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  • Vor wenigen Tagen, bei einem Treff mit Freunden, ich sollte ein paar DVDs zum Anschauen mitbringen (wir sahen uns nach Abstimmung, nicht etwa auf meine diktatorische Vorgabe hin 2 Maigrets und 1 Task Force an), kam doch plötzlich, zu meiner Überraschung, die Sprache auf Francis Matthews als Paul Temple und auch als Präsentator in einem TV-Englisch-Lehrgang. Die Temple-Folgen seien immer unheimlich spannend gewesen, sagte mir jemand, und in seinem Blick war ein Erinnerungsleuchten. Er ist ein paar Jahre jünger als ich und hat um 1970 herum "Paul Temple" in seiner Kindheit oder Jugend regelmäßig gesehen.

    Ich glaube, das ist ganz entscheidend: was man an Filmen in seiner Jugend gesehen und gemocht hat. Was einmal verinnerlicht wurde, vergisst man nicht wieder so leicht. Ich staune auch darüber, dass ältere Filme und Serien sogar noch heute neue Fans finden, durch DVD-Veröffentlichungen oder Wiederholungen im TV. Das muss auch für damals verantwortliche Fernsehleute, im In- wie im Ausland, eine Überraschung sein, die unheimlich viel gutes Filmmaterial inklusive Synchronisation wegwerfen ließen! So etwas müßte noch im Nachhinein, bevor es verjährt ist, hart bestraft werden. Nicht nur Geldstrafen, Gefängnisstrafen müßten angesetzt werden für die Zerstörung von Kulturgut!

    Ich hoffe, dass es sich bei der Fernsehjuwelen-VÖ tatsächlich um die Matthews-Serie handelt. Habe damals nur ein paar Folgen davon mitgekriegt, bin aber neugierig auf mehr! An Temple's Partnerin (Ross Drinkwater) kann ich mich, ehrlich gesagt, noch besser erinnern als an den Meister selbst ...

  • "Maigret und sein Toter" gehört zusammen mit "Maigret stellt eine Falle" zu den Maigrets, die man filmisch umsetzen könnte mit einem sehr hohen Grad an Brutalität. In ersterem werden einfache Leute vom Land von einer Gangsterbande solange bestialisch gefoltert, bis sie ihr Geldversteck preisgegeben haben, aber das nützt ihnen gar nichts, denn sie verlieren, damit keine Zeugen übrigbleiben, auf jeden Fall ihr Leben. Im zweiterwähnten Maigret werden mehrere Frauen in Paris von einem einzelnen psychopathischen Serientäter umgebracht.

    Beide Fälle wurden als Comic hervorragend umgesetzt. Es sind die einzigen Maigret-Comics, die ich von ihrer künstlerischen Qualität her ohne Einschränkungen empfehlen kann, es gibt sie antiquarisch in mehreren Sprachen:

    http://www.trussel.com/maig/bandes.htm

    Was man im Film nicht so leicht hinkriegt, ist hier in den Comics verwirklicht: Maigret-Portraits in unterschiedlichem Alter. In "Falle" hat der Zeichner Philippe Wurm Maigret als einem Mann unter 40 präsentiert, in "sein Toter" hingegen als einen über 50, jedoch vom Typ her gleich. Der Fall "Maigret und sein Toter" wird als sehr gelungener Comic ernsthaft und mitreißend erzählt, "Maigret stellt eine Falle" ebenso. Eventuell sind diese beiden zeichnerischen Versionen sogar besser als die originalen Romanvorlagen und auch besser als alle Filmepisoden, die ich kenne, einschließlich der mit Rupert Davies. "sein Toter" mit Davies ist mir nicht ernsthaft genug im Verhältnis zur Schwere der Verbrechen. Maigrets Hantieren mit der Mundharmonika und andere Leichtigkeiten wie das unnütze und oftmalige Auftreten des nervigen Untersuchungsrichters Coméliau verweichlichen den Fall zu sehr.

    Beiden erwähnten Simenon-Themen hat sich nun auch ITV angenommen. Ob Komiker Rowan Atkinson allerdings der geeignete Maigret-Darsteller ist für solch ernste Kriminalfälle - warten wir's ab. Die Dreharbeiten der zwei abendfüllenden Fernsehfilme sind momentan im Gange.

