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Dieses Thema hat 110 Antworten
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 James-Bond-007-Forum
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brutus Offline




Beiträge: 12.543

02.04.2012 19:33
#91 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Ich gehöre ja auch zur Roger Moore Fraktion, einfach weil er mein erster Bond war, Leben und sterben lassen war mein erster Bond überhaupt, damals haben wir uns als 14-jährige ins Kino gemogelt. Danach kamen dann alle weiten Bonds mit Roger Moore dran, im Fernsehen gabs ja damals keinen Bond zu sehen, die gabs erst in den späten 80ern, d.h ich hab Connery zum ersten mal gesehen nach 'Im Angesicht des Todes'. Der Moore'sche Humor ist halt ein typisches 70er Produkt, kam damals gut an und wirkt heute halt ein bisschen überkandidelt. Aber Zeitgeist sollte man Filmen grundsätzlich nicht vorwerfen.

Da einzige, was ich Moore vielleicht vorwerfe ist die Tatsache, das er sich zwei mal zuviel hat überreden lassen in die Rolle des 007 zu schlüpfen, 'Im Angesicht des Todes' wäre für ihn ein idealer Abschluss seine Bond-Karriere gewesen.

Viele Grüße
Brutus

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.489

02.04.2012 19:56
#92 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer
Zwar etwas OT, aber ich muss dir unbedingt beipflichten. Die alten 70er Platten nicht zu vergessen; da sind so viele grandiose Klassiker der deutschen Komik zu finden...


Wobei mich vor allem bei den ersten beiden Platten dann doch etwas stört, dass mindestens eine "Insterburg & Co"-Nummer 1:1 kopiert wird und viele Gags einfache Übersetzungen aus den Stand Up-Programmen von Woody Allen sind. Aber als unwissender Jüngling habe ich einfach drüber gelacht...

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.489

02.04.2012 19:58
#93 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von brutus
Aber Zeitgeist sollte man Filmen grundsätzlich nicht vorwerfen.


Den Zeitgeist werfe ich den Filmen auch gar nicht vor. Die Figur des Bond war in den 70ern nicht mehr zeitgemäß, wie ich an anderer Stelle bereits erörtet habe und so flüchtete man sich in die Parodie. Aber da sind mir dann "Derek Flint" oder "Matt Helm" lieber, weil es nicht in puren Slapstick ausartet.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.239

02.04.2012 20:09
#94 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Fabi88
Und so fand ich auch einen Roger Moore, der mit dem Tarzanschrei an einer Liane durch den Urwald schwingt oder aus einem Krokodil-Uboot steigt früher noch witzig. Heute geht mir das alles auf die Nerven und verdirbt mir die Lust an einem großen, bunten Männer-Abenteuer. Da ist mir Connerys düsterer Zynismus, Lazenbys sympathische Selbstironie oder Daltons und Craigs Ernsthaftigkeit wesentlich lieber. Selbst Brosnan fährt den Klamauk angenehm zurück zu Gunsten von cleverem Sarkasmus wie in TWINE: "Was wäre das für eine Welt, in der wir einem Schweizer Bankier nicht mehr trauen?"


Die Jungs haben die Drehbücher doch nicht selbst geschrieben! Der Humor de 70er und 80er Jahre war eben ein anderer als früher oder eben zur heutigen Zeit. Die Sprüche von Roger Moore ware aber teilweise wirklich gut ("Ich glaube, der ist falsch abgebogen"). Ich bin mir aber Sicher, daß diese nicht auf seinen Mist gewachsen sind, sondern so im Drehbuch bzw. Snychro-Drehbuch standen.

Janek Offline




Beiträge: 1.852

02.04.2012 22:11
#95 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Seine Sprüche sind viel besser als die von Connery:

"Schnittig, dass Boot natürlich" etc.etc.

