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    Wenn man aus dem Fenster von Maigrets Arbeitsplatz schaut, sieht man entfernt einen Teil der Hausfassaden am anderen Ufer der Seine. Ist die Kamera etwas höher als Kopfhöhe positioniert (Foto 5), rückt die Seine selbst mit ins Bild. Die Fensteraussicht nach links ist versperrt durch eine Außenwand des übrigen Kommissariatgebäudes.

    Diese Ausblicke geben zwar Hinweise, wo Maigrets Arbeitszimmer in dieser Serie angesiedelt ist, ganz klar wird das aber erst durch Außenansichten (Fotos 6 - 8). In "Maigret als Zuschauer" schaut Maigret von außen auf sein "Büro", in dem Inspektor Lucas einen Fall ohne Maigrets Anwesenheit allein zu lösen versucht, auch in Nachtarbeit. Das Fenster Maigrets ist in der Nacht als einziges von Lampenlicht erhellt, die Position des Verhörzimmers wird eindeutig gezeigt.

    In genau dem Raum wurden die Filmaufnahmen sicher nie gemacht. Maigrets Büro - und das angrenzende Inspektorenzimmer - gab es nur als Nachbildungen in den Londoner BBC-Studios. Durch das Fenster blickte man nicht auf die originalen Hausfassaden und auf die Seine, sondern auf ein beleuchtetes Großfoto davon. Maigrets Arbeitsplatz war aber von Serienbeginn bis zum Ende fest konzipiert. Es ist überhaupt fast ein Wunder, dass diese Serie außergewöhnlich viel Standhaftigkeit über 4 Entstehungsjahre hinweg (1960 - 63) durchgehalten hat: Alle Mitarbeiter Maigrets blieben bis zur 52. Folge am Ball (Inspektor Torrance stirbt allerdings in Folge 51 den Drehbuchtod), auch verlor oder wechselte Maigret in dieser Serie nie seine Frau, die selbst dann bei den Zuschauern im Geiste präsent ist, wenn sie, in 22 oder 23 Folgen, überhaupt nicht persönlich in Erscheinung tritt. Anmerkung: Die "4 Entstehungsjahre" enthalten 3 halbjährige "Semesterferien" zwischen den 4 Staffeln, so dass die eigentliche Drehzeit zweieinhalb Jahre betrug.

    In den Romanen, die es anfänglich ja schon seit den 30er Jahren gibt, wird öfters der in kalten Wintern ständig bullernde und einheimelnde gusseiserne Kohleofen mit dem Ofenrohr erwähnt. Maigret stochert vor Wut oder wegen innerer Spannungen, wenn die Aufklärung eines Falles ins Stocken geraten ist, mit dem Schürhaken im Feuer herum, bis dass der Ofen zum Bersten glüht. In dieser Serie gibt es diesen berühmten Bullerofen nicht, sie wurde gegenwartsbezogen gedreht, die Büros haben Zentralheizung, wie man auf den obigen Fotos sieht. Die Gegenwartsbezogenheit wird dadurch noch unterstrichen, dass manchmal, im Hintergrund, ein wie zufällig gezeigter Tageskalender an der Wand sozusagen den tatsächlichen Drehtag dokumentiert. In der Serie mit Gino Cervi gibt es übrigens den Kohleofen, Bruno Cremer hingegen hat auch Zentralheizung.
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    Foto 1 aus "Maigret und die Wahrsagerin". Fotos 2 - 5 aus "Maigret und die Tänzerin Arlette" (erste Folge). Fotos 6 - 8 aus "Maigret als Zuschauer" (letzte Folge). Quelle Panorama-Farbbild: Street View / Google Maps.

    Und hier der Link, um sich dort hinzubeamen, um einen kleinen Spaziergang zu machen am Quai des Orvèvres:

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    Von dem, was Kommissar Maigret im Film peu à peu aufdeckt, nimmt dieser Beitrag schon viel vorweg. Wer das nicht mag, sollte sich lieber erst den Film anschauen und danach diesen Text lesen (Spoiler!).

    Die Familie le Cloaguen lebt in einer geräumigen und noblen Villa an der Südküste Frankreichs, in Saint-Raphaël: Madame le Cloaguen mit ihrem Mann Octave, der Kapitän bei einer westafrikanischen Dampfschifffahrtslinie ist, und deren Tochter Giselle. Der Captain, vom Typ her ein ausgesprochener Egoist, hält die beiden recht knapp, denn er steckt fast all sein Einkommen in seine Rente, schließlich auch sein Aktienvermögen. Lange kommt er allerdings nicht in den Genuss dieser Rente, denn er verstirbt schon bald - an einem schweren Leberleiden.

    Madame le Cloaguen sieht sich und ihre Tochter nun vor dem Nichts. Sie will unbedingt, dass die Rente weiterhin ausgezahlt wird. Darum hält sie den Tod ihres Mannes geheim und begräbt die Leiche im Keller. Die Familie zieht daraufhin sofort um, nach Paris, Boulevard Clichy, in eine kleinere Wohnung.