    Liebe Cora Ann, ein herzliches Dankeschön für Deine wiederum intensive Beschäftigung mit Buch und Film, diesmal: "Maigret und sein Toter". Beim nachträglichen Durchlesen Deines Beitrags läuft der Film nochmal im Kopf ab. In meiner Nähe, griffbereit, liegt aber auch der Comic!

  • Im Beitrag #521 des Threads "Der Kommissar" habe ich auch mal einen Berührungspunkt der beiden Krimiserien gesehen:

    "Der Kommissar" (1969-1976), Kommentare zu den Folgen (35)

    Es ist aber nicht nur das "Schwarze Dreieck", auch andere Folgen von "Der Kommissar" könnte man sicherlich in Verbindung bringen mit der BBC-Maigret-Serie.

  • Zitat von Cora Ann Milton im Beitrag #146
    Ein besonderes Lob gebührt dem Szenenbildner für die überaus liebevoll detaillierte Ausstattung dieser Episode, in der unter anderem Fumals Villa kongenial zum Roman gestaltet wurde - im Hintergrund der Eingangshalle sieht man sogar eine der von Simenon erwähnten beiden Marmorstatuen.

    Szenenbildnerin ("production designer") für die Maigret-Serie war Eileen Diss. Mit 29 bekam sie ihre erste große Aufgabe bei der BBC: In "Maigret" durfte dekorativ nichts typisch Englisches mit ins Bild kommen, alle Hintergrunddetails mussten als französisch identifizierbar sein. Wenn sich das Filmteam für Außenaufnahmen in Paris aufhielt, war Eileen Diss oft mit dabei, und zwar um Utensilien ausfindig zu machen, die sie für die Dekoration der BBC-Studio-Innenaufnahmen gebrauchen konnte, z. B. für das Büro von Maigret und das seiner Inspektoren und vor allem für die ständig wechselnden Wohnungseinrichtungen der im jeweiligen Fall vorkommenden Personen. Größere Sachen wie typisch französische Möbel, Gardinen, Teppiche, Tapeten, Lampenschirme u. a. wurden verschifft, aber in ihrem Reisegepäck hatte Eileen Diss, wenn sie nach London zurückkehrte, manchmal auch noch französische Ausstattungsstücke mit dabei, z. B. Türknaufe. Es durfte einfach nicht sein, dass Maigrets Gesicht groß im Bild war nebst einem eindeutig englischen Türknauf im Hintergrund, wenn auch bloß unscharf.

    Die Wohnungseinrichtungen in "Maigret" wurden außerordentlich umfangreich angelegt. In etlichen Folgen kommt es vor, dass Maigret oder Lucas eine Wohnung aus mehreren Zimmern durchschreitet und durchstöbert und dabei vielleicht nach etwas Bestimmtem oder auch Unbestimmtem sucht. Dabei werden Zwischentüren durchgangen. Der Gesichtsausdruck und die Gangart sind im Übergang von einem ins andere Zimmer bei verschiedenen räumlichen Kameraeinstellungen exakt die gleichen, woraus man erkennen kann, dass die Zimmer tatsächlich nebeneinander liegen und nicht nur szenisch zusammengebaut sind. In solchen Momenten spielt die ausgiebige französische Dekoration die Hauptrolle. Eileen Diss war für deren Stimmigkeit verantwortlich. Nach "Maigret" hat sie jahrzehntelang unzähliche weitere Fernsehserien und Einzelfilme ausgestattet und wurde mehrfach dafür ausgezeichnet.

    https://www.thestage.co.uk/features/inte...ars-set-design/

    Vielen Dank, liebe Cora Ann, für Deinen wieder sehr ins Detail gehenden Beitrag zu "Maigret: Death of a Butcher". Damit - zusammen mit all Deinen übrigen bisherigen Maigret-Beiträgen - hast Du Dir auch eine Auszeichnung verdient: "New BBC Maigret Fan of the Year 2015".

  • Zitat von Cora Ann Milton im Beitrag #144
    Drehbuchautor Roger East hat sich bei Georges Simenons literarischer Vorlage ausgiebig bedient, diese jedoch sehr frei neu gestaltet. Die gravierendste Änderung besteht darin, dass dem Zuschauer der Fernsehadaption ein anderer Täter präsentiert wird als dem Leser des Romans ...