Gruß,

Janek

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.489

03.04.2012 15:33
#96 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Edgar007
Die Jungs haben die Drehbücher doch nicht selbst geschrieben! Der Humor de 70er und 80er Jahre war eben ein anderer als früher oder eben zur heutigen Zeit. Die Sprüche von Roger Moore ware aber teilweise wirklich gut ("Ich glaube, der ist falsch abgebogen"). Ich bin mir aber Sicher, daß diese nicht auf seinen Mist gewachsen sind, sondern so im Drehbuch bzw. Snychro-Drehbuch standen.


Natürlich ist mir das klar! Ich lasse ja schließlich meine Schauspieler auch nicht die Bücher schreiben!
Aber als Produzent, Regisseur und Autor kannst du halt nur das machen, was die Schauspieler und das Budget hergeben. Das Budget war bei Bond nie das Problem, aber während Connery, Dalton, Brosnan und Craig extrem starke Schauspieler sind, die quasi alles spielen können, hat man bei Moore bereits nach dem ersten Film gemerkt, dass er nichts anderes kann als den Simon Templar oder Brett Sinclair und dementsprechend seine Rolle so angelegt, dass ihm nicht zu viel abverlangt wird. Er durfte sich dann halt in seinem Metier austoben, sprich selbstironisch und steif durch die Gegend tapsen und Sprüche reißen, wie es ja zuvor auch schon 15 Jahre im Fernsehen erfolgreich funktioniert hat.
Wenn du einen Ben Stiller als Hauptdarsteller hast und daran nicht rütteln kannst, wirst du ja nicht versuchen ihm eine dramatische Arthouse-Rolle auf den Leib zu schneidern.

Moore als Templar und Sinclair finde ich übrigens SUPER! Moore ist einer meiner Lieblings-TV-Stars.
Aber als Bond gibt er leider nicht viel her. Wenn man die Action um ihn herum nicht immer mehr aufgeblasen hätte, wäre das Ganze untergegangen. Nicht umsonst ist "Der Mann mit dem goldenen Colt" der einzige Film der Reihe, dem man streckenweise Langatmigkeit vorwerfen kann. Das liegt nicht unbedingt am Buch! Szenen, in denen die Mission erörtert wird oder Tafelgespräche mit dem Bösewicht geführt werden, gab es davor und danach auch. Nur die Szenen mit M funktionieren bei Moore nicht halb so gut wie bei Connery und die Szenen mit Q reißt sich Q komplett unter den Nagel, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Und danach war Moore sowieso zu alt für die Rolle...

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.099

03.04.2012 15:44
#97 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Fabi88

Wenn du einen Ben Stiller als Hauptdarsteller hast und daran nicht rütteln kannst, wirst du ja nicht versuchen ihm eine dramatische Arthouse-Rolle auf den Leib zu schneidern.



Denke an "Greenberg"...

brutus Offline




Beiträge: 12.543

03.04.2012 16:13
#98 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Der gute Roger war ja gerade wegen Templar und Sinclair der Wunschkandidat der Produzenten, dementsprechend wurde dann seine Bond-Darstellung auch so angelegt und in den Drehbüchern etabliert. Also mehr gewollt denn eventuellen Defiziten geschuldet. Wir sind uns aber einig, Roger Moore hätte die Rolle früher abgeben müssen, allerspätestens nach der tödlichen Mission.

Viele Grüße
Brutus

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.489

03.04.2012 17:30
#99 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer

Zitat von Fabi88

Wenn du einen Ben Stiller als Hauptdarsteller hast und daran nicht rütteln kannst, wirst du ja nicht versuchen ihm eine dramatische Arthouse-Rolle auf den Leib zu schneidern.



Denke an "Greenberg"...



Da gab es aber das Drehbuch zuerst und Stiller wurde dann besetzt...