    An die Stelle des Captains tritt nun ein "Double", den Madame von der Straße her aufgelesen hat, ein alter Vagabund, der das Spiel gerne mitmacht, wenn doch Unterkunft, Verpflegung und zudem ein Taschengeld von 15 Franc die Woche dabei herausspringt. In der Wohnung weist man ihm einen eigenen kleinen Raum zu, der eher einer Zelle gleicht, sogar mit Riegel versehen. Dieser Alte wird den Pariser Behörden als Octave le Cloaguen präsentiert, obwohl er eigentlich viel zu klein ist und sein Gesicht anders aussieht als das des echten Captains. Der Ausweis ist gefälscht. Die veränderte Unterschrift, die er beispielsweise auf Rentenquittungen zum Besten geben muss, wird dadurch plausibel gemacht, dass seine Schreibhand durch ein Malheur beim Holzhacken für immer verstellt sei. Deshalb müsse er den Wickelverband an der Hand tragen. Seine anscheinende Verwirrtheit und Verrücktheit, wegen der man zweckmäßigerweise keine klaren Antworten von ihm erwarten kann, wird mit einem Schlaganfall, auch aus der Saint-Raphaël-Zeit, begründet.

    Dieser alte Mann besucht - wenn er nicht nach dem Entwischen aus seiner Zwangs-Kajüte gewohnheitsmäßig in den Pariser Straßen herumstreunt - ab und zu seine eigene Tochter, Marie, die unter dem Namen Jeanne Picard in der Rue Coulaincourt als Wahrsagerin ihre Croissants verdient, jedenfalls einen Teil ihres Verdienstes. Denn ein Zusatzeinkommen beschert ihr die Funktion als Spitzel. Gelegentlich gibt sie vielversprechende Informationen von Kunden, die sich ihr anvertrauen und von ihr wahrsagen lassen, weiter an einen Erpresserring. Jetzt erfährt sie von ihrem eigenen Vater dessen Double-Dasein und die ganze Betrugsaffaire der Familie le Cloaguen. Die Erpresser schlagen schnell zu und kassieren gleich beim erstenmal 50.000 Franc von Madame, die darüber verbittert und es dem Alten sofort spürbar schlechter ergehen lässt. Deshalb will die Wahrsagerin, die Erpressung solle aufhören, ansonsten würde sie die Sache auffliegen lassen. Sie weiß wahrscheinlich nicht, mit wem sie sich da eingelassen hat - und dass sie bereits in Lebensgefahr schwebt. Die Polizei erhält unterdessen einen schriftlichen Hinweis: "Die Wahrsagerin ist zum Tode verurteilt, Samstag Punkt drei Uhr!", unterzeichnet mit "Picpus" ...

    "Unterschrieben Picpus" ist denn auch - wörtlich übersetzt - der Originaltitel des Kriminalromans, der diesem Film zur Vorlage diente. Von Georges Simenon.

    "Maigret und die Wahrsagerin" (OT: "The Crystal Ball", BBC tv, 1962). Fernsehfilm nach dem Originalroman "Signé Picpus" von Georges Simenon. Dramatisierung: Roger East. Mit Rupert Davies (Maigret), Helen Shingler (Madame Maigret), Ewen Solon (Lucas), Neville Jason (Lapointe), Veronica Turleigh (Madame le Cloaguen), Deirdre Doone (Giselle), Tristram Butt (der "Captain"), Phyllis Montefiore (Wahrsagerin), Neal Arden (Blaise), John Barrett (Isadore), Robert Bernal (Mascouvin), Peter Brett (Justin), Joan Duan (Madame Roy), Linda Gardner (Emma), Gerald James (Drouin), John Kidd (Inspektor Larouche) und anderen. Französische Studioausstattung: Eileen Diss. Musik der deutschen Fassung: Ernst August Quelle. Regie: John Harrison.

    Der Film wurde 3x im bundesdeutschen Fernsehen gezeigt: Samstag, 10. Juli 1965, 21.00 Uhr, 2. Programm. Samstag, 21. Oktober 1967, 17.05 Uhr, 2. Programm. Mittwoch, 8. November 1967, 10.20 Uhr, 1. Programm. Nur das 1. präsentierte damals ein Vormittagsprogramm, welches aber aufgeteilt war in Sendungen aus der ARD und aus dem ZDF.

  • Bruno Cremer erstmal als willkommener Gast im Rupert-Davies-Thread. Er verdient
    demnächst einen eigenen: >Bruno Cremer als "Kommissar Maigret" (auf DVD!)<

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  • Hei, Havi17! Natürlich bin ich selber der Ansicht, alle Episoden dieser Reihe halten, was ihr Vorspann und Titel versprechen. Ich habe jedoch keine Probleme damit, etwaige "Kritiker" zu erwähnen oder zu zitieren. Wir können ja nicht alle gleicher Ansicht sein, sowas gibt's ja gar nicht. Hier als weiteres Beispiel einen Kommentar, den ich mir bis heute gerne gemerkt habe: "Was? Schon wieder Maigret? Mit 20 Personen und ebensovielen Telefonaten? ..."