    Ich schätze, das kommt mindestens noch einmal mehr vor, dass in der TV-Version dieser Serie ein anderer Täter präsentiert wird als in der entsprechenden Romanvorlage. Zum Beispiel auch in "Maigret und das Geheimnis im Schloss". Soll für fleißige Leser wohl eine Überraschung sein. Außerdem wird die gehörige Portion Kreativität so sichtbar beim Schreiben der TV-Adaptation.

    Es kann sein, dass manche Abänderungen von Simenon selber stammen. Die Drehbücher der ersten Staffel hat er sich vor Produktionsbeginn genauer angesehen und sicherlich hier und dort Anmerkungen oder Änderungen gemacht. Das englische Wikipedia behauptet sogar, die ersten 12 Scripts seien von Simenon selber verfasst worden. Das ist sicher übertrieben.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Maigret_(1960_TV_series)

    Der Autor hatte aber - zumindest am Anfang - ein ganz besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der Serie. Aus der ersten Staffel hat er sich zwei Folgen zeigen lassen, als Rupert Davies ihn nochmal in der Schweiz besuchte. Von der Titelsequenz war er besonders angetan. In einem Fernsehbericht über Simenon wurde dazu ein Foto eingeblendet, auf dem der Schauspieler dem Schriftsteller vor einer Ziegelsteinwand demonstriert, wie man am besten an der Wand ein Streichholz anreißt. Dabei führt Davies Simenons Hand, die das Streichholz hält. Bestimmt kann man dieses Publicity-Foto im Simenon-Archiv finden.

    Mehr als zwei Episoden hat Simenon wohl nie gesehen. Auch Folgen anderer Maigret-Serien hat er sich entweder gar nicht oder nur ausnahmsweise mal angesehen. Er wollte sich von Filmversionen in seiner ureigenen Vorstellung über Maigret nicht beeinflussen lassen.

    Für Deine bildlichen und textlichen Ausführungen zu Film und Buch "Maigret und der Kopflose", liebe Cora Ann, meinen herzlichen Dank.

  • Task Force PoliceDatum05.12.2015 12:26
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    Das ist ein sehr guter Hinweis, Lord Peter. Vielen Dank!

    Die FSK-Seiten, die Du im Beitrag #17 erwähnst, kannte ich noch gar nicht. Auch dafür vielen Dank.

    Ich wünsche Dir nun viel Spaß und Spannung mit "Task Force Police", hoffentlich springt der Funke der Serie auf Dich über.

    Gruß

    Berthold

  • Task Force PoliceDatum04.12.2015 22:25
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    Das ist ganz einfach ein "Raster", nach dem gesucht wird und in das der Artikel hineinpassen muss, schätze ich. Also: entweder 8 Folgen pro DVD-Set, oder 9. Für 9 hat's hier leider nicht ganz gereicht. Dieses Verkaufsraster dient der Vereinfachung der Produktdefinition. Auf die Frage: wieviele Folgen Task Force sind denn in jedem Set? kann man nun schnell und leicht antworten: 8.

    Deutlich wird dieses Schema auch bei "Maigret", Vol. 1: Das Schema gibt vor: 9 Folgen pro Set. Also wird die Zugabe "Maigret und die alte Dame" als "Bonus" bezeichnet, nicht als vollwertige 10. Folge. Denn laut Verkaufsraster muss auf jedem Maigret-Set ja wohl draufstehen: 9 Folgen.

    Die beiden Task Force - Folgen, die wahrscheinlich nicht veröffentlicht werden, als "Bonus" beizulegen, geht nicht, denn es sind ja vollwertige Episoden. "The Old Lady" hingegen ist eine deutlich schlechtere Filmkopie als die übrigen, die Bezeichnung "Bonus" trifft hier durchaus zu.

  • Task Force PoliceDatum04.12.2015 18:15
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    "Der erste Rekorder mit dem VHS-Aufzeichnungsformat war der HR-3300 von JVC, der Herbst 1977 vorgestellt wurde" (Zitat deutsches Wikipedia/Videorekorder/Heimvideorekorder).