Janek Offline




Beiträge: 1.852

04.04.2012 12:10
#100 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von brutus
Der gute Roger war ja gerade wegen Templar und Sinclair der Wunschkandidat der Produzenten, dementsprechend wurde dann seine Bond-Darstellung auch so angelegt und in den Drehbüchern etabliert. Also mehr gewollt denn eventuellen Defiziten geschuldet. Wir sind uns aber einig, Roger Moore hätte die Rolle früher abgeben müssen, allerspätestens nach der tödlichen Mission.




Nein, ich finde er hätte dir Rolle nach Tödliche Mission nicht abgeben müssen, ich finde Moore ist der Bond schlecht hin und er hat in Super tollen Filmen mitgespielt.
Sein schlechtester Film ist meiner Meinung nach Octopussy, Colt war grandios, vor allem Christopher Lee und das Duell gegen Bond, einfach super !

Gruß,

Janek

patrick Offline




Beiträge: 2.555

27.09.2015 14:51
#101 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag)



Filmdaten:
Deutscher Titel: Stirb an einem anderen Tag
Originaltitel: Die Another Day
Produktionsland: Vereinigtes Königreich,
Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2002
Länge: 133 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab:
Regie: Lee Tamahori
Drehbuch: Neal Purvis,
Robert Wade
Produktion: Barbara Broccoli,
Michael G. Wilson
Musik: David Arnold
Titelsong Die another day: Madonna
Kamera: David Tattersall
Schnitt: Andrew MacRitchie,
Christian Wagner

Besetzung:

Pierce Brosnan: James Bond, Halle Berry: Jacintha „Jinx“ Johnson, Will Yun Lee / Toby Stephens: Colonel Tan-Sun Moon / Gustav Graves, Rosamund Pike: Miranda Frost, Rick Yune: Zao, Kenneth Tsang: General Moon, Judi Dench: M, John Cleese: Q, Samantha Bond: Miss Moneypenny, Colin Salmon: Charles Robinson, Mark Dymond: Van Bierk, Michael Madsen: Damian Falco, Emilio Echevarría: Raoul, Lawrence Makoare: Mr. Kil, Ho Yi: Mr. Chang, Madonna: Verity (Cameo-Auftritt), Rachel Grant: Friedvolle Brunnen der Sehnsucht, Deborah Moore: Stewardess


Handlung:

Bond gerät in Nordkorea in Gefangenschaft, nachdem er scheinbar Colonel Tan-Sun Moon getötet hat, der gerade dabei war, zusammen mit dem Terroristen Zao Waffen gegen Blutdiamanten einzutauschen. Nach 14-monatiger Haft und Folter wird er von den Briten im Austausch gegen Zao, der im Westen in Haft geriet, freigekauft. Von M erfährt er, dass der Grund dafür die Ermordung eines wichtigen amerikanischen Agenten war, der durch einen Informanten aus genau dem Gefängnis, in dem Bond einsaß, aufgedeckt wurde. Es lag daher nahe, Bond wäre durch die Folter gebrochen worden, und man entschied sich, ihn auszulösen, bevor er weitere Informationen preisgibt. Bond, aus dem in Nordkorea natürlich gar nichts herauszubekommen war, erkennt, dass ein Verräter am Werk war, der ihn sowohl beim Treffen mit Colonel Tan-Sun Moon und Zao enttarnte, als auch später den Verdacht auf ihn lenkte. Nachdem ihm die Flucht aus dem Spital gelingt, wo er vom MI6 festgehalten wird, begibt er sich auf die Suche nach dem wahren Verräter nach Kuba, wo er sogleich die amerikanische Agentin Jinx kennenlernt, mit der er die Nacht verbringt. Später findet er in einer speziellen Klinik, die mit Hilfe von Gentechnik Veränderungen am menschlichen Körper durchführt, Zao, der jedoch entkommen kann. Allerdings entdeckt er dort Blutdiamanten, die dieser zurückließ, und die eine Spur nach Island, zu dem exzentrischen Millionär Gustav Graves, aufzeigen. Dieser leidet unter chronischer Schlaflosigkeit, weshalb er immer wieder an ein Traumgerät angeschlossen wird, um nicht den Verstand zu verlieren. Außerdem ist er überaktiv und Fecht-begeistert. Ein Kampf zwischen ihm und Bond in einem Londoner Fechtclub artet aus, wobei Graves Sekräterin Miranda Frost Einhalt gebietet. Diese ist in Wahrheit eine britische Agentin, die schließlich mit Bond schläft. Er erfährt, dass Gustav Graves in Wirklichkeit der totgeglaubte Tan-Sun Moon ist und durch eine Operation in der kubanischen Klinik ein völlig neues Gesicht bekommen hat. Er ist mittlerweile im Besitz eines übermächtigen Satelliten, den er als zerstörerische Waffe einsetzt. Sein Ziel ist, mit dessen Hilfe Südkorea zu unterjochen. Weiters erfährt Bond auch, wer ihn damals verraten hat…