    Wie bei jeder Serie gibt es mal stärkere und mal schwächere Folgen. Außerdem ist das alles Geschmackssache. Ich kenne jemand (w), der, im Gegensatz zu mir, "Dienstmädchen" als ein Highlight der Serie betrachtet.

  • Ja, schwarzseher, da hast du recht. Die Titeldarstellung ist wirklich außerordentlich einprägsam und gut, vielleicht zu gut. Denn was danach kommt, der eigentliche Film, muss ja halten, was Vorspann und Titel versprechen. Es wäre doch fatal, wenn man - nach dem Anschauen einer Episode - meinen würde, der Titel sei das Beste vom ganzen Film gewesen. Vielleicht ist es dir beim "Dienstmädchen" so ergangen.

    Rupert Davies sagte einmal, seitdem er sich in Paris ein Streichholz an einer Hauswand am Place Pigalle (oder war es der Place de la Concorde?) angerissen hatte, habe sich sein Leben total verändert. Er setzte also den Titelfilm in etwa gleich mit der ganzen Serie!

    Edgar Wallace Hardliner werden sich jetzt vielleicht fragen: Wieso weiß der das nicht genau, und wieso hat er den Originalschauplatz nicht mal besucht und fotografiert? - Ich habe tatsächlich daran gedacht, aber zu spät. Die Wand war bestimmt längst renoviert und somit für mich unauffindlich geworden. Vom Quai des Orfèvres, wo die Pariser Kriminalpolizei ansässig ist (sozusagen Maigrets Arbeitsplatz), habe ich damals aber Fotos gemacht.

    Anfang der 1970er Jahre, als die Serie längst ausgelaufen war und es Videorecorder noch gar nicht gab, fragte ich einen Onkel von mir, der schon sehr alt war, ob er noch einen besonderen Wunsch hätte in seinem Lebensabend. Er hatte mehrere Wünsche. Mit dabei war: "Ich würde gern Maigret nochmal sehen, wie er sich die Pfeife ansteckt, keiner kann das so gut wie der!" Mein Onkel war auch Pfeifenraucher. Für mich hatte sich das so angehört: Den Titelfilm möchte er nochmal sehen, nicht unbedingt eine ganze Folge.

    Zu jener Zeit gab es auch den Kommentar eines berühmten Philosophen (trotzdem weiß ich leider nicht mehr, wer genau das war), dass er seit dem Ende von "Maigret" die Titelmelodie stark vermissen würde. Er wüsste gar nicht, wie er ohne diese Musette weiter existieren könne. Gemeint war die Musik von Ernst August Quelle, die allgemein so stark nachgefragt war, dass sie schließlich auf Schallplatte herauskam und außerdem in der Kinowerbung (Gaulloise) lief.

    Das obige Bild - Ausgangspunkt war ein schwedisches Plattencover - hat übrigens nur atmosphärische Ähnlichkeit mit dem Titelfilm, denn dort trägt Maigret einen Trenchcoat, und die Wand ist auch eine andere.

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    Es ist Sommer und sehr heiß. Maigret hat für ein paar Wochen ein Haus auf dem Land gemietet und verbringt dort mit seiner Frau den wohlverdienten Urlaub. Einmal Abschalten von all den Schurken und Verbrechern! Maigret trägt einen weißen Sommer-Schlapphut auf dem Kopf und eine Gießkanne in der Hand. "Die Auberginen müssen begossen werden," sagt er zu Madame. "Wir haben dem Eigentümer doch versprochen, den Garten in Schuss zu halten."

    In diesem Moment hält ein Wagen auf dem Weg vor dem Gittertor, eine schwarz gekleidete sehr alte, doch rüstige Dame steigt aus - der Fahrer bleibt im Wagen sitzen - und geht durch das Tor direkt auf Maigret zu, dessen Frau soeben ins Haus gegangen ist. "Ich will Ihren Chef sprechen!" sagt die Dame resolut. "Meinen Chef?" "Ja, ich weiß genau, wer momentan hier wohnt. Sie sind doch der Gärtner. Führen Sie mich augenblicklich zu Ihrem Chef, das ist nämlich der Kommissar Maigret aus Paris!" Maigret nimmt seinen Schlapphut vom Kopf und stellt sich vor: "Kommissar Maigret - das bin ich, Madame!"