    Task Force Police
    Bissige Hunde (Once Bitten)
    deutsch-synchronisierte Folge 41
    Deutsche Erstausstrahlung: So 25.09.1977 ARD
    (Zitat fernsehserien.de)

    Die ersten 40 Folgen wurden 1971/72 in der ARD gezeigt. Erst ab Herbst 1977 bis April 1978 folgten weitere 26 Episoden. Schade, dass nicht 27 Episoden folgten, dann würde Pidax jetzt sicherlich 3x9 Folgen auf DVDs auf den Markt bringen, jetzt werden's wohl nur 3x8 Folgen sein. Habe die beiden Episoden ausfindig gemacht, die bei dieser 3x8-VÖ wohl unter den Tisch fallen:

    46. Beutejäger (Bounty Hunter)
    49. Prioritäten (Priorities).

    Es gab Anfang der 70er auch schon Heimvideorekorder, laut Wikipedia sogar schon seit Anfang er 60er Jahre, das waren relativ sehr große, schwere und massive Rekorder für sehr breite Videobänder. Die Bänder gab es für 15, 30, 45 und 60 Minuten. Sehr teuer, aber Top-Aufnahmen! "Task Force Police" habe ich leider nicht damit aufgenommen, sondern nur Wiederholungen von Richard Kimble "Auf der Flucht", und auch da war ich äußerst wählerisch mit den Episoden wegen der hohen Band-Kosten. Dass jemand "Task Force" in dem Format aufgenommen und heute noch vorliegen hat, würde an ein Wunder grenzen, ist theoretisch aber denkbar.

  • Task Force PoliceDatum04.12.2015 05:24
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    Vielen Dank, Lord Peter, für diese überraschende Nachricht.
    Das ging ja schneller, als die Polizei erlaubt. Vierteljährig 8 weitere Folgen wären einfach toll!

    3-20. Frauen (Woman‘s World)
    3-26. Kurze Karriere (Conclusion)
    4-01. Geduld und Spucke (Spit and Polish)
    4-03. Die Falle (Surveillance)
    4-04. Kopf und Herz (Dog Eat Dog)
    4-05. Privatinteressen (Bank Rate)
    4-06. Barlows Probleme (On The Third Day)
    4-07. Der Zeuge (The Witness)

    Hoffentlich hat Pidax viele Privat-Videoaufzeichnungen und somit die deutschen Synchros
    auftreiben können, damit es bei Volume 3 möglichst ohne Sprünge in Staffel 4 weitergeht.

  • Vielen Dank, liebe Cora Ann, dass Du Dich auch mit dem "Schatten am Fenster" befasst hast. Ich habe die Folge vor kurzem zum erstenmal gesehen. Eine Szene wirkte schockierend auf mich, nachhaltig, und deshalb stellt sich für mich wiederum die Frage, ob ich mir "Maigret" überhaupt ansehen darf, obwohl ich aus dem Kindesalter doch längst heraus bin. Pidax sollte entsprechende Folgen am besten kennzeichnen mit dem Hinweis: Für Berthold nicht geeignet.

    Demgegenüber bin ich jedoch der Ansicht, dass alle Edgar-Wallace-Filme mich nicht umhauen können, denn dort erwarte ich ja regelrecht Schreck-Szenen, die aber bei mir nie tief ins Herz treffen, sondern lediglich optisch-oberflächlich starke Eindrücke hinterlassen, mehr aber auch nicht. Bei "Maigret" ist das anders. Unverhofft bekomme ich Einsichten geliefert, die wahrlich unter die Haut gehen können. Um welche Szene es sich in diesem Fall handelt, möchte ich lieber - aus persönlichen Gründen - für mich behalten, es ist nicht die Schrei-Szene.

    Zitat von Cora Ann Milton im Beitrag #142
    Die dramatische Prätitelsequenz, in der sie (edit: die Concierge) nach dem Auffinden der Leiche von Raymond Couchet hysterisch in Großaufnahme in die Kamera schreit, würde einem klassischen Horrorfilm zur Ehre gereichen.