Plot:

Die erste Hälfte der Geschichte ist wirklich spannend und fesselnd erzählt. Leider bricht der Streifen ab etwa der Mitte qualitativ stark ein und verwandelt sich in ein völlig überdrehtes Science-Fiction-Theater, mit teils haarsträubenden Einlagen, das jeglicher Bodenständigkeit entbehrt. Nachdem man gut 60 Minuten lang den Eindruck hatte, wieder einmal einen richtig guten Bond vor sich zu haben, ist man geneigt sich zu fragen: "Muss das den jetzt wirklich sein?" Der alles zerstörende Satellit scheint eher einer Parodie a'la Austin Powers entnommen, geschweige denn die seltsame Rüstung in der Gustav Graves alias Tan-Sun Moon sich als Stromstöße verteilendes lebendiges Schaltpult herumbewegt. Dass er sich mit Hilfe von Gentechnologie von einem Asiaten in einen roothaarigen Europäer verwandelt, hat einen starken, schon an "Diamonds are forever" erinnernden, Thrash-Faktor. Hinzu kommen noch technische Schwächen, da die Computer-animierten Eisberge und Wellen deutlich als unecht zu erkennen sind und eher in einen Trickfilm passen würden. Dass Bond zwischen den erwähnten Eisbergen herumsurft, kann wohl auch alles andere als ernst genommen werden. Trotz solcher, die Qualität des Streifens schwer belastender Elemente, kann ich der Geschichte, nach dem Motto "Wer schimpft der kauft" einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Als angenehm humorvoll empfinde ich, wie der nach 14 monatiger Haft wie Robinson aussehende Bond aus der Klinik flieht und im Schlafgewand in ein Hotel einmarschiert. Auch der Fechtkampf, den sich Bond und Graves zwischen mittelalterlichen Rüstungen liefern, ist sehr reizvoll inszeniert und könnte einem Mantel-und-Degen-Film entstammen.



Bösewichter:

Mit Will Yun Lee (geb.1971), Toby Stephens (geb.1969) und Rick Yune (geb.1971) treiben verhältnismäßig junge Bösewichter ihr Unwesen, die aber allesamt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.




Bondgirls:


Halle Berry (geb.1966) fällt als Bondgirl eher durch, während die wunderhübsche Rosamund Pike (geb.1979) als "Blondes Gift" den Film deutlich bereichert. Als unterkühlte Schöne macht sie ihrem Filmnamen Frost alle Ehre. Berrys Auftauchen aus dem Wasser sollte an eine ähnliche Szene mit Ursula Andress in "Dr.No" erinnern, wobei der Vergleich für die gute Halle eher peinlich ausfällt. "Jinx" bedeutet auf Deutsch soviel wie "Pechvogel" oder "Unglücksrabe".