    Die 82-jährige ist Nadette Amorelle, die Schwiegermutter eines früheren Schulkameraden von Maigret, Ernest Malik, den er zwar sehr lange nicht mehr gesehen hat, an den er sich aber noch gut erinnert, denn er kannte ihn als "Lügner" und "richtigen kleinen Gauner". Die Dame fordert Maigret auf, ihre liebe Familie doch mal zu besuchen und dabei auch etwas näher unter die Lupe zu nehmen, denn irgend etwas ginge da nicht mit rechten Dingen zu. Sie fügt hinzu: "Hoffentlich sind Sie überdurchschnittlich befähigt, denn sonst können Sie es nicht mit Ernest aufnehmen." "Warum sollte ich es mit ihm aufnehmen wollen?" "Es ist etwas Furchtbares geschehen. Meine 16-jährige Enkelin Monisa wurde ertrunken im Fluss gefunden." "Das tut mir wirklich leid, Madame, doch was habe ich damit zu tun?" "Ernest behauptet - und die Gendarmerie jetzt auch - es sei ein tragischer Unfall gewesen, sie sei womöglich auf dem Stauwerk ausgerutscht und dadurch unglücklicherweise in den Fluss gestürzt. Ich kann das nicht glauben. Außerdem konnte Monisa schwimmen wie ein Fisch!" Madame Maigret ist untröstlich, als sie von ihrem Mann erfährt, er wolle mal - ohne sie - einen kleinen Ausflug zu seinem früheren Schulkameraden machen, um zu sehen, was aus ihm geworden ist.

    Monsieur Malik steht an der Hausbar in seiner großen und luxuriösen Villa, als man ihm einen Besuch meldet. "Wer ist es denn?" "Sein Name ist Maigret." Als er diesen Namen hört, hält er inne und sein Gesicht versteinert sich ...

    Die Begleitmusik in längeren Strecken dieses Films - mit Sicherheit keine Kriminal-"Komödie" - ist einfach genial. Sie kommt ganz leicht daher wie eine erfrischende Sommerbrise, ist aber immerzu bereit, von einem Moment zum anderen umzuschlagen in einen schneidenden eiskalten Wind, dem man sich nicht entziehen kann und der tödlich ist. Eine Schicksalsmelodie! Georges Simenon war ja Fatalist, das heißt, er glaubte an ein vorgegebenes Schicksal. Auf die Frage, ob er denn jemals versucht hätte, sich seinem eigenen Schicksal zu widersetzen und es selber anders zu bestimmen, antwortete er mit einem klaren Nein, sein Schicksal sei das Schreiben von Romanen. "Wenn ich nicht schreibe, werde ich krank." In diesem Film - nach einem Roman von Georges Simenon - will aber jemand Schicksal spielen und das Leben und den Tod mehrerer Menschen in die Hand nehmen. Das ist für die Betreffenden eine wirklich gefährliche Angelegenheit, selbst unser "bodenständige" Kommissar Maigret gerät in Lebensgefahr!

    "Maigret ist wütend" (OT: "The Dirty House", BBC tv, 1962). Fernsehfilm nach dem Originalroman "Maigret se fâche" von Georges Simenon. Fernsehbearbeitung: Giles Cooper. Mit Rupert Davies, Helen Shingler, Ewen Solon, Beatrix Lehmann, Ernest Clark, Nicolette Bernard, Rosalie Crutchley, Sheila Ballantine, Maureen Beck, Felix Felton, Dermot Kelly, Bill Raymond, Neil Wilson und anderen. Studio Design: Eileen Diss. Musik der deutschen Fassung: Ernst August Quelle. Regie: Terence Williams.

  • Den Ausdruck "Gesamtpaket" lese ich hier zum erstenmal. Sehr treffend! Ein Bekannter, der von Maigret (Rupert Davies) nicht viel hielt, nannte ihn mal "dieser Pfeifenkopf", auch nicht schlecht! Ich habe mir diesen Begriff natürlich im positiven Sinn für mich gemerkt.

    Von den anderen vielen Maigret-Darstellern finde ich vor allem - nach Davies - Gabin, Cremer und auch Gambon gut. Gabin ist nun mal der original französische Kino-Maigret, Cremer hat von seiner körperlichen Erscheinung her sogar Ähnlichkeit mit Davies, spielt den Maigret aber anders, Gambon sieht hingegen ganz anders aus, spielt ihn aber wie Davies, finde ich. Atkinson kenne ich bisher noch nicht als Maigret.

  • Vielen Dank für die Antwort, schwarzseher. Hast du dir den Film extra wegen der obigen Beschreibung nochmal angeschaut? Du wolltest Maigret und dem Dienstmädchen wohl noch eine letzte Chance geben - toll! Aber da kann man nichts machen, wenn es auch diesmal nicht gefunkt hat. Es ist ja eine Serie, die vielfältig angelegt ist, so dass möglichst jeder irgendwann mal auf seine Kosten kommt. Sicher gibt es andere Episoden dieser Reihe, die dich mehr interessieren. Dieser Film ist nach meiner eigenen Einschätzung sowieso eher etwas für die weiblichen Zuschauer, die sich mehr oder weniger mit dem Dienstmädchen und dessen kessen Äußerungen identifizieren können. So eine Einschätzung möchte ich aber nicht direkt in eine Filmpräsentation hineinschreiben, denn ich versuche mich da so neutral oder objektiv wie möglich zu halten.