    Jene Schrei-Szene direkt vor dem musikbetonten Titel steht beispielhaft für weitere Maigret-Filme dieser Serie. Ein Schrei direkt vor der Titelmelodie kommt nämlich in mehreren Episoden vor. Das liegt am Konzept der Serie. Dem Komponisten Ron Grainer wurde sicherlich gesagt: Machen Sie eine Titelmusik, die mit ihren ersten Takten eine unheilvolle Szenerie dunkel unterstreichen und auffangen soll, bevor sie dann ins Leichtere übergeht. Ein vorgesetzter Schrei passt wohl am besten zu den dunklen ersten Takten der Ron-Grainer-Musik. Natürlich gibt es auch zig andere Möglichkeiten, etwas Unheilvolles voranzusetzen, wie z. B. bei "The Fontenay Murders" ("Maigret hat Angst"), wo die Musik erst ins Beschwingtere umschlägt, als Maigrets Hand mit dem Streichholz erscheint:

    https://www.youtube.com/watch?v=hyLZxOhkAGA

    Die deutsche Maigret-Titelmusik von Ernst August Quelle nimmt nicht zwingend Bezug auf etwas Unheilvolles, der Vorspann könnte insofern auch ruhig mal heiter enden, tut er aber nie. Selbst in "Murder on Monday" ("Maigret und der Mann auf der Bank"), wo er durchaus ironisch-heiter beginnt, endet er konzeptgemäß doch wieder mit einem Schrei:

    https://www.youtube.com/watch?v=jkGyrIkHIfc

    Der unheimlichste Schrei dieser Maigret-Serie kommt meines Erachtens übrigens in "Maigret und die Kanalratten" vor. Der Vorspann kommt dem eines Edgar-Wallace-Films nahe.

  • Liebe Cora Ann, Deine Fan-Darlegungen in Wort und Bild sind wieder ein Fest! Dabei handelt es sich mit "Maigret und die Anarchisten" ja diesmal um eine Episode, die vom Thema und von der Düsternis her zarte Seelen depressiv machen kann. Auch einige andere Folgen dieser Serie können so manchem Zuschauer - sogar erwachsenen Zuschauern - eventuell arg zusetzen, denn sie sind eben keine Kinderstunde. Insofern ist in diesem Fall der englische Titel "The Children’s Party" - ich stimme da mir Dir überein - verharmlosend und unpassend. Ich glaube, auch die FSK hat ihre Sache mit der Freigabe "ab 12" zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Das ZDF war 1965 bei der deutschen Erstausstrahlung deutlich verantwortungsvoller mit dem Hinweis vor bestimmten Maigret-Folgen: "Für Jugendliche nicht geeignet".

  • Task Force PoliceDatum07.11.2015 16:43
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    Habe bereits heute die DVDs direkt von Pidax erhalten und reingeschaut - einfach klasse! Die englischen Original-Episoden wurden mit der deutschen Synchro versehen - tolle Qualität! Auch der englische Soundtrack ist da. Alles, was ich zuvor hier im Thread über eventuelle miese Bildqualität geäußert hatte, nehme ich hiermit zurück. Hoffentlich kommen demnächst noch mehr Folgen auf die "Task Force" - Fans (und solche, die es werden wollen) zu, möglichst alle, von denen die deutsche Synchro noch existiert.

  • Danke, liebe Cora Ann, für Deine Ausführungen, die einen Vergleich Buch - Film beinhalten. Mit was befasst Du Dich denn zuerst - mit dem Buch? Und danach mit dem Film? Wenn man den Film zuerst schaut und gleich hinterher das Buch liest, ist es meines Erachtens ja klar, dass man beim Lesen die Fernsehfiguren wieder vor sich sieht ...

    Bei mir ist es so, dass ich Maigret durch diese Serie kennengelernt habe. Danach habe ich erst die Bücher "entdeckt". Die meisten Maigret-Romane fand ich sehr spannend: Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, bis ich endlich beim Schluss angelangt war. Somit habe ich mir ungewollt halbe Nächte um die Ohren geschlagen. Allerdings muss ich gestehen: Film und Buch konnte ich nie miteinander in Einklang bringen. Das Bucherlebnis war immer ein ganz anderes als das vom Film. Der Buch-Maigret war eben der Buch-Maigret: Sein Gesicht wird nie beschrieben, sein Körper ist sehr massig und schwer, aber trotzdem stark. Wenn Maigret nächtelang auf der Spur des Verbrechers ist, kämpft er bis zum Umfallen gegen die Müdigkeit an, aber meist hält er ja durch. Erst nachdem er ein überzeugendes Geständnis hat, will er den versäumten Schlaf in eins nachholen. Die Romane sehen den Kommissar mehr von innen her, statt von außen. Gedanken, Vermutungen, Überlegungen, Unsicherheiten, Gefühle. All diese inneren Werte übertragen sich beim Lesen sehr stark auf mich, den Leser. Dabei ist es aber eigentlich egal, wie Maigret denn nun genau aussieht, ich will das gar nicht so genau wissen. Viel interessanter ist, die inneren Beweggründe zu erfahren, die zum Verbrechen geführt haben. Bei Simenon ist das Warum, so scheint mir, wichtiger als das Werwars.