Gadgets:

Der durch adaptive Tarnung unsichtbar werdende Aston Martin V12 Vanquish gehört zu den wohl gewagtesten und am stärksten in Richtung Science-Fiction gehenden Gadgets der gesamten Bond-Reihe. Er ist weiters mit den üblichen Funktionen wie Schleudersitz, Maschinengewehren und Raketen bestückt. Als Bond bei der Verfolgungsjagd mit Zao auf dem Dach landet, dreht er den Wagen durch Betätigung des Schleudersitzes wieder um.

Der übermächtige Satellit Icarus wirkt völlig übertrieben und ziemlich lächerlich, geradezu parodistisch.

Die vorkommende Laser-Uhr ist grundsätzlich nichts neues mehr, kam eine solche doch schon mehrmals vor, erstmals rund 20 Jahre zuvor in "Never Say Never Again".

Auch "Thunderball" lässt grüssen. Oder woher sonst kennen wir wohl das, immer noch nicht erfundene, Mini-Sauerstoffgerät?

Weiters trägt Bond einen Ring, der durch sehr hohe Töne sogar Panzerglas zerspringen lässt.

Auch Zaos Auto spielt alle Stücke und ist mit Maschinengewehren, Raketen und einer ausfahrbaren Gabel bestückt, mit Hilfe derer er den erfolglosen Versuch startet, Bond samt Wagen aufzuspießen.



Titellied:

"Die Another Day" wurde von Madonna gesungen und von ihr zusammen mit Mirwas Ahmadzai geschrieben. Es handelt sich dabei um einen sehr eingängigen und, trotz seiner recht technischen Klänge, bemerkenswert wohlklingenden Song. Sehr wirkungsvoll macht sich, dass Bonds Folter in den Vorspann eingebaut wird. Für mich ist das einer der besten Vorspanne der Bond-Reihe. Madonna selbst hat im Film einen Cameo-Auftritt als Fechtlehrerin.



Schauplätze:

Erstmals innerhalb der Brosnan-Ära werden wirklich nennenswerte Schauplätze geboten. Besonders hervorheben möchte ich die wunderbaren, an die 50er-Jahre mit ihren Straßenkreuzern erinnernden, Kuba-Aufnahmen, die als Reminiszenz an "Dr.No" (Jamaica) verstanden werden könnten. Obwohl diese tatsächlich in Cadiz, Spanien, entstanden sind, kommen sie dem echten Kuba täuschend nahe. Neben mehreren anderen englischen Schauplätzen wurde auch das von mir geliebte Cornwall als Drehort in der Schlußszene verwendet. Die Surfszene zu Beginn wurde in Maui, Hawaii, gedreht. Das Nordkorea-Handlungselement entstand natürlich in Südkorea, und auch Island kam nicht zu kurz. Die Flughafen-Aufnahmen wurden in Heathrow und Kent inszeniert.

Was mich weniger begeistert, sind die, bereits erwähnten, recht zahlreichen Computeranimationen, die doch ziemlich klar zu erkennen sind und den Film stellenweise thrashig wirken lassen.



Wortwitz:

Tan-Sun Moon schägt auf einen Box-Sack ein. Nachdem dieser geöffnet wird, fällt sein Trainer heraus. Darauf Tan-Sun Moon: "That will teach you to lecture me."

Tan-Sun Moon zu Bond: "You will not live to see the day all Korea is ruled by the North." Darauf Bond: " Then you and I have something in common."

Arzt in der kubanischen Klinik zu Jinx: " I'll certainly enjoy working on you."

Ein "Gentechnik-Tourist" auf Kuba zu einem Kellner Namens Fidel, auf dessen Männlichkeit er eine Waffe richtet: "Now round up some more girls and take them to room 42. Unless you want to be known as Fidel Castrato."

Jinx stellt sich Miranda Frost wie folgt vor: "Miss Swift. Space and Technology magazine." Darauf Miranda Frost:"Really? I take it Mr.Bond's been explaining his big-bank theorie." Darauf Jinx:" Oh,yeah, I think I got the thrust of it."