    Wer immer es auch sei - Kriminalkommissar, Automechaniker, Oberärztin oder Zwergnase - wenn da geschrieben steht, derjenige "hilft einem Dienstmädchen", dann natürlich erstmal bei der Hausarbeit, woran sollte man sonst zunächst denken?

    Übrigens hilft Maigret in dem Film tatsächlich bei der Hausarbeit, nämlich beim Einkauf. Gleich in der ersten Szene nach der Titelsequenz sieht man ihn mit all den Sachen beladen, die Félicie "eingeholt" hat. Lucas, der das sieht, kommentiert das lachend und scherzhaft: "Nun hat sie ihn schon zum Gepäckträger befördert!"

    Maigret würde aber auch den Hausputz machen, wenn er sich davon verspräche, Félicie ihr Geheimnis zu entlocken. Denn Maigret ist und bleibt in erster Linie Mensch, der es selber manchmal vergisst, Kommissar zu sein. Auch seine Mitmenschen sehen in ihm nicht immer nur den funktionstüchtigen, pflichteifrigen Beamten. Deshalb vertraut man sich ihm auch mal an - und deshalb drückt er auch mal ein Auge zu.

    Der alte Mann mit der Baskenmütze, auf einem der obigen Bilder zu sehen, ist bedrückt durch die Pistole, die Félicie ihm in die Manteltasche geschmuggelt hatte, um sie schnell loszuwerden. In einem Restaurant gesteht er dies freiweg Maigret gegenüber, den er von früher her schon kennt, und fügt hinzu: "Ich weiß, ich müsste eigentlich gleich zur Polizei gehen und das melden ..." Maigret: "Wieso, ich bin doch von der Polizei!" Er: "Ach ja, stimmt ja ..."

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    Der alte Monsieur Lapie wohnt mit seiner Hausangestellten Félicie in Picon bei Paris. Er war bei einer Reederei angestellt, aber bei der Überwachung der Verladung eines Schiffes passierte ein Unfall und Lapie verlor dadurch ein Bein. Seitdem bezieht er eine Entschädigungsrente, die höher ist als das, was er zum Leben braucht. Er hortet das Geld und "sitzt darauf wie die Henne auf ihren Eiern".

    Als er nun im Schlafzimmer seines kleinen Hauses erschossen aufgefunden wird, gerät Félicie unter Mordverdacht, denn laut Testament ist sie die Universalerbin und somit die einzige Nutznießerin vom Tod ihres Herrn, der "viel mehr" für sie war als bloß ihr Arbeitgeber, vielleicht so etwas wie ihr Vater. Deshalb ist Kommissar Maigret nicht von Félicies Schuld überzeugt und stellt ihr unaufhörlich Fragen, die sie jedoch widerwillig, frech und ausweichend beantwortet. Anscheinend weiß sie mehr, als sie zugibt. Oder will sie jemanden decken?

    Im Laufe der Untersuchung stellt sich heraus, dass - wie öfters in den Romanen von Georges Simenon - der Tausch eines Gegenstandes eine bedeutende Rolle spielt. Diesmal ist es ein Schrank, der genauso aussieht wie ein anderer, zweiter Schrank im Hause Lapie (anderes Beispiel: in "Maigret hat Skrupel" ist es ein Glas Wein, das vertauscht wird und aufgrund dessen die Person, für die das Gift darin eigentlich bestimmt ist, verschont bleibt und genau für denjenigen tödlich ist, den es bestimmt nicht treffen sollte).

    Erwähnenswert finde ich den genial einfachen und doppeldeutigen Titel der Story. "Maigret hilft einem Dienstmädchen" legt ja erstmal die Vermutung nahe, Maigret würde beim Abwasch helfen oder beim Putzen. In Wirklichkeit hilft Maigret dem Dienstmädchen, nicht aus Versehen auf der Guilloutine zu landen! Ein englischer Romantitel lautet: "Maigret goes to School" (wörtlich: Maigret geht zur Schule). Um das kleine Einmaleins zu lernen? Wohl kaum. Er befragt Schüler, die ihm phantastische und lügnerische Geschichten auftischen, anstatt ihm geradewegs bei der Klärung eines Mordfalles zu helfen (als Film mit Rupert Davies: "Maigret und die schrecklichen Kinder").

    "Maigret hilft einem Dienstmädchen" lief dreimal im deutschen Fernsehen: einmal im Abendprogramm (21.8.1965, ZDF), einmal im Nachmittagsprogramm (als Auftakt von 24 Wiederholungen, 2.9.1967, ZDF) und einmal im Vormittagsprogramm (13.9.1967, ARD). Zur Abendsendung präsentierte die HÖRZU den Film auf der gesamten ZDF-Programmseite, inklusiv eines Farbbildes von Maigret und eines von Lucas. Diese Episode wurde bestimmt als besonders bunte Familienunterhaltung eingestuft (Frames in s/w, Dialoge in Farbe).