    Beim Fernsehfilm werden naturgemäß zunächst einmal äußere Eindrücke vermittelt. Diese äußeren Eindrücke sind sehr stark. Durch Dialoge und Gesten versuchen die Schauspieler, auch innere Werte auszudrücken, aber - in meinem Fall ist das so - die äußeren Eindrücke bleiben dominant. Es kommt in ein paar Episoden vor, dass am Schluss Maigret und Lucas zum Beispiel in einer Bar bei einem Glas Bier die Lösung des Falles in wenigen Worten besprechen, so dass der Zuschauer auch den Fall für sich abschließen kann. Zumindest ist das wohl so gedacht. Funktioniert aber nicht immer, zumindest nicht bei mir. Witzige Bemerkungen inmitten dieser Fall-Erklärungen, dazu laute Musik aus der Musiktruhe, der Wirt fragt zwischendurch: Darfs noch ein Gläschen sein?, ein leichtes Mädchen stößt Lucas an, ein schwerer Junge lacht lauthals im Hintergrund hämisch über den Kommissar - die Erklärungen des Falles gehen für mich ins Leere. Äußere Eindrücke übertrumpfen alles. Das Motiv, auf das es Simenon doch so sehr ankommt, verblasst.

    Egal. Schlussendlich möchte ich noch sagen, dass mir die Filme trotzdem besser gefallen als die Romane. Es geht doch nichts über eine schwungvolle Krimiserie, die ich eben leider manchmal nicht ganz verstehe.

  • Task Force PoliceDatum31.10.2015 00:57
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    Auflistung gefunden der in deutsch gesendeten Folgen, jeweils mit Credits und Inhaltsangabe:

    http://www.mediagems.de/01filmtv/softly.html

  • Zitat von Cora Ann Milton im Beitrag #133
    Calvados, Pernod, Pastis, Whisky, Weißwein, Chartreuse, Chianti und ... Bier.
    ... Brasserie “Dauphine” - die hoffentlich in der Serie endlich einmal nicht nur erwähnt sondern auch gezeigt wird - ...

    Da Bistro-Name und Sortimentsliste schon vorliegen ("belegte Brötchen" müsste es aber auch geben), fehlt eigentlich nur noch der Eröffnungstermin und der genaue Standpunkt in Deutschland. Bin sicher, auch viele Wallace-Fans würden sich das nicht entgehen lassen. Vielen Dank, liebe Cora Ann, für Deine sehr gut fundierten und scharfsinnigen Beiträge.

  • Zitat von Cora Ann Milton im Beitrag #131
    Die äußere Erscheinung des Schauspielers Victor Lucas (1919–2001), der den selben Familiennamen wie Maigrets treuester Mitarbeiter trägt, unterscheidet sich um einiges von Simenons Beschreibung. Torrence wird zwar als kräftig aber keineswegs als großgewachsen beschrieben.

    Ewen Solon (1917–1985) ähnelt seinem literarischen Vorbild Lucas ebenso wenig. Lucas wird von Simenon als eine etwas kleiner geratene, zehn Jahre jüngere Kopie von Maigret beschrieben. Ewen Solon und Rupert Davies trennt lediglich ein Jahr, und der kleine und schlanke Schauspieler ist alles andere als untersetzt.

    Jason Neville (Jahrgang 1934) als Lapointe ist der einzige Darsteller eines Mitarbeiters von Maigret, der der literarischen Vorlage nahezu exakt entspricht, bis hin zu den dunklen Haaren. Analog zu Simenons Romanen reift er innerhalb der Serie von einem eher sanften, fast schüchternen jungen Mann zu einem zuverlässigen, von ruhigem Selbstbewusstsein erfüllten Kriminalisten, was bereits in dieser Folge deutlich wird.