Kil zu Bond: "I'm Mr.Kil." Darauf Bond:"Well, there's a name to die for."

Zao zu Jinx:"Who sent you?" Darauf Jinx:"Your mama. And she told me to tell you she's really disappointed in you."

Jinx zu dem mit Kil kämpfenden Bond, nachdem sie von einem Laser-Gerät zerteilt zu werden droht: "Switch it off. Or I'm gonna be half the girl I used to be."

Computerstimme in Bonds unsichtbaren Dienstwagen, nachdem er von Zao unter Beschuss gerät und dabei sichtbar wird: "Warning. Adaptive camouflage failure."

Bond zu Jinx, bevor sie mit einem Laser Kil's Hand abschneiden, um durch seinen Hand-Abdruck eine Tür zu betätigen: "I think we need Kil to give us a hand to get out of here."

Bond zu Zao, dessen Gesicht durch eine, von Bond verursachte, Explosion mit "unfreiwilligen Piercings" übersät ist: "You know, I've missed your sparkling personality."

Miranda Frost zu Jinx, als sie diese mit einem Degen bedroht: "Drowning you didn't seem to work. I'll have to try something more to the point."

Miranda Frost zu Jinx, während des Fechtkampfs: "I can read your every move." Jinx, nachdem sie ihr die Klinge in's Herz rammt: "Read this."

Tan-Sun Moon alias Graves im Flugzeug zu Bond: "Time to face destiny." Darauf Bond, nachdem er Graves Falschirm betätigt, der diesen nach draußen zieht: "Time to face gravity."

Jinx, nachdem sie Miss Frost eine Klinge in's Herz gerammt hat: "I think I broke her heart."

Fazit:

Qualitativ stark durchwachsener Bondfilm mit einer sehr gelungenen ersten Hälfte, worauf eine ernüchternde und völlig ausgeflippt-überdrehte und qualitativ abstürzende zweite Hälfte folgt. Nach einigem Kopfzerbrechen und großzügigem Zudrücken sämtlicher Augen und Hühneraugen 3 von 5.

Der schwarze Abt Offline



Beiträge: 3.877

27.09.2015 16:56
#102 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Bin überrascht von deiner verhältnismäßig positiven Meinung zu diesem Film. Für mich ist der trotz einiger Stärken in der ersten Hälfte (Prätitelsequenz, Fecht-Szene) eine reine Lachnummer, die zum Teil aus einigen vorangegangenen - und mitunter weitaus besseren! - Bond-Streifen zusammen gebastelt wurde. Die Handlung stellt sich als total hanebüchen heraus, die CGI-Effekte sind grottig und Madonnas Song fällt bei mir ganz, ganz böse durch. Für mich nach wie vor der schlechteste Bond-Film.

Glücklicherweise wurde die Reihe mit dem bombastischen "Casino Royale" wieder gerettet...

patrick Offline




Beiträge: 2.555

27.09.2015 22:10
#103 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Der schwarze Abt im Beitrag #102
Bin überrascht von deiner verhältnismäßig positiven Meinung zu diesem Film. Für mich ist der trotz einiger Stärken in der ersten Hälfte (Prätitelsequenz, Fecht-Szene) eine reine Lachnummer, die zum Teil aus einigen vorangegangenen - und mitunter weitaus besseren! - Bond-Streifen zusammen gebastelt wurde. Die Handlung stellt sich als total hanebüchen heraus, die CGI-Effekte sind grottig und Madonnas Song fällt bei mir ganz, ganz böse durch. Für mich nach wie vor der schlechteste Bond-Film.

Glücklicherweise wurde die Reihe mit dem bombastischen "Casino Royale" wieder gerettet...