    "Maigret hilft einem Dienstmädchen" (OT: "Love from Felicie", BBC-tv, 1962). Fernsehfilm nach dem Originalroman "Félicie est là" von Georges Simenon. Fernsehbearbeitung: Giles Cooper. Maigret: Rupert Davies. Lucas: Ewen Solon. Lapointe: Neville Jason. Félicie: Lana Morris. Mme Lapie: Brenda Dunrich. Ernest Lapie: Jack Melford. Viele weitere Mitwirkende. Musik der deutschen Version: Ernst August Quelle. Regie: Andrew Osborn.

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    Inspektor Lapointe (Neville Jason) telefoniert mit seinem "Patron". Screenshots aus "Maigret hilft einem Dienstmädchen".

    Lieber Lord Peter, ich habe auch ein Foto von Neville Jason's Auftritt als Chauffeur in "Bond" entdeckt. Beachte den Citroen Traction Avant im Hintergrund.
    Wird er von Maigret verfolgt?:
    http://thumbs4.picclick.com/d/w1600/pict...ville-Jason.jpg

    Neville Jason hatte nach "Maigret" etliche Rollen in Film und Fernsehen, der durchschlagende und große Erfolg kam aber erst in späteren Lebensjahren,
    und zwar als Erzähler auf Audio-CDs. Im Gegensatz zu seiner deutschen noch relativ jungen Lapointe-Synchronstimme wird seine reife Originalstimme oft als
    "warm" und "sonor" beschrieben. Damit - und mit seinem Schauspieltalent - konnte er sich an die Vertonung von anspruchsvollster Literatur heranwagen:
    http://www.naxosaudiobooks.com/jason-neville/

  • Die Bilder-Links zu Ewen Solon, Lord Peter, sollen nicht unbedingt kaufstimulierend sein. Wenn man sich diesen Schauspieler in ganz anderen Rollen auf den Fotos nur mal anschaut, reicht das doch vielleicht schon. Es ist natürlich trotzdem schade, dass viel (wertvolles?) Filmmaterial wohl den Bach runterging. Auf jeden Fall dürfte es beruhigend sein zu wissen, dass es Ewen Solon nach "Maigret" berufsmäßig bestimmt sehr gut ging, ohne Leerläufe wie bei Rupert Davies, dem man aber auch mal nachgesagt hat (in "HÖRZU"), dass er für einige Zeit nach "Maigret" zu stolz gewesen sei, um sich um andere Rollen zu bemühen.

    http://i988.photobucket.com/albums/af8/G...zps5dbe0bb6.png
    http://i1365.photobucket.com/albums/r755...zps7572c71f.png
    http://www.imdb.com/title/tt0381746/mediaviewer/rm2961904896

    Hast Du Dir eigentlich die Ewen-Solon-Maigret-Folge "Seven Little Crosses" ("Maigret und der Sonntagsmörder") aus England zuschicken lassen, Lord Peter? Würde mich mal interessieren.

  • (Text aus "The Australian Women's Weekly" vom 16. Oktober 1963, von mir übersetzt:)

    "Maigret", die BBC-Serie nach den französischen Mystery-Romanen von Georges Simenon, ist nun endlich hier (im australischen TV) angekommen. Sie hat nahezu alle Auszeichnungen bekommen, die eine Fernsehserie bekommen kann und wurde von Experten als "zum besten Fernsehen zugehörig" bezeichnet.

    Die Serie wird teilweise direkt in Frankreich gedreht, Innenraum-Szenen entstehen jedoch in den BBC-Studios in England. Nachdem die ersten 13 Episoden fertig waren, nahm Rupert Davies, der den französischen Detektiv Maigret spielt, zwei Folgen mit in die Schweiz, um sie Simenon und seiner Frau zu zeigen. Davies betrachtete dies als eine "Feuerprobe", aber glücklicherweise waren beide, M. und Mme. Simenon, über das Resultat erfreut.

    Von den Ehrungen ging die höchste, die es für Fernsehstudio-Ausstattung gibt, an Eileen Diss, die junge Frau (the "girl"), die die französische (und besonders die Pariser) Atmosphäre in "Maigret" hineinhaucht. Eileen hat das so gut gemacht, dass die Zuschauer beinahe den Knoblauch und die Gauloise-Zigaretten in jeder Folge riechen können! Dabei hatte sie nur mal einen kurzen Urlaub in Frankreich verbracht, bevor die Maigret-Serie in Arbeit ging. Aber als dann Andrew Osborn, der Produzent, alle paar Wochen den Kanal überquerte, um geeignete Drehorte ausfindig zu machen, begleitete sie ihn, um die Hunderte von Gegenständen, die den französischen Einrichtungen in den Londoner Studios Authentizität verleihen, vielleicht geschenkt zu bekommen - oder auszuborgen - oder zu kaufen.