    Dass Georges Simenon zwei der Assistenten seines Helden als diesem physisch ähnlich beschrieb, hätte sich für die Fernsehadaption als eher nachteilig erwiesen. Ein Ensemble von Schauspielern mit ausschließlich ähnlich großer und ähnlich ausladender Statur wie die Titelfigur würde zu Eintönigkeit und Langeweile führen.

    Die Abweichungen der Inspektoren-Charaktere dieser Fernsehserie in Bezug auf die Romanreihe sowie Deine Begründungen dafür, liebe Cora Ann, sind sehr interessant. Aber wie sieht es beim Kommissar Maigret selber aus? Entspricht er den Romanvorlagen? In England gab es Kritiken, Rupert Davies wirke zwar groß und massig, jedoch bei weitem nicht massig genug. Wenn wir ihn uns neben der Maigret-Statue in Delfzijl vorstellen (es gibt ja auch Fotos davon: die Enthüllung der Statue 1966), muss man zugeben: "Davies is not heavy enough". Dagegenhalten kann man: Auch die Statue ist nur eine Interpretation, nämlich die des holländischen Bildhauers. In etlichen Kinofilmen ist Maigret bedeutend kleiner und leichter als der Maigret dieser TV-Serie. Dem Zuschauer und Leser bleibt nur übrig, sich auf die Originalromane zu beziehen.

    Von Simenons Beschreibungen her wissen wir: Maigret ist groß und schwer, massig, aber stark, hat ein breites Gesicht, trägt - zumindest am Anfang seiner Polizeikarriere - einen "chapeau melon", eine Melone also wie John Steed (aber oft ist auch einfach nur von einem "Hut" die Rede, wohl eher im Sinne von "Schlapphut"), Mantel und Schal, wobei er den Mantelkragen manchmal hochgeschlagen hält. Wenn er eine Holztreppe hinauf- oder hinuntergeht, knarren stets die Stufen unter seinem Gewicht. Fast immer raucht er seine so geliebte Pfeife, aber, bei Besuchen, in Gegenwart anderer Leute, fragt er auch mal an, ob sein Rauchen überhaupt gestattet sei. Außerdem nimmt er in fremden privaten Räumen in Gegenwart von deren Bewohnern normalerweise seinen Hut ab, als Zeichen des Respekts und der grundsätzlichen Freundlichkeit ihnen gegenüber. Seine äußere Erscheinung strahlt im allgemeinen Vertrauenswürde und hohe Verständnisfähigkeit aus, was ihm in manchen Kriminalfällen sehr entgegenkommt, wenn nämlich ein Verdächtiger, ohne ihn in einem strengen Verhör extrem unter Druck gesetzt zu haben, ihm seine Tat einfach so gesteht, nur um sein Gewissen endlich zu erleichtern.

  • Unbestreitbar bist Du nicht nur "our Wallace Queen", liebe Cora Ann, sondern auch "notre reine de Maigret". Danke!
    Viel Spaß und Spannung wünsche ich Dir beim Anschauen von Volume 2 der DVD-Sets.

    Herzlicher Gruß
    Berthold

  • "Der-Geburtstags-Thread"Datum17.10.2015 12:31

    Vielen, vielen Dank, liebe Cora Ann und lieber Peter, für Eure Glückwünsche.
    Über die schon recht hohe Jahreszahl (62) bin ich selber etwas schockiert, viele sagen (ich eigentlich auch,
    wenn ich in den Spiegel schaue), dass ich erst wie Ende 40 aussehe. Aber ich fühle mich doch schon älter.
    Bei einem Freund von mir ist das umgekehrt: Sieht (nach meiner Meinung, er nimmt mir die aber nicht für übel)
    älter aus als er ist, fühlt sich aber absolut fit, wie 20 Jahre jünger ...
    So etwas gibt es alles.

    Wie gesagt, vielen, vielen Dank!

    Euer Berthold

  • "Grau-roter Morgen" wurde Anfang der 70er als ganz besonders wertvolle Folge betrachtet und vom ZDF einzeln extra nochmal gesendet als Diskussionsbeitrag zum damals aktuellen Thema "Rauschgift".

  • Hoffentlich sind unsere ironischen Bemerkungen überhaupt gestattet, ansonsten wird uns das
    Lachen schnell vergehen - denn wir reden ja über unsere Queen. Die Skelette im Kerker ...

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