Rächer, Narzissen etc.). Lesen sollte man vor allem so ausgezeichnete Romane wie "Louba der Spieler", "Das Gesicht im Dunkeln", "Bei den drei Eichen", "Käthe und ihre Zehn", "Turfschwindel", "Der Derbysieger", "Ein gerissener Kerl", "Das Geheimnis der Stecknadel" und "Der unheimliche Mönch" um nur einige zu nennen. All die Inhalte dieser Romane kann man zumindest bis zum Vorinternet- und Vorhandy-Zeitalter versetzen und würden so auch glaubwürdig wirken. Bei den Poirot/Ustinov-TV-Verfilmungen hat dies ja auch funktioniert wie auch bei dem Remake von "Mord im Orientexpress".

Joachim.

Havi17 Offline




Beiträge: 2.910

27.03.2009 22:31
#57 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von lasher1965
Noch etwas, was ich eben nur mit dem Stichwort "Gesellschaftsstrukur" angedeutet hatte: Bei Wallace gibt es eine fest gefügte Welt, in der jeder seinen Platz hat, fast wie im Märchen. Diese Welt ist kaum noch zu unserer Welt kompatibel. Als Beispiel sei hier die immer wiederkehrende Konstellation von der nichts ahnenden Millionenerbin genannt, die eines Beschützers von Scotland Yard bedarf, um zu Reichtum und Ehe zu gelangen. 1925 konnte man das noch bringen,
Korrekt, heute hätte man sämtliche emanzipierten Frauen gegen sich, bzw. um es vornehmer auszudrücken, Lobbyisten, siehe auch http://1686.homepagemodules.de/topic-thr...message=7271433.

Gruss
Havi17

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.239

28.03.2009 09:10
#58 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Count Villain
Zitat von Edgar007
Ein Wallace in der Gegenwart funktioniert nicht (mehr)! Das hat man bereits Ende der 60er Jahre gesehen.


Woher willst du das so genau wissen? Ende der 60er Jahre ist jedenfalls für uns auch schon wieder Vergangenheit. Vielleicht funktioniert es ja in unserer Gegenwart wieder. Je nachdem wie man die Sache anpackt natürlich. Die RTL-Fernsehfilme sind da zum Beispiel den falschen Weg gegangen.

Ich bleib dabei, dass es richtig angegangen funktionieren könnte. So lange bis mich ein Versuch vom Gegenteil überzeugt.

Im übrigen würde ich allerdings auch zeitgenössische Verfilmungen des Stoffes vorziehen.

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche und hat rein gar nichts mit "vergangenheit", wie Du es ausdrückst, zu tun. Die Zeit hat sich von 1930 bis 1960 bei weitem nicht so rasant entwickelt als in de letzten 40 Jahren, d.h. die Wallace-Stoffe funktionierten bis ca. Mitte der 60er Jahre noch einwandfei. Später wurde es problematisch, was man auch an den wesentlich schlechteren Erfolgen der Kinofilmen sieht. Oder könnte isch hier jemand z.B. den GORILLA im Jahre 1960 vorstellen???

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

28.03.2009 09:51
#59 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten
Zitat von Edgar007
Zitat von Count Villain
Zitat von Edgar007
Ein Wallace in der Gegenwart funktioniert nicht (mehr)! Das hat man bereits Ende der 60er Jahre gesehen.


Woher willst du das so genau wissen? Ende der 60er Jahre ist jedenfalls für uns auch schon wieder Vergangenheit. Vielleicht funktioniert es ja in unserer Gegenwart wieder. Je nachdem wie man die Sache anpackt natürlich. Die RTL-Fernsehfilme sind da zum Beispiel den falschen Weg gegangen.

Ich bleib dabei, dass es richtig angegangen funktionieren könnte. So lange bis mich ein Versuch vom Gegenteil überzeugt.

Im übrigen würde ich allerdings auch zeitgenössische Verfilmungen des Stoffes vorziehen.

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche und hat rein gar nichts mit "vergangenheit", wie Du es ausdrückst, zu tun. Die Zeit hat sich von 1930 bis 1960 bei weitem nicht so rasant entwickelt als in de letzten 40 Jahren, d.h. die Wallace-Stoffe funktionierten bis ca. Mitte der 60er Jahre noch einwandfei. Später wurde es problematisch, was man auch an den wesentlich schlechteren Erfolgen der Kinofilmen sieht. Oder könnte isch hier jemand z.B. den GORILLA im Jahre 1960 vorstellen???

Ohne Dir zu Nahe zu treten,so hat sich die Zeit von 1930 bis 1960 wesentlich stärker entwickelt als in den vergangenen 40 Jahren - denn hier gab's als wirkliche Neuigkeiten ja nur Internet und Handy (wobei ja die Vorgänger es schon vor 1960 gab). Das Meiste was es in den vergangenen 40 Jahren als Neuheiten gab wurden zumeist bereits Jahrezehnte vorher entwickelt.

Joachim.
P.S.: Auch dass die Farbfilme schlechtere Erfolge waren kann man so nicht sagen, werde in Kürze aber genau darauf zurückkommen.
Count Villain Offline



Beiträge: 3.606

28.03.2009 17:53
#60 RE: RE:Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten Zitat · antworten

Zitat von Edgar007
Später wurde es problematisch, was man auch an den wesentlich schlechteren Erfolgen der Kinofilmen sieht. Oder könnte isch hier jemand z.B. den GORILLA im Jahre 1960 vorstellen???


Da möchte ich aber mal die Gegenthese aufstellen, dass es später nicht wegen Wallace problematischer wurde sondern aus anderen Gründen. Die Farbfilme basieren ja - bis auf den Gorilla - auch überhaupt nicht mehr auf Wallace-Romanen. Mit der Farbe wurden die Filme dann auch - aus heutiger Sicht, wie es damals empfunden wurde weiß ich nicht - trashiger. Dass so etwas heute nicht mehr funktioniert ist klar. Das war damals halt auch der Zeitgeist.

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