    Diese reichen von verziertem Mobiliar, Schmuckstücken und Familienportraits, welche typisch sind für französische Wohnzimmer (ganz anders als die, die man in englischen vorfindet), bis hin zu Etiketten, Flaschen und Reklame in einem französischen Bistro. Und alle Dinge geben unmißverständlich zu verstehen: "Dies ist Frankreich." Die fertigen Produktionen laufen so glatt und flott über die Mattscheibe, dass kaum zu erkennen ist, wieviel komplizierte Planung in ihnen steckt, um das Beste zu machen aus begrenzter Zeit, begrenztem Geld und begrenzten Studio-Räumlichkeiten.

    Bei den Fernseh-Dreharbeiten in Frankreich gibt es längst nicht so viele kreative Pausen wie bei einer üppigen Kinofilm-Produktion, aber es gibt Launen (abgesehen von denen des Wetters), die selbst das bestorganisierteste Team aufhalten. Eines schönen Tages ging Maigret, der einen Moment Ruhe brauchte, auf ein sonnengewärmtes Feld, wo er sich schlafen legte. Eine Ziege kam vorbei und fraß seinen neuen Strohhut, der ersetzt werden mußte, bevor die nächste Sequenz aufgenommen werden konnte.

    Der schlimmste Zwischenfall passierte, als Maigrets treuer Kumpan Lucas - bei der Verfolgung eines Schurken durch die Gassen von Paris - von einer Mauer sprang und sich den Knöchel brach. Das Drehbuch wurde schleunigst überarbeitet, um den gebrochenen Knöchel in die Story mit einzubauen.

    "Maigret" wird donnerstags um 19.30 h ausgestrahlt, von ABN2 in Sydney, von ABC3 in Canberra und von ABHN5 in Newcastle. Die Serie startet in Perth am Montag, dem 21. Oktober, um 19.30 h, von ABW2, und in anderen australischen Großstädten später in diesem Jahr (1963).

  • Eine englisch-sprachige Website, die obige Infos über Ewen Solon phantasitsch ergänzt, habe ich hier gefunden:
    http://images.google.de/imgres?imgurl=ht...ih=939&biw=1680

    In Deutschland dürfte Ewen Solon auch aus "Eine Stadt sucht einen Mörder" ("Jack the Ripper", s/w, England 1959) bekannt sein.
    http://images3.cinema.de/imedia/9877/227...T4OEYIxHQ==.jpg
    http://www.virtual-history.com/movie/pho...ewen_solon1.jpg
    http://www.virtual-history.com/movie/pho...ewen_solon3.jpg
    Der Stoff wurde öfters verfilmt, auch mal mit Klaus Kinski.

    Zu Weihnachten 1978 konnten deutsche Maigret-Fans ihren "Inspektor Lucas" mal ganz anders erleben, als Scharfrichter Argyll, der genüsslich ein Stück Rebhuhnbraten vertilgt, während er ein Gnadengesuch erbarmungslos ablehnt (in "Die Abenteuer des David Balfour"):
    http://a2.tvspielfilm.de/imedia/2482/178...RG_nSOviw==.jpg
    http://a2.tvspielfilm.de/imedia/2479/178...R433VrFjQ==.jpg
    http://a2.tvspielfilm.de/imedia/2480/178...HOxAsM8iA==.jpg

    Die eigene Serie, die Ewen Solon bei der BBC mit "The Revenue Men" bekam, existiert offenbar gar nicht mehr. Wir können froh sein, den ursprünglichen Fernsehserien-Maigret doch noch zu haben!

  • Ewen Solon, der "Inspektor Lucas" in BBC-Maigret's Team, stammt aus Neuseeland, der exotischen Insel bei Australien. Nach seinen eigenen Worten wuchs er ursprünglich als ein "Kind mit Depressionen" auf, das aber ein sehr starkes Interesse an Filmen hatte, die ihn immer wieder begeisterten und seelisch aufmunterten. Daher kam für ihn auch nur ein Beruf in Frage: Bereits mit 10 entschied er sich, unbedingt Schauspieler zu werden. Mit einer kleinen Amateur-Theater-Rolle fing es an, allerdings mit einem Desaster. Er hatte nur wenige Sätze zu sprechen und einen Hut auf die andere Seite der Bühne zu schleudern. Aber die Worte blieben ihm im Halse stecken, und bei der Uraufführung landete der Hut nicht dort, wo er landen sollte, sondern im Publikum. Das war's dann also fürs erste.

    Nach der Schule versuchte er sich in verschiedenen Jobs, etwa als Landarbeiter, Baumfäller und als Shampoo-Vertreter, bevor er Journalist wurde und auch zuständig war für die Entgegennahme von Werbeanzeigen. Mit 20 war er bereits verantwortlicher Zeitungsredakteur, zu der Zeit der jüngste Zeitungsredakteur in ganz Neuseeland. Dann gab es einen Streik bei der Zeitung, und er nahm daran teil. Das kostete ihm den Job.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte er erneut, Schauspieler zu werden, und er bekam glücklicherweise ein Stipendium für die Royal Academy of Dramatic Arts in London. Nach diesem Studium spielte er auf verschiedenen Bühnen in ganz England, trat bisweilen in Filmen sowie im Fernsehen auf und arbeitete auch für den Rundfunk. 1960 war er bei Proben für die Serie "Maigret" mit dabei, als Inspektor Lucas, aber es gab einen Streit mit dem Produzenten Andrew Osbourne. "Ich wollte Herbert Lom für diese Rolle, nicht Sie!", tönte dieser. "Das ist nun aber eine wirklich schlimme Sache für einen Schauspieler, was Sie da sagen", entgegnete ihm Ewen und nahm auch weiterhin kein Blatt vor den Mund, weil er glaubte, die Rolle schon verloren zu haben. Aber nach der offenen Auseinandersetzung entschuldigte sich Andrew Osbourne überaus entgegenkommend, und von dem Tag an waren die beiden Freunde.