@Der schwarze Abt
Bin selber überrascht, da mir der Film besser gefiel, als ich ihn in Erinnerung hatte. Das lag in allererster Linie darin begründet, dass im Vergleich zu den anderen Brosnans strahlendere Schauplätze auftauchen und ein gewisser abenteuerlicher Verlauf der Handlung vorliegt. "Goldeneye" z.B. hat für mich einfach eine reizlose, freudlose und ausgesprochen sterile Atmosphäre, weshalb er mich gar nicht anspricht. Trotzdem singe ich hier keine Lobeshymne über "Die Another Day". Der Film bewegt sich in meinem Gesamt-Ranking, das bald folgen wird (Die Craigs hatte ich ja zu Beginn besprochen) trotzdem im unteren Drittel. Tatsächlich tat ich mir sehr schwer bei der Be-Punktung gerade dieses Films, da ich alle deine Einwände (außer bezüglich dem Song) teile und ich grundsätzlich alles andere als ein Fan überdrehter Sci-Fi-Shows bin. Im Allgemeinen werden solche Elemente von mir gnadenlos verrissen und "DAD"liefert wirklich einige "Starke Stücke" im negativen Sinne. Aber aufgrund der von mir geschilderten Stärken wehrte sich etwas in mir, den Film im 2 oder 2,5 Punkte bereich anzusiedeln, wo für mich, böse ausgedrückt, bereits der qualitative Sumpf beginnt. "Casino" und "Skyfall" sind selbstverständlich in einer ganz anderen Liga.

Der schwarze Abt Offline



Beiträge: 3.877

27.09.2015 23:01
#104 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

"GoldenEye" hat wenigstens eine recht schlüssige Handlung, gute Spezialeffekte, die besseren Schurken, die besseren Bond-Girls etc., "Stirb an einem anderen Tag" strotzt vor inhaltlichem Schwachmatismus, miesen Effekten und schlechten Schauspielern. Auch das - zugegebenermaßen von mir auch wenig geliebte - Weltraum-Thema nimmt in "GoldenEye" angenehmerweise einen viel geringeren Raum ein als in den Trash-Filmen "Stirb an einem anderen Tag", "Diamantenfieber" und "Moonraker". Was die Schauplätze anbelangt so sind sie hier zwar etwas vielfältiger als in "GoldenEye", aber auch nicht herausragend.

Und wenn 2,5 Punkte die Oberfläche eines qualitativen Sumpfs darstellen, dann liegt "Stirb an einem anderen Tag" bei mir 10 Meter unter der Oberfläche eines Moors.

Also nur 1 von 5 Punkten von mir.

patrick Offline




Beiträge: 2.555

28.09.2015 07:30
#105 RE: RE:"Stirb an einem anderen Tag" - Einer der misesten FIlme der Serie Zitat · antworten

Zitat von Der schwarze Abt im Beitrag #104
"GoldenEye" hat wenigstens eine recht schlüssige Handlung, gute Spezialeffekte, die besseren Schurken, die besseren Bond-Girls etc., "Stirb an einem anderen Tag" strotzt vor inhaltlichem Schwachmatismus, miesen Effekten und schlechten Schauspielern. Auch das - zugegebenermaßen von mir auch wenig geliebte - Weltraum-Thema nimmt in "GoldenEye" angenehmerweise einen viel geringeren Raum ein als in den Trash-Filmen "Stirb an einem anderen Tag", "Diamantenfieber" und "Moonraker". Was die Schauplätze anbelangt so sind sie hier zwar etwas vielfältiger als in "GoldenEye", aber auch nicht herausragend.

Und wenn 2,5 Punkte die Oberfläche eines qualitativen Sumpfs darstellen, dann liegt "Stirb an einem anderen Tag" bei mir 10 Meter unter der Oberfläche eines Moors.

Also nur 1 von 5 Punkten von mir.


Aufgrund meines gespaltenen Verhältnisses zu diesem Film kann ich deine Haltung gut verstehen, da ich ja auch damit ringe. Ich werde daher keine große Verteidigungsposition einnehmen, da der Film im Gesamt-Ouvre auch für mich wenig interessant ist, wie eben auch Goldeneye.

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