    Nach "Maigret", bei dem er die zweite Geige spielte, bekam er - nicht ganz so sehr Rollen-abgestempelt wie Rupert Davies - in mehreren Fernsehserien Hauptrollen, in England etwa in "The Revenue Men" und in Australien in "Dead Men Running", inszeniert von dem Australier Eric Tayler, der auch bei einigen ersten Episoden von "Maigret" Regie geführt hatte. Nach den Dreharbeiten von "Dead Men Running", gegen Ende von 1970, gab Ewen Solon dem australischen Fernsehmagazin "TV Week" in Sydney ein Interview, worauf ich mich mit obigen Informationen beziehe.

    Übrigens, die "original-englische" Maigret-Musik ist genaugenommen gar nicht englisch. Komponist Ron Grainer, dem wir auch etwa die Titelmusiken von "The Prisioner" und von "Man in a Suitcase" verdanken, war Australier.

  • Task Force PoliceDatum22.10.2016 15:17
    Foren-Beitrag von Berthold Deutschmann im Thema Task Force Police

    Hier wurden bislang schon 20 Task-Force-Episoden besprochen, allerdings auf englisch:

    https://archivetvmusings.wordpress.com/?s=softly+softly

    Wenn man diese Kommentare jeweils ganz aufklappt (Option "Continue reading"), gibt*s auch Screenshots.

  • Nicht nur "Der Kommissar", auch andere Krimiserien aus dem In- und Ausland (und aus der Zeit von ca. Ende der 50er bis Ende der 60er Jahre) haben einen verwandten Look mit "Maigret". Die Detektive jener Zeit tragen fast alle Hüte und fahren oft mit beeindruckenden Limousinen vor. "Kommissar Brahm" war z. B. ein kleines deutsches Spinn off von "Maigret". Keine Ableger, sondern rein zufällig etwa zeitgleich aber ortsungleich entstanden, fällt mir die US-Serie "Naked City" ("Gnadenlose Stadt") ein, die im Laufe der Zeit immer aufwendiger gestaltet wurde. Die Inspektoren darin jagen in dicken Mänteln und Hüten durch New York, und die Fälle sind desöfteren auch psychologisch durchdrungen. Der Chief ist ein besonders markanter Typ: Horace McMahon als Lieutenant Mike Parker.

    Robert Taylor als Captain Matt Holbrook in "The Detectives" ("Kein Fall für FBI") tippt sich den Hut in den Nacken wie Rupert Davies als Maigret. Oder ist es umgekehrt?: Maigret tippt sich den Hut zurück wie der Captain? Die beiden Serien sind zeitgleich entstanden. Amerikanische Straßenkreuzer kontern französische Oldtimer (Citroen Traction avant). "Detectives" sind noch kurzatmiger als "Maigret", weil die ganze Story in der Hälfte der Filmdauer abgehandelt sein will (nämlich in 25, statt 50 Minuten, es gibt allerdings auch 50-Minuten-"Detectives"-Folgen, die nie in Deutschland gezeigt wurden).

    Genau in diese Zeit hinein passt auch "M Squad" ("Dezernat M"). Lieutenant Frank Ballinger alias Lee Marvin stellt sich im Vorspann mit Hut, Revolver und Straßenkreuzer als knallharter Cop vor. Lt. Ballinger hat zwar einen Chief, operiert aber meist allein, ohne nennenswertes Team, das ihm zur Seite stünde. Es ist eben eine Lee Marvin Crime Show, 25minütig, natürlich in schwarzweiß. Welche Serie spannender ist - "Detectives" oder "M Squad" - Geschmackssache.

  • Das iOffer-Angebot ist in genau diesem Moment wieder aktiv.

  • Zitat von Berthold Deutschmann im Beitrag #208

    4 englische Episoden stehen z. Z. offenbar doch wieder zum Kauf parat:
    http://www.ioffer.com/i/maigret-tv-series-1960s-145154781

    Das iOffer-Angebot wurde schon wieder zurueckgenommen. Anstelle von Maigret gibts z. Z. Tarzan! Bin aber ziemlich sicher, dass von dem Anbieter irgendwann auch Maigret wieder zum Kauf paratgestellt wird, vielleicht immer nur kurzfristig, weil die englische Version von Maigret rechtliche Veroeffentlichungsprobleme hat, soweit ich weiss.

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